Test Monitor Acer B273HLOymidh
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Interpolation Spiele

Im Spiel Anno 1701 können viele scharfe Kanten beobachtet werden, die das Interpolationsverhalten gut widerspiegeln. Als Anhaltspunkt soll insbesondere die im Wind hängende Fahne dienen. Anti-Aliasing, welches die Treppenbildung an Kanten vermindert wurden im Treiber und im Spiel deaktiviert.

Acer B273hloymidh Monitor Acer B273hl Interpolation Spiel 1
Native Full-HD-Auflösung 1.920 x 1.080.
Acer B273hloymidh Monitor Acer B273hl Interpolation Spiel 2
Acer B273hloymidh Monitor Acer B273hl Interpolation Spiel 3
Links: 1.680 x 1.050 rechts: die kleinste HD-Auflösung 1.280 x 720 (beide im Vollbild-Modus).
Acer B273hloymidh Monitor Acer B273hl Interpolation Spiel 4
Acer B273hloymidh Monitor Acer B273hl Interpolation Spiel 5
Auflösung 1.280 x 1.024; Links: Aspect-Modus, rechts: Vollbildmodus.

Der Schärfeverlust von nicht-nativen Auflösungen fällt bei Bewegtbildern wie gewohnt geringer aus. Insgesamt macht der B273HLOymidh hier eine recht gute Figur: Mit sinkender Auflösung kommt es hier zu stärkeren Detailverlusten – einzelne Auflösung fallen aus dieser Verhältnismäßigkeit nicht heraus.

An diesem Punkt möchten wir außerdem noch einmal auf die grobe Pixelstruktur aufmerksam machen. Bei einem 27-Zoll-Monitor hat die Verwendung von einer 1080p-Auflösung zur Folge, dass alles etwas größer erscheint. Besonders betroffen sind davon Schriften im Windowsbetrieb, aber auch Spiele: Ohne Kantenglättung treten Aliasing-Effekte stärker in Erscheinung, weswegen wir die Verwendung von Anti-Aliasing bei ausreichender Rechnerleistung empfehlen – besonders, wenn die Entfernung zum Bildschirm nicht sehr groß ist.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Monitors wird im Wesentlichen von den Schaltzeiten, dem Beschleunigungsverhalten und der Latenzzeit bestimmt. Diese Einflussgrößen ermitteln wir mit Fotosensoren und einem Oszilloskop. Den B273HLOymidh haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen.

Schaltzeiten

Nach der älteren Norm ISO 13406-2 wird der Monitor von Schwarz zu Weiß umgeschaltet und wieder zurück. Die gemessenen Schaltzeiten zwischen 10 und 90 Prozent Helligkeit hin und zurück (rise + fall) werden addiert und als Bildaufbauzeit bezeichnet. Die aktuelle Norm ISO 9241-305 beschreibt die Bildaufbauzeit als mittlere Übergangszeit zwischen fünf verschiedenen Grauwerten hin und zurück, hierbei darf der Hersteller die günstigsten Einzelwerte aus dem Messfeld heraussuchen. Die Bildaufbauzeit wird auch als Reaktionszeit oder Response Time bezeichnet.

Erläuterung der Darstellung: Die erste Messreihe enthält die Zeiten für einen Wechsel von Schwarz zu Grauwerten zwischen 30 % (RGB 77) und 100 % (RGB 255 = Weiß, entspricht ISO 13406-2). Diese Reihe beschreibt das Verhalten bei starken Kontrasten. Die zweite Messreihe enthält die Zeiten für einen Wechsel zwischen zwei Graustufen, deren RGB-Werte jeweils um 30 Prozent auseinander liegen. Diese Reihe beschreibt das Verhalten bei geringen Kontrasten suggeriert.

Acer B273hloymidh Monitor Acer B273hl Schalt Sg
Acer B273hloymidh Monitor Acer B273hl Schalt Gg30
Schaltzeiten, links: schwarz-zu-grau; rechts: grau-zu-grau 30%.

Der Hersteller nennt eine Reaktionszeit von nur 10 Millisekunden, das wäre für ein MVA-Panel ein schneller Wert. Unsere Messungen zeigen, dass die tatsächliche Reaktionszeit deutlich länger ausfällt: die gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) ermitteln wir mit 23,3 Millisekunden.

Die Grafik zeigt, dass die Fall Time durchweg kurz ist. Die Rise Time ist bei den dunklen Graustufen um ein vielfaches länger, wird aber bei zunehmender Helligkeit von einem vehement einsetzenden Overdrive drastisch verkürzt und sinkt bei den Grauwechseln sogar unter die Fall Time.

Overdrive

Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine ganz bestimmte Steuerspannung zugeordnet. Leider folgen die Pixel den Spannungsänderungen bei Helligkeitswechseln nur zögerlich, was bei schnell bewegten Bildern zu sichtbaren Qualitätseinbußen führen kann. Zur Beschleunigung der Wechsel kann man nun zunächst eine höhere Spannungsdifferenz anlegen als es dem Helligkeitsunterschied eigentlich entsprechen würde. Anschließend wird die Spannung korrigiert, um die Helligkeit auf den korrekten Zielwert zu bringen. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.

Acer B273hloymidh Monitor Acer B273hl Over 5020
Acer B273hloymidh Monitor Acer B273hl Over 10070
Beschleunigungsverhalten beim Grauwechsel, links: 50-20; rechts: 100-70.

Wir untersuchen das Beschleunigungsverhalten mit einer Folge von je fünf helleren und dunkleren Bildern. Die beiden Charts zeigen den gemessenen (grün) und den idealen (grau) Helligkeitsverlauf für Grauwechsel zwischen 50 und 20 sowie zwischen 100 und 70 Prozent.

Das Beschleunigungsverhalten kann beim B273HLOymidh nicht beeinflusst werden. Wir konnten einen aktiven Overdrive feststellen, der erst bei Grauwerten oberhalb von 50 Prozent einsetzt, dann aber mit Nachdruck. Zudem zeigt der Overdrive eine sehr variable Charakteristik: wie die Grafik zeigt, entstehen die Überschwinger helligkeitsabhängig mal zum helleren Niveau hin, mal zum dunkleren.

Bei den dunklen Graustufen und in den Overdrive-Bereichen benötigt das Panel für den Abschluss eines Grauwechsels fast immer drei Frames, dazwischen liegen auch Fälle, wo ein einziger Frame dafür ausreicht.

Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Monitors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Input Lag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir messen zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit). Zu diesem Wert addieren wir noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück).

Erläuterung der Darstellung: Die Verzögerungszeit des LCD ergibt sich als die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal (rot) und dem Aufleuchten des Pixels (10%-Schwelle, grüne Kurve).

Acer B273hloymidh Monitor Acer B273hl Latenz
Die Verzögerungszeit ist kurz.

Beim B273HLOymidh messen wir eine kurze Verzögerungszeit von 3,4 Millisekunden. Zusammen mit der halben mittleren Bildaufbauzeit von 11,7 Millisekunden liegt die mittlere Gesamtlatenz somit bei 15,1 Millisekunden. Eine Bildzwischenspeicherung erfolgt offensichtlich nicht.

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