Test ASUS ZenBeam Latte L1: Ultra-portabler LED-Projektor
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Subjektive Beurteilung

Die beiden Aufnahmen unten zeigen links das Original-Testbild, das wir projiziert haben, und rechts ein Foto der Leinwand. Solche Vergleiche sind natürlich gerade bei Geräten mit erweitertem Farbraum mit Vorsicht zu genießen. Bei der Ausgabe müssen wir die Bilder für die Web-Anzeige zwangsläufig in sRGB konvertieren. Außerdem können bei der Aufnahme einer Projektion Unterschiede im Dynamikumfang entstehen, die sich ebenfalls auf die Farben auswirken.

Originalfoto (Testbild)
Originalfoto
Foto (Testbild) von der Leinwand
Foto von der Leinwand

Beim ASUS ZenBeam Latte L1 lässt sich die subjektive Wahrnehmung aber sehr gut über diesen Vergleich transportieren. Bei Hauttönen der beiden Damen passt die Projektion des L1 sehr akkurat. Bei den Buntstiften, dem Windrad, aber auch bei den definierten Farbfeldern werden die Farben etwas kräftiger dargestellt – ohne dabei den Bezug zur ursprünglichen Farbe zu verlieren.

An der Farbdarstellung gibt es also wirklich nichts auszusetzen. Sie ist übrigens dem ASUS ZenBeam S2 sehr ähnlich. Im Folgenden zeigen wir dazu noch ein paar Szenen aus realen Filmen, bei denen jeweils bestimmte Farben vorherrschend sind.

ASUS ZenBeam Latte L1: Zu schwach für großes Kino, eher ein tragbarer 65-Zoll-Fernseher
Zu schwach für großes Kino und eher ein tragbarer 65-Zoll-Fernseher

Der Hauptknackpunkt beim ASUS ZenBeam Latte L1 ist die magere Lichtleistung, die für großes Kino auch unter Optimalbedingungen im vollständig abgedunkelten Wohnzimmer einfach nicht mehr ausreicht. Das Maximum, bei dem wir noch gern einen richtigen Blockbuster genießen würden, liegt bei einer Diagonalen von etwa 65 Zoll.

Der Projektor ist damit eher als tragbarer Fernseher denn als Heimkino-Projektor zu sehen. Dabei kommt ihm natürlich das Android-basierte Betriebssystem zugute, da sich die wichtigsten Streaming-Apps einfach per Installation nachrüsten lassen. Von dem hochintegrierten und durchgängig aus einem Guss wirkenden Ansatz, den wir beispielsweise von LG-Fernsehern kennen, ist der Winzling aber noch weit entfernt.

Kontrast nicht berauschend, aber noch ausreichend
Kontrast nicht berauschend, aber noch ausreichend
Sehr gute Darstellung von Hauttönen
Sehr gute Darstellung von Hauttönen

Der Kontrast ist im Standardmodus trotz der geringen Messwerte eigentlich gar nicht mal so schlecht. Düstere Szenen sind zwar auch nicht gerade die Stärke des Latte L1, dennoch schneidet er hier ein Tick besser ab als der ASUS S2.

Glaubwürdiges Pflanzengrün
Glaubwürdiges Pflanzengrün
Schwarzwert und Detailzeichnung in dunklen Szenen könnte besser sein
Schwarzwert und Detailzeichnung in dunklen Szenen könnte besser sein

Hinsichtlich Reaktionsverhalten waren im Praxistest bei Spielen und Videos keine ungewöhnlichen Nachzieheffekte oder Bewegungsunschärfen zu sehen. Die DLP-Technik ist grundsätzlich mit ihren schnellen Reaktionszeiten auch für Spieler gut geeignet. Den Input-Lag haben wir hier allerdings nicht gemessen, und der ASUS ZenBeam Latte L1 ist auch aufgrund der Lichtleistung nicht gerade sonderlich gut zum Gamen geeignet.

Die DLP-Technik hat meist einen generellen Nachteil in Form des sogenannten Regenbogen-Effekts. Bei aufwendig konzipierten LED-Projektoren soll das zwar komplett entfallen, war aber bei anderen Tests für uns dennoch zum Teil zu beobachten. Beim ASUS ZenBeam Latte L1 ist uns in dieser Hinsicht jedoch überhaupt nichts aufgefallen. Das mag zwar auch mit der kleineren Bilddiagonale zusammenhängen. Doch selbst wenn wir versucht haben, den Effekt bewusst zu provozieren, war nichts davon zu sehen.

Sound

Während ausgewachsene Heimkino-Projektoren von vornherein eine dazu passende Surround-Anlage voraussetzen, machen integrierte Lautsprecher portable Geräte wie den ASUS ZenBeam Latte L1 erst richtig „rund“. Der L1 hat dazu nicht nur zwei Stereo-Lautsprecher mit je 5 Watt an Bord, sondern versteht sich quasi in Doppelfunktion auch noch als Bluetooth-Lautsprecher.

Der Aufdruck „Sound by harman/kardon” ist meist primär ein Marketing-Siegel. Berücksichtigt man die winzigen Abmessungen des Gerätes, enttäuschen die Lautsprecher hier aber nicht. Im OSD hat man sogar die Möglichkeit, für Film, Musik und Gaming jeweils den passenden Audio-Modus zu wählen.

Die Lautsprecher des ASUS ZenBeam Latte L1 mit 2 x 5 Watt, powered by harman/kardon
Lautsprecher mit 2 x 5 Watt – powered by harman/kardon

Bei der Filmwiedergabe fällt uns die Beurteilung allerdings deutlich leichter. Das Volumen und die maximale Lautstärke sind naturgegeben begrenzt. Dennoch reicht es aus unserer Sicht aus, um beispielsweise Serien anzuschauen. Bei Blockbustern mit besonders ausgefeilten Klangeffekten wie „Star Wars“ oder „Game of Thrones“ bleiben natürlich Wünsche offen. Doch auch bei Spielfilmen kann man zur Not mit den integrierten Lautsprechern auskommen.

Der Druck auf die Bluetooth-Taste macht aus dem Projektor dagegen einen Bluetooth-Lautsprecher, der sich ganz einfach mit dem Smartphone koppeln lässt. Leider wird das Bild dabei recht abrupt ausgeschaltet, sodass man auch nicht sehen kann, ob gleichzeitig der Audio-Modus entsprechend angepasst wird. Da sollte ASUS noch einmal nachbessern, denn zumindest die angezeigte Koppelungs-PIN muss man ja noch erkennen können.

Bei der Nutzung als Bluetooth-Lautsprecher fällt uns die Einordnung schon schwerer. Zum einen sind hier höhere, audiophile Ansprüche zu unterstellen, zum anderen gibt es in dieser Preisklasse auch schon sehr kleine Klangkünstler, die einen richtig umhauen.

Das ist beim ASUS ZenBeam Latte L1 aber eher nicht der Fall. Interessanterweise kommt das Gerät mit Klassik deutlich besser zurecht als mit aktueller Popmusik. Die Tiefen kommen zwar erstaunlich gut rüber, dafür hören sich manche Klangeffekte in den Höhen etwas scheppernd an. Selbstverständlich haben wir vorher manuell auf den Musikmodus umgeschaltet. Zu Hause würde bei uns der L1 also eher nicht als Lautsprecher zum Einsatz kommen. Unterwegs sieht das anders aus. Mehr Power als die Klanggeber eines hochwertigen Smartphones hat er allemal.

Soweit für uns ersichtlich, ist Bluetooth beim ASUS ZenBeam Latte L1 aber leider nur als „Einbahnstraße“ zu verstehen. Das heißt, das Modell kann zwar selbst als Bluetooth-Lautsprecher verwendet werden, man kann aber nicht andere Bluetooth-Lautsprecher anbinden. Andere Geräte wie Mäuse und Tastaturen erst recht nicht. Zumindest ist es möglich, dem Gerät via Bluetooth Videolinks zuzusenden, die dann später abgespielt werden können. Das haben wir aber nicht getestet.

1 KOMMENTAR

  1. Gerne mehr günstige LED/Laser Beamertests. Ihr braucht ein Schallpegelmessgerät, oder eine Test-Tonaufnahme aus 1m Abstand zum anhören Ist z.B. der ASUS H1 oder der Test BenQ X1300i leiser?
    Dankeschön

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