Test BenQ BL3201PT: ausgezeichneter 32 Zoll UHD-Monitor
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Interpolation

Bei den Interpolationseinstellungen bleiben keine Wünsche offen. Bei kleineren als der nativen Auflösung mit 3.840 x 2.160 Pixeln kann eine Darstellung gestreckt aufs Vollbild, eine vergrößerte seitengerechte Anzeige oder der 1:1-Modus ausgewählt werden. Der Hersteller geht aber in diesem Bereich noch einen Schritt weiter und erlaubt auch die Darstellung auf die Größe von verschiedenen vordefinierten Monitorgrößen.

Gedacht war diese Funktion ursprünglich für Spieler, damit diese sich zu Hause trotz anderer Bildschirmgrößen auf gestellte Monitore bei Events vorbereiten konnten. Auswählbar sind in diesen Bereich 19″, 22″(16:10), 23″, 24″, 24″ (16:10), 27″, 27″ (16:10) und 30″.

Benq Bl3201pt Monitor Gitter2160
Benq Bl3201pt Monitor Gitter1080
Benq Bl3201pt Monitor Gitter1080
Testgrafik: links: native; mittig: 1.920 x 1.080; rechts: 1.280 x 720.

Bildlich gegenübergestellt haben wir wie üblich die beiden kleineren 16:9-Auflösungen mit 1.920 x 1.080 und 1.280 x 720 Pixeln. Beide Einstellungen lieferten leicht unscharfe Darstellungen, ansonsten aber sehr gute Ergebnisse. Über den Schärferegler konnten wir diesen Effekt fast vollständig entfernen, indem wir die Voreinstellung von 5 auf 7 erhöht haben.

Mit diesen Einstellungen konnte auch mehrere Stunden problemlos in den kleineren Auflösungen gearbeitet werden. Zusammen mit den vielen Einstelloptionen hat sich das Gerät in diesem Bereich daher die Bestnote verdient.

Benq Bl3201pt Monitor Text2160
 
Benq Bl3201pt Monitor Text1080
 
Benq Bl3201pt Monitor Text720
Textwiedergabe: oben: native; mittig: 1.920 x 1.080; rechts 1.280 x 720.

Reaktionsverhalten

Den BenQ BL32001PT haben wir in der nativen Auflösung bei 60 Hz am DisplayPort-Anschluss untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt wird die Reaktionszeit mit 5 Millisekunden (GtG) angeben. Die Overdrive-Funktion besitzt drei Reglerpositionen: Aus, Hoch und Premium. In der Werkseinstellung ist die Reglerposition „Hoch“ aktiviert.

Der Color-to-Color-(CtC)-Messwert geht über die herkömmlichen Messungen von reinen monochromatischen Helligkeitssprüngen hinaus, schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren.

Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunkts gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Overdrive „Aus“

Wir ermitteln den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 12,6 Millisekunden und den schnellsten Grauwechsel mit 8,5 Millisekunden. Der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte beträgt 15,4 Millisekunden. Der CtC-Wert ist mit 14 Millisekunden als nicht mehr ganz so schnell zu bezeichnen. Überschwinger sind in diesem Modus nicht vorhanden und entsprechend auch keine Doppelkonturen oder Artefakte sichtbar.

Benq Bl3201pt Monitor 60Hz Schaltzeiten Aus
Benq Bl3201pt Monitor 60Hz Gtg Aus
Mittlere Schaltzeiten ohne Überschwinger.

Overdrive „Hoch“

Mit dem Anschalten der Pixelbeschleunigung auf „Hoch“ kommt das IPS-Panel mehr in Fahrt. Der Schwarz-Weiß-Wechsel verringert sich leicht auf 12,3 Millisekunden. Den schnellsten Grauwechsel messen wir mit 5,6 Millisekunden und der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte beträgt 11,7 Millisekunden.

Der CtC-Wert erreicht in dieser Stellung deutlich schnellere 8,8 Millisekunden. Der Helligkeitsverlauf (GtG 80-50 %) zeigt allerdings schon ziemlich hohe Überschwinger. Trotz der hohen Ausschläge halten sich Artefakte und Doppelkonturen noch im Rahmen.

Benq Bl3201pt Monitor 60Hz Schaltzeiten Hoch
Benq Bl3201pt Monitor 60Hz Gtg Hoch
Beschleunigte Schaltzeiten und hohe Überschwinger.

Overdrive „Premium“

Mit dem Anschalten der Pixelbeschleunigung „Premium“ nimmt der BenQ BL3201PT richtig Fahrt auf. Der Schwarz-Weiß-Wechsel beträgt jetzt 10 Millisekunden. Der schnellste Grauwechsel beträgt 3 Millisekunden und der Durchschnittswert für alle unsere 15 Messpunkte reduziert sich auf 8,6 Millisekunden. Der CtC-Wert sinkt auf schnelle 5 Millisekunden.

Die Überschwinger nehmen jetzt aber groteske Formen an, womit unsere Grafik gesprengt wird. Hier wollte BenQ schlichtweg zu viel aus den Monitor herausholen. Die Höchste Stellung ist nicht empfehlenswert.

Benq Bl3201pt Monitor 60Hz Schaltzeiten Premium
Benq Bl3201pt Monitor 60Hz Gtg Premium
Schnellere Schaltzeiten bei extremen Überschwingern.

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen im Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Benq Bl3201pt Monitor 60Hz Netz Aus
Benq Bl3201pt Monitor 60Hz Netz Hoch
Reaktionszeiten Overdrive „Aus“ (links) und „Hoch“ (rechts).
Benq Bl3201pt Monitor 60Hz Netz Premium
Reaktionszeiten Overdrive „Premium“.

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim BenQ BL3201PT messen wir mit 7 Millisekunden eine recht kurze Signalverzögerung. Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist mit 3,8 Millisekunden ebenfalls recht schnell. Insgesamt beträgt der Gesamtwert für die mittlere Gesamtlatenz damit gute 10,8 Millisekunden.

1 KOMMENTAR

  1. Die Angabe 97 Watt stammt wohl aus dem deutschen Datenblatt und ist offensichlich ein Zahlendreher, denn im englischen Datenblatt und auf allen BenQ-Internetseiten ist unter „Spezifikation“ 79 Watt angegeben. Dieser Wert ist dann schon praxisnah, denn er beinhaltet wohl auch den sonstigen Leistungsbedarf (2x 5 W Lautsprecher, USB etc.).

    Die Darstellung der Blickwinkelempfindlichkeit in Bild und Hands-on-Film widersprechen sich. Im Film ist keine Abhängigkeit zu erkennen.
    Der Grund dürfte sein, dass die Filmkamera mit variabler Belichtungszeit eingestellt war. Dieses erkennt man daran, dass beim größten Blickwinkel der zuvor schwarze Hintergrund bräunlich wird – eine Folge der Belichtungszeitregelung wegen größer gewordener Schwarzfläche.

    Kann man auch anderen Hands-on-Filmen in dieser Hinsicht kein Vertrauen schenken?

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