Interpolation
Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen und steht ab Werk auf Stufe 50. Für die Beurteilung wurde diese Einstellung unverändert übernommen. Getestet haben wir die Interpolation am USB-C-Eingang per DisplayPort-Alt-Modus bei 60 Hz.
Im typischen PC-Betrieb wird der ViewSonic VP2766-2K mit seiner nativen QHD-Auflösung von 2560 × 1440 Pixeln angesteuert. In diesem Szenario erfolgt die Skalierung von Inhalten – beispielsweise bei Videos, Benutzeroberflächen oder Bildern – aufseiten der Grafikkarte, des Betriebssystems oder der jeweiligen Anwendung. Der Monitor selbst muss dabei keine Skalierungsaufgabe übernehmen.
Dieses Kapitel konzentriert sich daher ausschließlich auf den internen Scaler des Monitors. Relevant wird er immer dann, wenn ein nicht natives Signal anliegt – etwa von externen Zuspielern oder bei bewusst reduzierter Ausgabeauflösung der Grafikkarte. In solchen Fällen muss das Eingangssignal auf die native Panel-Auflösung hochgerechnet werden.
Entscheidend ist dabei, ob sich eine Quellauflösung ganzzahlig auf die QHD-Matrix abbilden lässt. 1280 × 720 Pixel entsprechen exakt der halben nativen Auflösung in Breite und Höhe und lassen sich daher prinzipiell sauber auf 2560 × 1440 skalieren. Komplexe Interpolation ist in diesem Fall nicht erforderlich.
Anders verhält es sich bei Full HD mit 1920 × 1080 Pixeln. Diese Auflösung besitzt zwar ebenfalls das Seitenverhältnis 16:9, steht aber nicht in einem ganzzahligen Verhältnis zur nativen QHD-Matrix. Das Eingangssignal muss daher interpoliert werden. Abhängig vom Skalierungsalgorithmus können dabei leichte Weichzeichnungen oder Strukturveränderungen auftreten, insbesondere bei feinen Linien und Textdarstellung.
Die folgenden Abbildungen zeigen exemplarisch, wie der ViewSonic VP2766-2K mit unterschiedlichen Eingangsauflösungen umgeht und welche qualitativen Unterschiede sich daraus ergeben. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit des internen Scalers zu beurteilen, nicht die native QHD-Arbeitsauflösung selbst.
Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1920 × 1080 sieht man, dass die notwendige Interpolation hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf.
Bei 1280 × 720 fällt die Skalierung prinzipiell günstiger aus, da sich diese Auflösung ganzzahlig auf die native QHD-Matrix abbilden lässt. Die Darstellung bleibt entsprechend sauberer als bei Full HD, auch wenn das Signal weiterhin auf Vollbild skaliert wird.
Skalierungsoptionen und Seitendarstellung
Neben der reinen Interpolationsqualität stellt sich die Frage, welche Darstellungsmodi der Monitor für nicht native Signale anbietet. Das OSD des ViewSonic VP2766-2K führt zwar unter „Aspect Ratio“ die Optionen „1:1“, „4:3“ und „Full Screen“ auf, im Test am USB-C-Eingang per DisplayPort-Alt-Modus war diese Funktion im User-Modus jedoch grundsätzlich ausgegraut und damit nicht nutzbar. Getestet haben wir dies sowohl via USB-C als auch über den HDMI-Eingang.
Unabhängig von der zugespielten Auflösung skalierte der Monitor das Signal stets auf Vollbild. Bei 16:9-Signalen wie 720p oder 1080p ist das unproblematisch, weil das Seitenverhältnis erhalten bleibt. Auflösungen mit abweichendem Seitenverhältnis werden dagegen auf die volle Panel-Breite und -höhe gezogen und dadurch verzerrt dargestellt.
Die Einordnung der Aspect-Ratio-Funktion innerhalb der Farbmodi wirkt zudem ungewöhnlich, da das Seitenverhältnis eigentlich eine signal- bzw. darstellungsbezogene Einstellung ist und nicht unmittelbar mit Farbraum, Gamma oder Kalibrierung zusammenhängt. Praktisch steht am getesteten USB-C-Eingang damit keine nutzbare Seitenskalierung zur Verfügung.
| Signal | Verzerrungsfreie, maximal flächenfüllende Wiedergabe | Unskalierte Wiedergabe |
| SD (480p) | Nein | Nein |
| SD (576p) | Nein | Nein |
| HD (720p) | Ja | Nein |
| HD (1080p) | Ja | Nein |
| UHD (4K) | Nein | Nein |
| PC (5:4) | Nein | Nein |
| PC (4:3) | Nein | Nein |
| PC (16:10) | Nein | Nein |
| PC (16:9) | Ja | Nur nativ |
Ultra-HD- bzw. 4K-Signale konnten dem ViewSonic VP2766-2K am getesteten USB-C-Eingang nicht zugespielt werden. Eine Herunterskalierung von 3840 × 2160 auf die native QHD-Auflösung findet daher nicht statt.
Für den klassischen PC-Betrieb in nativer QHD-Auflösung ist dieses Verhalten unproblematisch. Auch 16:9-Signale wie 720p und 1080p werden verzerrungsfrei auf Vollbild skaliert. Kritisch wird es jedoch bei Zuspielungen mit abweichendem Seitenverhältnis: Da die im OSD aufgeführten Aspect-Ratio-Optionen am getesteten USB-C-Eingang nicht nutzbar waren, werden auch 4:3-, 5:4- oder 16:10-Signale auf die gesamte Panel-Breite und -höhe gezogen. Für ältere PC-Auflösungen oder externe Zuspieler ist das ein klarer Nachteil.
Farbwiedergabe
Bei Monitoren für den Grafikbereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB- und Adobe-RGB-Modus. Anschließend wird der Proband mit Quato iColor Display kalibriert. Sofern der Bildschirm eine vollwertige Hardware-Kalibrierung besitzt, wird stattdessen diese in Verbindung mit der Hersteller-Software verwendet.
Farbraumvergleich in CIELAB (D50)
Die folgenden Darstellungen basieren auf den farbmetrischen Daten nach der Kalibrierung. Das Bezugsweiß für die Aufbereitung in CIELAB ist D50, adaptiert mit Bradford.
Weißes Volumen: Bildschirmfarbraum
Schwarzes Volumen: Referenzfarbraum
Buntes Volumen: Schnittmenge
Vergleichsziel: sRGB
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung zunächst nach der Hardware-Kalibrierung auf den nativen Farbraum im Vergleich mit unterschiedlichen Arbeitsfarbräumen:
Der ViewSonic VP2766-2K ist klar auf sRGB-orientierte Workflows ausgelegt. Der sRGB-Farbraum wird nach der Kalibrierung praktisch vollständig abgedeckt. Für Web, Office, Layout und klassische Bildbearbeitung im sRGB-Workflow ist das eine passende Ausrichtung. Ein Wide-Gamut-Monitor ist der Proband dagegen nicht. Adobe RGB, ECI-RGB v2 und DCI-P3 werden nur teilweise abgedeckt und eignen sich daher nicht als primäre Arbeitsfarbräume für farbverbindliche Wide-Gamut-Anwendungen.
Der ViewSonic VP2766-2K besitzt ab Werk auch ein Preset für den sRGB-Farbraum. Ziel der Presets sollte es sein, den nativen Farbraum möglichst genau auf den Zielfarbraum zu begrenzen, sodass man auch außerhalb von Farbmanagement-fähigen Anwendungen ein verlässliches Ergebnis erhält.
Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung unkalibriert im sRGB-Modus:
Der sRGB-Modus beschneidet den nativen Farbraum sehr akkurat auf den Zielfarbraum. Die Abdeckung liegt hier mit 96 % zwar etwas unter den Möglichkeiten, dafür werden Überdeckungen praktisch vollständig vermieden.
Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse für den sRGB-Werksmodus und nach Hardware-Kalibrierung mit Colorbration+ im nativen Farbraum zusammen:
| Farbraum | Hersteller-Angabe | Abdeckung im Werks-Preset | Abdeckung nach Kalibrierung |
| sRGB | 100 % | 96 % | 99 % |
| Adobe RGB | 81 % | – | 81 % |
| ECI-RGB v2 | k. A. | – | 73 % |
| DCI-P3 RGB | 81 % | – | 84 % |
| ISO Coated v2 (FOGRA39L) | k. A. | – | 95 % |


















