Test ASUS PA32DC: OLED-Monitor für Content-Creator

31,5 Zoll großes 4K-Display aus der ProArt-Serie von ASUS bietet VESA DisplayHDR 400 True Black und unterstützt HDR10, HLG und Dolby Vision

Einleitung

ASUS hat seine ProArt-Produktlinie in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. Inzwischen tummeln sich dort zahlreiche Monitore, die sich an sogenannte Content-Creator richten. Neben klassischer Bildbearbeitung und -retusche rückt damit insbesondere auch die Videobearbeitung in den Fokus. Das gilt für den SDR- und HDR-Bereich gleichermaßen. Mit dem ASUS PA32DC lancieren die Taiwaner nun ein Spitzenmodell mit OLED-Technik. Im Monitorbereich wurde sie lange stiefmütterlich behandelt. Anwender mussten oft auf (zu) große TV-Geräte zurückgreifen, die den Ansprüchen an Grafikmonitore meist nicht gerecht wurden. Wir sind daher sehr gespannt, wie sich der Neuzugang in unseren Tests schlägt.

Ein 31,5 Zoll großes RGB-OLED-Panel repräsentiert dabei den aktuellen Stand der Technik. 3840 x 2160 Pixel werden nicht, wie bei der LCD-Technik, von einer Hintergrundbeleuchtung durchschienen, sondern sind selbstleuchtend. Das hat Folgen für den Kontrastumfang, der auf diese Weise maximiert wird. Bestleistungen versprechen wir uns auch im Hinblick auf Blickwinkelstabilität und Bewegtbilddarstellung – obwohl Bildwiederholfrequenzen über 60 Hz nicht unterstützt werden.

Um die Leistung auch auf die Straße bringen zu können, wird das potente Panel von einer ebensolchen Elektronik unterstützt. Eine programmierbare 3D-LUT kann dabei nicht nur von der mitgelieferten ProArt-Calibration-Software, sondern ebenso von den Lösungen seitens Portrait Displays und Light Illusion optimiert werden. Das notwendige Messgerät ist im Monitor integriert und klappt bei Bedarf automatisch aus. Nicht nur an dieser Stelle werden Ähnlichkeiten zum kürzlich getesteten LG 32BP95E sichtbar. Umso spannender wird der Vergleich der beiden Modelle.

Schließlich bescheinigt – ebenfalls analog zum Konkurrenten aus Südkorea – eine DisplayHDR-400-True-Black-Zertifizierung eine grundlegende HDR-Tauglichkeit. Dabei werden HDR10, HLG und Dolby Vision unterstützt. Entsprechende Bildmodi können darüber hinaus noch in gewissem Umfang parametriert werden. Für professionelle Farbkorrekturen und -retuschen von HDR-Material reicht indes auch eine Spitzenhelligkeit von über 500 cd/m² nicht aus.

Via USB-C kann ein angeschlossenes Notebook Videosignale an den Monitor übertragen sowie mit Daten von Tastatur und Maus bzw. mit Strom versorgt werden. Eine zweite USB-Schnittstelle fehlt leider, KVM-Funktionalität wird also nicht geboten.

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Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im Datenblatt des ASUS ProArt PA32DC.

Testumgebung

Farbmessgeräte: X-Rite i1Pro 2, X-Rite i1Display Pro Plus
Grafikkarte: EVGA GeForce GTX 1080 Ti
Software: UDACT 2.4, CCalc 2.4, ASUS ProArt Calibration 3.0.1.2

Lieferumfang

Der Lieferumfang des ASUS ProArt PA32DC ist erfreulich komplett. Dem großen Karton legt der Hersteller je ein DisplayPort-, HDMI- und USB-C-Kabel bei. Der interne USB-Hub kann optional über ein ebenfalls beigefügtes Typ-C-auf-Typ-A-Kabel mit dem Rechner verbunden werden. Auf ein Netzkabel wurde natürlich ebenso wenig verzichtet.

Darüber hinaus belegt ein Report die Werkskalibration. Eine Lichtschutzblende vermindert störende Lichteinflüsse. Dazu gesellen sich diverse Kabelklemmen und Schrauben sowie der Standfuß. Letzterer ersetzt die beiden bereits montierten kleinen Standfüße ohne Verstellmöglichkeit.

Das vollständige Benutzerhandbuch und die Software ProArt Calibration zur Hardware-Kalibration können über die ASUS-Homepage heruntergeladen werden.

Optik und Mechanik

Der Auftritt des ASUS ProArt PA32DC ist ziemlich wuchtig. Ganz gegen den aktuellen Trend, umfasst ein deutlicher Rahmen das OLED-Panel. Das Gehäuse besteht aus dunklem, mattem Kunststoff. Im unteren Bereich wird gebürstetes Aluminium imitiert. Das integrierte Messgerät ist auf dem oberen Rahmen aufgesetzt und klappt bei Verwendung motorisiert herunter. Diese Lösung ist funktional, allerdings um einiges klobiger als die Umsetzung von EIZO.

Die Rückseite präsentiert sich ebenfalls aufgeräumt, setzt aber mehr Akzente als die sehr konservativ gestaltete Vorderseite. Bestimmendes Design-Element ist eine geriffelte Oberfläche, die mittig durch eine mattschwarze glatte Box unterbrochen wird. Sie bietet Platz für alle Anschlüsse und nimmt die Standfußkonstruktion auf. Im oberen Bereich befindet sich eine silberne Leiste, die als bequemer Tragegriff verwendet werden kann.

Der ASUS PA32DC mit Lichtschutzblende
Der ASUS PA32DC mit Lichtschutzblende

Zu den beiden Seiten beträgt die Rahmenbreite 15 mm. Der untere Rahmen mit den Bedienelementen verbreitert sich auf knapp 35 mm, während wir im oberen Bereich etwa 20 mm messen. Auf dem Schreibtisch beansprucht der ASUS ProArt PA32DC gut 24 cm. Ohne Standfuß verbleiben immer noch rund 5,5 cm. Dank eingelassener Metallplatte ist er ziemlich schwer und verleiht dem Monitor einen sicheren Halt auf allen Oberflächen.

Höhenverstellung des ASUS PA32DC im Detail
Höhenverstellung im Detail

Materialanmutung und Verarbeitungsqualität sind gut. Die Spaltmaße bleiben ringsherum gering.

Niedrigste Stellung des Monitors von vorne
Niedrigste Stellung von vorn
Niedrigste Stellung des Monitors von hinten
Niedrigste Stellung von hinten
Höchste Stellung des Monitors von vorne
Höchste Stellung von vorn
Höchste Stellung des Monitors von hinten
Höchste Stellung von hinten
Maximaler Neigungswinkel des Displays nach hinten
Maximaler Neigungswinkel nach hinten
Maximaler Neigungswinkel des Displays nach vorne
Maximaler Neigungswinkel nach vorn

Der Regelungsbereich der Höhenverstellung beträgt 13 cm. In der niedrigsten Einstellung beträgt der Abstand von der Rahmenunterkante zur Tischoberfläche 3 cm. In der höchsten Position ermitteln wir 16 cm. Die maximale Neigung nach hinten wird bei 23 Grad erreicht. Eine Neigung in Gegenrichtung ist bis etwa 5 Grad möglich. Alternative Befestigungssysteme werden über die VESA-100-Verschraubung mit dem ASUS ProArt PA32DC verbunden. Der Standfuß erlaubt zudem eine Drehung um 30 Grad in beide Richtungen.

Seitliche Ansicht des ASUS PA32DC
Seitliche Ansicht

Über ein Drehgelenk kann der ASUS ProArt PA32DC auch in Hochkant-Ausrichtung betrieben werden.

Hochkant-Ausrichtung (Pivot) von vorn
Hochkant-Ausrichtung (Pivot) von vorn
Hochkant-Ausrichtung (Pivot) von hinten
Hochkant-Ausrichtung (Pivot) von hinten

besser geeignet. Die im Betrieb entstehende Abwärme wird passiv über das Gehäuse mit seinen wenigen eingelassenen Lüftungsschlitzen abgeführt. Helligkeits- oder Kontrast-abhängige Störgeräusche bleiben völlig aus.

Alternativ ruht der ASUS PA32DC auf zwei kleinen Standfüßen
Alternativ ruht der ASUS PA32DC auf zwei kleinen Standfüßen
Rückseite des ASUS PA32DC mit den Lüftungsschlitzen
Rückseite des ASUS PA32DC mit den Lüftungsschlitzen

Die Lichtschutzblende wird etwas umständlich montiert. Andere Hersteller vertrauen inzwischen oft auf integrierte Magnete. Eine schnelle und sichere Befestigung. Dafür ist sie mit schwarzem Samt ausgeschlagen und kann ihrer Funktion entsprechend gut nachkommen.

Stromverbrauch

Bei einer Leuchtdichte von 140 cd/m² ermitteln wir eine Effizienz mäßigen 0,8 cd/W. Damit liegt der ASUS ProArt PA32DC hier fast gleichauf mit dem LG 32BP95E. Allerdings spiegelt dieser Wert die Realität kaum korrekt wider. Denn die selbstleuchtende Pixelmatrix macht die Leistungsaufnahme extrem vom Bildinhalt abhängig. Unsere Messwerte wurden mit vollflächigem Weißbild ermittelt – für OLED-Monitore ein Worst-Case-Szenario. Mit flächiger Darstellung eines 50-Prozent-Grautons (bei Gamma 2.2) ermitteln wir nur noch 28 Watt. Ein vollständig schwarzes Bild repräsentiert mit nun 20 Watt faktisch nur noch den Leistungsbedarf der Elektronik.

Im Energiesparmodus sinkt der Strombedarf hinreichend. Dank eines echten Netzschalters kann die Leistungsaufnahme schließlich bis auf null reduziert werden.

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal k. A. 78,6 W
140 cd/m² k. A. 51,6 W
Betrieb durchschnittlich 38 W
Betrieb minimal) k. A. 22,5 W
Energiesparmodus < 0,5 W 0,6 W
Ausgeschaltet (Netzschalter) 0 W 0 W

Anschlüsse

Der ASUS ProArt PA32DC nimmt Videosignale über fünf Anschlüsse entgegen. Dem Benutzer stehen dabei gleich drei HDMI-Eingänge nach Version 2.0, ein DisplayPort-Eingang nach Version 1.4 und ein USB-C-Eingang mit DisplayPort-Implementierung zur Verfügung.

Die Signaleingänge des ASUS PA32DC
Die Signaleingänge des ASUS PA32DC

Der integrierte USB-Hub stellt vier Downstream-Buchsen nach Version 3.2 bereit. Die Verbindung mit dem Rechner erfolgt über die einzige USB-C-Schnittstelle. Angeschlossene Geräte werden mit bis zu 65 Watt mit Strom versorgt. Zum vollständigen USB-C-Dock fehlt allerdings der Netzwerkanschluss. Überdies ist kein weiterer USB-Upstream-Port vorhanden. Im Unterschied zum LG 32BP95E ist damit keine KVM-Funktionalität gegeben.

Bedienung

Die acht Bedienelemente wurden auf der Vorderseite im unteren Rahmen eingelassen. Es handelt sich um echte Tasten mit entsprechend haptischer Rückmeldung. Allerdings wird neben der Ein/Aus-Taste letztlich nur der Mini-Joystick benötigt. Er lässt den Benutzer schnell und unkompliziert durch das OSD navigieren.

Die Tasten auf dem unteren Displayrahmen zur Menüsteuerung (OSD)
Die Tasten zur Menüsteuerung

Denis Freund

... ist seit 2008 dabei und hat Medieninformatik sowie Druck-/ Medientechnik studiert. Es ist für die Bereiche Farbmesstechnik, -metrik und -management zuständig und entwickelte die PRAD-Test-Software. Nach wie vor verfasst er Testberichte über Grafik-Monitore.

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