Test ASUS PA248QV: ProArt-Monitor für Kreative
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Interpolation

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen. Im getesteten Standardmodus ist der Regler auf Stufe 0 eingestellt. Ein Nachschärfen über das OSD ist bei digitalen Eingangssignalen nicht notwendig und vor allem für die EBV ohnehin nicht sinnvoll.

Testgrafik nativ, Vollbild
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Testgrafik 1280 x 720, Vollbild
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Textwiedergabe nativ, Vollbild
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Textwiedergabe 1280 x 720, Vollbild
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Die Skalierungsfunktion schneidet beim ASUS PA248QV noch schlechter ab als beim ASUS BE27AQLB, den wir vor gut zwei Jahren getestet haben. Die Funktion „AspectControl“ ist am DisplayPort erst gar nicht verfügbar. Bei HDMI-Signalen kann der Regler verwendet werden, bietet aber nur die Optionen „Full“, „4:3, und „Overscan“. Wichtige Video-Auflösungen im 16:9-Format können damit also von vornherein nicht richtig skaliert werden.

Besonders ärgerlich ist das bei der Zuspielung eines 1080p-Signals. Der ASUS PA248QV müsste hier eigentlich gar nichts skalieren, sondern nur ein paar Pixelreihen in der Höhe ausblenden. Stattdessen wird das Bild auch hier unsinnigerweise auf die volle Höhe verzerrt.

Am PC kann die Skalierung zwar auch die Grafikkarte übernehmen, bei externer Zuspielung aber nicht. Für ein ProArt-Gerät, das sich an Kreative richtet, ist das schon ein gehöriger Fauxpas.

Wir empfehlen, das Gerät generell in der nativen Auflösung zu betreiben, dann bleibt man von dem Thema nämlich verschont.

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte
werden das Kolorimeter X-Rite i1DisplayPro und das Spektrofotometer X-Rite i1Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Software-Kalibration mit Quato iColor Display zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 95 % 99 %
Adobe RGB 73 %
ECI-RGB v2 66 %
DCI-P3 RGB 75 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 90 %

Die Farbraumabdeckung soll laut ASUS für sRGB und Rec. 709 bei jeweils 100 % liegen.

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus "Standard"
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Standard“

Die Graubalance des ASUS PA248QV in der Werkseinstellung kann auch in unseren Messungen überzeugen. Den Weißpunkt ermitteln wir mit 7500 K aber ganz erheblich kühler als gewünscht und eingestellt. Für einen als werkskalibriert beworbenen Monitor ist eine derart hohe Abweichung bei der Farbtemperatur eigentlich nicht akzeptabel.

Der Gammawert liegt mit 2,16 im Durchschnitt nur knapp unter der Vorgabe von 2,2. Der Verlauf entspricht dagegen keiner gängigen Norm.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus "sRGB"
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“

Der ASUS PA248QV ist ab Werk vorkalibriert und soll eine CalMAN-verifizierte, branchenführende Farbgenauigkeit bieten. Ein Kalibrierungsreport mit individueller Seriennummer liegt bei. Sie stimmt auch mit dem Aufkleber auf der Rückseite des in China produzierten Gerätes überein. Soweit ersichtlich, bezieht sich die Werkskalibrierung aber nur auf den sRGB-Modus des Gerätes.

Demnach soll das durchschnittliche Delta E bei 0,98 liegen und das Gamma exakt bei 2,2. Genauere Angaben zur Art der Ermittlung des Delta E fehlen.

Nach unseren Messungen liegt der Weißpunkt mit 7200 K aber auch hier schon sehr deutlich daneben. Die Graustufen sind wie gehabt sehr neutral. Das durchschnittliche Delta C beträgt 0,36. Lediglich die Range von 1,26 verhindert eine sehr gute Wertung.

Die Abweichungen bei den Buntfarben und die Farbraumabdeckung sind dagegen sehr gut. Das durchschnittliche Delta E94 ermitteln wir mit 1,00, die Maximalabweichung liegt bei 1,93. Der Gammawert verharrt wie gehabt etwas zu niedrig bei 2,16. Der Verlauf der Gammakurve wurde aber recht passabel an die Normkurve angepasst.
Problematisch ist hingegen, dass man im sRGB-Modus die Helligkeit nicht anpassen kann. Wir messen 107 cd/m². Die üblichen Empfehlungen für den Arbeitsplatz liegen im Bereich zwischen 120 und 140 cd/m².

Im Vergleich der Farbraumgrafiken sieht man, dass der Farbraum des ASUS PA248QV im sRGB-Bereich auch etwas besser auf den sRGB-Farbraum zurechtgestutzt wurde. Zwar haben wir eine Unterdeckung von 5 %. Umgekehrt fällt aber auch die Überdeckung deutlich geringer aus, als im Standardmodus.

Wer seinen Monitor nicht kalibriert, sollte sich für bei farbkritischen Arbeiten für diesen Modus entscheiden.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

1 KOMMENTAR

  1. Danke für den Test! Ich möchte diesen Monitor kaufen, aber ich mag die Tatsache nicht, dass der werkseitige Standard-Weißpunkt etwa 7500 K kostet. Wie kann dies überhaupt möglich sein, zumal die Calman-Zertifizierung deklariert ist?

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