Test LG 27GN950-B: 4K-Gaming-Monitor mit Nano-IPS-Technologie

27-Zoll-Monitor stellt die Speerspitze der GL-Linie innerhalb der Größenklasse dar und bietet als Weltneuheit ein Nano-IPS-Panel mit 4K und 1 ms Reaktionszeit (G2G)

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Einleitung

Auf LGs UltraGear-GL-Linie folgt nun die GN-Serie, die mit zwei Bildschirmdiagonalen (38 und 27 Zoll) und vier verschiedenen Auflösungen erscheint. Mit dem 27GN950-B erreicht das weltweit erste IPS-UHD-Panel mit einer Reaktionszeit von 1 ms (G2G) unsere Redaktion und bildet damit die Speerspitze der drei 27-Zöller, die zur Auswahl stehen.

Der Hersteller legt neben einer hohen Geschwindigkeit Wert auf Farbbrillanz und stattet auch den LG 27GN950-B mit Nano-IPS aus, um lebhaftere Farben zu erreichen und letztendlich eine DisplayHDR600-Zertifizierung zu erhalten, die eine 90-prozentige Farbraumabdeckung des DCI-P3-Farbraums erfordert. Für ein smoothes Gameplay verfügt das Modell zudem über eine native Aktualisierungsrate von 144 Hz, die dank DSC („Display Stream Compression“) an nur einer DisplayPort-Schnittstelle erreicht werden kann. Zusätzlich kann VRR sowohl an AMD- als auch an NVIDIA-Grafikkarten genutzt werden, um Stuttering und Tearing zu eliminieren.

Bislang stehen sämtliche LG-UltraGear-Displays für eine tolle Performance und sind immer für einen Rekord in diesem Bereich gut. Wir sind gespannt, ob der LG 27GN950-B diesem Anspruch gerecht wird.

Detaillierte Informationen zu den Ausstattungsmerkmalen und den Spezifikationen finden Sie im Datenblatt des LG 27GN950-B.

Lieferumfang

Mit seinen knapp 11 kg lässt sich der schön gestaltete Motivkarton ohne große Mühe zum Bestimmungsort bringen. Zur Transporterleichterung wurden ihm Grifflaschen spendiert.

Extrem breiter Karton des LG 27GN950-B
Extrem breiter Karton des LG 27GN950-B

Der Karton wird benutzerfreundlich von der breiten Seite geöffnet. So entfällt das lästige Herausziehen des kompletten Innenlebens durch eine schmale Öffnung. Im oberen Styroporformteil befinden sich in Fächern geordnet Basis, Tragarm und eine Zubehörschachtel.

Schachtel für die Zubehörteile des LG 27GN950-B
Schachtel für die Zubehörteile

In dieser befinden sich Netzkabel, Netzteil, DP- und HDMI-Kabel, USB-3.0-Kabel vom Typ A auf B, eine Kabelklemme für das Mauskabel und als Papierbeilage Sicherheitsanweisungen, ein Kalibrationsbericht sowie Garantie-Informationen. Zusätzlich ist eine CD-ROM vorhanden. Auf ihr ist allerdings nicht wie gewohnt das ausführliche Handbuch in mehreren Sprachen zu finden, sondern nur eine Schnelleinführung und einige Erklärungen zum Display und wiederum Sicherheitshinweise. Das Handbuch und weitere Software wie zum Beispiel „OnScreen Control“ (Softwarelösung des OSD-Menüs) lassen sich im Support-Bereich der Produkt-Website herunterladen.

Die Kabelauswahl im Zubehör des LG 27GN950-B ist vorbildlich
Die Kabelauswahl im Zubehör ist vorbildlich

Unter dem oberen Styroporformteil befindet sich gut geschützt das Display, das zusätzlich in einen Schaumstoffbeutel eingeschlagen ist. Zunächst müssen Basis und Tragarm zusammengesteckt und mittels der beiden Flügelschrauben unterhalb der Basis fixiert werden.

Basis und Monitorarm werden durch eine Schraube miteinander fixiert
Basis und Monitorarm werden durch eine Schraube miteinander fixiert
Tragekonstrukt (Standfuß) des LG 27GN950-B
Tragekonstrukt des LG 27GN950-B

Im Anschluss wird die Halteplatte des Tragarms in die VESA-Aufnahme eingehängt und mittels Einrastvorrichtung verriegelt.

Der Tragarms wird in die VESA-Aufnahme eingehängt...
Der Tragarms wird in die VESA-Aufnahme eingehängt…
... und mit der Einrastvorrichtung verriegelt
… und mit der Einrastvorrichtung verriegelt

Es besteht auch die Möglichkeit, das Display an alternativen Halterungen anzubringen. Hierfür wird eine Halterung mit der VESA-Norm 100 x 100 benötigt.

VESA-Aufnahme des LG 27GN950-B
VESA-Aufnahme des LG 27GN950-B

Optik und Mechanik

Bis auf den Monitorarm, der aus Metall besteht, verfügt das Display über ein schwarzes Kunststoffgehäuse mit einigen auffallenden roten Akzenten. Der LG 27GN950-B hat ein randloses Design. Wie bei allen Monitoren dieser Spezies beginnt das sichtbare Bild zwar auch erst etwas nach innen versetzt, weist aber einen etwas schmaleren Rand auf als bei den meisten anderen Displays. Hier beträgt der Abstand inklusive des schmalen Außenbands oben und an den Seiten zum sichtbaren Bild nur 6 mm, und auch der untere Rand zeigt sich hier rahmenlos. Während die meisten anderen Bildschirme im unteren Bereich über einen richtigen Rahmen verfügen, der zumeist 20 mm breit ist, wird beim LG 27GN950-B das schmale Rahmenband von den Seiten weitergeführt und weist lediglich eine Entfernung von 10 mm zum sichtbaren Bild auf.

Umlaufendes Frameless-Design mit angebrachtem Mausclip
Umlaufendes Frameless-Design mit angebrachtem Mausclip

Auf der rechten Seite kann unterhalb des Monitors eine kleine Klemme angebracht werden, die als Haltevorrichtung für das Mauskabel dient. Bis zum runden Gehäuse im Zentrum der Rückwand beträgt die Tiefe des Displays 25 mm. Das runde Gehäuse verfügt über eine Tiefe von etwa 30 mm.

Belüftungsöffnungen und LED-Lichtleiste an der Außenseite des inneren Gehäuses
Belüftungsöffnungen und LED-Lichtleiste an der Außenseite des inneren Gehäuses

An der Außenseite befinden sich kleine Belüftungsöffnungen und eine LED-Leiste für die Lichteffekte. Im Inneren sind das UltraGear-Logo als Relief und das Anschluss-Panel platziert. Mittig ist die Halteplatte des Tragarms in die VESA-Aufnahme des Displays eingehängt. Direkt hinter der Halteplatte befindet sich das Gelenk für den Pivot-Modus, um das Display von der Landscape- in die Porträt-Stellung zu bringen.

LG 27GN950-B: Porträtstellung vorn
Porträtstellung vorn
LG 27GN950-B: Porträtstellung hinten
Porträtstellung hinten

Über eine Möglichkeit der seitlichen Drehung verfügt der LG 27GN950-B nicht, wohl aber über eine Neigungsverstellung für einen Bereich von -15 Grad nach hinten und 5 Grad nach vorn, um ein angenehmes Betrachten zu gewährleisten.

Maximaler Neigungswinkel das Displays nach hinten
Maximaler Neigungswinkel nach hinten
Maximaler Neigungswinkel des Displays nach vorne
Maximaler Neigungswinkel nach vorn

Die Halteplatte läuft im Inneren des Monitorarms über ein Schlittensystem und lässt sich über einen Weg von 110 mm in der Höhe regulieren. In tiefster Stellung befindet sich der untere Rahmen 115 mm von der Tischoberfläche entfernt.

Display in der niedrigsten Stellung von vorn
In der niedrigsten Stellung von vorn
Display in der niedrigsten Stellung von hinten
In der niedrigsten Stellung von hinten
Display in der höchsten Stellung von vorn
In der höchsten Stellung von vorn
Display in der höchsten Stellung von hinten
In der höchsten Stellung von hinten

Im hinteren Bereich des massiven Monitorarms befindet sich eine Klemme. Sie wird im Handbuch zwar nicht erklärt, dient angesichts ihrer Position aber wohl dem Kabelmanagement.

Kabelmanagement wird durch eine Klemme am Standfuß realisiert
Kabelmanagement wird durch eine Klemme realisiert

Die Basis besteht aus zwei großen Auslegern, auf dessen Unterseiten kleine Gummifüßchen angebracht sind, um ein Verrutschen auf dem Untergrund zu vermeiden. Das Tragekonstrukt an sich verfügt über einen sehr festen Stand und steckt auch gröbere Stöße problemlos weg.

Design des LG 27GN950-B
Design des LG 27GN950-B

Der LG 27GN950-B zeigt als eines der wenigen Displays ein komplettes Frameless-Design, das konsequent auch im unteren Bereich des Panels fortgeführt wird. So wirkt die Front sehr minimalistisch. Durch die rot abgesetzte Basis wird in der Front ein farblicher Akzent gesetzt. Der hintere Bereich verfügt über weitere rote Details und wird durch die runde LED-Lichtleiste auch diejenigen begeistern, die eine Show-Beleuchtung schätzen. Die Verarbeitung des Monitors ist über jeden Zweifel erhaben und lässt keine Mängel erkennen. Auch die Mechanik der beweglichen Teile läuft ruhig und sauber.

Technik

Betriebsgeräusche

Testbilder mit harten Kontrasten rufen beim LG 27GN950-B keine Störgeräusche auf. Auch bei speziellen Testbildern konnten wir dem Monitor keinen Ton entlocken. Allerdings kann gerade die Geräuschentwicklung einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 65 W 55,3 W
Betrieb typisch 42 W
140 cd/m² 34,2 W
Betrieb minimal 30 W
Energiespar­modus (Standby) 0,5 W 0,3 W
Ausgeschaltet (Soft Off) 0,3 W 0,3 W

Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (USB und LED-Ring)

Laut Handbuch verbraucht der LG 27GN950-B „typisch“ 65 Watt. Das Energielabel weist mit nur 42 Watt sehr viel weniger aus. Die Wahrheit bei deaktiviertem LED-Ring und ohne USB liegt bei einem gemessenen Bedarf von 55,3 Watt etwa in der Mitte. Bei 141 cd/m² benötigt das Display 34,2 Watt, was sich nur zu einer ausreichenden Effizienz von 0,80 cd/W errechnet. Mit je 0,3 Watt im Soft-off und Standby wird in beiden Fällen die EU-Norm erreicht.

Das Netzteil ist mit den Maßen 135 x 55 x 30 mm recht klein ausgefallen und lässt sich durch seine geringe Arbeitstemperatur von nur 33 °C und das lange Anschlusskabel sehr gut verstecken.

Das externe Netzteil des LG 27GN950-B wird nur 33 °C warm
Netzteil wird nur 33 °C warm

24 KOMMENTARE

  1. Ich habe noch eine Frage, auf die ich keine Antwort finde. Vielleicht können Sie mir helfen. Ich habe die letzten Jahre meine Fotos entwickelt auf einem Monitor den sie auch getestet haben (TN Panel):

    https://www.prad.de/testberichte/test-monitor-asus-vg278h/

    Er hat 99 % sRGB. Genau wie dieser LG. ich habe auch beide Monitore mit dem selben Kolorit Meter kalibriert. Dennoch gibt es im Ergebnis einen signifikanten Unterschied. Alle von mir bearbeiteten Fotos der letzten fünf Jahre saufen im dunklen Bereichen nun ins Schwarz ab, bei dem LG. Ich habe sie beide mit der Spyder 3 auf sRGB kalibriert. Es ist fast so, als ob der LG einen höheren Gamma Wert hätte Nun frage ich mich, welcher Monitor ist denn nun richtig? Wie sieht sRGB der nun wirklich aus?

    • Laut Deiner Aussage vom 16.11. hast Du den Monitor auf DCI-P3 kalibriert?!? Da wird dann Gamma 2,6 zum tragen kommen und daher saufen Deine Bilder, die auf Deinem alten Monitor der auf Gamma 2,2 eingestellt ist, in den dunklen Bereichen ab.

      • Nein, das meine ich natürlich nicht. Ich bin doch nicht dumm. Ich meine alle gespeicherten Bildmodi die er hat, inklusive des sRGB Modus, und inklusive meiner eigenen sRGB Kalibrierung; wie beschrieben. Man kann übrigens zwei Kalibrierungen speichern, in diesen Monitor.

        • …was hat das denn mit „Dumm“ zu tun? Irgendwie hab ich da überhaupt keine Lust mehr drauf zu antworten, wenn ich solche Kommentare lese. Aber vielleicht antwortet Dir ja jemand anderes.

          Viele Grüße
          Oliver

          • Wie kommen sie überhaupt darauf, ich würde sRGB mit DCI-P3 vergleichen? Ist unter aller Sau hier. Für mich ist Prad gestorben. Hier gibt´s sowie nur noch industriell geförderte Fake Test. Schönen Tag noch.

  2. Hallo,
    ich weiß das 4k nur mit 60hz über HDMI 2.0 möglich ist aber könnt ihr mir sagen ob bei dem Monitor über dem HDMI 2.0 Ausgang 120 hz bei 1080 bzw. 1440 möglich ist?

    Danke und Gruß

    • Hallo Frank,
      wir nehmen Deine Kritik natürlich ernst, aber wie ich bereits erwähnte, haben wir das Display nach seiner Werbeaussage getestet. Findest Du in dem Video Infos über die Reaktionszeiten etc.? Und findest Du das Testverfahren des Anbieters dann nicht auch unflexibel?

      Viele Grüße
      Oliver

      • Nun, ich weiss jetzt mehr: Man kann in das LG Calibration Studio ( das auch mit meiner alten Spyder 3 Express funktioniert ) jedes belibiege .icc Profil laden. Nachdem ich das raus hatte, und ein DCI-P3 Profil im Netz gefunden habe (LG bietet hier gar nichts, auch kein Handbuch), ist mein Monitor ein anderer!!! Er erschlägt mich gradezu mit Farbpracht, die auch noch richtig kalibriert ist! Filme guck ich nur noch so. Selbst für Spiele ist es besser. Der DCI-P3 Farbraum ist ordentlich viel grösser als sRGB, und der Monitor kann ihn, je nach Aussage zwischen 90 – 98%.

  3. Auf wie viel Prozent Helligkeit läuft der Monitor in den Bildern zur Ausleuchtung?
    Möchte gerne einen vagen Vergleich mit meinem Modell durchführen.

  4. Und was mich auch noch brennend interessiert ist, warum wird bei mir mit diesem Monitor, und meiner Geforce 1080 TI im NVIDIA Control Panel nur 8 Bit zur Farbtiefenauswahl angeboten? Ganz am Anfang, am ersten Tag standen dort kurz 10 Bit, die sind nun weg, und durch Treiber Neuinstallation auch nicht wieder hervorzubringen.

  5. Bei mir wird die Hardwarekalibrierung gespeichert. Das uns OnScreen Menü bietet auch einen Punkt zur Firmware Aktualisierungen. Vermutlich wurde das Problem behoben. Was mich mehr interessiert ist: Wie kalibriert man auf die DCI-P3? Welchen Bildmodus habt ihr gewählt um die Kalibrierung mit Software durchzuführen, und noch wichtiger, welche Menüpunkt aus dem OnScreen Menü würde man wählen, für die Hardwarekalibrierung auf die DCI-P3? Mir fällt gerade auf, die Möglichkeit zu Hardware Kalibrierung, die ja schon eine Premiumfunktion ist, wurde in dem Test hier gar nicht erwähnt?

    • Hallo Frank,
      wir kalibrieren nicht auf DCI-P3 sondern vergleichen nur mit dem Arbeitsfarbraum und verwenden dafür eine spezielle Software. Wir kalibrieren und profilieren einzig auf sRGB mit eben der gleichen Software. Eine Hardwarekalibrierung ist zwar „nice to have“, aber vordergründig ist der getestete Monitor ein Gaming-Display und wird von uns auch hauptsächlich auf diese Eigenschaften getestet.

      Viele Grüße
      Oliver

      • Ich wollte eigentlich wissen, wie ich auf DCI-P3 kalibrieren? Unter den Auswahloptionen die das Display innerhalb des „Calibration Studios“ anbietet? Dort gibt es“Nativ, sRGB, SMPET-C, EBU, REC709, Manuell und Profil laden“.

        Danke.

        • Also den Weißpunkt musst Du ja bestimmen D65 (6500K) wäre wohl sinnvoll und bei DCI-P3 wird Gamma 2.6 eingestellt. Das machst Du dann unter manuell. Aber wie schon gesagt für einen Monitor absolut unüblich.

          • Ok. Und auf Grundlage von welchem Monitormodus kalibrieren sie per Software? sRGB nehme ich an. Da sind die „135 % sRGB“ deaktiviert?

  6. Hallo 🙂 ich habe jetzt schon mehrere Berichte gelesen dass die Hardware Kalibrierung nach einem Neustart des PC/Monitors nicht gespeichert wird womit das Ganze sinnlos wird.

    Habt ihr das getestet?

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