Test ASUS ZenBeam Latte L1: Ultra-portabler LED-Projektor
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Bedienung und OSD

Die wichtigsten Tasten findet man auch auf der Geräte-Oberseite. Da der Proband ohnehin meist in nächster Nähe zum Zuschauer steht, ist es auch nicht schlimm, wenn man mal die Fernbedienung nicht findet. Die Bedientasten am Beamer haben eine angenehme Größe und tragen auch bei der Haptik zu der hochwertigen Anmutung des ASUS ZenBeam Latte L1 bei.

Bedienfeld oben am Projektor
Bedienfeld am Projektor
Die Fernbedienung des ASUS ZenBeam Latte L1 liegt gut in der Hand
Fernbedienung liegt gut in der Hand

Die Fernbedienung ist eher einfach gestrickt, lässt sich aber ebenfalls gut bedienen. Die fehlende Tastenbeleuchtung haben wir zwar am Anfang im abgedunkelten Raum schon vermisst, die Tastenanordnung ist aber schnell gelernt, sodass man sich auch blind zurechtfindet.

Kritikwürdig ist aber auch beim ASUS ZenBeam Latte L1 der Infrarotsensor. Obschon er recht groß aussieht, gibt es nur einen auf der Rückseite – und der ist nicht gerade sehr sensibel. Man muss tendenziell schon mit der Fernbedienung aus nicht allzu großem Abstand auf das Gerät zeigen, sonst passiert nichts.

Wenig sensibler Infrarot-Sensor des ASUS ZenBeam Latte L1
Wenig sensibler Infrarotsensor

Im OSD wird man zunächst mit einer selbsterklärenden Übersicht begrüßt. Man kann sie auch als eine Art Schnellzugriff verstehen. Dort kann man die Signalquelle auswählen, schnell zur WLAN- und Bluetooth-Konfiguration springen oder tiefer in das Einstellungsmenü eintauchen.

OSD: klar strukturiert und ausreichend groß
OSD: Klar strukturiert und ausreichend groß

Das Einstellungsmenü ist gut strukturiert auf fünf Hauptmenü-Ebenen verteilt. Die Einstellmöglichkeiten sind eher einfach gehalten, sodass auch unerfahrene Anwender problemlos zurechtkommen. Wer möchte, kann sogar die Wandfarbe auswählen, um einen dazu einigermaßen passenden Ausgleich zu bekommen. Empfehlen würden wir dennoch, eine weiße, möglichst glatte Wand oder besser eine richtige Leinwand zu verwenden.

Im Prinzip wird man das Einstellungsmenü nach der Ersteinrichtung eher selten benötigen. Man kann dort zwar die Farbtemperatur mit Begriffen wie „warm“ oder „kühl“ einstellen, weitere Parameter zum Tunen der Bildqualität wie Gamma oder RGB-Gain gibt es aber nicht. Die Anpassung erfolgt in der Praxis primär über die Splendid-Bildmodi, die auch über eine Direktwahltaste einfach umgeschaltet werden können.

OSD: Bildeinstellungen
OSD: Bildeinstellungen
OSD: Anpassung der Projektion
OSD: Anpassung der Projektion
OSD: Allgemeine Einstellungen
OSD: Allgemeine Einstellungen
OSD: WLAN
OSD: WLAN
OSD: Bluetooth
OSD: Bluetooth
OSD: Aptoide TV
OSD: Aptoide TV

Vermutlich ist das gesamte OS des ASUS ZenBeam Latte L1 Android-basiert. Jedenfalls gibt es auch einen zunächst unscheinbaren Menüpunkt bei der Quellauswahl namens „Aptoide TV“. Dahinter verbirgt sich aber eine ganz eigene Welt. Entsprechende Apps für Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime und YouTube können problemlos nachgeladen und installiert werden.

Die Wiedergabe von YouTube-Videos hat im Test einwandfrei funktioniert. Bei der Netflix-App ist der Hinweis „Maus erforderlich“ allerdings durchaus ernst gemeint. Mit der Fernbedienung ist keine Steuerung möglich. Doch woher nehmen? Der Menüpunkt „Bluetooth“ schaltet das Gerät etwas unerwartet in einen Bereitschaftsmodus. Das Bild ist dann plötzlich weg und eine optische Bedienung nicht mehr möglich. Bluetooth ist beim ASUS ZenBeam Latte L1 offensichtlich primär dafür gedacht, um als Bluetooth-Lautsprecher zu fungieren. Andere Geräte wie zum Beispiel eine Maus konnten wir damit nicht anbinden.

Ähnlich verhält es sich mit dem WLAN- bzw. Netzwerkthema. Die WLAN-Einbindung dient zumindest zunächst primär dazu, Bildschirminhalte mittels geeigneter iOS- und Android-Geräte zu übertragen. Eine Möglichkeit, Inhalte wie Videos, Fotos und Dokumente direkt aus dem Heimnetzwerk anzuschauen, haben wir nicht gefunden.

Möglicherweise kann im App-Store dazu zwar ein passender Mediaplayer geladen werden, das sprengt aber den Rahmen unseres Tests. Schließlich geht es hier um den Projektor und nicht um Android. Mit Android verwendet der ASUS ZenBeam Latte L1 im Gegensatz zum ZenBeam S2 im Prinzip ein OS, das grundsätzlich viel mehr Möglichkeiten bietet. Die Art der Anbindung wirkt beim ASUS ZenBeam Latte L1 jedoch ziemlich lieblos. In der Unterhaltungsbranche ist da schon mehr gefragt als die pure Hardware-Kompetenz.

Bildqualität

Für den Test am PC haben wir den Projektor am HDMI-Anschluss in der nativen Auflösung betrieben. Zudem wurde der Proband mit einem Reset auf die Werkseinstellung zurückgesetzt. Die Farbmessungen haben wir mit einem i1Display Pro von X-Rite durchgeführt.

Main Test-Screen (Testbild)
Main Testscreen

Gewöhnlich passen wir bei allen Projektor-Tests das Bild so exakt wie möglich in eine 90-Zoll-Rahmenleinwand ein. Für eine 90-Zoll-Diagonale ist die Lichtleistung des ASUS ZenBeam Latte L1 aber schlicht nicht mehr ausreichend. Das werden wir bei den späteren Messungen noch genauer sehen. Daher haben wir uns für alle Messungen und subjektiven Tests auf eine Projektion mit einer Diagonalen von 65 Zoll beschränkt. Die Raumbeleuchtung wurde dabei vollständig abgedunkelt.

Auflösung

Der ASUS ZenBeam Latte L1 kann mit seinen nativen 1280 x 720 Bildpunkten nur die etwas betagte HD-Auflösung ohne Umrechnung wiedergeben. Eine Option zur Skalierung haben wir im OSD nicht gefunden. Ältere Video-Auflösungen wie 576p oder 480p, die nicht dem nativen 16:9-Format entsprechen, werden auf die volle Bildfläche gestreckt und damit unangenehm verzerrt wiedergegeben.

Die maximale Eingangsauflösung liegt bei Full HD (1920 x 1080 Pixel). 4K-Material kann der L1 nicht entgegennehmen. Wir empfehlen, das Gerät nach Möglichkeit immer in der nativen Auflösung zu betreiben.

Das Pixelgitter ist nur sichtbar, wenn man sehr nahe an das Bild herangeht. Bei normalen Betrachtungsabständen ist es praktisch nicht auszumachen. Pixelfehler traten bei unserem Testgerät nicht auf.

1 KOMMENTAR

  1. Gerne mehr günstige LED/Laser Beamertests. Ihr braucht ein Schallpegelmessgerät, oder eine Test-Tonaufnahme aus 1m Abstand zum anhören Ist z.B. der ASUS H1 oder der Test BenQ X1300i leiser?
    Dankeschön

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