Profilvalidierung
Die Profilvalidierung zeigt, wie gut der tatsächliche Zustand des Monitors nach der Kalibrierung durch das erstellte ICC-Profil beschrieben wird und wie präzise das Gesamtsystem daraus reproduzierbare Farben ableiten kann. Bei einer Software-Kalibrierung gehört dazu nicht nur der Gerätezustand des Monitors selbst, sondern auch die Korrektur über die Grafikkarten-LUT, insbesondere bei Graubalance, Weißpunkt und Gradation. Die Profilvalidierung prüft damit das Zusammenspiel aus Monitorzustand, LUT-Korrektur und Profilbeschreibung.

Der ViewSonic VP2766-2K zeigt keine auffälligen Drifts oder unschöne Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrierungsziele wurden erreicht. Die Graubalance ist sehr gut, die Farbwerte sind gut. Eindeutig negativ fällt allerdings der Gamma-Verlauf auf, der nicht linear verläuft wie vorgegeben.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Bei dieser Messung wird nicht der native Monitorfarbraum direkt mit sRGB verglichen. Stattdessen berücksichtigt unser CMM sowohl den sRGB-Arbeitsfarbraum als auch das erzeugte Monitorprofil und führt auf dieser Basis eine Farbraumtransformation mit relativ farbmetrischem Rendering-Intent durch. Geprüft wird damit, wie präzise der kalibrierte und profilierte ViewSonic VP2766-2K sRGB-Inhalte in einem Farbmanagement-fähigen Workflow wiedergibt.
Die Messung basiert auf der zuvor beschriebenen Hardware-Kalibrierung mit aktivierter „Uniformity Correction“ und 7-×-3-Messfeldmatrix. Der Weißpunkt liegt mit 6511 K praktisch auf dem Zielniveau. Die durchschnittliche Gradation bleibt mit 2,12 dagegen merklich unter der Vorgabe. Auch der Verlauf ist nicht korrekt an die Normkurve angepasst; besonders in den unteren und mittleren Tonwerten wird die Zielvorgabe nicht exakt getroffen.
Die Graubalance zeigt bei den durchschnittlichen Abweichungen ein sehr gutes Ergebnis. Die erhöhte Range verhindert jedoch eine insgesamt sehr gute Wertung (Delta-C-Average: 0,39; Delta-C-Range: 1,44). Die Farbabweichungen liegen ebenfalls auf einem guten und überzeugenden, aber nicht sehr guten Niveau (Delta-E-2000-Average: 1,11; Maximum: 2,40). Auffälligere Abweichungen zeigen sich vor allem bei einzelnen Rot-, Orange- und Blautönen, bleiben jedoch insgesamt unkritisch.
Für einen sRGB-orientierten Workflow liefert der ViewSonic VP2766-2K nach der Hardware-Kalibrierung damit eine recht zuverlässige Farbwiedergabe. In Verbindung mit der verbesserten Flächenhomogenität durch die 7-×-3-Uniformity-Correction ist dieser Betriebszustand aus unserer Sicht der beste Kompromiss für eine farbkritische Bildbearbeitung: sehr gute sRGB-Abdeckung, gute Farbabweichungen, gute Graubalance und weiterhin ausreichender Kontrast.
Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Reaktionsverhalten
Das Reaktionsverhalten haben wir in nativer Auflösung bei 120 Hz am HDMI-Eingang untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.
Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist im OSD unter „Setup-Menu → Ansprechzeit“ zu finden. Hier gibt es die Stellungen „Standard“, „Erweitert“ und „Ultraschnell“. Ab Werk ist „Standard“ voreingestellt. In den Spezifikationen wird eine typische Reaktionszeit von 5 ms (GtG) genannt.
Messverfahren: Anfängliche Reaktionszeit („initial response time“), Gamma-Korrektur (RGB-5-Toleranz) und RGB-Überschwinger. Als Sync-Technologie kommt VRR („Variable Refresh Rate“) zum Einsatz.
Wir haben alle Overdrive-Stufen getestet. Die ViewSonic-Ingenieure stimmten die einzelnen Stufen aber so dezent ab, dass man bedenkenlos die höchste Stufe wählen kann. Hier sind die Reaktionszeiten am schnellsten, ohne Überschwinger zu produzieren.
120 Hz
Overdrive „Ultraschnell“
Wir haben den Schwarz-Weiß-Wechsel (0–255) mit 9,6 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 3,9 ms gemessen. Der Mittelwert über alle Messpunkte liegt bei 12,3 ms. Damit werden die vom Hersteller genannten 5 ms (GtG) sogar unterboten – wenn auch nur bei einzelnen Messungen. Zwar sehen ultraschnelle Schaltzeiten anders aus, für einen Monitor, der für die Bildbearbeitung und den Kreativeinsatz konzipiert wurde, sind die Werte jedoch praxistauglich.
Überschwinger sind praktisch keine zu beobachten. Die Abstimmung ist sehr neutral. Das Schaltzeiten-Diagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren und wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert.
Latenzzeit
Die Latenzzeit (auch Input-Lag genannt) eines Monitors ist insbesondere beim Spielen ein wichtiger Faktor, da sie beeinflusst, wie schnell Eingaben (z. B. Mausbewegungen oder Tastenklicks) auf dem Bildschirm angezeigt werden. Ein Wert von unter 5 ms kann als sehr gut angesehen werden und ist ideal für professionelle Gamer und E-Sportler, da sie schnelle Reaktionen erfordern. 5 bis 10 ms eignen sich noch für ambitionierte Spieler und Videobearbeiter. Als durchschnittlich sind 10 bis 25 ms anzusehen, was für die meisten Nutzer ausreichend für alltägliche Aufgaben ist. Werte über 25 ms können bei schnellen Bewegungen zu Verzögerungen führen und sind für anspruchsvolle Anwendungen nicht mehr empfehlenswert.
Wir haben die Latenzzeit in der nativen Auflösung (2560 × 1440) bei 120, 100 und 60 Hz am HDMI-Eingang gemessen.
Gaming
Der ViewSonic VP2766-2K ist ein für die Bildbearbeitung konzipierter Monitor mit Fokus auf Farbgenauigkeit. Obwohl Overdrive und VRR vorhanden sind, ist der Bildschirm definitiv nicht zum Spielen gedacht.
Unter Blur Busters haben wir einige Tests durchgeführt, um Aussagen über das Auftreten von Ghosting- oder Korona-Effekten treffen zu können. Die Bewegungsschärfe der UFOs ist bei 60 Hz sehr unscharf. Zwar verbessert sie sich bei 100 und 120 Hz, aber scharf sieht anders aus. In der Praxis sind Ghosting-Effekte in allen Overdrive-Stufen auszumachen, allerdings abhängig von der jeweiligen Stufe und der Bildwiederholfrequenz. Ghosting ist ein Artefakt der Nachlaufbewegung. Es wird durch asymmetrische Pixelübergänge verursacht: Übergänge zwischen zwei Farben können in einer Richtung schneller sein als in der anderen.
Dank der neutralen Abstimmung treten Korona-Effekte in keiner der drei Overdrive-Stufen auf. Koronas sind Nachzieheffekte, die durch die Beschleunigung der Reaktionszeit (Overdrive) verursacht werden. Die Pixel können über ihren endgültigen Farbwert hinausschießen, bevor sie zurückspringen. Dies führt zu einem hellen, inversen Geisterbild.
Der ViewSonic VP2766-2K ist weder zum Spielen gedacht noch geeignet.












