Test Monitor Asus MX299Q
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Interpolation

Grundsätzlich füttert man jedes digitale Display am besten ausschließlich digital und in seiner nativen Auflösung. Dann braucht man sich um Interpolation keine Gedanken zu machen. Wichtig ist dieses Thema aber für alle, die Zuspieler (z.B. DVD-Player) verwenden wollen, die das nicht beherrschen oder beim PC zumindest temporär andere Auflösungen verwenden müssen, z.B. bei älteren Spielen.

Am PC mit Anschluss per DisplayPort bietet der MX299Q zur Einstellung des zur Auflösung passenden Bildformats zwei Optionen: Vollbild oder pixelgenaue 1:1 Darstellung. Bei Zuspielung von SD-Video-Material über externe Player per HDMI wird auch eine 4:3-Option geboten. Eine Option zur automatischen Umschaltung gibt es nicht.

Im Vollbild-Modus werden grundsätzlich alle Auflösungen auf die volle Bildhöhe und –breite gestreckt und damit mehr oder weniger stark verzerrt. Lediglich die Auflösung 1280×720 wird aus nicht nachvollziehbaren Gründen weder in der Höhe noch in der Breite vollständig an das Display angepasst.

Wer auf Auflösungen unterhalb der nativen 2.560 x 1.080 angewiesen ist, wird den 1:1 Modus begrüßen, da das Bild hier verzerrungsfrei wiedergegeben wird. Bei der spielerelevanten Auflösung 1.680 x 1.050 beispielsweise kann man so eine Mini-Skalierung (1.050 auf 1.080 in der Höhe) vermeiden. Bei Monitoren, die nur Vollbild oder 4:3-Modus beherrschen, leidet die Bildqualität hier erheblich, ohne dass man einen ernstzunehmenden Zuwachs an Bildfläche bekommt.

Der Bildschärferegler wirkt auch an den digitalen Eingängen, kann allerdings nicht in jedem Bildmodus verstellt werden. Im verwendeten Bildmodus „Standard“ steht er unveränderbar auf 50.

Aus Gründen der Vergleichbarkeit lassen wir bei der Interpolation jeden Monitor in seiner nativen Auflösung gegen sein interpoliertes Bild bei einer Auflösung von 1.280 x 720 antreten. Pech für den MX299Q, denn ausgerechnet bei dieser Auflösung patzt er erheblich.

Die Schärfe bei nativer Auflösung ist zunächst erwartungsgemäß sehr gut. Bei 1.280 x 720 wird das Bild im Vollbild-Modus wie bereits erwähnt zwar weder auf die volle Display-Höhe noch Display-Breite skaliert, aber trotzdem massiv verzerrt. Die Schärfe leidet dabei erheblich. Noch überraschender ist der Patzer dann im 1:1-Modus. Hier sollte das Bild eigentlich pixelgenau dargestellt werden und vom Ergebnis der nativen Auflösung nicht zu unterscheiden sein.

Das Gegenteil ist der Fall. Die Schärfe ist zwar besser als im Vollbild-Modus, von der Darstellung bei nativer Auflösung aber weit entfernt. Dieses Problem konnten wir aber tatsächlich nur bei der Testauflösung 1.280 x 720 feststellen. Bei anderen Auflösungen funktioniert der 1:1-Modus einwandfrei und auch das Ergebnis im Vollbild-Modus ist i.d.R. deutlich besser bzw. im Vergleich zu anderen Monitoren auf einem guten Niveau.

Asus Mx299q Monitor Gitter Nativ
Asus Mx299q Monitor Gitter 720p Voll
Testgrafik, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild.

Zum Vergleich ist unten auch der 1:1-Modus von 1.280 x 720 und 1.920 x 1.080 gegenübergestellt. Während sich 1.080p im 1:1-Modus von der nativen Auflösung erwartungsgemäß nicht unterscheiden lässt, ist das Bild bei 720 im 1:1-Modus sichtbar schlechter.

Asus Mx299q Monitor Gitter 720p 1zu1
Asus Mx299q Monitor Gitter 1080p 1zu1
Testgrafik, links: 1.280 x 720 (1:1-Modus); rechts: 1.920 x 1.080 (1:1-Modus).

Auch das interpolierte Ergebnis ist bei 1.080p sichtbar besser als bei 720p:

Asus Mx299q Monitor Gitter 1080p Voll
Testgrafik: 1.920 x 1.080 Vollbild.

Die Lesbarkeit von Texten ist dagegen in allen interpolierten – dem Skalierungsgrad entsprechend – gut bis sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich.

Asus Mx299q Monitor Text Nativ
Asus Mx299q Monitor Text 720p Voll
extwiedergabe, links: nativ; rechts: 1.280 x 720 Vollbild.

Zusammenfassend kann man sagen: der MX299Q hat zwar bei der Auflösung von 1.280 x 720 ein Problem bzw. einen Fehler, aber bei den anderen Auflösungen ist das Ergebnis überzeugend. Des Weiteren ist die Überbreite des MX299Q z.B. für Spieler kein Nachteil im Vergleich zu herkömmlichen 24 Zoll-FullHD-Monitoren. Falls die Grafikkarte für die native Auflösung nicht potent genug ist, hat man im 1:1-Modus bei 1080p die gleiche sichtbare Bildfläche.

Reaktionsverhalten

Den MX299Q haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am HDMI-Anschluss untersucht. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Im Datenblatt nennt ASUS eine Reaktionszeit von 5 Millisekunden GtG. Die Beschleunigungsoption TraceFree bietet die Stufen Null bis 100 in 20er Schritten an, voreingestellt ist die Stufe 60.

In dieser Einstellung messen wir den Schwarz-Weiß-Wechsel mit 14,7 Millisekunden und den schnellsten Grauwechsel mit 9,9 Millisekunden. Der Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte beträgt 12,3 Millisekunden.

Asus Mx299q Monitor Resp 1
TraceFree 60: Zügige Schaltzeiten, aber schon starke Überschwinger.

Angesichts der gar nicht besonders flinken Schaltzeiten hätten wir die kräftigen Überschwinger im rechten Chart in dieser Höhe nicht erwartet – sie zeigen, dass die Beschleunigungsschaltung bei TraceFree 60 ganz schön kräftig zupackt. Schon bei diesem vergleichsweise hellen Messpunkt (Helligkeitsverlauf beim Grauwechsel zwischen 50 und 80 Prozent) sind die Überhöhungen mit 35 Prozent sehr ausgeprägt. Doch je dunkler der Grauwechsel, desto größer die Überschwinger, beim Wechsel von 30 zu 0 Prozent steigt die Überhöhung bereits auf enorme 100 Prozent an. Neutral ist diese Abstimmung ganz sicher nicht und für Videos wenig geeignet, die drohenden Bildartefakte sind nur für Gamer akzeptabel.

Asus Mx299q Monitor Resp 2
TraceFree 100: selbst mit sehr starken Überschwingern werden die Schaltzeiten kaum kürzer.

Die höchste Einstellung TraceFree 100 verkürzt die Schaltzeiten kaum noch, dafür erreichen die Überschwinger an den dunklen Messpunkten schon groteske Höhen. Ein neutrales Bild ist kaum noch zu erwarten, in schnell bewegten Bereichen sind Bildartefakte so gut wie sicher.

Als videotaugliche Allroundeinstellung wählt man besser TraceFree 20 anstelle der Werkseinstellung. Werte von 40 und mehr sind nur für ambitionierte Gamer geeignet, wobei oberhalb der Werkseinstellung 60 kaum noch etwas zu gewinnen ist.

7 KOMMENTARE

  1. Guten Tag, ja ein wenig spät… nur dennoch für mich interessant:

    Ich habe momentan den LG Flatron 22EA63V. In euren Test sehr gute Latenzzeiten. Nun wollte ich mal so langsam auch in den Genuss von 21:9 kommen. Nur scheint das ja dann erst jenseits der 600€ Marke mit den Latenzen annehmbar werden. Bisher habe ich nur diesen hier, den Asus MX299Q (Ab und zu mal als Asus Designo? beworben) der noch im finanziellen Rahmen ist.

    Da wäre für mich nun interessant, ob den als Spieler vorzugsweise Battlefield, Insurgency, Rainbow Six Siege, dieser Monitor passabel wäre oder gibts da schon was neues im Preisbereich bis 400€?

  2. Frage: Ich möchte (neben dem PC) auch meine Xbox 360 an dem Monitor betreiben.
    Ihr schreibt ja, dass es Probleme bei 1280×720 gibt. Das ist aber die Auflösung, in der die meisten Xbox Games laufen.

    Heisst das, xbox und dieser Monitor sind keine gute Kombi? Ich will eigentlich nur normale 16:9 und keine sonstige schräge Skalierung haben.

  3. Hallo,
    jetzt würde ich nur noch um einen kleinen Schubs bitten:
    Den Asus MX299Q oder den LG Flatron 29EB93-P.
    Beide habt Ihr ja getestet und eigentlich nehmen die sich ja nix. Ich bin Gamer. Warthunder, Battlefield, World of Tanks.
    Vielen Dank

  4. War auch eigentlich nicht als Kritik am Test gemeint sondern eher als Hinweis für evtl. Käufer. Ich danke Euch auf jeden Fall für den guten Test.

  5. Darauf gehen wir ja auch ein. Mehr als die Helligkeitsverteilung zu messen und ein Bild davon zu machen ist ja kaum möglich. Zumal gerade die Ausleuchtung einer gewissen Serienstreuung unterliegt. Wir können ja nur das eine Modell bewerten was von uns getestet wurde und nicht alle am Markt vorhandenen Geräte. Wenn die Ausleuchtung nicht passt, wieder einpacken und zurück senden.

  6. Habe den Monitor aufgrund des Test´s gekauft und bin doch sehr enttäuscht! Der Monitor hat extreme! Lichthöfe in den unteren Ecken, selbst mit stark runtergeregelter Helligkeit stören diese extrem bei dunklen Bildinhalten.

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