Test EIZO CG319X – Top Monitor für DCI-4K-Content
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Kalbrierungssensor

Um die integrierte Kalibrierungssonde unterzubringen, hat der EIZO CG319X schon eine recht prägnante „Stirn“. Das hat im Betrieb leider auch einen Nachteil. Im Gegensatz zum lichtschluckenden Material der Lichtschutzblende wird der innere Rahmen beim Probanden schon leicht durch den Bildschirminhalt aufgehellt und spiegelt diesen teilweise auch etwas.

Ausbuchtung oben im Gehäuserahmen für die integrierte Kalibrierungssonde
Ausbuchtung für die integrierte Kalibrierungssonde
Die Aufhellung des Erkers für den Kalibrierungssensor ist etwas gewöhnungsbedürftig
Die Aufhellung des Erkers für den Kalibrierungssensor ist etwas gewöhnungsbedürftig

Je nachdem wie man das Gerät neigt, ist das entweder oben oder unten stärker zu sehen. Abhängig vom Bildinhalt entsteht dadurch schon eine gewisse Ablenkung. Sie fällt vor allem deshalb auf, weil die Umgebung durch die Lichtschutzblende darüber komplett schwarz ist.

Aus unserer subjektiven Sicht ist das zwar erwähnenswert, aber schlussendlich kein Grund, nicht gern mit dem EIZO CG319X gearbeitet zu haben.

Standbein: Neigungsgelenk oben
Standbein: Neigungsgelenk oben
Standbein: Zweistufige Höheneinstellung unten
Standbein: Zweistufige Höheneinstellung unten

Zum Bündeln der Kabel liegt dem Lieferumfang ein kleiner, runder Kunststoff-Clip bei. Er kann wahlweise in zwei Positionen aufgesteckt werden – je nachdem wie man die Kabel abführen will.

Kabelführung des Eizo CG319X in Position 1
Kabelführung in Position 1
Kabelführung des Eizo CG319X in Position 2
Kabelführung in Position 2

Das Netzteil ist beim EIZO CG319X wie gewohnt direkt im Gehäuse untergebracht und verfügt über einen separaten Power-Schalter. Das Gerät wird komplett passiv gekühlt.

Für die Abwärme sind entsprechende Lüftungsschlitze auf der Rückseite und im Rahmen seitlich untergebracht. Im Betrieb ist vor allem im Bereich der oberen Lüftungsschlitze eine leichte Erwärmung zu spüren. Die Kühlung erfolgt rein passiv. Auch Helligkeits- oder Kontrast-abhängige Störgeräusche bleiben erfreulicherweise völlig aus.

Lüftungsschlitze auf der Displaygehäuserückseite
Lüftungsschlitze

Die Mulde oberhalb der Lüftungsschlitze hat auch noch eine praktische Funktion, da sie als Griff zum Transport verwendet werden kann.

Praktischer Griff am Monitorgehäuse zum Transport des Eizo CG319X
Praktischer Griff zum Transport

Technik

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 140 W 87,4 W
Betrieb typisch 52 W
140 cd/m² k. A. 57,17 W
Betrieb minimal k. A. 41,28 W
Energiespar­modus (Standby) 1,2 W 9,9 W
Ausgeschaltet (Soft Off) k. A. 9,9 W
Ausgeschaltet (Netzschalter) 0 W 0 W

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

EIZO nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 140 Watt. Nach unseren Messungen liegt der Maximalverbrauch mit 87,4 Watt sogar 38 % darunter.

Unverständlich hoch ist dagegen auch beim EIZO CG319X der Verbrauch im Standby von 9,9 Watt. Der Soft-off-Button ändert daran auch nichts. Erst der Netzschalter kann den Verbrauch tatsächlich auf null senken. Die Herstellerangabe erreicht man nur, wenn man das USB-Hub-Kabel abzieht. Dann hört man beim EIZO CG319X ein Relaisklicken, und der Standby-Verbrauch sinkt auf akzeptable 0,9 Watt.

Das USB-Hub-Kabel will man aber eigentlich immer angeschlossen lassen. Nicht nur zur Nutzung der seitlichen USB-Ports, sondern vor allem wegen der notwendigen Datenverbindung für die Hardware-Kalibrierung.

Unverständlich ist, wieso EIZO dieses Problem beim etwas zeitgleich erschienenen CG279X lösen konnte und es beim CG319X doch wieder auftritt. Beim CG279X gibt es im Administratoren-Menü des OSDs die Option „Kompatibilitätsmodus“. Schaltet man sie ab, hört man beim Übergang in den Standby ein Relaisklicken, und der Verbrauch liegt so, wie man es erwartet.

Der EIZO CG319X hat diese Option zwar auch, sie hat aber nicht die gleiche Wirkung. Da es dieses Relaisklicken beim CG2730 und CS2730 überhaupt nicht gibt, scheint der EIZO CG319X zwar schon die notwendige Hardware für einen besseren Standby zu haben. In unserem Test funktionierte sie aber nicht so, wie sie soll.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 57,17 Watt an, die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich zu 0,6 cd/W. Im generellen Vergleich zu anderen Monitoren ist das ein sehr schlechter Wert. Für die Leistungsklasse des EIZO CG319X ist er aber typisch und auch akzeptabel.

Anschlüsse

Die Anschlüsse befinden sich rechts vom Standbein und sind vorbildlich beschriftet. Mit je zweimal DisplayPort (HDCP 1.3) und HDMI („Deep Color“, HDCP 2.2/1.4) kann man schon recht zufrieden sein, auch wenn Consumer-Geräte hier oft mehr bieten. Auf einen USB-C-Anschluss muss man beim EIZO CG319X verzichten.

Anschlüsse des Eizo CG319X
Anschlüsse

Eher untypisch für EIZOs CG-Geräte ist dagegen das Fehlen eines zweiten USB-Upstreams. Drei Downstream-Ports mit USB-3.0-Geschwindigkeit findet man im seitlichen Erker. Einer davon bietet eine Akku-Ladefunktion mit 10,5 Watt.

USB-3.0-Downstream-Ports: Noch gut zu erreichen im seitlichen Erker
USB-3.0-Downstream-Ports: Noch gut zu erreichen im seitlichen Erker
USB-3.0-Downstream-Ports: Der oberste mit Akku-Ladefunktion
USB-3.0-Downstream-Ports: Der oberste mit Akku-Ladefunktion

Bedienung

Die Bedienung erfolgt über sehr zuverlässig reagierende Multifunktions-Touch-Tasten. Die ColorEdge-Geräte haben einen kleinen Lautsprecher verbaut, der ausschließlich für die akustische Rückmeldung bei der Bedienung des Gerätes dient. Der Signalton ist auch abschaltbar. Aus unserer Sicht wird die Touch-Bedienung durch die akustische Rückmeldung aber spürbar aufgewertet.

Sobald man eine Taste berührt, wird direkt darüber eine Leiste mit den jeweiligen Funktionen im Bildschirm eingeblendet. Die Tasten sind mit weißen LEDs beleuchtet und so auch bei Dunkelheit gut zu finden. Die Beleuchtung empfanden wir bei der Bildbearbeitung nie als störend. Bei Bedarf kann die Helligkeit aber angepasst oder auch ganz abgeschaltet werden.

Moderne und zuverlässige Touch-Tasten
Moderne und zuverlässige Touch-Tasten

16 KOMMENTARE

  1. You seem to have missed that this is BGR as the screen is flipped, same as the HP Z31x but not the Nec PA311D which is RGB. If you zoom in the interpolation pictures you can see the brownish left and bluish right halos on the letters which come with using subpixel font smoothing with the wrong layout.

    Also would be curious to know what you think of the lack of sharpness setting on this monitor as that should have probably been mentioned, it’s something that on the Z31x which I own I’ve found very bothersome as text is much harder to read than on a monitor that has it.

    • On page four you will find a coating picture. If we had noticed a blur in this regard, we would have written it in the test.

  2. Zum NEC PA311D schreiben Sie:
    „In der EBV wird man in der Regel zugunsten einer bestmöglichen Bildhomogenität die Gleichförmigkeitskorrektur auf die höchste Stufe setzen. Im Durchschnitt liegt der Kontrast dann bei 993:1. Berücksichtigt man nur den tatsächlich sinnvollen Helligkeitsbereich, sind es 900:1.“

    Ihre entsprechende Angabe zum Eizo CG319X lautet:
    „Hier sinkt die Maximalhelligkeit auf immer noch völlig ausreichende 303 cd/m². Auch das Kontrastverhältnis ist mit 1173:1 weiterhin ausgezeichnet.“

    (Beide Angaben beziehen sich auf vollen Helligkeitsausgleich.)
    Wenn man aber nun den Eizo ebenfalls nicht bei 303 cd/qm nutzt, sondern für Bildbearbeitung übliche Bereiche nutzt, dann singt wohl auch hier der Kontrast noch unter die 1173:1, oder?

    Mir ist so in Ihren Angaben leider keine direkte Vergleichbarkeit zu entnehmen.
    Ich nehme aber mal an, dass ganz grundsätzlich der Kontrast beim Eizo besser ist. Es wäre höchstens die Frage, ob man das auch so deutlich sieht.

    • Beim Vergleich der Kontrastverläufe der beiden Geräte (mit Gleichförmigkeitskorrektur) müsste der Unterschied eigentlich schon auffallen, zumal er ja auch im Test beschrieben ist…
      Das Kontrastverhältnis berechnen wir grundsätzlich als Durchschnittswert über den gesamten Helligkeitsbereit. Normalerweise verläuft die Kurve linear-waagrecht. Das ermittelte Kontrastverhältnis gilt also aber den gesamten Helligkeitsbereich – so wie beim EIZO.
      Beim NEC steigt die Kurve ungewöhnlicher Weise ab 60% bzw. 240 cd/m² plötzlich nach oben an und erreicht ab 80% bzw. 324 cd/m² ein Plateau von rund 1200:1. Zum einen findet in diesem Bereich aber keine EBV statt, zum anderen ist das – wie erwähnt – ein Hinweis darauf, dass vermutlich ab 60% die Gleichförmigkeitskorrektur nicht mehr richtig arbeitet.
      Die Bildhomogenität messen wir bei einer sinnvollen Arbeitshelligkeit von 140 cd/m². Wir gehen davon aus, dass der EIZO die hier ermittelten Ergebnisse über den gesamten Helligkeitsbereich liefern kann. Der NEC aber nur von 0 – 60%.
      Also ja, die Qualität eines True Black Panels von EIZO sieht man, v.a. in der Realität bzw. Praxis, wo die Summe der Gesamtlösung mehr ist als der stundenlange Vergleich einzelner Messwerte verraten kann.

  3. I just got a HP Z31x with an insane price. It will arrive tomorrow. Using a NEC PA302w which is very nice as well.

  4. Den von der Größer her vergleichbaren EIZO EV3285 haben Sie so positiv getestet, dass ich mich als ambitionierter Hobby-Fotograf hier bei diesem Gerät frage, ob es den Mehrpreis wert ist.
    Bislang konnte ich mich mit sRGB anfreunden und kann auch alle paar Monate mit einem externen Gerät kalibrieren. Bin unschlüssig, ob der vierfache Preis für mich sichtbar würde.
    Für einen hilfreichen Hinweis wäre ich dankbar.

    • Zwischen den Geräten liegen Welten und der Mehrpreis ist gerechtfertigt. Die EV-Serie ist für das Büro konzipiert, die CG-Serie ist für Profibildbearbeitung.

      • Ok. Was wäre denn ein 4K-32Zoll-Monitor für die Bearbeitung hochwertiger RAW-Fotos z.B. einer Canon EOS R5 oder 5DIV, der zwar finanziell günstiger aber relaitv „wenig schlechter“ ist von der Bildqualität her?

        • Keiner. Sorry aber es gibt schlichtweg keinen. Alleine schon die Hardwarekalibrierung ist von der Umsetzung und der Software einzigartig. Der Preis ist hoch, keine Frage, aber jeden Euro wert. Alternativ wäre noch der NEC MultiSync PA311D eine Option. Das war es dann aber auch schon. Oder Du gehst auf 27 Zoll, da hast Du deutlich mehr Auswahl. Falls Du weitere Fragen hast und das zu einer Kaufberatung wird, nutze bitte unser Forum. Eine Kaufberatung ist hier leider nicht darstellbar.

          • Der EIZO CG 279X ist zwar eine Alternative aber doch ein etwas anderer Monitor.
            Kann man den EIZO CG 319X auch bei einem nur möglichen Betrachtungs- und Arbeitsabstand von ca. 70cm noch gut nutzen oder sollte ist es augenschonennder, den CG 279X zu nehmen?
            Ist der CG 279X für die fast ausschließliche Fotobearbeitung mit wenig Video und eigenen Druckarbeiten auch für Awards besser geeignet als der CG 319X?
            Danke.

  5. Schönes Review. Ich frag mich nur: Ist der Eizo CG319X wirklich alternativlos? Der NEC PA311D unterstützt auch 4K. Hat sogar Pivot. Und ist deutlich günstiger.

    • Danke für den Hinweis. Die DCI-4K-Auflösung ist zwar selten, aber auch beim NEC PA311D zu finden. Den haben wir aber noch nicht getestet.

  6. Toller Monitor! Ich habe mich ja bereits vor diesem Test von den Vorteilen überzeugen lassen und warte nun eigentlich nur noch eine gute Gelegenheit ab.

    … es gab übrigens schon lange keine Usertests mehr. 🙂

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