Test LG 27QN880-B – Monitor mit innovativem Standfußkonzept
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20030

Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Helligkeits- und Kontrastverlauf des LG 27QN880
Helligkeits- und Kontrastverlauf des LG 27QN880

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Mit nativem Weißpunkt erreichen wir im Maximum rund 423 cd/m². Das liegt sogar 21 % über der Herstellerangabe von 350 cd/m². Herunterregeln lässt sich die Helligkeit auf ein Minimum von 33 cd/m². Damit kann der LG 27QN880 auch problemlos zum Arbeiten im Dunkeln eingesetzt werden.

Nach der Kalibrierung sinkt die Maximalhelligkeit geringfügig auf 410 cd/m². Die Minimalhelligkeit messen wir mit 32 cd/m².

Das Kontrastverhältnis des IPS-Panels (mit W-LED) gibt der Hersteller mit 1000:1 an. Gemäß unseren Messungen erreicht das der LG 27QN880 nicht ganz. Nach der Kalibrierung liegt der Wert im Durchschnitt bei guten 893:1.

Bildhomogenität

Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Helligkeitsverteilung beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild
Farbhomogenität beim weißen Testbild

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in % und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert. Die Wahrnehmungsschwelle für Helligkeitsunterschiede liegt bei etwa 10 %.

Die Helligkeitsverteilung fällt mit einem Durchschnittswert von 8,42 % und einer Maximalabweichung von 16,48 % zumindest zufriedenstellend aus. Noch besser gelungen ist die Farbreinheit, für die wir im Durchschnitt wie auch bei der Maximalabweichung sehr gute Werte ermitteln. Die Maximalabweichung beträgt in der unteren rechten Ecke 1,22 Delta C. Die Messungen decken sich sehr gut mit dem, was man auch mit freiem Auge sieht.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Coating des LG 27QN880
Coating des LG 27QN880
Coating-Referenzbild
Coating-Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der LG 27QN880 besitzt eine stumpf-matte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Die Werksangabe für den maximalen Blickwinkel liegt bei 178 Grad in der Horizontalen und Vertikalen. Das sind die für moderne IPS- und VA-Panels typischen Werte. Das Foto zeigt den Bildschirm des LG 27QN880 bei horizontalen Blickwinkeln von ±60 Grad und vertikalen von +45 und -30 Grad.

Horizontale und vertikale Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel

IPS-Panels sind für ihre ausgezeichnete Blickwinkelneutralität bekannt. Auch wenn es hier durchaus Unterschiede gibt, war die Verwendung dieses Panel-Typs bisher eigentlich ein Garant für eine sehr gute Wertung.

Auch der LG 27QN880 verwendet ein IPS-Panel, bildet hier aber eine Ausnahme. Auf den ersten Blick scheint die Blickwinkelneutralität hier ebenfalls sehr gut zu sein. Stärker gesättigte Farben bleiben selbst bei extremeren Blickwinkeln unverändert. Auch Farbverschiebungen sind nicht zu erkennen.

Wie wir bereits bei den Graustufen beschrieben haben, kommt es bei stärkeren Blickwinkeln in der Horizontalen allerdings zu Veränderungen bei der Farbtemperatur. Das Bild wirkt etwas „frischer“ (da kühler). Bei genauem Hinsehen erkennt man aber, dass auch Highlight-Bereiche in Hauttönen regelrecht bläulich werden. Erst recht ist das in Schwarz-Weiß-Bildern wie unserer Graustufen-Grafik zu sehen. Bei vertikalen Blickwinkeln ist dieser Effekt dagegen nicht festzustellen.

Die beiden folgenden Abbildungen zeigen jeweils den gleichen Ausschnitt der horizontalen Blickwinkel (±60°). Obwohl sich bei den Blickwinkeln eigentlich nur das Vorzeichen ändert, hat man den Eindruck, dass das Porträt der beiden Damen aus Winkeln von rechts viel wärmer wirkt als aus Winkeln von links.

LG 27QN880: Ausschnitt horizontaler 60°-Winkel von links
LG 27QN880: Ausschnitt horizontaler 60°-Winkel von links
LG 27QN880: Ausschnitt horizontaler 60°-Winkel von rechts
LG 27QN880: Ausschnitt horizontaler 60°-Winkel von rechts

Zum Vergleich die jeweiligen Bildausschnitte vom Blickwinkelbild des ASUS ProArt PA278QV. Hier ist die Farbstimmung in beiden Fällen identisch.

ASUS ProArt PA278QV: Ausschnitt horizontaler 60°-Winkel von links
ASUS ProArt PA278QV: Ausschnitt horizontaler 60°-Winkel von links
ASUS ProArt PA278QV: Ausschnitt horizontaler 60°-Winkel von rechts
ASUS ProArt PA278QV: Ausschnitt horizontaler 60°-Winkel von rechts

Nun handelt es sich bei den für das Blickwinkel-Bild verwendeten Ansichten schon um recht extreme Winkel. Eigentlich müssten die Abbildungen oben auch beim LG sehr ähnlich aussehen, da sich ja nur die Blickrichtung, aber nicht der Blickwinkel ändert. Tatsächlich ist der Blickwinkel der auf die Bildmitte ausgerichteten Kamera aber nicht zu jeder Stelle auf dem Display identisch. Der Unterschied ist nicht riesig, doch macht es beim LG schon sichtbar etwas aus, ob sich das Damenporträt vorn oder hinten im Bild befindet.

Auf jeden Fall reichen beim LG 27QN880 auch in der Praxis bei mittiger Sitzposition bereits leichte Verlagerungen des Kopfes aus der Bildmitte, um den oben genannten Effekt sichtbar zu machen. Auf den ersten Blick mag die Veränderung zwar subtil wirken, aber in der EBV-Praxis kann so etwas einen Fotografen in den Wahnsinn treiben.

Ambitionierten Amateuren und Semiprofis kann man den LG 27QN880 daher für die Bildbearbeitung nicht empfehlen. Dafür wird das Gerät aber ohnehin nicht beworben.

Wer das Modell dagegen nur zur Betrachtung multimedialer Inhalte und zum Aufhübschen seiner Urlaubsbilder nutzen möchte, braucht sich keine Sorgen zu machen. Diese Zielgruppe wird die Blickwinkelneutralität des LG 27QN880 vermutlich sogar als recht gut empfinden.

14 KOMMENTARE

  1. Hallo Manuel,

    exzellenter Test, danke! Von allen Test über diesen Monitor, die ich im Web gefunden habe, ist dies mit Abstand der beste.
    Eine Frage hätte ich noch: du hast ein Bild angehängt „Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung“, hier würde mich interessieren wie viele Zentimeter zwischen Tisch und untestem Rand des Monitors frei bleiben.
    Vielen Dank im Voraus,
    Bernardo

  2. Ein toller und ausführlicher Test. Danke dafür!
    Ich bin eigentlich am Schwestermodell LG 32UN880 interessiert u. habe in den Kommentaren gelesen das dieser gerade getestet wird. Wann ungefähr wird der Test denn voraussichtlich veröffentlicht?

  3. Starker Test, Danke dafür ! Handelt es sich hier vielleicht um dasselbe Panel wie beim LG 27QN600-B ? Selbe Produktreihe und Spezifikationen, aber habe dazu noch keinen Test o. Ä. gefunden. Wäre toll wenn man dazu etwas in Erfahrung bringen könnte.

  4. Guten Morgen! Da versteckt sich ein Heizkörper … Geht leider nicht anders. Eventuell könnte man das ganze auch asymmetrisch verbauen, aber auch dazu gibt LG ja nicht alle längen heraus.

    • Ah, o.k. Ja dann wird es schwierig. Dann spielt vermutlich nicht nur die Schraubenlänge, sondern auch der noch etwas längere L-Winkel eine Rolle…

        • Also die besten Abbildungen dazu findest Du in der Schnellstart-Anleitung. Vielleicht kommt für Dich ja auch die Typ B Installation in Frage. Ansonsten könntest Du die Schrauben aber auch kürzen, oder die nach Maß passende besorgen. In jedem Fall musst Du aber für die runde Klemmplatte, die Festdreh-Schraube und etwas Puffer mindestens 4 cm kalkulieren (siehe Abbildung 0, B-Type, Seite 6). Mehr kann ich dazu nicht sagen. Schau doch mal wie gut der Support bei LG funktioniert… Das ist ja auch ein Kaufkriterium.

  5. Hallo Manuel! Danke für die flinke Antworten. Das Handbuch/Schnellanleitung habe ich schon gesehen, aber keine expliziten Angaben gefunden. Aber da hier 9 cm Platten möglich sein sollten, war das so schon fast zu erwarten.

    Das wird dann wohl etwas eng – da muss ich mir was einfallen lassen. Oder auf ein Display mit herkömmlichen Stand setzen … Mit brauchbarem Ton scheint die Auswahl aber nicht ganz so groß zu sein. Der Lenovo P27h-20 wird hier wohl versagen …

    • Hallo Ronny, ja, das Handbuch lässt leider so manche Fragen offen. Das muss bei Dir aber eine sehr spezielle Konstellation sein, wenn die Länge der Schraube nach unten eine Rolle spielt. Zum Lenovo kann ich nichts sagen, da nicht getestet.

  6. Hallo Ronny,
    Handbuch und Schnellstartanleitung sind frei als Download verfügbar!
    Die Dicke der Tischplatte spielt keine Rolle, da die Schraube die Klemmfläche in jedem Fall von unten dagegen drückt. Es gibt 2 Arten der Installation: an der Außenkante des Schreibtisch und in einer Vorbohrung irgendwo im Schreibtisch.
    Wir testen gerade den LG 32UN880, der Schwenkarm müsste identisch sein. Für die Schraube musst Du mindestens 8,5 cm rechnen und für die Rückseites des L-Winkels noch etwas mehr – mindestens 9 cm. Gemessen jeweils von der Tisch-Unterkante und ohne Gewähr.

  7. Danke für den tollen Test. Gibt es irgendwo angaben, wieviel Platz die Verschraubung nach unten braucht, wenn die Tischplatte so um die 2,5 cm dick ist?

    • Hallo Ronny,
      Handbuch und Schnellstartanleitung sind frei als Download verfügbar!
      Die Dicke der Tischplatte spielt keine Rolle, da die Schraube die Klemmfläche in jedem Fall von unten dagegen drückt. Es gibt 2 Arten der Installation: an der Außenkante des Schreibtisch und in einer Vorbohrung irgendwo im Schreibtisch.
      Wir testen gerade den LG 32UN880, der Schwenkarm müsste identisch sein. Für die Schraube musst Du mindestens 8,5 cm rechnen und für die Rückseites des L-Winkels noch etwas mehr – mindestens 9 cm. Gemessen jeweils von der Tisch-Unterkante und ohne Gewähr.

      • Danke vielmals für die Unterstützung. Ich denke, dass das schon klappen wird. Zur Not könnte man die Schraub wohl tatsächlich etwas kürzen. Ich sehe auch nicht sehr viel Gelegenheit, den Monitor an einen Schreibtisch mit mehr als 5 cm zu flanschen 😉

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