Test ASUS ZenBeam Latte L1: Ultra-portabler LED-Projektor
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Inbetriebnahme

Ein- und Ausschalten

Projektoren mit herkömmlicher Hochdrucklampe benötigen typischerweise eine Aufwärm- und Abkühlphase. Dass solche Beamer bis zur Anzeige des ersten Bildes ein bisschen Zeit brauchen, ist also durchaus normal. LED-Projektoren lassen sich in der Regel dagegen nahezu verzögerungsfrei ein- und ausschalten.

Selbst im komplett ausgeschalteten Zustand ist der ASUS ZenBeam Latte L1 tatsächlich sehr flott. Bereits nach 4 Sekunden wird ein Bild projiziert. Allerdings hat der Proband ein eigenes Betriebssystem, das dann auch erst erneut gestartet werden muss. Während des Boot-Vorgangs wird eine nette Animation angezeigt. Nach insgesamt 21 Sekunden ist auch die HDMI-Quelle am Eingang erkannt, und man kann loslegen. Das Ausschalten – also im Prinzip Herunterfahren des Projektor-Betriebssystems – dauert ca. 6,5 Sekunden.

Am Stromnetz kann man den L1 aber getrost in den Standby schicken. Der Stromverbrauch ist auch hier gering, und der Boot-Vorgang des Projektor-OS entfällt. Das Einschalten bis zur Erkennung der HDMI-Quelle ist dann mit nur 3 Sekunden wirklich blitzschnell. Das Ausschalten erfolgt praktisch verzögerungsfrei.

Diese Zeiten sind auch im Akkubetrieb identisch. Allerdings lässt sich der L1 nach dem vollständigen Ausschalten nicht mehr über die Fernbedienung einschalten. Dazu muss man dann die On-Taste am Bedienfeld des Beamers länger drücken, bis ein Piepton zu hören ist. Gefühlt dauert es daher hier etwas länger.

Betriebsgeräusch

Das Betriebsgeräusch beträgt laut Hersteller 30 dB im Standard- und 28 dB im Eco-Modus. Einen speziellen Regler für die Lampenleistung gibt es beim ASUS ZenBeam Latte L1 nicht. Der gewählte Bildmodus hat zwar auf die Lichtleistung und den Stromverbrauch schon einen gewissen Einfluss, die Auswirkung auf die Lüfter-Drehzahl ist dagegen nur sehr gering.

Die oben genannten Herstellerangaben sind typische Werte und nur minimal geringer als beispielsweise beim ASUS ZenBeam S2 oder sogar beim deutlich potenteren ASUS H1. Auch ohne konkrete Messung ist der ASUS ZenBeam Latte L1 aber eindeutig wesentlich leiser.

Über alle bisher getesteten Projektoren hinweg ist der ASUS ZenBeam Latte L1 bei den leisesten Beamern auf jeden Fall ganz vorn dabei. Ja, man hört auch hier ein leises Surren, aber das geht selbst bei gedämpfter Lautstärke während der Filmwiedergabe völlig unter. Allerdings hatten wir das Gerät im Test quasi frei schwebend auf einem Stativ angebracht. Bei der Tischaufstellung ist darauf zu achten, dass sich keine Vibrationen auf den Tisch übertragen. Trotz der kompakten Bauweise ist das Geräusch nicht unangenehm hochfrequent.

Stromverbrauch, Kühlung und Wartung

Stromverbrauch

Das externe Netzteil fällt beim ASUS ZenBeam Latte L1 passend zu den Geräte-Abmessungen angenehm klein und leicht aus. Durch die externe Auslagerung reduzieren sich auch die Erwärmung und der Kühlbedarf im Inneren des Gehäuses. Selbst nach längerem Betrieb konnten wir beim Netzteil kaum eine Erwärmung feststellen.

Kleines und leichtes Netzteil des ASUS ZenBeam Latte L1
Kleines und leichtes Netzteil

Die Leistungsaufnahme im Betrieb wird vom Hersteller mit maximal 36 Watt angegeben. Der Verbrauch im Standby soll weniger als 0,5 Watt betragen.

Unsere Messungen bleiben hier erfreulicherweise noch deutlich unter der Herstellerangabe. Im Betrieb messen wir im Standardmodus nur 17,55 Watt und weniger als 1 Watt im Standby. Im komplett abgeschalteten Zustand sinkt der Wert sogar auf unter 0,15 Watt. Im Akkubetrieb ist der Bedarf vermutlich vollständig gekappt, da dann auch der Infrarotsensor deaktiviert wird.

Modus Stromverbrauch in Watt/h
Standard 17,55
Präsentation 21,22
Kino 12,75
Eco 10
Standby 0,93
Aus (Heruntergefahren) 0,12

Akkubetrieb

Alternativ kann der ASUS ZenBeam Latte L1 dank des eingebauten 6000-mAh-Akkus auch komplett unabhängig vom Stromnetz betrieben werden. Laut Hersteller soll das für drei Stunden Videoprojektion oder bis zu zwölf Stunden Audio-Playback reichen. Welcher Bildmodus da jeweils gemeint ist, wird nicht genannt.

Wie lange ein 6000-mAh-Akku durchhält, lässt sich nur errechnen, wenn man auch die Nennspannung des Akkus kennt. In den technischen Angaben auf der Website ist dazu nichts zu finden. Unterstellt man eine Nennspannung von 5 V und verwendet man den im Energiesparmodus gemessenen Verbrauch von 10 Watt/h, kommt man genau auf die vom Hersteller angegebenen drei Stunden (5 V x 6 Ah / 10 W x 60 = 180 Minuten.) Eigentlich müsste es sogar noch etwas länger sein, da im Akkubetrieb die Lichtleistung leicht reduziert ist.

Wie unsere Messungen zur Lichtleistung später zeigen, ist der Energiesparmodus aber nur eine absolute Notlösung, um ggfls. den Film noch zu Ende anschauen zu können. Getestet haben wir das Durchhaltevermögen im Standardmodus. Die typische Spielfilmlänge von 1 Stunde 45 Minuten schafft der L1 da problemlos. Nach gut 2 Stunden ist aber Schluss.

Witzigerweise konnten wir den zum Test verwendeten Film „Pacific Rim“ also gerade noch zu Ende anschauen. Erst kurz nach dem Beginn des Abspanns hat der Projektor sich schlagartig heruntergefahren. Zuvor kommen allerdings bei 15 % (nach ca. 1 Stunde 40 Minuten) und bei 5 % (nach ca. 1 Stunde 52 Minuten) entsprechende Warnmeldungen zum Akkustand, die man händisch bestätigen muss. Leider verschwindet dadurch die Einblendung nicht einfach, sondern führt zum Sprung in das Hauptmenü, während der Film im Hintergrund weiterläuft. Da sollte ASUS noch einmal die Firmware tunen.

Getestet haben wir hier die Zuspielung einer Full-HD-Blu-ray über HDMI unter Verwendung der integrierten Lautsprecher mit 50 % Lautstärke. Dreht man die oben genannte Rechnung um, liegt der Verbrauch im Standardmodus im Akkubetrieb bei 14,75 Watt. Das kommt mit der wahrgenommenen Reduktion der Lichtleistung ganz gut hin.

Das vollständige Wiederaufladen des Akkus dauert anschließend mit 3,5 bis 4 Stunden doch vergleichsweise lange.

Kühlung und Wartung

Die genaue Luftzirkulation ist beim ASUS ZenBeam Latte L1 von außen schwer zu bestimmen. Der Luftauslass für die erwärmte Abluft befindet sich auf der rechten Seite, sodass ein warmer Luftstrom in Richtung der Zuschauer gut vermieden wird. Spüren kann man ihn ohnehin nur aus nächster Nähe zur rechten Geräteseite.

Ansicht rechte Seite: Gitter zur Kühlung
Ansicht rechte Seite

Im Gegensatz zu Projektoren mit Hochdrucklampe müssen bei LED-Projektoren weder die Lampe noch die Lüftungsfilter regelmäßig getauscht werden. Auch der ASUS ZenBeam Latte L1 ist praktisch wartungsfrei. Die Lebensdauer der Lichtquelle wird auf 30 000 Betriebsstunden beziffert. Darunter kann man auch die maximale Lebensdauer des gesamten Gerätes verstehen.

1 KOMMENTAR

  1. Gerne mehr günstige LED/Laser Beamertests. Ihr braucht ein Schallpegelmessgerät, oder eine Test-Tonaufnahme aus 1m Abstand zum anhören Ist z.B. der ASUS H1 oder der Test BenQ X1300i leiser?
    Dankeschön

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