Test LG 27QN880-B – Monitor mit innovativem Standfußkonzept
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Reaktionsverhalten

Den LG 27QN880 haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz und bei 75 Hz am DisplayPort untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 5 ms für GtG genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden. Hier gibt es die Stellungen „Aus“, „Normal“, „Schnell“ und „Schneller“. Als Standardwert ist „Schnell“ voreingestellt.

Overdrive 60 Hz

60 Hz, Overdrive „Aus“

Bei 60 Hz und ausgeschaltetem Overdrive messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 14,4 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 12,8 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 21,2 ms. Der CtC-Wert wird mit 20,4 ms ermittelt.

Überschwinger sind keine zu beobachten, die Abstimmung ist sehr neutral.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Schnell“

In der Werkseinstellung „Schnell“ werden die Schaltzeiten schon effektiv verkürzt, wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 14,6 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 10,8 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 13,2 ms. Der CtC-Wert liegt jetzt mit 10,4 ms ebenfalls zweifelsfrei in einem unkritischen Bereich.

In der Overdrive-Stellung „Schnell“ sind gleichzeitig noch kaum Überschwinger auszumachen.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „Schnell“): gute Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Schnell“): gute Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „Schnell“): minimale Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Schnell“): minimale Überschwinger

60 Hz, Overdrive „Schneller“

In der höchsten Stellung „Schneller“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 14,2 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 5,4 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt schnelle 8,1 ms. Ein CtC-Wert von nur 4,4 ms ist ebenfalls sehr kurz.

In dieser Overdrive-Stellung kann der LG 27QN880 also noch einmal gehörig zulegen. Leider geht das sichtbar auf Kosten der Bildqualität. Hier treten teilweise sehr starke Überschwinger auf, die schon an der Obergrenze unserer Grafik kratzen.

Diagramm 60 Hz (Overdrive „Schneller“): sehr schnelle Schaltzeiten
60 Hz (Overdrive „Schneller“): sehr schnelle Schaltzeiten
Diagramm 60 Hz (Overdrive „Schneller“): teilweise sehr starke Überschwinger
60 Hz (Overdrive „Schneller“): teilweise sehr starke Überschwinger

Overdrive 75 Hz

75 Hz, Overdrive „Aus“

Um es gleich vorwegzunehmen: Die Erhöhung der Bildwiederholrate auf 75 Hz verkürzt vor allem die Signalverzögerung. Beim LG 27QN880 halbiert sie sich exakt von 12,8 ms auf sehr gute 6,4 ms. Die Reaktionszeiten ändern sich dagegen kaum. Teilweise werden sie sogar etwas schlechter.

Bei 75 Hz und ausgeschaltetem Overdrive messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 16,4 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 16,2 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 22,1 ms. Der CtC-Wert wird mit 20,8 ms ermittelt.

Überschwinger sind keine zu beobachten, die Abstimmung ist erwartungsgemäß sehr neutral.

Diagramm 75 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
75 Hz (Overdrive „Aus“): langsame Schaltzeiten
Diagramm 75 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger
75 Hz (Overdrive „Aus“): keine Überschwinger

75 Hz, Overdrive „Schnell“

In der Werkseinstellung „Schnell“ werden die Schaltzeiten wie gehabt sehr effektiv verkürzt. Wir messen den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 14,8 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 10,4 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 13,1 ms. Der CtC-Wert liegt jetzt mit 9,2 ms ebenfalls zweifelsfrei in einem unkritischen Bereich.

Überschwinger sind dennoch kaum auszumachen. Sie fallen sogar noch etwas geringer aus, als bei 60 Hz. Damit stellt die Werkseinstellung im 75-Hz-Betrieb in jeder Hinsicht den Sweetspot dar. Die Signalverzögerung halbiert sich in jedem Fall. Aber nur hier werden auch die Reaktionszeiten überwiegend noch einmal minimal verbessert.

Diagramm 75 Hz (Overdrive „Schnell“): gute Schaltzeiten
75 Hz (Overdrive „Schnell“): gute Schaltzeiten
Diagramm 75 Hz (Overdrive „Schnell“): minimale Überschwinger
75 Hz (Overdrive „Schnell“): minimale Überschwinger

75 Hz, Overdrive „Schneller“

In der höchsten Stellung „Schneller“ messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 18,4 ms und den schnellsten Grauwechsel mit 6,8 ms. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt schnelle 9,5 ms. Ein CtC-Wert von nur 4,8 ms ist ebenfalls sehr kurz.

In dieser Overdrive-Stellung kann der LG 27QN880 also noch einmal gehörig zulegen. Leider sind aber auch bei 75 Hz sichtbare Überschwinger zu erkennen. Sie fallen allerdings geringer aus, als mit 60 Hz.

Daher ist die Empfehlung auch eindeutig: Betrieb bei 75 Hz in der Werkseinstellung „Schnell“. Hier kombiniert der Monitor gute Reaktionszeiten mit einer einwandfreien Bildqualität.

Diagramm 75 Hz (Overdrive „Schneller“): sehr schnelle Schaltzeiten
75 Hz (Overdrive „Schneller“): sehr schnelle Schaltzeiten
Diagramm 75 Hz (Overdrive „Schneller“): teilweise sehr starke Überschwinger
75 Hz (Overdrive „Schneller“): teilweise sehr starke Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen im Pegel und in der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

60 Hz, Overdrive "Aus"
60 Hz, Overdrive „Aus“
75 Hz, Overdrive "Aus"
75 Hz, Overdrive „Aus“
60 Hz, Overdrive "Schnell"
60 Hz, Overdrive „Schnell“
75 Hz, Overdrive "Schnell"
75 Hz, Overdrive „Schnell“
60 Hz, Overdrive "Schneller"
60 Hz, Overdrive „Schneller“
75 Hz, Overdrive "Schneller"
75 Hz, Overdrive „Schneller“

14 KOMMENTARE

  1. Hallo Manuel,

    exzellenter Test, danke! Von allen Test über diesen Monitor, die ich im Web gefunden habe, ist dies mit Abstand der beste.
    Eine Frage hätte ich noch: du hast ein Bild angehängt „Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung“, hier würde mich interessieren wie viele Zentimeter zwischen Tisch und untestem Rand des Monitors frei bleiben.
    Vielen Dank im Voraus,
    Bernardo

  2. Ein toller und ausführlicher Test. Danke dafür!
    Ich bin eigentlich am Schwestermodell LG 32UN880 interessiert u. habe in den Kommentaren gelesen das dieser gerade getestet wird. Wann ungefähr wird der Test denn voraussichtlich veröffentlicht?

  3. Starker Test, Danke dafür ! Handelt es sich hier vielleicht um dasselbe Panel wie beim LG 27QN600-B ? Selbe Produktreihe und Spezifikationen, aber habe dazu noch keinen Test o. Ä. gefunden. Wäre toll wenn man dazu etwas in Erfahrung bringen könnte.

  4. Guten Morgen! Da versteckt sich ein Heizkörper … Geht leider nicht anders. Eventuell könnte man das ganze auch asymmetrisch verbauen, aber auch dazu gibt LG ja nicht alle längen heraus.

    • Ah, o.k. Ja dann wird es schwierig. Dann spielt vermutlich nicht nur die Schraubenlänge, sondern auch der noch etwas längere L-Winkel eine Rolle…

        • Also die besten Abbildungen dazu findest Du in der Schnellstart-Anleitung. Vielleicht kommt für Dich ja auch die Typ B Installation in Frage. Ansonsten könntest Du die Schrauben aber auch kürzen, oder die nach Maß passende besorgen. In jedem Fall musst Du aber für die runde Klemmplatte, die Festdreh-Schraube und etwas Puffer mindestens 4 cm kalkulieren (siehe Abbildung 0, B-Type, Seite 6). Mehr kann ich dazu nicht sagen. Schau doch mal wie gut der Support bei LG funktioniert… Das ist ja auch ein Kaufkriterium.

  5. Hallo Manuel! Danke für die flinke Antworten. Das Handbuch/Schnellanleitung habe ich schon gesehen, aber keine expliziten Angaben gefunden. Aber da hier 9 cm Platten möglich sein sollten, war das so schon fast zu erwarten.

    Das wird dann wohl etwas eng – da muss ich mir was einfallen lassen. Oder auf ein Display mit herkömmlichen Stand setzen … Mit brauchbarem Ton scheint die Auswahl aber nicht ganz so groß zu sein. Der Lenovo P27h-20 wird hier wohl versagen …

    • Hallo Ronny, ja, das Handbuch lässt leider so manche Fragen offen. Das muss bei Dir aber eine sehr spezielle Konstellation sein, wenn die Länge der Schraube nach unten eine Rolle spielt. Zum Lenovo kann ich nichts sagen, da nicht getestet.

  6. Hallo Ronny,
    Handbuch und Schnellstartanleitung sind frei als Download verfügbar!
    Die Dicke der Tischplatte spielt keine Rolle, da die Schraube die Klemmfläche in jedem Fall von unten dagegen drückt. Es gibt 2 Arten der Installation: an der Außenkante des Schreibtisch und in einer Vorbohrung irgendwo im Schreibtisch.
    Wir testen gerade den LG 32UN880, der Schwenkarm müsste identisch sein. Für die Schraube musst Du mindestens 8,5 cm rechnen und für die Rückseites des L-Winkels noch etwas mehr – mindestens 9 cm. Gemessen jeweils von der Tisch-Unterkante und ohne Gewähr.

  7. Danke für den tollen Test. Gibt es irgendwo angaben, wieviel Platz die Verschraubung nach unten braucht, wenn die Tischplatte so um die 2,5 cm dick ist?

    • Hallo Ronny,
      Handbuch und Schnellstartanleitung sind frei als Download verfügbar!
      Die Dicke der Tischplatte spielt keine Rolle, da die Schraube die Klemmfläche in jedem Fall von unten dagegen drückt. Es gibt 2 Arten der Installation: an der Außenkante des Schreibtisch und in einer Vorbohrung irgendwo im Schreibtisch.
      Wir testen gerade den LG 32UN880, der Schwenkarm müsste identisch sein. Für die Schraube musst Du mindestens 8,5 cm rechnen und für die Rückseites des L-Winkels noch etwas mehr – mindestens 9 cm. Gemessen jeweils von der Tisch-Unterkante und ohne Gewähr.

      • Danke vielmals für die Unterstützung. Ich denke, dass das schon klappen wird. Zur Not könnte man die Schraub wohl tatsächlich etwas kürzen. Ich sehe auch nicht sehr viel Gelegenheit, den Monitor an einen Schreibtisch mit mehr als 5 cm zu flanschen 😉

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