Test Acer B248Y: Business-Monitor mit Allround-Qualitäten
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Bildhomogenität

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Die Helligkeitsverteilung ist mit einem Durchschnittswert von 6,6 % und einem Maximalwert von 15,8 % sehr ordentlich. Richtig gut wird es dann bei der Farbhomogenität. Die liegt auf einem Niveau, das wir sonst nur bei Grafikmonitoren finden. Die Maximalabweichung in der Ecke rechts oben beträgt nur 0,99 Delta C.

Der subjektive Eindruck wird oft durch beide Werte beeinflusst und ist hier so gut, dass wir auch bei der Helligkeitsverteilung zur besseren Wertung tendieren.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des Acer B248Y
Coating des Acer B248Y
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der Acer B248Y besitzt eine matte Oberfläche mit sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Das Foto zeigt den Bildschirm des Acer B248Y bei horizontalen Blickwinkeln von ±60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Horizontale und vertikale Blickwinkel vom IPS-Panel des Acer B248Y
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Die Blickwinkelneutralität ist bei IPS-Panels üblicherweise sehr gut. Während wir in letzter Zeit recht häufig Displays im Test hatten, die entweder in der Horizontalen oder in der Vertikalen eine doch deutliche Abkühlung der Farbtemperatur zeigten, ist das beim Acer B248Y nicht der Fall. In der Horizontalen wird die Farbtemperatur vielleicht einen Tick wärmer, das ist aber nur sehr subtil.

Wahrnehmbar sind vor allem der Helligkeits- und Kontrastverlust bei extremeren Blickwinkeln. Allerdings gehen dabei beim Acer B248Y bereits ab horizontalen Winkeln von ca. 45° schon ein paar Details in dunklen Bereichen verloren. Bei unserer Graustufengrafik sind es drei bis vier Stufen. Das können andere IPS-Panels besser. Die Farben und die Farbsättigungen bleiben aber auf jeden Fall völlig stabil.

Interpolation

Einen Regler zur generellen Nachschärfung des Bildes haben wir im OSD nicht gefunden. Ein Nachschärfen der Anzeige ist aus unserer Sicht bei digitalen Eingangssignalen aber ohnehin nicht sinnvoll.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1280 x 720 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfe-Eindruck. Farbsäume treten nicht auf.
In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

Wirklich überzeugen kann der Acer B248Y in dieser Disziplin aber dennoch nicht. Die Skalierungsoptionen des Gerätes finden sich etwas versteckt bei den Systemeinstellungen. Sie sind zwar recht umfangreich, immerhin soll das Seitenverhältnis zumindest laut Handbuch auf „Aspect“ (seitengerecht), „Full“ (Vollbild), „1:1“ oder „21:9“ eingestellt werden können. Via DisplayPort blieb der Regler jedoch stets ausgegraut und damit auf „Full“ stehen. Eine andere Einstellung war nicht möglich. Bei Verwendung einer HDMI-Quelle ändert sich daran leider auch nichts.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Proband mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1Display Pro und das Spektrofotometer X-Rite i1Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Der Acer B248Y besitzt im OSD auch eine Möglichkeit, den Farbraum einzustellen. Das ist für einen Büromonitor ungewöhnlich. Die Sinnhaftigkeit dieses Reglers ist allerdings fraglich, da eine Veränderung in den meisten Fällen einfach zu einem Wechsel des Bildmodus führt (zum Beispiel „sRGB“ oder „Rec.709“), während man bei anderen Wahlmöglichkeiten (etwa „EBU“) im gewählten Bildmodus „Standard“ verbleibt. Das verwirrt mehr, als es nützlich ist.

Bei der Farbraumabdeckung bezieht sich die Herstellerangabe nur auf NTSC und verspricht einen Wert von 72 %. Die nachfolgenden Grafiken zeigen die Farbraumabdeckung im Standardmodus (Farbraum „Allgemein“) nach der Kalibrierung:

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

In der ersten Grafik sieht man an der schwarzen Netzspitze gut, wo es bei der Farbraumabdeckung von sRGB noch fehlt. Die Überstände beim weißen Netz zeigen andererseits auch eine deutliche Überdeckung an anderer Stelle.

In Farbmanagement-fähigen Anwendungen ist eine Überdeckung kein großes Problem, da sie in der Anwendung korrigiert wird. Außerhalb solcher Software werden an den Farbraumgrenzen aber ggfls. falsche oder zumindest zu stark gesättigte Farben dargestellt.

Ein „echter“ sRGB-Modus, der den nativen Farbraum auch tatsächlich einschränkt, kann da Abhilfe schaffen. Auch der Acer B248Y besitzt einen „echten“ sRGB-Modus. Die Unterdeckung fällt hier etwas größer aus. Die Überdeckung wird dafür praktisch vollständig entfernt.

Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Modus, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Modus, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Modus, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums im sRGB-Modus, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Software-Kalibration mit Quato iColor Display zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 89 % 93 %
Adobe RGB 73 %
ECI-RGB v2 67 %
DCI-P3 RGB 72 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 94 %

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