ViewSonic VP2766-2K im Test: Farbprofi zum Kampfpreis
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Bildhomogenität

Bei der Bildhomogenität sind ab Werk auch mit bloßem Auge noch Mängel zu erkennen. Bei einem weißen Testbild fällt das nicht besonders stark auf; die Fläche wirkt aber nicht völlig homogen und lässt teils schwach rötliche Schlieren erkennen. Deutlicher wird es beim unten gezeigten Testbild. Hier sind zwischen linker und rechter Bildschirmhälfte merkliche Unterschiede zu sehen.

Main-Testscreen: Ohne GL sind mit freiem Auge Unterschiede in linker und rechter Bildschirmhälfte gut zu erkennen
Main-Testscreen: Ohne GL sind mit freiem Auge Unterschiede in linker und rechter Bildschirmhälfte gut zu erkennen

Schaltet man die Gleichförmigkeitskorrektur über den OSD-Schalter ein, verschwinden die genannten Probleme visuell praktisch vollständig, und das Bild wirkt sehr homogen. Zusätzlich gibt es im Rahmen der Hardware-Kalibrierung mit Colorbration+ eine eigene „Uniformity Correction“. Sie arbeitet jedoch anders als der OSD-Schalter und muss deshalb getrennt betrachtet werden.

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Ohne Gleichförmigkeitskorrektur erreicht der ViewSonic VP2766-2K bei der Helligkeitsverteilung nur ein zufriedenstellendes Ergebnis. Die durchschnittliche Abweichung liegt bei 5,34 %, der Maximalwert bei 10,47 %. Damit überschreitet der schlechteste Messpunkt knapp die übliche Wahrnehmungsschwelle. Die Farbhomogenität fällt besser aus: Durchschnittlich messen wir ein Delta C von 1,21, maximal ein Delta C von 2,13. Das ist ein gutes Ergebnis, auch wenn der Monitor ohne Korrektur sichtbar nicht perfekt homogen wirkt.

Diagramm der Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Diagramm der Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Mit aktivierter Gleichförmigkeitskorrektur im OSD verbessert sich die Homogenität deutlich. Die durchschnittliche Helligkeitsabweichung sinkt auf 1,72 %, der Maximalwert auf nur 3,68 %. Auch die Farbhomogenität profitiert klar: Das durchschnittliche Delta C reduziert sich auf 0,56, der Maximalwert auf 1,03. In dieser Betriebsart erzielt der ViewSonic VP2766-2K bei Helligkeitsverteilung und Farbreinheit sehr gute Ergebnisse.

Diagramm der Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild – mit Gleichförmigkeitskorrektur
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild – mit Gleichförmigkeitskorrektur
Diagramm der Farbhomogenität beim weißen Testbild – mit Gleichförmigkeitskorrektur
Farbhomogenität beim weißen Testbild – mit Gleichförmigkeitskorrektur

Nach der Hardware-Kalibrierung ohne „Uniformity Correction“ zeigt sich ein ähnliches Bild wie im normalen Betrieb ohne Gleichförmigkeitskorrektur. Die durchschnittliche Helligkeitsabweichung liegt bei 5,39 %, der Maximalwert bei 10,49 %. Auch die Farbhomogenität bleibt mit durchschnittlich 1,20 Delta C und maximal 2,07 Delta C praktisch auf dem Niveau der unkorrigierten Messung.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild – nach Hardware-Kalibrierung ohne Uniformity Correction
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild – nach Hardware-Kalibrierung ohne Uniformity Correction
Farbhomogenität beim weißen Testbild – nach Hardware-Kalibrierung ohne Uniformity Correction
Farbhomogenität beim weißen Testbild – nach Hardware-Kalibrierung ohne Uniformity Correction

Aktiviert man in Colorbration+ die „Uniformity Correction“ mit 7 × 3 Messfeldern, verbessert sich vor allem die Helligkeitsverteilung deutlich. Die durchschnittliche Abweichung sinkt auf 2,37 %, der Maximalwert auf 5,19 %. Damit erreicht der ViewSonic VP2766-2K auch nach einer Hardware-Kalibrierung eine sehr gute Luminanz-Homogenität.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild – nach Hardware-Kalibrierung mit Uniformity Correction 7 x 3
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild – nach Hardware-Kalibrierung mit Uniformity Correction 7 x 3
Farbhomogenität beim weißen Testbild – nach Hardware-Kalibrierung mit Uniformity Correction 7 x 3
Farbhomogenität beim weißen Testbild – nach Hardware-Kalibrierung mit Uniformity Correction 7 x 3

Die Farbhomogenität verbessert sich durch diese Option dagegen nicht weiter. Mit durchschnittlich 1,32 Delta C und maximal 2,08 Delta C bleibt sie auf gutem Niveau, erreicht aber nicht das sehr gute Ergebnis der OSD-Gleichförmigkeitskorrektur. Die „Uniformity Correction“ der Hardware-Kalibrierung wirkt beim ViewSonic VP2766-2K somit vor allem auf die Helligkeitsverteilung und weniger auf die Farbreinheit.

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse zusammen:

Monitorzustand Helligkeitsabweichung Ø / max. Farbreinheit Ø / max. Bewertung
Ohne Gleichförmigkeitskorrektur 5,34 % / 10,47 % Delta C 1,21 / 2,13 Helligkeit zufriedenstellend, Farbreinheit gut
OSD-Gleichförmigkeitskorrektur ein 1,72 % / 3,68 % Delta C 0,56 / 1,03 Sehr gut
Hardware-kalibriert, Uniformity Correction aus 5,39 % / 10,49 % Delta C 1,20 / 2,07 Helligkeit zufriedenstellend, Farbreinheit gut
Hardware-kalibriert, Uniformity Correction 7 × 3 2,37 % / 5,19 % Delta C 1,32 / 2,08 Helligkeit sehr gut, Farbreinheit gut

Insgesamt bietet der ViewSonic VP2766-2K mehrere sinnvolle Betriebsarten mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Ohne Korrektur ist die Homogenität noch akzeptabel, aber sichtbar nicht perfekt. Die OSD-Gleichförmigkeitskorrektur liefert die beste Gesamthomogenität, kostet jedoch deutlich Helligkeit und Kontrast. Die „Uniformity Correction“ innerhalb der Hardware-Kalibrierung ist der ausgewogenere Kompromiss: Die Helligkeitsverteilung wird deutlich verbessert, während der Kontrast weniger stark leidet.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel des ViewSonic VP2766-2K liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das entspricht dem typischen Datenblattwert moderner IPS-Panels. In der Praxis sagt dieser Wert allerdings nur begrenzt aus, wie stabil Helligkeit, Kontrast, Zeichnung und Farbton bei seitlicher Betrachtung tatsächlich bleiben.

Die Blickwinkelabhängigkeit der Graustufen haben wir bereits im entsprechenden Abschnitt getrennt beurteilt. Das ist sinnvoll, weil sich Farbstiche und Zeichnungsverluste in neutralen Verläufen oft deutlicher zeigen als in farbigen Motiven. Die folgende Betrachtung bezieht sich daher auf das farbige Testbild. Das Foto zeigt den Bildschirm des ViewSonic VP2766-2K bei horizontalen Blickwinkeln von ±60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Horizontale und vertikale Blickwinkel vom IPS-Panel
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Im farbigen Testbild zeigt der ViewSonic VP2766-2K insgesamt ein gutes IPS-typisches Blickwinkelverhalten. Sichtbar ist in erster Linie ein Helligkeitsverlust, der zugleich den wahrgenommenen Kontrast reduziert. Dieser Effekt fällt horizontal stärker aus als vertikal. Dadurch gehen vor allem in dunklen Bildbereichen Details verloren, was auch am Foto des Testbildes gut zu erkennen ist.

Die Farbtemperatur bleibt dagegen aus allen gezeigten Blickrichtungen subjektiv stabil. Ein auffälliges Kippen in eine wärmere oder kühlere Darstellung ist nicht zu beobachten. Auch die Farbwiedergabe insgesamt bleibt überzeugend; die Veränderungen betreffen primär Helligkeit, Kontrast und Zeichnung, nicht die farbliche Balance.

Für ein farbkritisches Arbeiten bleibt wie üblich eine möglichst frontale Sitzposition empfehlenswert. Die im Testbild sichtbaren Helligkeits- und Kontrastverluste treten vor allem bei deutlich abweichenden Blickwinkeln auf und mindern die EBV-Tauglichkeit aus normaler Arbeitsposition nicht. Farbverschiebungen treten praktisch nicht auf, sodass der ViewSonic VP2766-2K bei üblichem Arbeitsabstand und korrekter Ausrichtung eine sehr gute Eignung für die Bildbearbeitung zeigt.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des ViewSonic VP2766-2K
Coating des ViewSonic VP2766-2K
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der ViewSonic VP2766-2K besitzt eine matte Oberfläche mit mikroskopischen Vertiefungen zur Diffusion.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des ViewSonic VP2766-2K wird nicht durch Pulsweitenmodulation (PWM) gedimmt, sodass keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flicker) auftreten. Getestet wurde bei einer Helligkeit von 100 %, 140 cd/m² (36 %) und 0 %. Damit ist der Bildschirm selbst bei reduzierter Leuchtdichte für ein längeres ermüdungsfreies Arbeiten davor geeignet.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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