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Test Acer Predator XB323QKNV: 4K-Gaming mit 144 Hz
6/7

32-Zoll-Monitor mit Adaptive Sync und G-Sync-Kompatibilität bietet einen ab Werk gut abgestimmten sRGB-Farbraum und kann Filme mit 24 Hz wiedergeben

Subjektive Beurteilung

Obwohl alle Monitore einen großen Parcours durchlaufen müssen, bei dem hochempfindliche Testgeräte zum Einsatz kommen, gibt es immer wieder Modelle, die Bewegungsartefakte ohne messbaren Overdrive erzeugen. Deswegen setzen wir uns eine Weile hin und schauen Videos, spielen ein wenig und führen kleine Tests durch, die auch die letzten Schwächen des Geräts offenbaren. Spieletechnisch kommt die Rennsimulation „Project CARS 2“ zum Einsatz, die sich bei der Beurteilung von Bildfehlern bereits bewährt hat.

60 Hz an Spielekonsolen

Leider steht uns keine Konsole der neueren Generation zur Verfügung, demnach können wir das Gameplay bei 4K @ 120 Hz nicht testen. Dennoch befinden sich jede Menge ältere Spielekonsolen im Umlauf, die einzig 60 Hz beherrschen. Hier zeigt der Acer XB323QKNV durchaus eine gute Performance bei mittlerem Overdrive – mit relativ wenig Ghosting und Blur. Auf die maximale Overdrive-Stufe sollte komplett verzichtet werden, da das Bild an Fehlern nicht zu übertreffen ist.

Geringe Bildfehler bei mittlerem Overdrive
Geringe Bildfehler bei mittlerem Overdrive
Enorme Bildfehler bei maximalem Overdrive
Enorme Bildfehler bei maximalem Overdrive

Betrieb am PC

Am PC sind die Einschränkungen Geschichte, und man kann die komplette Performance des Acer XB323QKNV ausnutzen. Natürlich wird man das Display nicht mit 60 Hz betreiben, sondern möglichst mit 144 Hz. Aufgrund der hohen Auflösung könnte das aber problematisch werden, sollte eine nicht ganz so leistungsfähige Grafikkarte im System stecken. Doch selbst bei 2560 x 1440 Pixeln sieht man ein sehr ansprechendes Bild, und die Performance legt ordentlich zu. Overdrive-technisch sieht es ähnlich wie an der Konsole bei 60 Hz aus.

Die Stufe „Normal“ ist hier die einzig vernünftige Einstellung, zumal einem die Entscheidung bei aktiviertem Adaptive Sync bereits abgenommen und hier „Normal“ fix eingestellt wird. Bei maximalem Overdrive sind besonders die leuchtend blaue Korona und die enormen Kontrastsprünge bei bewegtem Bild sehr störend und verhindern ein normales Gameplay.

Nahezu fehlerfreies Bild bei Overdrive „Normal“
Nahezu fehlerfreies Bild bei Overdrive „Normal“
Starke Bildfehler bei maximalem Overdrive
Starke Bildfehler bei maximalem Overdrive

Die Unschärfe nimmt bei steigender Aktualisierungsrate stetig ab. Bei 144 Hz ist der Unschärfe-Eindruck auf einem befriedigenden Niveau, kann aber mit den Spitzengeräten nicht wirklich mithalten.

VRB („Visual Response Boost“)

Der Acer XB323QKNV besitzt ein Tool zur Reduzierung der Bewegungsunschärfe: „VRB“ Es lässt sich bei 120 Hz und 144 Hz aktivieren und liegt in den Stufen „Normal“ und „Extrem“ vor. Hier muss man sich allerdings auf eine enorm reduzierte Helligkeit einstellen. Die Einstellung „Normal“ verringert die Luminanz auf 65 cd/m², während die Einstellung „Extrem“ nur noch eine Helligkeit von 32 cd/m² übrig lässt.

Unschärfe-Tool „VRB“ kostet jede Menge Helligkeit
Unschärfe-Tool „VRB“ kostet jede Menge Helligkeit

Zwar wird der Blur gut beseitigt, doch die Qualität der Reduzierung ist nicht besonders gut, wie auf den Bildern zu sehen ist. In der Regel ist die Qualität der Unschärfereduzierung in der Bildmitte am besten, was man bei der Einstellung „Extrem“ nicht behaupten kann. Letztere ist aufgrund der sehr geringen Luminanz allerdings sowieso nicht zu empfehlen. Selbst 65 cd/m² bei der Einstellung „Normal“ sind nur eingeschränkt empfehlenswert, und man möchte das Bild am liebsten heller drehen. So richtig punkten kann der Acer XB323QKNV in dieser Disziplin leider nicht.

Auch die Nachteile des Tools sollten nicht unterschätzt werden, da die pulsierende Hintergrundbeleuchtung die Augen schnell ermüdet und empfindliche Personen bei längerem Gebrauch über Kopfschmerzen klagen.

HDR

Der Proband verfügt über eine offizielle DisplayHDR-400-Zertifizierung des VESA-Konsortiums. Einen erwähnenswerten Mehrwert bietet sie nicht.

Sound

Der Acer XB323QKNV verfügt über zwei Lautsprecher à 4 Watt. Sie strahlen links und rechts unterhalb des Monitors in Richtung Schreibtisch ab. Die Maximallautstärke ist recht hoch, allerdings viel zu bassarm. Ein guter Klang hört sich auf jeden Fall anders an, und daher kommt man nicht um externe Klanggeber herum.

DVD und Video

Für HD-Zuspieler verfügt der Acer XB323QKNV über zwei HDMI-Schnittstellen. Der Ton wird direkt an die Lautsprecher oder, falls belegt, an die Kopfhörerbuchse weitergeleitet. Es gibt zwar keinen dezidierten Kino- oder Filmmodus, doch eignet sich der sRGB-Modus ideal für eine neutrale Darstellung, zumal hier auch die Helligkeit eingestellt werden kann. Wer es etwas bunter mag, zum Beispiel bei Animationsfilmen, kann alternativ auch „DCI-P3“ unter „Farbe -> Farbraum“ wählen.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Zugespieltes Material in Full HD und HD ready wird korrekt erkannt und folgerichtig als Vollbild dargestellt. Auch SD-Material stellt der Acer XB323QKNV mit Balken an den Seiten auf die volle Panel-Höhe richtig dar.

Ob Interlaced-Signale unterstützt werden, geht aus der Standard-Timing-Tabelle im Handbuch nicht hervor. In der Praxis stellen sich Signale bei 1080i aber unproblematisch dar und werden nicht zittrig wiedergegeben. Ein Deinterlacer wurde aber nicht verbaut, da Halbbildfolgen in ungeradem Verhältnis Zeilenflimmern und einen deutlichen Moiré-Effekt hervorrufen.

Kinofreunde dürfen sich über einen 24-Hz-Support freuen, während DVDs bei 50 Hz angezeigt werden.

Overscan

Overscan bietet das Gerät nicht an.

Farbmodelle und Signallevel

Der Acer XB323QKNV verarbeitet an den HDMI-Schnittstellen RGB- und YCbCr-Signale, doch werden letztere falsch interpretiert und mit dem vollen Dynamikumfang bei PC-Level (Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 0–255) angezeigt. So entsteht ein leicht flaues Bild, das weder Schwarz- noch Weißtöne richtig darstellt. Im OSD-Menü existiert unter „System -> HDMI-Schwarzpegel“ zwar die Möglichkeit, „Gering“ oder „Normal“ einzustellen, was aber keinen Effekt erkennen lässt. So ist man letztendlich auf das Zuspielgerät angewiesen.

Oliver Jachmann

... spielt seit seiner Kindheit Rennsimulationen am Computer. Seit 2013 verstärkt er unser Team und schreibt hauptsächlich Testberichte von Gaming-Monitoren. Seinen Ausgleich findet er im Sport und bezeichnet sich selbst als Fitness-Freak.

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