Test LG 27QN880-B – Monitor mit innovativem Standfußkonzept
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20015

Interpolation

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen. Die Standardeinstellung 50 scheint gut gewählt, wir haben sie so belassen. Zur Skalierung bietet das OSD die Optionen „Original“ (seitengerecht), „Vollbild“ (ggfls. mit Verzerrung) und „Just Scan“ (1:1) für die pixelgenaue Darstellung an.

Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik nativ, Vollbild
Testgrafik 1920 x 1080, Vollbild
Testgrafik 1920 x 1080, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe nativ, Vollbild
Textwiedergabe 1920 x 1080, Vollbild
Textwiedergabe 1920 x 1080, Vollbild

Da der LG 27QN880 aufgrund des ganzzahligen Multiplikators bei der HD-Auflösung (720p) zu leichtes Spiel hätte, haben wir stattdessen für unsere Testgrafiken hier beispielhaft die wichtigere Full-HD-Auflösung verwendet.

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1920 x 1080 sieht man, dass die notwendige Pixelvergrößerung hauptsächlich durch zusätzlich eingefügte graue Bildpunkte bewirkt wird. Dies führt zu etwas fetteren Konturen mit leichtem Unschärfeeindruck. Farbsäume treten nicht auf.

In allen interpolierten Auflösungen sind die Lesbarkeit von Texten und die Abbildung der Testgrafik – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

 Signal Anzeige maximale Fläche ohne Verzerrung Unskalierte Wiedergabe
480p  ja  ja
576p ja ja
HD (1080p) ja ja
HD (720p) ja ja
Ultra HD 4K ja (nur bei HDMI verfügbar) ja
PC (5:4) ja ja
PC (4:3) ja ja
PC (16:10) teilweise (nicht 1900 x 1200) ja
PC (16:9) ja ja

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Proband mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden das Kolorimeter X-Rite i1Display Pro und das Spektrofotometer X-Rite i1Pro eingesetzt.

Farbraumabdeckung

In den Grafiken nach der Kalibrierung des Gerätes ist gut zu erkennen, dass einerseits der sRGB-Farbraum praktisch vollständig abgedeckt wird. Gleichzeitig sehen wir aber auch eine dezente Überdeckung des Standard-Farbraumes.

Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 1
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2
Abdeckung des sRGB-Farbraums, 3D-Schnitt 2

Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse jeweils für das Werks-Preset und nach Software-Kalibration mit Quato iColor Display zusammen:

Farbraum Abdeckung im Werks-Preset Abdeckung nach Kalibrierung
sRGB 99 % 99 %
Adobe RGB 75 %
ECI-RGB v2 66 %
DCI-P3 RGB 76 %
ISO Coated v2 (FOGRA39L) 91 %

Farbmodus: Custom (Werkseinstellung)

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

Diagramm: Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus "Anwender"
Graubalance in der Werkseinstellung, Bildmodus „Anwender“

Die Graubalance ist ab Werk sehr gut gelungen. Das gilt für das Delta C sowohl im Durchschnitt, als auch bei der Range (Delta-C-Average: 0.41, Delta-C-Range: 0.99). Etwas höhere Abweichungen finden wir in den Tiefen, was den subjektiven Eindruck der Graustufen bestätigt. Im Durchschnitt liegt die Farbtemperatur aber mit 6600 K nahe beim Soll, das Gamma jedoch mit 2,13 zu niedrig.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich sRGB-Modus mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum

Diagramm: Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus "sRGB"
Farbwiedergabe in der Werkseinstellung, Bildmodus „sRGB“

Da der LG 27QN880 über keinen speziellen sRGB-Modus verfügt, haben wir auch für diesen Vergleich den Standardmodus beibehalten. Die Graubalance ist damit unverändert sehr gut, und die Farbtemperatur liegt weiterhin bei 6600 K.

Die Farbraumabdeckung ist mit 99 % sehr gut. Bei den Farbabweichungen reicht es zumindest für eine gute Wertung. Kritikwürdig ist dagegen das Gamma, das bereits im Durchschnitt mit 2,13 zu niedrig ist. Der Verlauf ist weder linear noch an die ansteigende sRGB-Vorgabe angepasst.

Für einen unkalibrierten Monitor, der zudem nicht speziell für die EBV gedacht ist, ist das Ergebnis dennoch ansprechend.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Messungen nach Kalibration und Profilierung

Für die nachfolgenden Messungen wurde das Gerät aus Quato iColor Display heraus kalibriert und profiliert. Die angestrebte Helligkeit lag bei 140 cd/m². Als Weißpunkt wurde D65 gewählt.

Beides stellt keine allgemeingültige Empfehlung dar. Das gilt auch für die Wahl der Gradation, zumal die aktuelle Charakteristik im Rahmen des Farbmanagements ohnehin berücksichtigt wird.

Für die Kalibrierung im OSD wurden folgende Werte eingestellt:

Bildmodus: „Anwender“
Helligkeit: 28
Kontrast: 70
Gamma: Modus2
Farbtemperatur: Benutzer
RGB: 50/47/48
Color-Gamut: k. A.
DUE Priority: k. A.
Schärfe: 50
Reaktionszeit: Schnell

Profilvalidierung

Diagramm: Profilvalidierung
Profilvalidierung

Der LG 27QN880 zeigt keine auffälligen Drifts oder unschönen Nichtlinearitäten. Das Matrix-Profil beschreibt seinen Zustand sehr exakt. Eine Wiederholung der Profilvalidierung nach 24 Stunden ergab keine signifikant erhöhten Abweichungen. Alle Kalibrationsziele wurden erreicht. Die Graubalance ist gut, die Farbwerte sind sehr gut.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Diagramm: Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)
Vergleich mit sRGB (farbtransformiert)

Unser CMM berücksichtigt Arbeitsfarbraum- und Bildschirmprofil und führt auf dieser Basis die notwendigen Farbraumtransformationen mit farbmetrischem Rendering-Intent durch.

Im Vergleich zur Werkseinstellung hat sich die Range bei der Graubalance durch die Kalibrierung minimal erhöht, was aber immer noch für ein gutes Ergebnis reicht. Bei der Farbabweichung erreichen wir jetzt durchweg sehr gute Werte. Auch die Maximalabweichung ist mit einem Delta E von nur 1,48 unauffällig.

Die ausführlichen Testergebnisse können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

14 KOMMENTARE

  1. Hallo Manuel,

    exzellenter Test, danke! Von allen Test über diesen Monitor, die ich im Web gefunden habe, ist dies mit Abstand der beste.
    Eine Frage hätte ich noch: du hast ein Bild angehängt „Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung“, hier würde mich interessieren wie viele Zentimeter zwischen Tisch und untestem Rand des Monitors frei bleiben.
    Vielen Dank im Voraus,
    Bernardo

  2. Ein toller und ausführlicher Test. Danke dafür!
    Ich bin eigentlich am Schwestermodell LG 32UN880 interessiert u. habe in den Kommentaren gelesen das dieser gerade getestet wird. Wann ungefähr wird der Test denn voraussichtlich veröffentlicht?

  3. Starker Test, Danke dafür ! Handelt es sich hier vielleicht um dasselbe Panel wie beim LG 27QN600-B ? Selbe Produktreihe und Spezifikationen, aber habe dazu noch keinen Test o. Ä. gefunden. Wäre toll wenn man dazu etwas in Erfahrung bringen könnte.

  4. Guten Morgen! Da versteckt sich ein Heizkörper … Geht leider nicht anders. Eventuell könnte man das ganze auch asymmetrisch verbauen, aber auch dazu gibt LG ja nicht alle längen heraus.

    • Ah, o.k. Ja dann wird es schwierig. Dann spielt vermutlich nicht nur die Schraubenlänge, sondern auch der noch etwas längere L-Winkel eine Rolle…

        • Also die besten Abbildungen dazu findest Du in der Schnellstart-Anleitung. Vielleicht kommt für Dich ja auch die Typ B Installation in Frage. Ansonsten könntest Du die Schrauben aber auch kürzen, oder die nach Maß passende besorgen. In jedem Fall musst Du aber für die runde Klemmplatte, die Festdreh-Schraube und etwas Puffer mindestens 4 cm kalkulieren (siehe Abbildung 0, B-Type, Seite 6). Mehr kann ich dazu nicht sagen. Schau doch mal wie gut der Support bei LG funktioniert… Das ist ja auch ein Kaufkriterium.

  5. Hallo Manuel! Danke für die flinke Antworten. Das Handbuch/Schnellanleitung habe ich schon gesehen, aber keine expliziten Angaben gefunden. Aber da hier 9 cm Platten möglich sein sollten, war das so schon fast zu erwarten.

    Das wird dann wohl etwas eng – da muss ich mir was einfallen lassen. Oder auf ein Display mit herkömmlichen Stand setzen … Mit brauchbarem Ton scheint die Auswahl aber nicht ganz so groß zu sein. Der Lenovo P27h-20 wird hier wohl versagen …

    • Hallo Ronny, ja, das Handbuch lässt leider so manche Fragen offen. Das muss bei Dir aber eine sehr spezielle Konstellation sein, wenn die Länge der Schraube nach unten eine Rolle spielt. Zum Lenovo kann ich nichts sagen, da nicht getestet.

  6. Hallo Ronny,
    Handbuch und Schnellstartanleitung sind frei als Download verfügbar!
    Die Dicke der Tischplatte spielt keine Rolle, da die Schraube die Klemmfläche in jedem Fall von unten dagegen drückt. Es gibt 2 Arten der Installation: an der Außenkante des Schreibtisch und in einer Vorbohrung irgendwo im Schreibtisch.
    Wir testen gerade den LG 32UN880, der Schwenkarm müsste identisch sein. Für die Schraube musst Du mindestens 8,5 cm rechnen und für die Rückseites des L-Winkels noch etwas mehr – mindestens 9 cm. Gemessen jeweils von der Tisch-Unterkante und ohne Gewähr.

  7. Danke für den tollen Test. Gibt es irgendwo angaben, wieviel Platz die Verschraubung nach unten braucht, wenn die Tischplatte so um die 2,5 cm dick ist?

    • Hallo Ronny,
      Handbuch und Schnellstartanleitung sind frei als Download verfügbar!
      Die Dicke der Tischplatte spielt keine Rolle, da die Schraube die Klemmfläche in jedem Fall von unten dagegen drückt. Es gibt 2 Arten der Installation: an der Außenkante des Schreibtisch und in einer Vorbohrung irgendwo im Schreibtisch.
      Wir testen gerade den LG 32UN880, der Schwenkarm müsste identisch sein. Für die Schraube musst Du mindestens 8,5 cm rechnen und für die Rückseites des L-Winkels noch etwas mehr – mindestens 9 cm. Gemessen jeweils von der Tisch-Unterkante und ohne Gewähr.

      • Danke vielmals für die Unterstützung. Ich denke, dass das schon klappen wird. Zur Not könnte man die Schraub wohl tatsächlich etwas kürzen. Ich sehe auch nicht sehr viel Gelegenheit, den Monitor an einen Schreibtisch mit mehr als 5 cm zu flanschen 😉

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