Test LG 27QN880-B – Monitor mit innovativem Standfußkonzept
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20172

Latenzzeit und subjektive Beurteilung

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim LG 27QN880 ist die Signalverzögerung bereits bei der Standard-Bildwiederholrate von 60 Hz mit 12,8 ms sehr ordentlich. Durch die Erhöhung der Bildwiederholrate auf 75 Hz lässt sich der Wert aber auf sehr gute 6,4 ms halbieren.

Die halbe mittlere Bildwechselzeit ist hier im Overdrive-Modus „Schnell“ mit 6,6 ms ebenfalls sehr kurz. Insgesamt macht das 13 ms bzw. 11,2 ms in der höchsten Overdrive-Stufe „Schneller“ – hier können aber Artefakte bei der Bilddarstellung auftreten.

Bei der Ansteuerung mit 75 Hz machen die sehr kurzen Reaktionszeiten und der niedrige Input-Lag den LG 27QN880 in jedem Fall zu einem soliden Gaming-Monitor.

In puncto Reaktionsverhalten entspricht die subjektive Begutachtung der Erwartungshaltung aus den Messergebnissen.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des LG 27QN880 arbeitet mit W-LED und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre. Somit ist der Bildschirm auch bei reduzierter Helligkeit für längeres Arbeiten geeignet.

Diagramm: LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Sound

Generell sollte man bei Monitoren von den eingebauten Lautsprechern keine Klangwunder erwarten. Der LG 27QN880 ist allerdings mit vergleichsweise kräftigen Stereo-Lautsprechern (2 x 5 Watt) ausgestattet.

Für eingebaute Monitor-Lautsprecher vermitteln sie einen erstaunlich guten Klang mit einer brauchbaren Lautstärke-Leistung. In Verbindung mit der MaxxAudio-Verbesserung kommen auch die Höhen und Tiefen erstaunlich klar bzw. voluminös herüber. Die Lautsprecher taugen eindeutig zu mehr als nur zur Wiedergabe von Systemklängen.

Lautsprecher mit 2 x 5 Watt
Lautsprecher mit 2 x 5 Watt

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse des LG 27QN880 angeschlossen werden. Für die Wiedergabe von Inhalten, die über externe Geräte zugespielt werden, ist der Proband dennoch nicht optimal geeignet. Zwar entsprechen die Monitorabmessungen dem im Videobereich gängigen 16:9-Format, die WQHD-Auflösung aber nicht. Egal ob Full HD oder 4K – in jedem Fall muss hier interpoliert werden. Das trifft auch auf beliebte Streamingdienste wie Netflix und Co zu, da hier nach unserem Wissen keine Anpassung auf „Zwischengrößen“ erfolgt.

Glücklicherweise arbeitet die interne Skalierungseinheit des LG 27QN880 aber recht zuverlässig und kann sogar verschiedene 4K-Formate (am HDMI-Eingang) downsampeln. Ein 1080p-Video wirkt nach unserer Einschätzung zumindest am PC auf einem QHD-Display auch immer noch schärfer als auf einem Full-HD-Display – obwohl das Bild dann interpoliert werden muss.

Eine 24p-Wiedergabe beherrscht der LG 27QN880 leider nicht, dafür wirken lange Kamerafahrten mit 75 Hz zumindest etwas flüssiger als mit 60 Hz. Erfreulich ist ferner, dass wir bei der Wiedergabe von Cinemascope-Filmen bei unserer Arbeitshelligkeit von 140 cd/m² auch in den schwarzen Balken keine störenden Aufhellungen feststellen konnten.

Ansonsten weiß der LG 27QN880 bei der Wiedergabe von SDR-Videos dank seines guten Kontrastes und seiner gelungenen Farbraumabdeckung zu gefallen. Beworben wird das Gerät zudem mit einer HDR10-Fähigkeit. Bereits der Blick auf die Spezifikationen sollte die diesbezügliche Erwartungshaltung aber stark dämpfen. Zwar kann das Display die Herstellerangabe von 350 cd/m² bereits nativ mit gemessenen 423 cd/m² deutlich übererfüllen, die Erhöhung der Helligkeit allein nützt aber nicht viel. Damit erhöht sich auch der Schwarzwert, und der Dynamikumfang bzw. der Kontrast bleiben gleich.

Ferner wird beim Thema HDR gern vergessen, dass dazu auch ein erheblich erweiterter Farbraum gehört. Der LG 27QN880 deckt dagegen kaum mehr als den Standard-Farbraum ab. Die HDR10-Fähigkeit ist bei dem Modell also mehr eine nette Beigabe denn ein echtes Feature.

14 KOMMENTARE

  1. Hallo Manuel,

    exzellenter Test, danke! Von allen Test über diesen Monitor, die ich im Web gefunden habe, ist dies mit Abstand der beste.
    Eine Frage hätte ich noch: du hast ein Bild angehängt „Ansicht vorn in der niedrigsten Stellung“, hier würde mich interessieren wie viele Zentimeter zwischen Tisch und untestem Rand des Monitors frei bleiben.
    Vielen Dank im Voraus,
    Bernardo

  2. Ein toller und ausführlicher Test. Danke dafür!
    Ich bin eigentlich am Schwestermodell LG 32UN880 interessiert u. habe in den Kommentaren gelesen das dieser gerade getestet wird. Wann ungefähr wird der Test denn voraussichtlich veröffentlicht?

  3. Starker Test, Danke dafür ! Handelt es sich hier vielleicht um dasselbe Panel wie beim LG 27QN600-B ? Selbe Produktreihe und Spezifikationen, aber habe dazu noch keinen Test o. Ä. gefunden. Wäre toll wenn man dazu etwas in Erfahrung bringen könnte.

  4. Guten Morgen! Da versteckt sich ein Heizkörper … Geht leider nicht anders. Eventuell könnte man das ganze auch asymmetrisch verbauen, aber auch dazu gibt LG ja nicht alle längen heraus.

    • Ah, o.k. Ja dann wird es schwierig. Dann spielt vermutlich nicht nur die Schraubenlänge, sondern auch der noch etwas längere L-Winkel eine Rolle…

        • Also die besten Abbildungen dazu findest Du in der Schnellstart-Anleitung. Vielleicht kommt für Dich ja auch die Typ B Installation in Frage. Ansonsten könntest Du die Schrauben aber auch kürzen, oder die nach Maß passende besorgen. In jedem Fall musst Du aber für die runde Klemmplatte, die Festdreh-Schraube und etwas Puffer mindestens 4 cm kalkulieren (siehe Abbildung 0, B-Type, Seite 6). Mehr kann ich dazu nicht sagen. Schau doch mal wie gut der Support bei LG funktioniert… Das ist ja auch ein Kaufkriterium.

  5. Hallo Manuel! Danke für die flinke Antworten. Das Handbuch/Schnellanleitung habe ich schon gesehen, aber keine expliziten Angaben gefunden. Aber da hier 9 cm Platten möglich sein sollten, war das so schon fast zu erwarten.

    Das wird dann wohl etwas eng – da muss ich mir was einfallen lassen. Oder auf ein Display mit herkömmlichen Stand setzen … Mit brauchbarem Ton scheint die Auswahl aber nicht ganz so groß zu sein. Der Lenovo P27h-20 wird hier wohl versagen …

    • Hallo Ronny, ja, das Handbuch lässt leider so manche Fragen offen. Das muss bei Dir aber eine sehr spezielle Konstellation sein, wenn die Länge der Schraube nach unten eine Rolle spielt. Zum Lenovo kann ich nichts sagen, da nicht getestet.

  6. Hallo Ronny,
    Handbuch und Schnellstartanleitung sind frei als Download verfügbar!
    Die Dicke der Tischplatte spielt keine Rolle, da die Schraube die Klemmfläche in jedem Fall von unten dagegen drückt. Es gibt 2 Arten der Installation: an der Außenkante des Schreibtisch und in einer Vorbohrung irgendwo im Schreibtisch.
    Wir testen gerade den LG 32UN880, der Schwenkarm müsste identisch sein. Für die Schraube musst Du mindestens 8,5 cm rechnen und für die Rückseites des L-Winkels noch etwas mehr – mindestens 9 cm. Gemessen jeweils von der Tisch-Unterkante und ohne Gewähr.

  7. Danke für den tollen Test. Gibt es irgendwo angaben, wieviel Platz die Verschraubung nach unten braucht, wenn die Tischplatte so um die 2,5 cm dick ist?

    • Hallo Ronny,
      Handbuch und Schnellstartanleitung sind frei als Download verfügbar!
      Die Dicke der Tischplatte spielt keine Rolle, da die Schraube die Klemmfläche in jedem Fall von unten dagegen drückt. Es gibt 2 Arten der Installation: an der Außenkante des Schreibtisch und in einer Vorbohrung irgendwo im Schreibtisch.
      Wir testen gerade den LG 32UN880, der Schwenkarm müsste identisch sein. Für die Schraube musst Du mindestens 8,5 cm rechnen und für die Rückseites des L-Winkels noch etwas mehr – mindestens 9 cm. Gemessen jeweils von der Tisch-Unterkante und ohne Gewähr.

      • Danke vielmals für die Unterstützung. Ich denke, dass das schon klappen wird. Zur Not könnte man die Schraub wohl tatsächlich etwas kürzen. Ich sehe auch nicht sehr viel Gelegenheit, den Monitor an einen Schreibtisch mit mehr als 5 cm zu flanschen 😉

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