Test AOC AG273QCG – extrem schnell ganz ohne Lag
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Reaktionsverhalten

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 1 ms (GtG) genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden und unter „Spieleinstellung -> Übersteuerung“ zu finden. Hier gibt es die Stellungen „Aus“, „Stark“, „Mittel“ und „Schwach“. Als Standardwert ist „Mittel“ voreingestellt.

60 Hz, Übersteuerung „Aus“

Diagramm: Ordentliche Schaltzeiten bei deaktiviertem Overdrive
Ordentliche Schaltzeiten bei deaktiviertem Overdrive
Diagramm: Helligkeitsverlauf ohne Auffälligkeiten
Helligkeitsverlauf ohne Auffälligkeiten

Bereits bei deaktiviertem Overdrive und 60 Hz kann das Display bei den Schaltzeiten überzeugen. Mit 8,8 ms und 8,2 ms für Schwarz-Weiß-Wechsel und den schnellsten Grauwechsel, 14,8 ms als Durchschnittswert an 15 Messpunkten und 10 ms für den CtC-Wert erzielt der AOC AG273QCG bereits jetzt akzeptable Werte. Auch der Helligkeitsverlauf ist unauffällig.

60 Hz, Übersteuerung „Mittel“

Diagramm: Im Durchschnitt werden die Schaltzeiten halbiert
Im Durchschnitt werden die Schaltzeiten halbiert
Diagramm: Blitzsauberes Signal
Blitzsauberes Signal

Bei mittlerem Overdrive können die Schaltzeiten im Durchschnitt halbiert werden. So kann der AOC sein Ranking im oberen Bereich gegenüber anderen Displays behaupten. Der Helligkeitsverlauf zeigt auch hier ein sauberes Signal.

60 Hz, Übersteuerung „Stark“

Diagramm: Erneute Reduzierung der Schaltzeiten mit Topwerten
Erneute Reduzierung der Schaltzeiten mit Topwerten
Diagramm: Trotz höchsten Overdrives ein nahezu sauberes Signal
Trotz höchsten Overdrives ein nahezu sauberes Signal

Bei maximalem Overdrive und 60 Hz können die Schaltzeiten erneut gekürzt und beim CtC-Wert mit 2,8 ms sogar halbiert werden. Auch hier landet das Display Schaltzeiten-technisch wieder in der Spitzengruppe. Schön daran ist, dass die Schaltzeiten nicht über die Bildqualität erkauft werden, wie das bei vielen Monitoren der Fall ist. Der Helligkeitsverlauf zeigt sich nur wenig auffällig.

165 Hz, Übersteuerung „Aus“

Diagramm: Etwas schnellere Grundschaltzeiten als bei 60 Hz
Etwas schnellere Grundschaltzeiten als bei 60 Hz
Diagramm: Helligkeitsverlauf wie mit dem Lineal gezeichnet
Helligkeitsverlauf wie mit dem Lineal gezeichnet

Übertaktet bei 165 Hz sind die Schaltzeiten gegenüber 60 Hz bereits bei deaktiviertem Overdrive ein wenig schneller. Mit 7,2 ms für den Schwaz-Weiß-Wechsel, 4,1 ms für den schnellsten Grauwechsel, 11,6 ms als Durchschnittswert an 15 Messpunkten und 10 ms für den CtC-Wert kann der AOC auch mit anderen Gaming-Displays mithalten, während sich der Helligkeitsverlauf mit einem sauberen Signal zeigt.

165 Hz, Übersteuerung „Mittel“

Diagramm: Schwarz-Weiß-Wechsel zeigt einen neuen Topwert gegenüber anderen Gaming-Displays
Schwarz-Weiß-Wechsel zeigt einen neuen Topwert gegenüber anderen Gaming-Displays
Diagramm: Nach wie vor einwandfreier Helligkeitsverlauf
Nach wie vor einwandfreier Helligkeitsverlauf

Bei mittlerem Overdrive setzt der AOC AG273QCG beim Schwarz-Weiß-Wechsel mit 3,4 ms einen neuen Spitzenwert. Auch die anderen Schaltzeiten können teilweise gedrittelt werden. So kann sich das Gerät unter den Gaming-Displays behaupten und ganz vorn mitspielen. Neben einem sauberen Helligkeitsverlauf ist die Gesamtlatenz mit superkurzen 3,5 ms ebenso ein Spitzenwert.

165 Hz, Übersteuerung „Stark“

Diagramm: Erneut leicht verkürzte Schaltzeiten
Erneut leicht verkürzte Schaltzeiten
Diagramm: Minimaler Peak ohne Auswirkungen auf das Bild
Minimaler Peak ohne Auswirkungen auf das Bild

Bei höchstem Overdrive werden sämtliche Zeiten erneut getoppt, allerdings nur noch marginal. Hier haben die Ingenieure mit Bedacht gehandelt, da der Helligkeitsverlauf nur einen minimalen Peak zeigt, der bildtechnisch nicht auffällt. Trotzdem liegt das Display bei allen Messarten im Spitzenbereich. Schaut man bei anderen Monitoren mit solchen Spitzenwerten genauer nach, werden hier die Helligkeitsverläufe reihenweise gesprengt, was noch mehr für den AOC AG273QCG spricht.

Wir empfehlen daher, den Monitor bei 165 Hz und maximalem Overdrive zu betreiben.

Netzdiagramme

Diagramm: Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Aus“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm: Netzdiagramm 165 Hz, Overdrive „Aus“
Netzdiagramm 165 Hz, Overdrive „Aus“
Diagramm: Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Mittel“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Mittel“
Diagramm: Netzdiagramm 165 Hz, Overdrive „Mittel“
Netzdiagramm 165 Hz, Overdrive „Mittel“
Diagramm: Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Stark“
Netzdiagramm 60 Hz, Overdrive „Stark“
Diagramm: Netzdiagramm 165 Hz, Overdrive „Stark“
Netzdiagramm 165 Hz, Overdrive „Stark“

Latenzzeit

Bei der Latenzzeit macht dem AOC AG273QCG kaum ein anderer Monitor was vor. Mit einer minimalen Signalverzögerung von nur 1 ms und einer mittleren Bildwechselzeit von superschnellen 1,8 ms ist das Display besonders für schnelle Shooter zu empfehlen.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des AOC AG273QCG arbeitet mit „White LED“ und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Jedes Display durchläuft einen umfangreichen Test mit hochsensiblen Geräten, doch kommt es immer wieder vor, dass manche Monitore Bewegungsartefakte ohne messbaren Overdrive erzeugen. Dies gilt es durch eine Sichtprüfung zu erkennen. Außerdem werden Besonderheiten des Monitors erwähnt. Dafür haben wir uns einige Stunden hingesetzt, um auf dem Bildschirm Filme zu schauen, zu spielen und weitere kleinere Tests durchzuführen.

Als Testspiel haben wir uns „Project CARS 2“ ausgesucht, da es an einigen Stellen enormes Tearing verursacht. Durch die Cockpit-Ansicht befinden sich die schnell bewegten Bildanteile direkt am unteren Rand und an den seitlichen Rändern und offenbaren gut sichtbar Bewegungs-Artefakte, die möglicherweise auftreten. Durch die starken Kontraste zwischen Himmel und Bäumen im oberen Drittel erkennt man gut, wie sich das Display in Sachen Koronabildung verhält.

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