Test ASUS ZenBeam Latte L1: Ultra-portabler LED-Projektor
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Bildschärfe und Konvergenz

Die für den Test verwendete Gittergrafik ist im Original nicht viel größer als das hier gezeigte Thumbnail, wird durch die Aufnahme vom Screen durch das Kamera-Objektiv aber stark vergrößert. Daher haben wir die Originalgrafik zur besseren Vergleichbarkeit ebenfalls so weit vergrößert, bis das Pixelraster sichtbar wurde. Helligkeitsunterschiede an den Rändern sind Aufnahme-bedingt und spielen hier keine Rolle. Wichtig ist, dass die Pixelstruktur auch bei einer Interpolation sauber erhalten bleibt.

Gitter-Grafik (Testbild), wie sie aussehen sollte
Gittergrafik, wie sie aussehen sollte

In der nativen Auflösung sollte eine einigermaßen pixelgenaue Abbildung eigentlich problemlos möglich sein. Nicht nur im Vergleich zur Sollgrafik, sondern auch im Vergleich zum ASUS ZenBeam S2 sieht das Ergebnis aber ziemlich enttäuschend aus. Ähnlich wie beim ViewSonic M2 sind die Pixel beim ASUS ZenBeam Latte L1 nicht wie üblich rechteckig nebeneinander, sondern rautenförmig angeordnet. Bei horizontalen und vertikalen Linien führt das zwangsläufig zu unruhigen Zickzacklinien.

Bei schrägen Linien wäre die rautenförmige Anordnung zwar theoretisch im Vorteil, davon ist aber beim ASUS ZenBeam Latte L1 nicht viel zu erkennen. Bei den dicht nebeneinanderliegenden Pixeln (Kreuz in der Mitte) ist die Differenzierung nicht mehr möglich, und man sieht nur noch eine graue Fläche. Spätestens bei der Darstellung von Texten ist die rautenförmige Anordnung überwiegend im Nachteil. Auffällig ist auch, dass manche Linien eine bläuliche oder gelbliche Einfärbung aufweisen.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1.920 x 1.080, Vollbild
Testgrafik 1920 x 1080, Vollbild

Für Präsentationen im Business-Einsatz ist der ASUS ZenBeam Latte L1 daher nicht sonderlich gut geeignet. Bei Filmen und Unterhaltungsanwendungen spielt die Pixelanordnung dagegen keine so große Rolle, da derart exakte Pixelreihen in natürlichen Szenen und Bildern in der Regel nicht vorkommen.

Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1.920 x 1.080, Vollbild
Textwiedergabe 1920 x 1080, Vollbild

Mit seiner nicht mehr zeitgemäßen 720p-Auflösung und der ebenfalls wenig berauschenden Leistung bei der Wiedergabe von 1080p-Material macht der ASUS ZenBeam Latte L1 hier keine besonders gute Figur.

Für die Beurteilung der Objektivqualität sind auch die Bildgeometrie und die Schärfeleistung bis in die Ecken von Belang. Dazu stellen wir bestmöglich auf die Bildmitte scharf und vergleichen die Gittergrafik in der Mitte dann mit den Gittergrafiken in den Ecken.

Testbild komplett
Testbild komplett

Verzerrungen bei der Bildgeometrie konnten wir dabei auch in den Ecken nicht feststellen. Bei der Schärfeverteilung mag es zwar in der 100-Prozent-Vergrößerung kleine Unterschiede geben, die aber in der Praxis aus einem normalen Abstand zur Leinwand keinerlei Rolle spielen. Für eine genaue Beurteilung ist zudem eine sehr präzise Ausrichtung von Projektor und Leinwand zueinander notwendig, die beim ASUS ZenBeam Latte L1 praktisch gar nicht zu realisieren ist.

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Für diese Untersuchung messen wir die mittlere Helligkeit bei einem weißen und einem schwarzen Testbild. Das statische Kontrastverhältnis (full on/off) ergibt sich als Quotient der beiden Werte. Zusätzlich berechnen wir die Effizienz der Lichtausbeute in Lumen/Watt.

Mit der Lichtleistung sind wir auch beim Dreh- und Angelpunkt des ASUS ZenBeam Latte L1 angelangt. Laut Hersteller sind maximal 300 LED-Lumen drin. Das Kontrastverhältnis soll bei 400:1 liegen. Den Begriff „LED-Lumen“ gibt es aber eigentlich gar nicht. Üblicherweise wird die Lichtleistung in ANSI-Lumen angegeben und an einem weißen Testbild gemittelt über die ganze Bildfläche gemessen.

Auch diese Angabe ist nur bedingt aussagefähig, da dabei die ebenfalls sehr wichtige Farbhelligkeit nicht berücksichtigt wird. Bei der Leuchtkraft der Farben sind LED-Beamer im Vergleich zu Projektoren mit konventionellem Lampensystem in der Regel im Vorteil. Da die LED-Projektoren bei der Messung nach ANSI-Lumen schwächer aussehen als sie eigentlich sind, geben manche Hersteller die Helligkeit in LED-Lumen mit einem deutlich höheren Wert an.

Beim ebenfalls auf Portabilität getrimmten M2 beziffert ViewSonic die Helligkeit beispielswiese auf 1200 LED-Lumen. Im Datenblatt findet man dann etwas versteckt auch die Angabe 500 ANSI-Lumen. Die Angabe von ASUS überrascht daher schon sehr, denn 300 ANSI-Lumen wären schon extrem wenig – erst recht, wenn der Wert bereits als LED-Lumen gemeint ist.

Nach unseren Messungen ergibt sich folgendes Bild:

Helligkeit in Lumen Schwarzwert in Lumen Statisches Kontrastverhältnis Lichtausbeute in Lumen/Watt
Standardmodus 95 0,2385 398:1 5,4
Eco-Modus 46 0,1361 337:1 4,6
Standardmodus
(Akkubetrieb)
78 0,2061 381:1

Messwerte zu Helligkeit, Schwarzwerten und Kontrastverhältnis

Einen separaten Regler für die Lampenleistung gibt es beim L1 nicht. Die Lichtleistung wird primär durch den gewählten Bildmodus bestimmt. Hier werden allerdings auch die Farbtemperatur und vermutlich weitere, versteckte Parameter geändert. Das hat zusätzlich Auswirkungen auf die wahrgenommene Helligkeit, die beispielsweise bei kühleren Farbtemperaturen in der Regel höher ist – auch bei unveränderten Messwerten.

Der ab Werk voreingestellte Standardmodus ist aus unserer Sicht für praktisch alle Anwendungszwecke bereits optimal gewählt. Der Präsentationsmodus ist zwar noch etwas heller, aufgrund der Farbveränderungen aber eben auch nur für Präsentationen, Textdarstellung etc. geeignet. Im Kinomodus mag die Farbtemperatur etwas wärmer sein und damit näher an der HDTV-Norm liegen, dafür nehmen jedoch die ohnehin schon magere Lichtleistung und der Kontrast noch weiter ab. Daher empfehlen wir auch für die Spielfilm-Wiedergabe den Standardmodus.

Wie bereits eingangs erwähnt, reicht die Lichtleistung des ASUS ZenBeam Latte L1 für unsere 90-Zoll-Standardleinwand selbst bei vollständiger Verdunkelung nicht mehr aus. Bis zu einer 65-Zoll-Diagonalen kann man aber aus unserer Sicht durchaus auch Blockbuster noch mit Genuss anschauen. Was da noch gut genug ist, ist selbstverständlich etwas sehr Subjektives.

Der Energiesparmodus ist aus unserer Sicht im Netzbetrieb praktisch sinnfrei, da sich die Lichtleistung hier noch einmal mehr als halbiert. Auch im Akkubetrieb reduziert sich die Helligkeit zwar spürbar, aber bei Weitem nicht so dramatisch. Unter Optimalbedingungen sollte das noch für 55 bis 65 Zoll reichen. Wer Eulen-Augen hat, kann dann auch gern noch zusätzlich in den Energiesparmodus schalten. Mit großem Kino hat das auf jeden Fall nichts mehr zu tun. Vor allem wenn man bedenkt, dass es selbst spät abends auf einem Campingplatz nicht wirklich dunkel ist.

Beim Schwarzwert schneidet der ASUS ZenBeam Latte L1 erfreulicherweise deutlich besser ab als der ASUS ZenBeam S2. Der daraus resultierende Kontrast ist daher in etwa identisch. Die Energieeffizienz ist mit 5,4 Lumen/Watt zwar etwas schlechter, aber im Vergleich zu Projektoren mit herkömmlicher UHP-Lampe ausgezeichnet.

1 KOMMENTAR

  1. Gerne mehr günstige LED/Laser Beamertests. Ihr braucht ein Schallpegelmessgerät, oder eine Test-Tonaufnahme aus 1m Abstand zum anhören Ist z.B. der ASUS H1 oder der Test BenQ X1300i leiser?
    Dankeschön

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