Test EIZO CG319X – Top Monitor für DCI-4K-Content
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OSD

Das OSD von EIZO mag optisch schlicht wirken. Hinsichtlich Funktionalität und Bedienlogik ist es aber bekanntermaßen erstklassig. Trotz des großen und professionellen Funktionsumfangs findet man sich sofort zurecht.

OSD: Bedienhilfe (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Bedienhilfe (Screenshot: EIZO-Handbuch)

Signalquelle und Farbmodus können unmittelbar über die Schnellauswahl angepasst werden. Anstelle des Helligkeitsreglers sind beim EIZO CG319X hier zwei neue Funktionstasten hinzugekommen, die über die Einstellungen mit unterschiedlichen Funktionen belegt werden können. Beispielsweise lassen sich so Farbumfangs- und Helligkeitswarnungen schnell ein- und ausblenden.

Nützliche Informationen liefert der EIZO CG319X auch zum Beispiel automatisch beim Wechsel der Signalquelle. So erkennt man sofort, welche Farbtiefe und welcher Dynamikumfang beim Monitor ankommen.

OSD: Hauptmenü (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Hauptmenü (Screenshot: EIZO-Handbuch)

Das Hauptmenü besteht wie gewohnt aus sieben Hauptebenen mit logischen und selbsterklärenden Funktionsumfängen. Jede Eingabe wird prompt und ohne jede Verzögerung ausgeführt. Das gilt vor allem auch für das Umschalten verschiedener Farbmodi bzw. Farbraumemulationen. So macht die OSD-Bedienung wirklich Spaß. Kritisieren könnte man höchstens, dass das OSD nicht an die 4K-Auflösung angepasst wurde.

Genauso wie beim EIZO CG279X kann man auch beim EIZO CG319X für jeden Bildmodus die Zieleinstellungen einsehen und sogar ändern. Werden sie verändert, warnt der aktuelle Proband mit lila gefärbter Schrift, dass die neuen Einstellungen noch kalibriert werden müssen.

Dank des integrierten Kalibrierungssensors kann man die Kalibrierung direkt aus dem OSD heraus – auch ohne Umweg über den ColorNavigator – anstoßen. Dabei kann man in farbunkritischen Anwendungen sogar ungestört weiterarbeiten. Lediglich der ausgefahrene Sensor und ein sehr kleines Fenster für die Kalibrierung versperren die normale Sicht auf den Desktop.

OSD: Bildeinstellungen Presets (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Bildeinstellungen Presets (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Bildeinstellungen bei Kalibrierungs-Modi (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Bildeinstellungen bei Kalibrierungs-Modi (Screenshot: EIZO-Handbuch)

Die Einstellungen für die regelmäßige Selbstkalibrierung kann man bequem über die Software treffen oder auch direkt im OSD – oder sie zumindest dort kontrollieren. Auch wenn man während der Selbstkalibrierung problemlos weiterarbeiten kann, empfehlen wir, sie trotzdem auf die Nachtstunden zu legen. Wenn der Arbeitsraum vollständig dunkel ist, sind auf jeden Fall mögliche Fehlerquellen durch Streulicht ausgeschlossen.

OSD: Selbstkalibrierung (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Selbstkalibrierung (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: "Safe Area Marker" (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: „Safe Area Marker“ (Screenshot: EIZO-Handbuch)

Die beiden letzten Abbildungen zeigen noch die allgemeinen Systemeinstellungen und das versteckte Administrator-Menü. Ersteres ist selbsterklärend. Im Admin-Menü sind wie bereits beschrieben insbesondere der „Compatibility Mode“ und die Einstellung für „DUE Priority“ wichtig.

OSD: Systemeinstellungen (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Systemeinstellungen (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Administrator-Einstellungen (Screenshot: EIZO-Handbuch)
OSD: Administrator-Einstellungen (Screenshot: EIZO-Handbuch)

Bildqualität

Der Panel-Rahmen und die Oberfläche des Panels sind matt und wirksam entspiegelt. Seitlich einfallendes Licht oder auch ein Betrachter mit heller Kleidung erzeugen nur schwache Reflexionen auf dem Bildschirm.

Normalerweise begutachten wir die Bildqualität aller Monitore zunächst in unkalibriertem Zustand nach dem Rücksetzen auf Werkseinstellungen. Der EIZO CG319X ist dabei aber ein Sonderfall. Zum einen verwendet er ab Werk den Bildmodus Bt. 2020 mit dem dazugehörigen Gamma, das zur Begutachtung unserer Testgrafiken wenig hilfreich ist.

Ferner ist beim EIZO CG319X die Messsonde im Gehäuse integriert, und die Hardware-Kalibrierung stellt ein wesentliches Feature des Gerätes dar. Der Proband kann sich, auch ohne an einen Windows-PC/Mac angeschlossen zu sein, komplett selbst kalibrieren. Seit ColorNavigator in Version 7 werden dabei die Werks-Presets wie sRGB und Adobe RGB automatisch mitkalibriert.

Daher haben wir das Gerät nach dem Rücksetzen auf die Werkseinstellungen zunächst einen Kalibrierungsdurchlauf durchführen lassen und dabei folgende Einstellungen verwendet:

Bildmodus: User
Helligkeit: 140 cd
Kontrast: nicht vorhanden
Gamma: 2,2
Farbtemperatur: 6500 K
RGB: 100/93/76
Color-Gamut: Nativ
DUE Priority: Uniformity
Schärfe: nicht vorhanden
Reaktionszeit: nicht vorhanden

Mit diesen Einstellungen ist eine Vergleichbarkeit zu anderen Geräten der CG-Serie und generell anderen Monitoren am besten gegeben, und wir haben sie so für die nachfolgende Beurteilung bei Werkseinstellung verwendet.

Graustufen

Die Graustufen und der Grauverlauf sind bereits in der Werkseinstellung Spitzenklasse und auf Referenzniveau. Sie wirken subjektiv komplett neutral. In den Graustufen sind die hellsten und die dunkelsten Abstufungen vollständig zu erkennen.

Die Grauverläufe sind extrem gleichmäßig und fließend. Das gilt nicht nur in der horizontalen, sondern auch in der vertikalen Betrachtung. Farbschimmer und Banding-Effekte waren generell nicht zu beobachten.

Graustufendarstellung des Eizo CG319X
Graustufen

Besonders erwähnenswert ist auch die sich bereits bei den Graustufen zeigende, extrem gute Blickwinkelneutralität. Die Zeichnung bleibt selbst bei extremeren Blickwinkeln praktisch unverändert, da die sonst übliche Aufhellung in dunklen Bereichen ausbleibt.

Dieses Spitzenniveau wird auch von anderen Geräten der CG-Serie erreicht, nicht aber von der CS-Reihe. Verantwortlich dafür ist das nur in den beiden teureren Geräten verbaute True-Black-Panel.

Ausleuchtung

Das linke Foto zeigt ein komplett schwarzes Bild ungefähr so, wie man es mit bloßem Auge bei komplett abgedunkeltem Raum sieht; hier werden die auffälligen Schwächen sichtbar. Das rechte Foto mit längerer Belichtungszeit hebt dagegen die Problemzonen hervor und dient nur der deutlicheren Darstellung.

Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei normaler Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung
Ausleuchtung bei verlängerter Belichtung

Die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung beim Schwarzbild gehört zum Besten, was wir bislang in unseren Tests zu sehen bekommen haben. Dabei fällt auch der sehr gute Schwarzwert sofort auf. Man benötigt schon eine überdurchschnittlich lange Belichtungszeit, um das rechte Foto zu erhalten und dann dort minimal leichte Ungleichmäßigkeiten in der Ausleuchtung zu erkennen. Zieht man das technisch derzeit Machbare in Betracht, darf man das durchaus Perfektion nennen. Verglichen mit den meisten anderen Testgeräten spielen die Displays der CG-Serie auf jeden Fall in einer eigenen Liga.

Besonders bemerkenswert ist nämlich, dass sich das Schwarzbild auch bei extremen Blickwinkeln praktisch nicht ändert. Die sonst übliche Aufhellung der gesamten Bildfläche bleibt vollständig aus. Lediglich ein leichter rötlicher Schimmer wird teilweise sichtbar – insbesondere bei extremen vertikalen Blickwinkeln bzw. von schräg oben.

Den einzigen Kritikpunkt erkennt man nur, wenn man in einem unnatürlich flachen Winkel von der Seite auf das Bild schaut. Dann kann man beim EIZO CG319X in einem schmalen, weißen Streifen die Hintergrundbeleuchtung sehen. Das kennen wir so von anderen CG-Geräten nicht. Im Praxiseinsatz hat das bei halbwegs normalen Blickwinkeln aber keine Rolle gespielt.

Nur aus einem sehr flachen Winkel zu sehen: Durchscheinendes Hintergrundlicht
Nur aus einem sehr flachen Winkel zu sehen: Durchscheinendes Hintergrundlicht

16 KOMMENTARE

  1. You seem to have missed that this is BGR as the screen is flipped, same as the HP Z31x but not the Nec PA311D which is RGB. If you zoom in the interpolation pictures you can see the brownish left and bluish right halos on the letters which come with using subpixel font smoothing with the wrong layout.

    Also would be curious to know what you think of the lack of sharpness setting on this monitor as that should have probably been mentioned, it’s something that on the Z31x which I own I’ve found very bothersome as text is much harder to read than on a monitor that has it.

    • On page four you will find a coating picture. If we had noticed a blur in this regard, we would have written it in the test.

  2. Zum NEC PA311D schreiben Sie:
    „In der EBV wird man in der Regel zugunsten einer bestmöglichen Bildhomogenität die Gleichförmigkeitskorrektur auf die höchste Stufe setzen. Im Durchschnitt liegt der Kontrast dann bei 993:1. Berücksichtigt man nur den tatsächlich sinnvollen Helligkeitsbereich, sind es 900:1.“

    Ihre entsprechende Angabe zum Eizo CG319X lautet:
    „Hier sinkt die Maximalhelligkeit auf immer noch völlig ausreichende 303 cd/m². Auch das Kontrastverhältnis ist mit 1173:1 weiterhin ausgezeichnet.“

    (Beide Angaben beziehen sich auf vollen Helligkeitsausgleich.)
    Wenn man aber nun den Eizo ebenfalls nicht bei 303 cd/qm nutzt, sondern für Bildbearbeitung übliche Bereiche nutzt, dann singt wohl auch hier der Kontrast noch unter die 1173:1, oder?

    Mir ist so in Ihren Angaben leider keine direkte Vergleichbarkeit zu entnehmen.
    Ich nehme aber mal an, dass ganz grundsätzlich der Kontrast beim Eizo besser ist. Es wäre höchstens die Frage, ob man das auch so deutlich sieht.

    • Beim Vergleich der Kontrastverläufe der beiden Geräte (mit Gleichförmigkeitskorrektur) müsste der Unterschied eigentlich schon auffallen, zumal er ja auch im Test beschrieben ist…
      Das Kontrastverhältnis berechnen wir grundsätzlich als Durchschnittswert über den gesamten Helligkeitsbereit. Normalerweise verläuft die Kurve linear-waagrecht. Das ermittelte Kontrastverhältnis gilt also aber den gesamten Helligkeitsbereich – so wie beim EIZO.
      Beim NEC steigt die Kurve ungewöhnlicher Weise ab 60% bzw. 240 cd/m² plötzlich nach oben an und erreicht ab 80% bzw. 324 cd/m² ein Plateau von rund 1200:1. Zum einen findet in diesem Bereich aber keine EBV statt, zum anderen ist das – wie erwähnt – ein Hinweis darauf, dass vermutlich ab 60% die Gleichförmigkeitskorrektur nicht mehr richtig arbeitet.
      Die Bildhomogenität messen wir bei einer sinnvollen Arbeitshelligkeit von 140 cd/m². Wir gehen davon aus, dass der EIZO die hier ermittelten Ergebnisse über den gesamten Helligkeitsbereich liefern kann. Der NEC aber nur von 0 – 60%.
      Also ja, die Qualität eines True Black Panels von EIZO sieht man, v.a. in der Realität bzw. Praxis, wo die Summe der Gesamtlösung mehr ist als der stundenlange Vergleich einzelner Messwerte verraten kann.

  3. I just got a HP Z31x with an insane price. It will arrive tomorrow. Using a NEC PA302w which is very nice as well.

  4. Den von der Größer her vergleichbaren EIZO EV3285 haben Sie so positiv getestet, dass ich mich als ambitionierter Hobby-Fotograf hier bei diesem Gerät frage, ob es den Mehrpreis wert ist.
    Bislang konnte ich mich mit sRGB anfreunden und kann auch alle paar Monate mit einem externen Gerät kalibrieren. Bin unschlüssig, ob der vierfache Preis für mich sichtbar würde.
    Für einen hilfreichen Hinweis wäre ich dankbar.

    • Zwischen den Geräten liegen Welten und der Mehrpreis ist gerechtfertigt. Die EV-Serie ist für das Büro konzipiert, die CG-Serie ist für Profibildbearbeitung.

      • Ok. Was wäre denn ein 4K-32Zoll-Monitor für die Bearbeitung hochwertiger RAW-Fotos z.B. einer Canon EOS R5 oder 5DIV, der zwar finanziell günstiger aber relaitv „wenig schlechter“ ist von der Bildqualität her?

        • Keiner. Sorry aber es gibt schlichtweg keinen. Alleine schon die Hardwarekalibrierung ist von der Umsetzung und der Software einzigartig. Der Preis ist hoch, keine Frage, aber jeden Euro wert. Alternativ wäre noch der NEC MultiSync PA311D eine Option. Das war es dann aber auch schon. Oder Du gehst auf 27 Zoll, da hast Du deutlich mehr Auswahl. Falls Du weitere Fragen hast und das zu einer Kaufberatung wird, nutze bitte unser Forum. Eine Kaufberatung ist hier leider nicht darstellbar.

          • Der EIZO CG 279X ist zwar eine Alternative aber doch ein etwas anderer Monitor.
            Kann man den EIZO CG 319X auch bei einem nur möglichen Betrachtungs- und Arbeitsabstand von ca. 70cm noch gut nutzen oder sollte ist es augenschonennder, den CG 279X zu nehmen?
            Ist der CG 279X für die fast ausschließliche Fotobearbeitung mit wenig Video und eigenen Druckarbeiten auch für Awards besser geeignet als der CG 319X?
            Danke.

  5. Schönes Review. Ich frag mich nur: Ist der Eizo CG319X wirklich alternativlos? Der NEC PA311D unterstützt auch 4K. Hat sogar Pivot. Und ist deutlich günstiger.

    • Danke für den Hinweis. Die DCI-4K-Auflösung ist zwar selten, aber auch beim NEC PA311D zu finden. Den haben wir aber noch nicht getestet.

  6. Toller Monitor! Ich habe mich ja bereits vor diesem Test von den Vorteilen überzeugen lassen und warte nun eigentlich nur noch eine gute Gelegenheit ab.

    … es gab übrigens schon lange keine Usertests mehr. 🙂

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