Test Allround-Monitor ViewSonic VX3276-2K-mhd
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Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Mit 17,1 ms liegt diese in einem Bereich, der Profispieler nicht mehr ansprechen wird. Gelegenheitsspieler sollten allerdings keine negativen Effekte spüren können.

Alternative Messung der Latenz

Zur Messung der Bildverzögerung (Input-Lag) von Monitoren gibt es verschiedene Ansätze, weshalb sich nicht nur Testergebnisse und Herstellerangaben unterscheiden, sondern auch die Werte bei verschiedenen Publikationen. Zudem nennen Hersteller selten einen Wert für die Signalverzögerungszeit, und wenn doch, ist in der Regel nicht erkennbar, wie diese Messungen durchgeführt wurden.

PRAD verfolgt nach dem jüngsten Update der Testmethoden derzeit zwei verschiedene Ansätze. Zum einen setzen wir das nur etwas mehr als 100 Euro teure Messgerät von Leo Bodnar ein. Hierbei handelt es sich um ein vollintegriertes Messgerät mit Signalgenerator und Sensor, bei dem der Wert schnell vom Bildschirm abgelesen werden kann. Da die Lag-Zeit von der Messposition auf dem Bildschirm abhängig ist, können Sie alle drei Werte (oben, Mitte, unten) dem Diagramm entnehmen. Als Richtwert für die Latenz sollte der mittlere Wert herangezogen werden.

Diagramm: Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz
Alternative Messung des Lags am HDMI-Eingang 1080p@60 Hz

Für den Anwender sind diese Werte aber mitunter nicht aussagekräftig, da sich in Kombination mit Grafikkarten, Treibern, Chroma-Subsampling sowie der verwendeten Auflösung und Framerate unterschiedliche Lag-Zeiten zugunsten oder zuungunsten des Monitors ergeben können. Zudem können die Messungen mit dem „Leo Bodnar LAG Tester“ nur am HDMI-Eingang bei 1080p@60 Hz durchgeführt werden.

Die von uns angewendete Methode verfolgt daher einen anderen Ansatz. Dort messen wir die Verzögerung zwischen Bild und Ton (Audio-Ausgang der Soundkarte im Vergleich zum Signal des Lichtsensors am Monitor). Dies geschieht in der Regel am DisplayPort unter Einstellung der nativen Auflösung und bei höchster Bildfrequenz in der Bildschirmmitte.

Die real erlebte Bildverzögerung ist deshalb von oben erwähnten Faktoren (und weiteren wie DirectX) abhängig und sollte im Wertebereich zwischen Leo Bodnar und der PRAD-Messmethode liegen.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist der Monitor auch bei reduzierter Helligkeit für längeres ermüdungsfreies Arbeiten geeignet.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Der schnellste Modus erzeugte leider starke Doppelbilder, welche im Standard- und fast identischen Erweitert-Modus nicht vorhanden waren, sodass wir einen dieser beiden Modi für den Dauereinsatz empfehlen. Es muss zudem mit leichten Schlieren gelebt werden, was bei einem 60-Hz-Modell aber keine Besonderheit darstellt. Gelegenheitsspieler werden diese Effekte wahrscheinlich nicht wahrnehmen, und die leicht erhöhte Latenz sollte dieser Zielgruppe ebenfalls keine Sorgen bereiten.

Hardcore-Spielern werden verschiedene Spielmodi angeboten. An sich eine gute Idee, doch bei dem Gerät fast schon überflüssig. Der Monitor besitzt weder 120 oder 144 Hz noch einen FreeSync- oder G-Sync-Modus oder sehr schnelle Reaktionszeiten. Enthusiasten werden daher eher zu einem anderen Gerät greifen und Gelegenheitsspieler selten verschiedene Modi für diverse Spiele nutzen.

Sound

Im OSD des Monitors kann die Lautstärke der beiden Lautsprecher eingestellt und eine Stummschaltung aktiviert werden.

Bei unserem Gerät waren die Lautsprecher unter Windows auswählbar, aber es wurde kein Sound wiedergegeben. Wir haben dies mit einem PC per DisplayPort- und einem Laptop per HDMI-Kabel ausprobiert. Auch der Anschluss eines Blu-ray-Players per HDMI-Kabel konnte das Problem nicht lösen. Bei der Wiedergabe von Filmen von diesem Gerät wurde ebenso kein Sound ausgegeben.

Auswählbar in Windows, aber es wurde kein Sound wiedergegeben
Auswählbar, aber es wurde kein Sound wiedergegeben

Leider konnten wir den Grund für den fehlenden Sound nicht in einer angemessenen Zeit ausmachen und können daher nicht sagen ob die Lautsprecher defekt waren oder es an einem technischen Problem mit dem Betriebssystem lag.

DVD und Video

In diesem Bereich kann der ViewSonic überraschen. Die Skalierungsmöglichkeiten funktionieren bei einem Blu-ray-Player, der per HDMI-Kabel angeschlossen wurde, sodass die getesteten Formate unverzerrt und seitengerecht vergrößert oder als Vollbild dargestellt werden können. Dies war über einen Windows-PC per DisplayPort leider nicht möglich, kann dort aber in der Regel durch die Grafikkarte erzwungen werden.

Die Wiedergabe von 24 Hz ist laut eigener Infoanzeige ebenfalls möglich, und der verbaute HDMI-1.4-Standard ist zudem ausreichend, um die volle WQHD-Auflösung mit 60 Hz darzustellen. Eine Overscan-Einstellung besitzt das Gerät ebenfalls, diese ist aber nicht regulierbar und dürfte in der Praxis daher selten zum Einsatz kommen. Erfreulich sind die Auswahlmöglichkeiten bei den Farbmodellen und dem Signallevel. Gewählt werden kann zwischen RGB und YUV sowie einem vollen oder begrenzten Eingangsbereich.

60 Hz bei WQHD
60 Hz bei WQHD
24 Hz bei Full HD
24 Hz bei Full HD

Der Filmmodus besitzt subjektiv einen höheren Kontrast und auch eine höhere Schärfe, wodurch Inhalte ansprechender wirken können. Wir fanden die Filmwiedergabe im Standardmodus aber neutraler und würden diese daher auch empfehlen.
Getrübt wird der Filmgenuss aber durch die großen Lichthöfe in den Ecken, die bei den typischen schwarzen Balken im oberen und unteren Bereich deutlich auffallen. Grundsätzlich konnte der Monitor in diesem Bereich aber überzeugen.

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