ViewSonic VP2766-2K im Test: Farbprofi zum Kampfpreis
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Bildqualität

Entspiegelung

Der Panel-Rahmen des ViewSonic VP2766-2K ist weiß, aber matt ausgeführt. Trotz der hellen Farbe treten hier keine störenden Reflexionen auf. Selbst bei seitlich einfallendem Licht bleibt der Rahmen optisch zurückhaltend und lenkt nicht vom Bildinhalt ab.

Die Display-Oberfläche selbst ist ebenfalls matt und überdurchschnittlich wirksam entspiegelt. Aus normalem Arbeitsabstand werden sogar helle Kleidungsstücke nur schwach sichtbar. Auffällig werden Reflexionen vor allem dann, wenn sich helle Flächen oder Personen vor dem Bildschirm bewegen. Statische Spiegelungen bleiben dagegen sehr dezent und stören im normalen Office- oder Bildbearbeitungsbetrieb kaum.

Insgesamt zeigt der ViewSonic VP2766-2K damit ein sehr angenehmes Reflexionsverhalten. Die matte Oberfläche reduziert Fremdlicht wirksam, ohne den Bildschirm sichtbar milchig oder kontrastarm erscheinen zu lassen.

Ausgangsbasis für unsere Beurteilung

Beim Reset (Werkseinstellungen) stellt der Monitor folgende Werte ein:

Bildmodus: „Nutzer“
Helligkeit: 50
Kontrast: 70
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: D65
RGB: 100|100|100
Color-Gamut: n. v.
DUE Priority: Aus
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Normal

Diese Werte wurden für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Die Graustufendarstellung des ViewSonic VP2766-2K hinterlässt in der Werkseinstellung einen sehr ordentlichen Eindruck. Neutralgraue Flächen erscheinen weitgehend frei von Farbstichen, allenfalls insgesamt etwas kühl. Zwischen linker und rechter Bildschirmhälfte zeigen sich keine auffälligen Unterschiede; Farbschimmer sind bei normalen Testbildern nicht zu erkennen.

Graustufendarstellung vom IPS-Panel
Graustufen

Bei der Differenzierung der hellsten und dunkelsten Tonwerte schneidet der Monitor ebenfalls gut ab. Die hellen Stufen werden vollständig dargestellt. In den dunklen Bereichen bleiben die Abstufungen bis einschließlich Stufe 6 unterscheidbar. Bei frontaler Betrachtung ist die Zeichnung damit praxisgerecht. Unter seitlichem Blickwinkel bleiben helle Bildbereiche weitgehend erhalten; hier verändert sich vor allem die Helligkeit, ohne dass Zeichnung verloren geht. In dunklen Bereichen reduziert der Blickwinkel dagegen sichtbar den Kontrast, sodass etwa zwei Stufen an Durchzeichnung verloren gehen können.

Grauverlauf
Grauverlauf

Auch feine Grauverläufe gelingen dem VP2766-2K besser, als es die technische Panel-Basis zunächst erwarten lässt. ViewSonic gibt für das Display 16,7 Millionen Farben bzw. 8 Bit über 6 Bit + Hi-FRC an. Es handelt sich also nicht um ein natives 8-Bit-Panel, sondern um eine 6-Bit-Ansteuerung mit zeitlichem Dithering zur Simulation zusätzlicher Zwischenstufen.

In der Praxis sind die Verläufe dennoch erstaunlich sauber. In vertikaler Richtung kommt hinzu, dass die geringe Eckaufhellung kaum stört. Beim Testbild mit vertikalen Graustufen-Balken wirkten die Übergänge allerdings leicht unruhig bzw. flimmrig. Bei sehr großflächigen, besonders gleichmäßigen Verläufen lassen sich zudem bestenfalls minimale Farbschimmer erahnen.

Die späteren Messungen bestätigen den subjektiven Eindruck: Die Graubalance ist ab Werk bereits sehr sauber, der Weißpunkt liegt jedoch etwas auf der kühlen Seite. Für Office, Web, Layout und allgemeine Bildbearbeitung ist das Ergebnis überzeugend. Für besonders anspruchsvolle EBV mit kritischen Verläufen bleibt ein Monitor mit nativ höherer Farbtiefe dennoch die solidere technische Basis.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild, ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Beim Schwarzbild zeigt der ViewSonic VP2766-2K ein für IPS typisches, insgesamt unkritisches Verhalten. Bei frontaler, lotrechter Betrachtung ist die schwarze Fläche sehr gleichmäßig. Echte Randeinstrahlungen konnten wir nicht feststellen.

Sichtbar werden vor allem blickwinkelbedingte Aufhellungen in den Ecken. Sie verschwinden bei exakt lotrechter Betrachtung praktisch vollständig und sind daher nicht als klassische Backlight-Bleeding- oder Randeinstrahlungsprobleme zu werten. Positiv ist zudem, dass die Aufhellungen aus mittiger Arbeitsposition farbneutral bleiben und keine störenden Farbstiche zeigen.

Glow-Effekt horizontal
Glow-Effekt horizontal
Glow-Effekt von schräg oben
Glow-Effekt von schräg oben

Bei abweichender Sitzposition tritt der übliche IPS-Glow auf. Er fällt am stärksten bei diagonaler Betrachtung von oben auf; dann hellt sich das Schwarz sichtbar auf. Die Aufhellung bleibt dabei unabhängig von der Blickrichtung farbneutral. Aus normaler Arbeitsposition bleibt das Verhalten insgesamt unproblematisch.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibrierung auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse meist geringer aus als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic VP2766-2K – ohne Gleichförmigkeitskorrektur
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic VP2766-2K – ohne Gleichförmigkeitskorrektur
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic VP2766-2K – mit Gleichförmigkeitskorrektur
Helligkeits- und Kontrastverlauf des ViewSonic VP2766-2K – mit Gleichförmigkeitskorrektur

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 366 cd/m². Das liegt sogar 5 % über der Herstellerangabe von 350 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 46 cd/m².

Nach der Kalibrierung auf D65 (RGB-Gain-Anpassung im Monitor-OSD) sinkt die Maximalhelligkeit auf immer noch mehr als ausreichende 341 cd/m². Mit einer Minimalhelligkeit von 44 cd/m² kann der ViewSonic VP2766-2K ziemlich weit heruntergeregelt werden, sodass ein Arbeiten in absoluter Dunkelheit problemlos möglich ist.

Das Kontrastverhältnis des IPS-Panels gibt der Hersteller mit 1500:1 an. Gemäß unseren Messungen liegt es nach der Kalibrierung im Durchschnitt bei guten 1041:1. Damit bleibt der ViewSonic VP2766-2K zwar klar unter der Herstellerangabe, erreicht für ein IPS-Panel aber ein ordentliches Ergebnis.

Verwendet man die Gleichförmigkeitskorrektur über den Schalter im OSD, bricht der Kontrast dagegen deutlich ein. Im Durchschnitt messen wir dann nur noch 619:1. Die Maximalhelligkeit sinkt auf 201 cd/m² und die Minimalhelligkeit auf 26 cd/m². Die OSD-Funktion verbessert also die Homogenität des Panels, erkauft dies aber mit einem klar sichtbaren Verlust beim Kontrastverhältnis und einer geringeren Maximalhelligkeit.

Zusätzlich haben wir den Kontrast nach der Hardware-Kalibrierung mit ViewSonics Software Colorbration+ betrachtet. Diese Werte wurden allerdings nicht als komplette Messreihe über alle Helligkeitsstufen ermittelt, sondern jeweils bei der Arbeitshelligkeit von 140 cd/m². Ohne aktivierte „Uniformity Correction“ liegt der Kontrast hier bei 1074:1 und damit sogar etwas höher als bei gleicher Arbeitshelligkeit in den Werkseinstellungen, wo wir 1000:1 messen.

Im Verlauf der Hardware-Kalibrierung bietet Colorbration+ eine eigene „Uniformity Correction“ an. Sie basiert auf konkreten Messungen und ist nicht mit dem OSD-Schalter zur Gleichförmigkeitskorrektur gleichzusetzen. Für das bestmögliche Ergebnis haben wir die 7-×-3-Messfeldmatrix verwendet. Auch diese Korrektur reduziert das Kontrastverhältnis, mit 892:1 bleibt es aber deutlich höher als bei der zuvor beschriebenen OSD-Gleichförmigkeitskorrektur.

Die folgende Tabelle fasst die Kontrastmessungen noch mal zusammen:

Monitorzustand Messbasis Kontrastverhältnis
Kalibriert, Gleichförmigkeitskorrektur aus Durchschnitt über Helligkeitsreihe 1041:1
Kalibriert, OSD-Gleichförmigkeitskorrektur ein Durchschnitt über Helligkeitsreihe 619:1
Hardware-kalibriert, Uniformity Correction aus 140 cd/m² 1074:1
Hardware-kalibriert, Uniformity Correction 7 × 3 140 cd/m² 892:1

Damit zeigt sich ein klarer Unterschied zwischen den beiden Korrekturansätzen. Der OSD-Schalter liefert zwar eine starke Homogenitätskorrektur, greift aber massiv in Helligkeit und Kontrast ein. Die „Uniformity Correction“ im Rahmen der Hardware-Kalibrierung arbeitet ausgewogener: Auch hier sinkt der Kontrast, der Verlust fällt aber deutlich geringer aus.

Manuel Findeis

... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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