Test Acer CP3271KP: Grafik-Monitor auch für Gamer
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Overdrive 60 Hz

60 Hz, Overdrive „Aus“

Diagramm: Mäßige Schaltzeiten
Mäßige Schaltzeiten
Diagramm: Einwandfreier Helligkeitsverlauf
Einwandfreier Helligkeitsverlauf

Bei deaktiviertem Overdrive und 60 Hz liegt der Acer CP3271KP Schaltzeiten-technisch gegenüber anderen Monitoren etwa im Mittelfeld. Analog dazu wird ein qualitativ hochwertiges Bild geliefert, wie die Helligkeitsverlaufsgrafik zeigt.

60 Hz, Overdrive „Normal“

Diagramm: Effektive Kürzung der Schaltzeiten
Effektive Kürzung der Schaltzeiten
Diagramm: Kaum messbare Überschwinger
Kaum messbare Überschwinger

Bei mittlerem Overdrive werden die Schaltzeiten effektiv gekürzt. Mit 11,2 ms für den Schwarz-Weiß-Wechsel, 6,8 ms für den schnellsten Grauwechsel, 11,3 ms als Mittelwert aus 15 Messpunkten und 8 ms für den CtC-Wert gehört der Proband zu den schnelleren Displays.

Der Helligkeitsverlauf zeigt hier kaum messbare Überschwinger, die das Bild in puncto Qualität nicht beeinträchtigen werden.

60 Hz, Overdrive „Extrem“

Diagramm: Erneut drastische Kürzung der Schaltzeiten
Erneut drastische Kürzung der Schaltzeiten
Diagramm: Deutliche Überschwinger sind erkennbar
Deutliche Überschwinger sind erkennbar

Bei maximalem Overdrive werden die Schaltzeiten beim Grauwechsel und beim immens wichtigen CtC-Wert erneut stark verkürzt. Das geht allerdings zulasten der Bildqualität, wie in der Helligkeitsverlaufsgrafik zu sehen ist. Ob sich dieser Qualitätsverlust stark negativ auf das Gameplay niederschlägt, wird im Teil „Subjektive Beurteilung“ erläutert.

Overdrive 120 Hz

120 Hz, Overdrive „Aus“

Diagramm: Stark verkürzte Verzögerung gegenüber 60 Hz
Stark verkürzte Verzögerung gegenüber 60 Hz
Diagramm: Tadelloser Helligkeitsverlauf
Tadelloser Helligkeitsverlauf

Bei 120 Hz und deaktiviertem Overdrive werden nahezu identische Schaltzeiten gegenüber der Aktualisierungsrate von 60 Hz erreicht. Auffallend hingegen ist die stark verkürzte Verzögerung von nur 1 ms, die ideal für schnelle Shooter ist. Der Helligkeitsverlauf zeigt ein sehr sauberes Signal.

120 Hz, Overdrive „Normal“

Diagramm: Erneut ähnliche Schaltzeiten wie bei 60 Hz
Erneut ähnliche Schaltzeiten wie bei 60 Hz
Diagramm: Signal wie mit der Schablone gezeichnet
Signal wie mit der Schablone gezeichnet

Bei mittlerem Overdrive zeigt der Acer CP3271KP erneut ähnliche Schaltzeiten wie bei 60 Hz und fällt beim CtC-Wert mit 12,4 ms sogar etwas ab. Mit diesen Resultaten kann sich der Proband gegenüber anderen Gaming-Displays zwar nicht durchsetzen, weiß dafür aber bei der Latenz zu gefallen, die vielen Spielern viel wichtiger ist. Auch hier wird ein qualitativ hochwertiges Bild geliefert.

120 Hz, Overdrive „Extrem“

Diagramm: Gute Schaltzeiten bei geringer Latenz
Gute Schaltzeiten bei geringer Latenz
Diagramm: Minimale Überschwinger
Minimale Überschwinger

Auch bei maximalem Overdrive kann das Display Schaltzeiten-technisch und trotz enormen Geschwindigkeitsschubs nicht bei den Supersportlern mithalten. Es sollte allerdings beachtet werden, dass die Ingenieure bei der maximalen Ansteuerung mit Bedacht gehandelt haben und nahezu keine Überschwinger entstehen, was bei vielen seiner Kontrahenten nicht der Fall ist. Der CtC-Wert mit 4,8 ms ist zudem kurz genug, um eine ausreichende Schärfe bei bewegten Bildern zu erhalten.

Wir empfehlen, den Acer CP3271KP mit 120 Hz bei nativer Auflösung oder mit 144 Hz bei einer Auflösung von 2560 x 1440 Bildpunkten zu betreiben. Letztere Möglichkeit bietet einige Vorteile, die im Abschnitt „Subjektive Beurteilung“ noch erklärt werden.

Netzdiagramme

Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Aus“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Aus“
Netzdiagramm 120 Hz, Overdrive „Aus“
Netzdiagramm 120 Hz, Overdrive „Aus“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Normal“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Normal“
Netzdiagramm 120 Hz, Overdrive „Normal“
Netzdiagramm 120 Hz, Overdrive „Normal“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Extrem“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Extrem“
Netzdiagramm 120 Hz, Overdrive „Extrem“
Netzdiagramm 120 Hz, Overdrive „Extrem“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Der Acer CP3271KP zeigt hier mit einer sehr schnellen Verzögerung von nur 1 ms und einer ebenfalls schnellen mittleren Bildwechselzeit von 4,1 ms eine exzellente Gesamtlatenz von nur 5,1 ms. Damit ist das Gerät besonders für schnelle Shooter geeignet.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des Acer CP3271KP arbeitet mit White-LED und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre.

Daigramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Eigentlich wird der Acer CP3271KP als Monitor für Kreative und nicht als Gaming-Display geführt. Aufgrund der hohen nativen Aktualisierungsrate von 120 Hz respektive übertakteten 144 Hz liegt es aber nahe, den Monitor auch für den Spielbetrieb zu nutzen. Hierfür haben wir mit verschieden kleine Sichttest durchgeführt, aussagekräftige Filmsequenzen geschaut und eine Zeit lang gespielt. Als Spiel wählten wir „Project CARS 2“. In der Cockpit-Ansicht wird das Bild bei Kurvenfahrten sehr schnell bewegt und offenbart eine mögliche Koronabildung, Tearing und die Trägheit des Panels.

Grundlegendes

Um das volle Potenzial des Monitors abrufen zu können, sollte man sich darüber bewusst sein, dass es notwendig ist, auch über eine ausreichend potente Grafikkarte zu verfügen, um das UHD-Display mit ausreichend Frames zu versorgen. Außerdem muss eine AMD-Grafikkarte ab der Serie RX 400, RX 500, Vega oder Navi verbaut sein, um HDR-Inhalte anzeigen zu können. Auch Grafikkarten von NVIDIA können zum Einsatz kommen, da das Gerät als „G-Sync Compatible“ zertifiziert ist. Hier muss eine Grafikkarte der GeForce-GTX-10- oder -RTX-Serie verbaut sein.

Spielbetrieb 60 Hz

Bereits an Spielekonsolen, die weder FreeSync noch eine erhöhte Aktualisierungsrate erlauben, macht der Acer CP3271KP bei den höchsten Overdrive-Einstellungen eine erstaunlich gute Figur und zeigt Objekte bei 60 Hz weniger verschmiert als so manches Gaming-Display. Auch das Nachleuchten von Objekten hält sich trotz des Peaks der Helligkeitsverlaufsgrafik so in Grenzen, dass das Gameplay nicht sonderlich beeinträchtigt wird.

10 KOMMENTARE

  1. Hallo,
    der Monitor sieht wirklich interessant aus. Ich suche schon seit einer Weile einen, der sowohl für Gaming als auch Bildbearbeitung geeignet ist. EIZO hat ja leider die Foris Reihe eingestellt.
    Der Testbericht liest sich sehr gut, allerdings wurde nun der Monitor von Heise ziemlich verrissen
    https://www.heise.de/tests/Acers-Design-Workstation-ConceptD-500-und-Monitor-ConceptD-CP7271KP-4626223.html?seite=2 (sorry, paywall)
    Dort beschwert man sich über das Raster der LED-Beleuchtung, was man wohl sieht. Das Backlight reagiert wohl sehr träge reagiert (dadurch z.B. sichtbare Mausspur auf dunklem Hintergrund). Die Hintergrundbeleuchtung soll am gesamten Rand durchleuchten und der Monitor hat wohl einen aktiven Lüfter, der permanent an und hörbar ist.
    Das klingt doch eher abschreckend. Ich war erstaunt, dass die Einschätzungen von Prad und Heise so unterschiedlich ausfallen und bin jetzt etwas verunsichert.

    • Hallo Thomas,
      von einem Raster konnte ich nichts sehen. Dieses würde auch bei dem mikroskopischen Blick auf die Paneloberfläche sichtbar sein, wie es z.B. beim ASUS XG49VQ der Fall ist. Auch von einem Lüfter konnte ich nichts hören. Aber vielleicht schaust Du noch einmal auf den Testbericht. Anscheinend hast Du den Testbericht des „CP7271KP“ gelesen. Dies ist der Testbericht des „CP3271KP“ 😉

      Viele Grüße
      Oliver

      • Hallo Oliver,
        Danke für die Antwort. Du hast recht, es ist gar nicht dasselbe Modell, das sehe ich erst jetzt (aber der Holzfuß ist gleich, ha). Das könnte natürlich Unterschiede erklären. Gut zu wissen, dass es beim CP3271KP keine nervigen Lüftergeräusche gibt. Dann schaue ich mir das Modell noch mal näher an

        Viele Grüße,
        Thomas

  2. Vielen Dank für den Test. Blöde Frage allerdings, wieso wird der hier nur mit „Gut“ bewertet und der Acer xv273kp bekommt bei gleicher Note / Panel etc. ein „Sehr gut“?

    • Ich glaube, hier wird nur auf das geantwortet, auf was Prad antworten möchte :D. Habe auch schon hin und wieder Fragen gestellt, die nie beantwortet wurden. Ich würde mich auf keine Antwort einstellen ;-).

      • Hallo Tom und Marc,
        sorry für die späte Antwort. Natürlich beantworten wir Fragen 😉 hin und wieder vielleicht mal etwas später. Die Entscheidungsfindung liegt nicht nur in den erreichten Punkten, sondern wird auch an Dingen festgemacht, die zunächst nicht so offensichtlich erscheinen.

        Dieses Display wird explizit als Grafik-/Designmonitor angeboten. Dafür hätte er in diesem Testbereich etwas besser abschneiden müssen, um ein „Sehr gut“ zu erreichen.

        Ich hoffe, dass ich die Frage hiermit beantworten konnte.

        Viele Grüße
        Oliver

  3. hallo. im ersten satz wird die größe imho falsch angegeben:
    „Im Vordergrund des 32 Zoll Displays“…

    in der einleitung ist richtig erwähnt, dass das lc-display 27 zoll groß ist. siehe auch https://gh.de/2201890
    mfg, antje

    • Vielen Dank für den reality-check!
      war wohl selbst zu schlaftrunken als ich mein 1. Kommentar schrieb und habe das trotz Querlesen der Herstellerseite nicht erblickt. Sehr irreführende Produktbezeichnung!

      So bleibt mir doch nur noch bin mindestens Sommer abzuwarten. Macht ja auch nur Sinn, daß die Monitorhersteller ihre Innovationen zurückhalten, bis der leidige Konsument endlich Grafikkarten mit Displayport 2.0 und/oder hdmi 2.1 tatsächlich in der Hand hält. Gibt wohl noch zu viele Lagerbestände mit 60Hz-Ware und nicht genügend Vertrauen in die upgrade-Willigkeit wissender und fordernder Konsumenten.

      Ich könnte sehr gerne JETZT einen Monitor kaufen, den ich erst in 6..12 Monaten erst so richtig ausfahren kann. Was ich aber nicht bereit bin ist für alten Wein in neuen Tüchern (oder wie auch immer der Spruch noch mal richtig ging) vollen Preis zahlen.

      Zumindest zeigen Bildschirme wie dieser, daß die nötigen Komponenten ( low-latency scaler; mit Vernunft gefertigte und nach Farbrein- und Echtheit optimierte „normalo“ panels …) tatsächlich bereits machbar sind (nach ~20 Flachdisplays wird’s jetzt auch mal langsam Zeit!).

      Die Hersteller und ihre Vertriebsstrategen jedoch wollen uns nich geben, was möglich ist, sondern ihre „product-launches“ möglichst gewinnoptimiert timen. Schade eigentlich, daß die „bean-counter“ jetzt überall das Sagen haben!

  4. „Diese enorme Leuchtkraft ist aber nicht ganz unproblematisch, da sich der Bildschirm nur auf hohe 143 cd/m² herunterregeln lässt. Das ist für einen Monitor, der für grafische Arbeiten entwickelt wurde, eindeutig zu hell und lässt ein Arbeiten in abgedunkelten Räumen nicht zu.“

    Ich wollte eigentlich schon innerliche Freudensprünge machen, bis ich das gelesen habe.

    uhd/120Hz und sogar ein quasi latenz-neutraler scaler für 1440p und somit auch mit z.B. einer rx5700xt sinnvoll zu betreiben bzw. ich könnte meine vorhandene r9 390 (Hawaii leider nur dp1.2) mal so richtig ausfahren bis „big Navi“ dann endlich verfügbar ist quasi ohne Nachteile und trotzdem korrekte Farben in 2160p wenn ich sie brauche? Have my cake and eat it???

    werden die vielleicht noch ein Modell für Foto-fans mit angepaßtem backlight (ohne hdr-Firlefanz) bringen? Bitteeeee!

    Entschuldigt bitte diesen Kraftausdruck der Begeisterung:
    2160p/120+ Hz … FINALLY !! FUCK YEAH 2020 wird geil!

    ps.: ich hatte die Hoffnung ja schon fast aufgegeben als rennsim-fan und hobby-knipser (mit zu wenig Platz für mehrere high-end „workstations“). Aber 140cd/m^2 ist dann doch knapp 40 zu hoch für schattige Tage und meine Gehversuche im druckreifen Entwickeln, wenn ich nicht dauernd Flutlicht einsetzen möchte.

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