Test ViewSonic VP2768a: Beeindruckende Bildhomogenität
4/8

7
29 235

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des ViewSonic VP2768a
Coating des ViewSonic VP2768a
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der ViewSonic VP2768a besitzt eine dezent stumpfe Oberfläche mit leichten, mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des VP2768a bei horizontalen Blickwinkeln von ±60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad. Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte.

Horizontale und vertikale Blickwinkel des IPS-Panels vom ViewSonic VP2768a
Horizontale und vertikale Blickwinkel

ViewSonic verwendet beim VP2768a wie gehabt ein hochwertiges IPS-Panel. Die Blickwinkelstabilität ist damit erwartungsgemäß sehr gut. Bei horizontalen Blickwinkeln ist aber deutlich zu erkennen, dass die Farbtemperatur etwas kühler wird. Da die Farben jedoch zueinander stets stimmig bleiben, ist das nicht weiter tragisch. Ferner trägt es vermutlich im Gegenzug dazu bei, dass der übliche Helligkeits- und Kontrastverlust eindeutig unterdurchschnittlich ausfällt. Bei vertikalen Blickwinkeln ist er dagegen deutlich stärker zu beobachten. Die sind für die EBV aber in der Regel kaum relevant.

In dunklen Bildbereichen sind leichte Zeichnungsverluste festzustellen. Insgesamt fällt die Blickwinkelstabilität allerdings sehr gut aus.

Interpolation

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen und steht ab Werk auf Stufe 50. Wir haben für unseren Test die Einstellung so belassen.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1920 x 1080, Vollbild
Testgrafik 1920 x 1080, Vollbild

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1920 x 1080 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf.

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1920 x 1080, Vollbild
Textwiedergabe 1920 x 1080, Vollbild

Für von der nativen Auflösung abweichende Eingangssignale bietet der VP2768a die Optionen „Fläche ausfüllen“ (ggfls. verzerrt), 4:3 und auch eine pixelgenaue 1:1-Darstellung an. Eine Option zur verzerrungsfreien, maximal flächenfüllenden Wiedergabe gibt es dagegen nicht. Damit ist von vornherein klar, dass der ViewSonic VP2768a ältere SD-Videoauflösungen nicht selbstständig optimal skalieren kann.

 Signal Anzeige maximale Fläche ohne Verzerrung Unskalierte Wiedergabe
SD (480p)  nein  ja
SD (576p) nein ja
HD (720p) ja ja
HD (1080p) ja ja
Ultra HD, 4K nein nein
PC (5:4) nein ja
PC (4:3) ja ja
PC (16:10) nein ja
PC (16:9) ja ja

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Grafikbereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB- und Adobe-RGB-Modus. Anschließend wird der Proband mit Quato iColor Display kalibriert. Sofern der Bildschirm eine vollwertige Hardware-Kalibration besitzt, wird stattdessen diese in Verbindung mit der Hersteller-Software verwendet.

Farbraumvergleich in CIELAB (D50)

Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50 (adaptiert mit Bradford).

Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziele: sRGB

Die ersten beiden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung nach der Software-Kalibrierung im nativen Farbraum. Der Zielfarbraum sRGB (schwarzes Netz) wird vom nativen Farbraum des ViewSonic VP2768a fast vollständig abgedeckt. An bestimmten Stellen geht der Monitorfarbraum (weißes Netz) sogar ein gutes Stück über den Standardfarbraum hinaus.

Der Unterschied zwischen Software- und Hardware-Kalibration auf den nativen Farbraum ist dabei marginal, sodass wir uns gesonderte Abbildungen dazu sparen.

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Innerhalb von Farbmanagement-fähigen Anwendungen spielt diese Überdeckung keine Rolle, da dann die Anwendung dafür sorgt, dass auch die Farbraumgrenzen akkurat wiedergegeben werden. Außerhalb von Farbmanagement-fähigen Anwendungen wie zum Beispiel in der Videobearbeitung passiert das aber nicht. Daher ergibt ein guter sRGB-Modus auch bei einem Nur-sRGB-Monitor durchaus Sinn.

Wie man an den beiden folgenden Grafiken gut erkennen kann, besitzt auch der ViewSonic VP2768a einen „echten“ sRGB-Modus, der den Farbraum entsprechend zurechtstutzt. Die Abdeckung des „erwünschten“ Farbraums sinkt dabei nur geringfügig auf 96 %.

Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Modus, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Modus, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Modus, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Modus, 3D-Schnitt 2

Über die Hardware-Kalibrierung lässt sich das Ergebnis jedoch noch einmal merklich verbessern. Wenn man dort als Zielfarbraum sRGB vorgibt, erreicht man sogar eine 99-prozentige Abdeckung des sRGB-Farbraums ohne nennenswerte Überdeckungen.

Abdeckung des sRGB-Farbraums nach der Hardware-Kalibrierung auf sRGB, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums nach der Hardware-Kalibrierung auf sRGB, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums nach der Hardware-Kalibrierung auf sRGB, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums nach der Hardware-Kalibrierung auf sRGB, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Hardware-Kalibration mit Colorbration zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung (nativ) Abdeckung nach Kalibrierung (sRGB)
sRGB 96 % 99 % 99 %
Adobe RGB 75 % 68 %
ECI-RGB v2 68 % 60 %
DCI-P3 RGB 77 % 67 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 92 % 90 %

Die mittlere Spalte zeigt die Abdeckung im nativen Farbraum, die rechte Spalte die Abdeckungen nach einer Hardware-Kalibrierung auf den sRGB-Farbraum. Im Prinzip entspricht das den prozentualen Abdeckungsgraden des definierten sRGB-Farbraums in Relation zu den anderen genannten Farbräumen.

7 KOMMENTARE

  1. Hallo, kann ich damit rechnen, dass die 4K-Version (VP2758a-4K) ähnliche Werte aufweist?
    Das z.B. Die Werte der Bildhomogenität, Ausleuchtung etc. nahe beieinander liegen oder ist das nicht möglich, da ein anderes Panels verbaut ist?

  2. Schade das kein DVI Eingang vorhanden ist.
    Meine Grafikkarte bietet nur 2x DVI und mini HDMI.
    Gibt es einen gleichwertigen Monitor mit DVI bzw. würde ein mini HDMI auf HDMI Adapter ohne Qualitätseinbusse funktionieren.

    • Neue Modelle setzen auf USB-C, DisplayPort oder HDMI. DVI ist ein aussterbender Anschluss. Ich würde mir überlegen eine neue Grafikkarte zu erwerben.

  3. Wenn der Bildschirm senkrecht steht, sind es ziemlich genau 6 cm. Der VP2768a lässt sich also vergleichsweise sehr weit absenken. Es gibt wenig Monitore, die sich noch niedriger einstellen lassen. Beispiele wären die CS- und CG-Serie von EIZO, die sich bis auf den Drehteller absenken lassen. In welchen Anwendungsfällen ist das von Belang?

  4. Wie hoch ist der Abstand zwischen Tisch und der Unterkante vom Bildschirm in der niedrigsten Einstellung?
    In einigen Reviews wurde dies kritisiert, da man ihn nicht weit genug nach unten positionieren kann.
    Vielen Dank.

    • Wenn der Bildschirm senkrecht steht, sind es ziemlich genau 6 cm. Der VP2768a lässt sich also vergleichsweise sehr weit absenken. Es gibt wenig Monitore, die sich noch niedriger einstellen lassen. Beispiele wären die CS- und CG-Serie von EIZO, die sich bis auf den Drehteller absenken lassen. In welchen Anwendungsfällen ist das von Belang?

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!