Test Monitor AOC AG271QG
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Helligkeit, Schwarzwert und Kontrast

Die Messungen werden nach einer Kalibration auf D65 als Weißpunkt durchgeführt. Sofern möglich, werden alle dynamischen Regelungen deaktiviert. Aufgrund der notwendigen Anpassungen fallen die Ergebnisse geringer aus, als bei Durchführung der Testreihe mit nativem Weißpunkt.

Das Messfenster wird nicht von einem schwarzen Rand umgeben. Die Werte können daher eher mit dem ANSI-Kontrast verglichen werden und geben Realweltsituationen deutlich besser wieder, als Messungen von flächigem Weiß- und Schwarzbild.

Aoc Ag271qg Monitor Kontrast
Helligkeits- und Kontrastverlauf des AOC AG271QG

Der AG271QG hat eine ungewöhnlich hohe Leuchtdichte bei nativem Weißpunkt und überrascht mit einem Wert von 484 cd/m² in den Werkseinstellungen. Das sind fast 40 Prozent mehr als im Datenblatt angegeben. Auch nach den nötigen Anpassungen, um von den kühlen 7150 K auf D65 zu kommen, bleiben immer noch rekordverdächtige 439 cd/m² übrig. Trotzdem lässt sich die Helligkeit des Displays noch auf 40 cd/m² senken, was ein Arbeiten in völliger Dunkelheit nicht einschränkt.

Neben der hohen Leuchtdichte zeigt das Testgerät auch ein hervorragendes durchschnittliches Kontrastverhältnis von 1089:1. Der höchste Wert wird im Bereich von 10 bis 20 Prozent Leuchtkraft erreicht und zeigt dort ein maximales Kontrastverhältnis von 1144:1. Auch nach der Kalibrierung wird dieses tolle Ergebnis bestätigt und liegt bei einem Kontrastverhältnis von 1138:1, was natürlich nur eine sehr gute Beurteilung bedeuten kann.

Bildhomogenität

Aoc Ag271qg Monitor Helligkeitsverteilung
Aoc Ag271qg Monitor Farbreinheit
Links Helligkeitsverteilung in Prozent, rechts Farbreinheit in Delta C des AOC AG271QG

Wir untersuchen die Bildhomogenität anhand von vier Testbildern (Weiß, Neutraltöne mit 75 %, 50 %, 25 % Helligkeit), die wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die gemittelte Helligkeitsabweichung in Prozent und das ebenfalls gemittelte Delta C (d. h. die Buntheitsdifferenz) in Bezug auf den jeweils zentral gemessenen Wert.

Mit einer durchschnittlichen Helligkeitsabweichung von 11,66 Prozent und einer maximalen Abweichung von 22,39 Prozent erreicht der AG271QG ein befriedigendes Ergebnis. Auffallend ist der obere Bildrand, da hier im Schnitt mit etwa 20 Prozent der größte Leuchtkraftverlust gemessen wird.

Die Farbabweichungen hingegen sind gut und zeigen eine maximale Abweichung mit einem Delta C von 2,59. Das durchschnittliche Delta C von 0,94 liegt dabei sogar in einem sehr guten Bereich.

Coating

Die Oberflächenbeschichtung des Panels (Coating) hat auf die visuelle Beurteilung von Bildschärfe, Kontrast und Fremdlichtempfindlichkeit einen großen Einfluss. Wir untersuchen das Coating mit dem Mikroskop und zeigen die Oberfläche des Panels (vorderste Folie) in extremer Vergrößerung.

Aoc Ag271qg Monitor Coating
Aoc Ag271qg Monitor Refcoat
Links das Coating des AOC AG271QG, rechts das Referenzbild

Mikroskopischer Blick auf die Subpixel, mit Fokus auf die Bildschirmoberfläche: Der AOC besitzt eine halbentspiegelte Oberfläche mit mikroskopisch sichtbaren Vertiefungen zur Diffusion.

Blickwinkel

Das Foto zeigt den Bildschirm des AG271QG bei horizontalen Blickwinkeln von +/- 75 Grad und vertikalen von +60 und -45 Grad. Hier macht das IPS-Display eine hervorragende Figur. Egal, von welchem Winkel man auf das Display schaut, es treten keine Farbverschiebungen auf und der Kontrastverlust ist so marginal, dass man ihn kaum wahrnehmen kann.

Aoc Ag271qg Monitor Blickwinkel
Horizontale und vertikale Blickwinkel

Interpolation

Um auch Material wie Spieleklassiker oder ältere Büro-Software, die mit einer HD-Auflösung noch nichts anfangen kann, ansprechend darstellen zu können, kommt es auf die Interpolationsfähigkeit des Monitors an. Eine Interpolation kommt zum Einsatz, wenn das zugespielte Bild über eine geringere Auflösung verfügt, als die native Auflösung. Der dadurch entstehende Platz wird dann entsprechend mit zusätzlichen grauen Pixeln aufgefüllt. Teilweise ist es hilfreich, den Schärferegler in seinem Wert zu erhöhen, um einen höheren Kontrast zu erzielen und dem Auge mehr Schärfe vorzugaukeln. Dieser Regler ist beim AG271QG leider nicht zu finden. Auch kann nicht auf das Seitenverhältnis reagiert werden, da keine Einstellungsebene dafür vorhanden ist. So muss man sich auf das Quellgerät verlassen.

Bei nativer Auflösung erhalten wir erwartungsgemäß ein sehr scharfes und detailreiches Bild. Auch bei der großen HD-Auflösung mit 1920 × 1080 Pixeln bleiben die feinen Strukturen unserer Testgrafik weitestgehend erhalten. Bei der kleinen HD-Auflösung mit 1280 × 720 Pixeln leidet das Bild hingegen sehr. Die sehr feinen Striche werden jetzt als komplett graue Fläche mit dunklen Schattierungen angezeigt. Das Kreuz mittig der Testgrafik wirkt dabei etwas verschwommen.

Aoc Ag271qg Monitor Gitter Nativ
Aoc Ag271qg Monitor Gitter 1080
Testgrafik: Links nativ (Original), rechts 1920 x 1080 (Original)
Aoc Ag271qg Monitor Gitter 720
Testgrafik: 1280 x 720 (Original)

Text hingegen bleibt auch bei der kleinen HD-Auflösung selbst in 7 Punkt und Fett noch ordentlich zu lesen.

Aoc Ag271qg Monitor Text Nativ
Aoc Ag271qg Monitor Text 720
Textwiedergabe: Links nativ (Original), rechts 1920 x 1080 (Original)
Aoc Ag271qg Monitor Text 720
Textwiedergabe: 1280 x 720 (Original)

Farbwiedergabe

Bei Monitoren für den Consumer- und Office-Bereich testen wir zunächst die Farbwiedergabe in der Werkseinstellung nach dem Reset sowie – falls vorhanden – in einem sRGB-Modus. Anschließend wird der Monitor mit Quato iColor Display kalibriert. Für die Messungen verwenden wir eine eigene Software, als Messgeräte werden ein X-Rite-i1-DisplayPro-Colorimeter und ein X-Rite-i1-Pro-Spektrofotometer eingesetzt.

Farbraumabdeckung

Aoc Ag271qg Monitor Srgb1
Aoc Ag271qg Monitor Srgb2
Abdeckung des sRGB-Farbraums

Bei der Farbraumuntersuchung ermitteln wir zunächst die Abdeckung des sRGB-Farbraums. Das Testgerät liefert sowohl vor der Kalibrierung mit 97 Prozent als auch nach der Kalibrierung mit 100 Prozent in beiden Fällen ein sehr gutes Ergebnis ab.

Die Erläuterungen zu den folgenden Charts haben wir für Sie zusammengefasst: Delta-E-Abweichung für Farbwerte und Weißpunkt, Delta-C-Abweichung für Grauwerte, und Gradation.

13 KOMMENTARE

  1. Zur Serienstreuung des Asus PG279Q habe ich ein interessantes Video gefunden (20 Monitore getestet). Das muss natürlich nicht für den AOC gelten:
    https://www.youtube.com/watch?v=mje_fmayu0k

    Auf jeden Fall verunsichert mich die Serienstreuung bei diversen Herstellern extern und ich weiß nicht, welchen Monitor ich nehmen soll.

  2. Prinzipiell hast du damit recht, dass es jetzt jeder lesen kann. Bei diesem speziellen Monitor. Beim MG279Q sowie dem Acer XB27… steht immernoch ein „sehr gut“ unkommentiert da.

    Ich bitte euch nur mal, einen beliebigen Monitor mit diesem Panel als Privatperson bei einem Händler zu erwerben. Oder geht in einen Laden und erbittet, das EIZO-Monitortool auf den Geräten laufen zu lassen.

    Gebrauchte Monitore diesen Typs, die nur schwaches Backlightbleeding und nur kleine Staubeinschlüsse aufweisen, erzielen auf Marktplätzen wie dem hardwareluxx-Forum gute Preise. Seht es euch einfach selbst an…

  3. Diskussionen in allen Ehren, aber was Du hier machst sind Verallgemeinerungen und Unterstellungen! Du kannst Dir sicher sein, dass Pixelfehler und Einschlüsse, wenn diese bei unserem Testmuster vorhanden gewesen wären, auch von uns entdeckt worden wären. Und zu mutmaßen, dass alle Panels diese Probleme haben ist eine Behauptung, mehr nicht. Nur weil Du einige, was auch immer das bedeutet, selbst gesehen hast. Vielleicht betraf dies auch nur eine bestimmte Charge. Ich denke an dieser Stelle bringt eine weitere Diskussion auch nichts. Jeder der diesen Test liest, wird auch Dein Statement lesen und kann selbst entscheiden was er mit der Info anfängt. Dafür sollen die Kommentare auch dienen. Ich will keineswegs ausschließen, dass fehlerhafte Panels bei dieser Serie existieren! In der Regel zeigen sich unzufriedene Nutzer aber deutlich mitteilsamer als zufriedene Nutzer. Und ich denke, dass kein Händler dieses Modell weiterhin im Angebot behält, wenn alle verkauften Geräte wieder retour gehen.

  4. @Andi: Damit ist alles gesagt. Wissen wir ja Bescheid. Jeder, der nicht hinterm Mond lebt oder sogar mal eines dieser AOC-Panels in seinem Monitor erlebt hat kann eure Tests nun einordnen.

    Danke für den Offenbarungseid.

    @Testredakteur:
    Mir persönlich geht es um Partikeleinschlüsse und Pixelfehler, die außerhalb eurer vorselektierten Geräte bei jedem Panel vom Typ AOC 144hz WQHD auftreten. Bitte öffnet eure Augen. Es existieren keine komplett fehlerfreien Versionen dieses Panels außerhalb eurer Tests. Kauft euch bitte mal einen als Privatperson, ihr könnt ihn ja wieder zurückschicken.
    Solche Tests führen Leute nämlich in die Irre. Man erhofft sich, wenn man schon so viel Geld in die Hand nimmt, dass man einen einwandfreien Monitor erhält. Einen Monitor, der das Geld dann wenigstens auch wert ist. Was man erhält ist nur noch eins: Ärger. Und Arbeit beim Zurückschicken.
    Kann mir kaum vorstellen, dass Bildbearbeitung Spaß macht mit toten Pixeln, defekten Subpixeln und Staubeinschlüssen.

    Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit,
    eine Privatperson, der in den „Genuss“ einiger dieser Monitore gekommen ist

  5. Ich möchte mich auch kurz in die Diskussion einklinken. Ich bin der Testredakteur, der diesen Test geschrieben hat. @Sirmixalot + Hellsfoul: Diese Lichthöfe, die da zu sehen sind verschwinden bei minimalem Lichteinsatz und sind dann nicht mehr sichtbar, außer man starrt stumpf in die Ränder, was aber im Spiel nicht passieren wird. Dieser Monitor hat sich mit einer solchen Leistung redlich ein „Sehr Gut“ verdient, da er eine Top-Performance abliefert und nebenbei auch noch für Hobbyfotografen eine Option ist. Zeig mir doch bitte einmal ein Grafikmonitor in diesem Preissegment, mit dem man auf hohem Niveau spielen kann. Sollen wir diesen Modellen dann auch maximal ein „Gut“ geben, da sie nicht in allen Gebieten eine Top-Performance abliefern? Eine eierlegende Wollmilchsau gibt es halt nicht und dieser Monitor kann dafür eine Menge, obwohl es ein reines Gaming-Display ist.

  6. Was bist Du denn für ein Verschwörungstheoretiker? Zuerst einmal testen wir das uns bereitgestellte Gerät und mutmaßen nicht was ansonsten für Meinungen existieren. Wir gehen unvoreingenommen an den Test und lesen nicht erst was andere eventuell bemängelt haben. Dieser Monitor kam fabrikneu aus dem Großlager Niederlanden direkt zu uns. Eine Vorselektion ist unwahrscheinlich, kann aber auch nicht völlig ausgeschlossen werden. Serienstreuung gibt es bei fast allen Herstellern. Die Wertung entspricht genau dem was der Redakteur, der übrigens fast alle unsere Gaming-Monitore testet, im Test ermittelt hat. Vielleicht wurden die Anfangsprobleme auch gelöst? Auch das weiß ich nicht.

  7. @Hellsoul:
    Das ist das eine Problem. Die Serienstreuung verursacht nicht nur dieses heftige Backlightbleeding, nein. In den allermeisten Geräten treten nicht nur mehrer Pixelfehler, sondern auch ganze Partikeleinschlüsse auf. prad.de weiß von dieser Tatsache ganz genau. Die leben ja auch nicht hinterm Mond. Der ganze Sachverhalt ist ja auch nicht erst seit gestern bekannt.

    Nein, die verheimlichen das ganz einfach. Die möchten wohl weiterhin AOC-Monitore testen dürfen. Anders kann ich mir das nicht mehr erklären.

  8. Zu beanstanden gibt es die krassen Lichthöfe am Rand des Panels. Ab einem gewissen Preisniveau erwartet man da anderes. Da hilft auch keine gute Farbraumabdeckung oder GSync. Aber AOC ist hier nicht der einzige Hersteller mit Problemen. Der Asus PG279Q hat ebenfalls eine riesige Serienstreuung bei den Panels. Auf so ein Lotteriespiel habe ich keine Lust, wenn ich 700€+ für einen Monitor ausgebe. Und daher finde ich es sehr optimistisch ein sehr gut zu geben. Da bin ich zu 100 Prozent bei sirmixalot.

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