Test AOC AG273QCG – extrem schnell ganz ohne Lag
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60 Hz ohne G-Sync

Während einige Spielekonsolen der Xbox-Reihe bereits FreeSync beherrschen, gibt es noch keine, die G-Sync unterstützt. Daher testen wir zunächst die Performance des AOC bei 60 Hz. Hier kann das Display durch seine schnellen Reaktionszeiten überzeugen. Es kann problemlos die höchste Overdrive-Stufe gewählt werden, ohne dass eine Korona oder Bewegungs-Artefakte sichtbar werden. Natürlich bleiben das unvermeidliche Tearing und das etwas stockende Gameplay nicht aus, aber das Bild verschmiert nicht so stark, wie es bei langsamen Schaltzeiten vorkommt. An Konsolen ist der AOC AG273QCG durchaus eine gute Wahl.

165 Hz, G-Sync deaktiviert

Neben der nativen Aktualisierungsrate von 144 Hz lässt sich das Display noch auf 165 Hz übertakten. Hierfür muss unter der Kategorie „G-Sync-Setting“ die Option „Übertaktung aktivieren“ von „Aus“ auf „Ein“ gestellt werden. Anschließend muss noch die Option „Übernehmen & Neustart“ bestätigt werden.

Im Anschluss wird man auf Niederländisch darüber informiert, dass bei einem Absturz DisplayPort-Kabel oder Netzstecker gezogen werden muss, damit der AOC neu gestartet werden kann. Danach startet der Monitor neu, und es kann die erhöhte Aktualisierungsrate angewählt werden.

OSD-Übertaktung aktivieren
OSD-Übertaktung aktivieren
OSD-Übertaktung bestätigen
OSD-Übertaktung bestätigen

In der Zeit, in der wir das Display bei 165 Hz laufen ließen, gab es keine Probleme mit der Übertaktung. Verglichen mit dem Betrieb bei 60 Hz ist das Gameplay natürlich überragend smooth. Aber ob nun eine Aktualisierungsrate von 144 Hz oder 165 Hz eingestellt ist, bekommt man nicht wirklich mit. Minimal kann ein Unterschied beim Tearing erkannt werden, aber eben nicht so stark, dass man dies sofort merken würde. Zusätzlich geht hin und wieder ein Ruck durch das Bild, woran man erkennt, dass die Bildwiederholungsfrequenz nicht zwischen Grafikkarte und Monitor synchronisiert wird.

Warnungsmeldung auf Niederländisch
Warnungsmeldung auf Niederländisch
Das Display startet neu
Das Display startet neu

 

G-Sync aktiviert

Hier wird klar, dass die Synchronisations-Tools, in diesem Falle G-Sync, durchaus ihre Daseinsberechtigung haben, da das Bild komplett von Bildfehlern wie Tearing und Stuttering befreit wird. Zusätzlich erhält man schon bei etwa 80 Hz ein sehr schön klares und smoothes Bild, das ohne Synchronisation erst bei etwa 144 Hz zustande kommt. Wie bereits im Kapitel „Reaktionsverhalten“ bemerkt, kann der Overdrive problemlos auf die höchste Stufe gestellt werden, ohne dass sich eine Korona bemerkbar macht.

ULMB

Wie bei allen aktuellen G-Sync-Monitoren verfügt auch der AOC AG273QCG über die Möglichkeit, ULMB („Ultra Low Motion Blur“) zu aktivieren. Dies ist natürlich nur bei deaktiviertem G-Sync und 85, 100 oder 120 Hz möglich. Hier wird das Verhalten von CRT-Monitoren durch BFI (Black-Frame-Insertion) nachgeahmt. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, über „ULMB Pulse Width“ die Pulsationsfrequenz zu erhöhen, um einen stärkeren Effekt zu erhalten. Besonders im Bereich Ego-Shooter ist das Tool eine enorme Hilfe, da das Zielen aufgrund der geringeren Bewegungsschärfe leichter fällt. Empfindliche Personen bekommen allerdings schnell Kopfschmerzen aufgrund des ständigen Flackerns des Bildes.

Sound

Zwar verfügt das OSD-Menü über die Option „DTS Sound“, allerdings ist keinerlei Unterschied hörbar, ob DTS aktiviert ist oder eben nicht. Laut Datenblatt sind zwei Lautsprecher mit je 2 Watt für den Sound zuständig, die im mittleren Bereich hinter der Rückwand positioniert sind. Der Klang enthält leider keinen Bass, sodass man um zusätzliche Lautsprecher nicht herum kommt.

DVD und Video

Für HD-Zuspieler verfügt der AOC AG273QCG über eine HDMI-Schnittstelle. Der Ton wird direkt an die Lautsprecher oder, sofern belegt, an die Kopfhörerbuchse weitergeleitet.

Es steht zwar kein Filmmodus zur Auswahl, doch die Werkseinstellungen bieten bei den Farben bereits ein akzeptables Ergebnis. Alternativ kann die Farbtemperatur anstelle von „Warm“ auf „Normal“ geändert werden. Hier werden nahezu 6500 K erreicht, während die Einstellung „Warm“ mit 6000 K etwas wärmer voreingestellt ist. Auch die Gamma-Einstellungen bieten mit „Gamma3“ ein knackigeres Bild bei einem Gamma von 2,25, während „Gamma1“ mit einem Gamma von 2,04 daherkommt.

Farbmodelle und Signallevel

Ein richtig schönes Filmerlebnis bekommt man leider nicht geliefert. Das liegt daran, dass der AOC nur RGB-Signale verarbeitet und für den Gebrauch am Computer optimiert ist. YCbCr-Signale werden nicht akzeptiert, und es wird auch an HDMI PC-Level (Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 0–255) gewählt, obwohl das Quellgerät Videolevel (Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235) zuspielt. Deshalb entsteht eine Diskrepanz, und es werden Weiß und Schwarz nicht richtig dargestellt. So erhält man ein flaues Bild, und zusätzlich saufen die dunklen Bildanteile ab.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Zugespieltes Material in Full HD und „HD ready“ wird richtig erkannt und folgerichtig als Vollbild dargestellt. Auch SD-Material stellt das Display mit Balken an den Seiten auf die volle Panel-Höhe richtig dar.

Angeschlossen an einen HDTV-Receiver, werden auch Interlaced-Signale bei 1080i angenommen und ordentlich ausgegeben. Das Deinterlacing funktioniert aber nur in der Halbbildfolge im 2:2-Rhythmus. Halbbildfolgen mit ungeradem Rhythmus und echtes Videomaterial werden allerdings falsch interpretiert, und es entsteht deutliches Zeilenflimmern und der übliche Moiré-Effekt.

Am Computer ist der AOC in Verbindung mit einer NVIDIA-Grafikkarte sehr flexibel, was die Bildwiederholungsrate betrifft. An HDMI zeigt sich der Monitor wählerisch und nimmt nur Signale mit 50 und 60 Hz entgegen.

Overscan

Overscan bietet der AOC nicht an.

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