Test AOC Agon PD27 – Top-Gaming-Monitor im Porsche-Design
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„MBR“ („Motion Blur Reduction“)

Durch das Tool „MBR“ lässt sich noch etwas mehr Bewegungsschärfe herausholen. Zu finden ist die Einstellungsebene unter der Kategorie „Spieleinstellungen“ und lässt sich von 0 bis 20 in Einserschritten feineinstellen. „MBR“ funktioniert über „BFI“ („Black Frame Injection“), was bedeutet, dass zwischen den Frames ein dunkles eingefügt wird. Durch den eingestellten Wert steuert man sozusagen die Länge der Zeit, die das tatsächliche Bild angezeigt wird. Je höher der Wert, desto kürzer wird das Bild angezeigt, und die Perioden der schwarzen Frames werden länger. Somit entsteht für das Auge ein klareres Bild, und Motion-Blur wird beseitigt. Allerdings wird bei steigendem Wert auch das Bild dunkler. Wir empfanden den Wert 10 am sinnvollsten. Der Motion-Blur ist dann bereits so gering, dass eine weitere Steigerung des Effektes die einhergehende Abdunkelung des Bildes nicht mehr aufwiegt.

Die Qualität der Unschärfereduzierung fällt zum oberen und unteren Bildrand ab
Die Qualität der Unschärfereduzierung fällt zum oberen und unteren Bildrand ab

Wählbar ist das Tool von 100 Hz bis zur maximalen Aktualisierungsrate von 240 Hz, und auch der Overdrive lässt sich unabhängig davon einstellen, was bei vielen anderen Monitoren nicht möglich ist. Wir haben „MBR“ bei sämtlichen Bildwiederholfrequenzen ausprobiert und dabei festgestellt, dass bei 200 oder 240 Hz die beste Performance geboten wird. Die Unschärfereduzierung zeigt in der Bildmitte ein ansprechendes Ergebnis, während sie zum oberen und unteren Bildrand abfällt.

Als zusätzlich positiver Effekt verschwindet das Nachleuchten bei maximalem Overdrive. Natürlich darf man die negativen Seiten der pulsierenden Hintergrundbeleuchtung nicht vergessen, die die Augen schnell ermüdet und bei empfindlichen Personen Kopfschmerzen hervorrufen kann.

Kompatibilität

Zwar ist der AOC Agon PD27 nicht als G-Sync-Compatible-Display zertifiziert, jedoch gab es im Testverlauf keinerlei Probleme mit NVIDIA-GPUs. Die Synchronisation zwischen GPU und Monitor läuft genauso geschmeidig wie an AMD-Modellen. Auch „MBR“ funktioniert sowohl an AMD- als auch an GeForce-Grafikkarten bei gleichzeitiger Konfigurierbarkeit des Overdrives. Bei Produkten beider Firmen wird für den 240-Hz-Betrieb die DisplayPort-Schnittstelle benötigt. An HDMI erreicht das der AOC Agon PD27 lediglich 144 Hz.

Sound

Für den Klang des AOC Agon PD27 sind zwei Lautsprecher mit je 5 Watt zuständig. Sie befinden sich hinter den Belüftungsschlitzen an der Oberseite der Rückwand. Die Einstellungsmöglichkeiten über das OSD-Menü sind mehr als üppig.

Trotz umfangreicher Einstellungsmöglichkeiten enttäuscht der Klang
Trotz umfangreicher Einstellungsmöglichkeiten enttäuscht der Klang

Neben verschiedenen DTS-Klangmodellen, die sich aber kaum voneinander unterscheiden, besteht noch die Möglichkeit, den Ton über einen Equalizer anzupassen. Trotz der recht hohen Leistung von 5 Watt lässt sich aber kaum Bass aus den Lautsprechern herausholen. Hier hätten wir durchaus etwas mehr erwartet.

DVD und Video

Für HD-Zuspieler verfügt der AOC Agon PD27 über zwei HDMI-Schnittstellen. Der Ton wird direkt an die Lautsprecher oder, falls belegt, an die Kopfhörerbuchse weitergeleitet.

Das OSD-Menü bietet zwar keinen Filmmodus, kann aber bereits in der Werkseinstellung bei der Wiedergabe von Filmen überzeugen, da mit 6400 K nur knapp D65 verfehlt wird und Hauttöne sehr natürlich wiedergegeben werden. Auch das sehr gute Kontrastverhältnis zeigt eine tolle Durchzeichnung in dunklen Passagen.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Zugespieltes Material in Full HD und HD ready wird richtig erkannt und folgerichtig als Vollbild dargestellt. Auch SD-Material stellt das Display mit Balken an den Seiten auf die volle Panel-Höhe richtig dar.

Angeschlossen an einen HDTV-Receiver werden auch Interlaced-Signale bei 1080i angenommen. Hier kann man aber bereits ein feines Zittern des Bildes wahrnehmen, was uns den Test erspart, ob ein Deinterlacer verbaut wurde.

Der AOC Agon PD27 ist aufgrund der bereits genannten Vorteile im Grunde ein gutes Anzeigegerät für einen gelungenen Filmabend. Auf einen 24-Hz-Modus muss man allerdings verzichten. Blu-ray-Medien werden bei 60 Hz und DVD-Medien bei 50 Hz wiedergegeben.

Overscan

Overscan bietet der Proband nicht an.

HDR

Der AOC Agon PD27 ist offiziell DisplayHDR-400-zertifiziert. Wie bereits in mehreren Tests erklärt, ist dies die niedrigste Stufe mit den geringsten Anforderungen und daher eigentlich auch wenig interessant. Da der Proband im HDR-Modus schon recht hohe 554 cd/m² erreicht, kann man bereits einen ordentlichen Effekt sehen. In den Lichtern wirkt das Bild bei aktiviertem HDR schon sehr viel weniger überstrahlt, und man kann sehr gut den erhöhten Kontrastumfang erkennen.

Bildeindruck ohne HDR
Bildeindruck ohne HDR
Bildeindruck mit HDR
Bildeindruck mit HDR

Farbmodelle und Signallevel

Der AOC Agon PD27 verarbeitet an der HDMI-Schnittstelle RGB- und YCbCr-Signale, und es wird automatisch Videolevel (Tonwertumfang bei 8 Bit Präzision: 16–235) gewählt. Die Wahl des richtigen Signallevels wird oft unterschätzt, ist aber notwendig für die korrekte Darstellung. Abstimmungsprobleme gehen entweder mit einem stark reduzierten Tonwertumfang oder einem ausgewaschenen Bild einher. Falls der Signallevel einmal nicht stimmen sollte, verfügt der Proband aber über keine weiteren Optionen, und es kommt auf das Zuspielgerät an, wie man diesem Problem begegnet.

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