Test ASUS PG27UQ – 4K-HDR-Gaming-Monitor der Superlative

27 Zoll 4K-Gaming-Monitor mit HDR-Support zeigt im Test eine extrem kurze Reaktionszeit und liefert mit einem statischen Kontrast von mehr als 10 000:1 und einer Helligkeit von 820 cd/m² absolute Spitzenwerte

0
8026

Einleitung

Bereits auf der CES 2017 in Las Vegas vorgestellt und seither sehnsüchtig von der Gaming-Community erwartet, kommen jetzt die ersten 4K-UHD-Monitore mit 144 Hz in den Handel. Bisher musste man sich entscheiden: entweder ein Maximum an Schärfe und Details dank 4K-UHD-Auflösung oder eine dreistellige Bildwiederholrate für ein besonders flüssiges Spielerlebnis.

Damit macht der ASUS ROG Swift PG27UQ jetzt Schluss. Laut Hersteller handelt es sich dabei um den ersten Monitor, der 4K-UHD-Inhalte (3840 x 2160) mit einer Bildwiederholfrequenz von 120 Hz (nativ) bzw. 144 Hz (übertaktet), um ambitionierten Gamern detaillierte Ultra-High-Definition-Bilder bei extrem hohen Bildraten zu bieten. Spieler werden laut ASUS so mit unübertroffenen Detailstufen, scharfen Bildern und knackigem Text versorgt.

Doch das ist längst noch nicht alles. Dank Quantum-Dot-Technologie verfügt das Gerät auch über einen enorm großen Farbraum und soll die Farbräume sRGB, Adobe RGB und DCI-P3 fast vollständig abdecken. Wer jetzt auch an HDR denkt, hofft richtig. Der ASUS ROG Swift PG27UQ soll mit 600 cd/m² bereits eine enorm hohe Maximalhelligkeit über die ganze Fläche erreichen, und in der Spitze sind es sogar 1000 cd/m².

ASUS setzt dazu im PG27UQ NVIDIAs G-Sync-HDR-Technologie ein, die ebenfalls auf der CES 2017 zum ersten Mal vorgestellt wurde. G-Sync an sich ist nicht neu und soll ähnlich wie AMDs FreeSync-Technologie durch dynamische Bildwiederholraten für flüssigere Bewegungsabläufe sorgen. G-Sync HDR sorgt aber ferner für eine extrem hohe Helligkeit, die um ein Vielfaches größer ist als bei Standardmonitoren. Die LED-Hintergrundbeleuchtung wird dabei dynamisch über 384 Zonen gesteuert. Das ermöglicht eine HDR-taugliche Spitzenhelligkeit bei gleichzeitig sehr hohem Kontrast zu dunklen Bildinhalten.

ASUS PG27UQ Gaming-Monitor der Superlative

Video abspielen: Das Video wird von YouTube eingebettet. Es gelten die Datenschutzerklärungen von Google

Hands on Video zum ASUS ROG Swift PG27UQ

Allerdings sorgt das zusätzliche Tonemapping seitens des Monitors bei der HDR-Wiedergabe normalerweise auch für einen erhöhten Lag – ein unter Gaming-Gesichtspunkten natürlich absolut unerwünschter Effekt. Beim ASUS ROG Swift PG27UQ soll NVIDIAs G-Sync-HDR- Technologie aber auch in diesem Punkt Abhilfe schaffen.

Wie wir im Testverlauf sehen werden, hat das Ganze seinen Preis. Am offensichtlichsten ist zunächst der monetäre beim Kauf. Zum Zeitpunkt der Testerstellung musste man als Early Adopter für dieses High-End-Gerät stolze 2.500 EUR berappen.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im ASUS PG27UQ Datenblatt.

Lieferumfang

Immerhin fällt der Preisklasse angemessen auch der Lieferumfang großzügig aus. Neben dem obligatorischen Netzteil sind hochwertige Kabel für DP, HDMI und USB-3.0-Hub enthalten. Im Hintergrund sieht man eine spezielle Abdeckung für die Anschlüsse.

Um das schlechte Gewissen nach dem geplünderten Bankkonto wieder zu beruhigen, wird man mit einer edlen Karte in der Elite der Republic-of-Gamers-Community willkommen geheißen.

Lieferumfang des Asus PG27UQ
Lieferumfang

Handbuch, Treiber und ein Standard-Farbprofil findet man auf der CD. Damit wird der ASUS PG27UQ auch in dem Gerätemanager und der Farbverwaltung namentlich richtig erkannt. So weit, so gut. Auf das Handbuch kommen wir später noch einmal im Zusammenhang mit der Bedienung zurück.

Optik und Mechanik

Die Montage des ASUS ROG Swift PG27UQ ist kinderleicht. Das Standbein ist bereits vormontiert und liegt um 90° gewinkelt zusammen mit dem Display im Karton. Das Standbein wird nur noch aufgesteckt und mit einer Flügelschraube werkzeugfrei montiert. Zum Schluss wird eine Kunststoffabdeckung aufgesteckt. Diese enthält austauschbare Kunststoffscheiben, mit denen sich das ROG-Licht-in-Bewegung-Signal anpassen lässt.

Montage-Ablauf schematisch (Screenshot aus dem Handbuch zum Monitor)
Montage-Ablauf schematisch (Screenshot Handbuch ASUS)

Die folgenden Abbildungen zeigen die Montage noch einmal mit echten Fotos. Nicht, weil die Montage besonders kompliziert ist, sondern um ein paar weitere Details zu zeigen.

Im ersten Foto sieht man den im Standbein eingelassenen „LED-Beam“ für die Projektion des ROG-Licht-in-Bewegung-Signals. Zur Befestigung des Standfußes genügt eigentlich das Festschrauben mit einer Flügelschraube (Abb. 2). Bei unserem Testgerät mussten aber noch zusätzlich drei Schrauben angebracht werden (Abb. 3). Die erforderlichen Schrauben lagen zusammen mit vier Schrauben für die Wandmontage in einer kleinen Plastiktüte im Lieferumfang.

Standbein des PG27UQ mit LED-Beam
Standbein mit LED-Beam
Fixierung des Fußes mit Flügelschraube
Fixierung mit Flügelschraube
Vorsicht, falls hier Schrauben fehlen!
Vorsicht, falls hier Schrauben fehlen!
Einsatz der Abdeckung am Fuß
Einsatz der Abdeckung

Ob die Schrauben versehentlich in einer anderen Redaktion entfernt wurden oder das Gerät ab Werk so geliefert wird, können wir nicht sagen. Im Handbuch ist das jedenfalls nirgendwo erwähnt und kann auf den ersten Blick leicht übersehen werden. Fehlen die drei Schrauben, mag das Standbein zunächst noch stabil wirken. Die drei „Stelzen“ des Standbeins sind dann aber nicht wirklich fixiert und können sich lösen. Bei einem Gerät für 2.500 EUR ein teurer Spaß.

Einsatz der Kunststoffscheibe zur Anpassung der Projektion
Einsatz der Kunststoffscheibe zur Anpassung der Projektion

Wer bereits andere Monitore aus der ROG-Serie von ASUS kennt, für den mag das Design zwar nicht völlig neu sein. Zumindest hat ASUS es beim PG27UQ noch weiter perfektioniert und mit einigen technischen Raffinessen versehen. Ein echter Hingucker ist der PG27UQ auf jeden Fall.

Von vorn betrachtet mag der breite Rahmen des Displays zwar nicht so ganz mit den Ultra-Slim-Design-Geräten mithalten können. Das fällt jedoch nicht weiter ins Gewicht. Denn mal ehrlich: Wie oft denkt man beim Spielen über den Rahmen nach?

Ansicht des Monitors von vorn in der höchsten Stellung
Ansicht vorn in der höchsten Stellung
Ansicht des Monitors von hinten in der höchsten Stellung
Ansicht hinten in der höchsten Stellung

Das anthrazitfarbene Gehäuse besteht aus hochwertig wirkendem Kunststoff. Die rechte Hälfte der diagonalen Teilung (von hinten gesehen) ist leicht angeraut und mit einem an die Transformer-Serie erinnernden Muster versehen. Die linke Hälfte führt die Diagonale mit einer Riffelung fort.

Ansicht des Monitors von vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung
Ansicht des Monitors von hinten in der niedrigsten Stellung
Ansicht hinten in der niedrigsten Stellung

Die graue Ummantelung des Standbeins ist ebenfalls komplett aus Kunststoff mit einem Hauch von Braun im Farbton. Auch unten im Standfuß ist äußerlich lediglich in den drei „Stelzen“ tatsächlich Metall bzw. Aluminium zu finden. Insgesamt ist die Konstruktion daher nicht ganz so robust, wie sie es optisch vorgibt.

Mit 9,2 kg ist das Gerät kein Leichtgewicht und der Transport von einem Raum in den nächsten noch schwieriger, als man vermuten würde. Packt man am sehr dicken und damit schlecht zu greifenden Standbein beherzt zu, muss man angesichts der knackenden Geräusche des Kunststoffs befürchten, dass etwas zu Bruch geht. Unterstützt man mit einer Hand unten an den Stelzen des Standfußes, ist das auch nicht gerade angenehm.

So sehr uns das Design gefällt, am Ende ist es doch eher auf Effekthascherei statt Langlebigkeit ausgelegt.
Die Ergonomiefunktionen sind zwar nicht übermäßig üppig ausgelegt, aber dafür ansonsten vollumfänglich und auch recht leichtgängig einzustellen.

Ergonomiefunktionen in der Übersicht (Screenshot Handbuch ASUS)
Ergonomiefunktionen in der Übersicht (Screenshot Handbuch ASUS)

Lediglich beim Drehen mit einer Hand muss man etwas aufpassen, da sich sonst evtl. das ganze Gerät auf dem Tisch verschiebt, anstatt sich nur im Gelenk zu drehen.

Ansicht Display Drehung nach links
Ansicht Drehung nach links
Ansicht Drehung Display nach rechts
Ansicht Drehung nach rechts

Die Höhenverstellung ist dafür sehr gut austariert. Der Neigungswinkel von 20° dürfte den meisten ausreichen. Für Spieler eher weniger interessant: Der Vollständigkeit halber ist auch eine Pivot-Funktion für den Schwenk in das Hochformat vorhanden.

Ansicht seitlich des Asus PG27UQ
Ansicht seitlich
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
Ansicht seitlich mit maximalem Neigungswinkel nach hinten
Ansicht Pivot von hinten
Ansicht Pivot von hinten
Ansicht Pivot seitlich mit Blick auf die Anschlüsse
Ansicht Pivot seitlich mit Blick auf die Anschlüsse

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen