Test Monitor Asus MX299Q
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Sobald SD-Material zugespielt wird, ist auch die Option „4:3“ verfügbar. 640 x 480 (NTSC 60 Hz) wird dann in voller Höhe seitengerecht dargestellt. Wie so oft klappt das bei 50 Hz leider nicht so gut, mit 720 x 576 (PAL) bekommt man ein kleineres Bild mit einem schwarzen Rahmen ringsum.

Leider gilt diese Schwäche auch für die kleine HD-Auflösung (720p50) – ob man dabei Vollbild oder 4:3 einstellt, macht keinen Unterschied. Mit 50 Hz wirken beide Formate zudem flauer und nach der Zwangsskalierung auch unschärfer. Bei allen getesteten Formaten war auch die Einstellung 1:1 verfügbar, aber die Skalierung auf volle Höhe ist in der Praxis sinnvoller.

Progressives Material zeigt der MX299Q judderfrei an, wenn es denn 60 Hz hat. Bei 50 Hz in verschiedenen Auflösungen entstand dagegen immer ein leichter Judder. 24p war ebenfalls möglich, mit kaum stärkerem Juddereffekt.

Halbbildmaterial verweigert der MX299Q nicht, doch ein eingebauter Deinterlacer fehlt und die zittrigen Bilder möchte man sich nicht lange ansehen.

Overscan

Der Overscan findet sich im OSD als Option bei der Bildskalierung (Kontrolle). Das Bild wird um einen festen Betrag beschnitten, der mit nur 10 Pixel horizontal und 5 Pixel vertikal sehr klein ausfällt. Der verbleibende Bildausschnitt wird mit erträglichen Qualitätseinbußen auf Vollbild skaliert. Der Sinn eines Overscans bei 21:9 ist aber ohnehin fraglich.

Farbmodelle und Signallevel

Einstellmöglichkeiten für den korrekten RGB-Signalumfang und das verwendete Farbmodell am HDMI-Eingang gibt es nicht. Im Test passten die Werte am PC und am BluRay-Player automatisch. Auch auf Änderungen des Signalumfangs im laufenden Betrieb reagierte der MX2999Q sofort mit entsprechender Spreizung.

Einsatzmöglichkeiten und Anwendungsbeispiele

Office

Im Office-Einsatz ist die fehlende Höhenverstellung ergonomisch ungünstig, lässt sich aber mit einer entsprechenden Auflage ausgleichen. Die Bildqualität reicht auch für anspruchsvolle Business-Grafiken voll und ganz.

Der zusätzliche Platz beim Arbeiten mit mehreren Fenstern ist sehr willkommen. Nicht nur bei Software-Entwicklern kann das die Produktivität enorm steigern. Platz gewinnt man aber nur an den Seiten. Für das Arbeiten in der Ganzseiten-Ansicht fehlt es im Vergleich zu 24 Zoll Monitoren mit Auflösung 1920 x 1200 etwas an der Höhe.

Nicht alle Webseiten nützen den Platz der Breitbild-Formate wirklich aus. Will man einfach nur in einem Fenster surfen, wirkt die Webseite etwas verloren. Ein Nachteil ist das trotzdem nicht.

Asus Mx299q Monitor Arbeiten 1
Asus Mx299q Monitor Arbeiten 2
Office: deutlich mehr Platz beim Arbeiten mit zwei Fenstern.

Aufgrund des Designs eignet sich der MX299Q auch überall dort, wo es im Kundenkontakt auf Repräsentation ankommt. Ebenso kann man sich im Business-Bereich den Einsatz an Info-Points gut vorstellen. Hier ist aber die fehlende VESA-Halterung ungünstig.

EBV

Auch bei der Bildverarbeitung hilft der zusätzliche Platz enorm. Der Vorschau-Bereich wirkt zwar etwas platt gedrückt, bringt aber deutlich mehr Bilder gleichzeitig unter. Gleichzeitig entfällt das lästige Wegklicken- und Wiederherholen der vertikalen Seitenleisten bei der Anzeige eines Bildes in voller Größe. Fotos im Hochformat wirken aber recht klein.

Asus Mx299q Monitor Arbeiten EBV
EBV: Bibliotheksansicht in Lightroom.

Besonders gut geeignet ist der MX299Q dagegen für Freunde der Panorama-Fotografie, denn Panorama-Bilder kommen mit so einem Format erst richtig zur Geltung. Entscheidend ist dabei auch der sehr stabile Blickwinkel des AH-IPS-Panels. Nach erfolgter Kalibrierung kann man zumindest als Amateur und im sRGB-Farbraum ganz gut mit dem MX299Q arbeiten.

Sofern es bei der Präsentation nicht auf einen erweiterten Farbraum ankommt, kann er auch EBV-Profis zumindest als Vorführgerät der fertigen Bilder dienen.

Unterhaltung/Filme

Selbst Kinofilme werden nicht alle im 21:9-Format aufgenommen. Fernsehproduktionen kommen heute grundsätzlich im 16:9-Format, ältere Sendungen auch noch im 4:3-Format. Wo 1080p draufsteht, ist also nicht automatisch 21:9 drin.

Einen Vorteil bietet der MX299Q nur, wenn das Material tatsächlich auch in 21:9 vorliegt. Ansonsten hat man eben rechts und links schwarze Balken – im Vergleich zu den gängigeren 24 Zoll-1080p Monitoren aber auch keinen Nachteil.

Bei einem Film mit 21:9-Format macht das Betrachten aber richtig Spaß – vorausgesetzt der Betrachtungsabstand passt zur Bildschirmdiagonalen. Dann ist man tatsächlich intensiver im Geschehen, da das 21:9-Sichtfeld unserem menschlichen Sehen besser entspricht. Die Frage ist also nur, ob man seine Filme tatsächlich am Schreibtisch anschauen möchte.

Wer aber aus Kosten- oder Platzgründen auf einen zusätzlichen Fernseher/Beamer verzichten möchte und eher alleine oder zu zweit Filme anschaut, bekommt hier eine gute Allround-Lösung.

Unterhaltung/Spiele

Für einen Allrounder macht der MX299Q auch bei Spielen eine sehr gute Figur. Das 21:9-Sichtfeld wirkt zum einen einfach „realer“, da es unserem menschlichen Sehen besser entspricht. Zum anderen sieht man Gegner an den Bildrändern einfach früher – so wie wir das in der Realität mit unserem peripheren Sehvermögen könnten.

Asus Mx299q Monitor Gaming
Gaming: Erweitertes Sichtfeld beim Spiele.

Das ist – unter sonst gleichen Voraussetzungen – tatsächlich ein entscheidender Vorteil im Schlachtengetümmel. In Battlefield 3 möchte man mit einem normalen Monitor nicht mehr gegen Gegner antreten, die einen 21:9-Formater haben.

Die Latenzzeit ist top. Features spezialisierter Gaming-Monitore wie sie sich Profi-Gamer wünschen – z.B. 3D und 144Hz – bietet er aber nicht.

7 KOMMENTARE

  1. Guten Tag, ja ein wenig spät… nur dennoch für mich interessant:

    Ich habe momentan den LG Flatron 22EA63V. In euren Test sehr gute Latenzzeiten. Nun wollte ich mal so langsam auch in den Genuss von 21:9 kommen. Nur scheint das ja dann erst jenseits der 600€ Marke mit den Latenzen annehmbar werden. Bisher habe ich nur diesen hier, den Asus MX299Q (Ab und zu mal als Asus Designo? beworben) der noch im finanziellen Rahmen ist.

    Da wäre für mich nun interessant, ob den als Spieler vorzugsweise Battlefield, Insurgency, Rainbow Six Siege, dieser Monitor passabel wäre oder gibts da schon was neues im Preisbereich bis 400€?

  2. Frage: Ich möchte (neben dem PC) auch meine Xbox 360 an dem Monitor betreiben.
    Ihr schreibt ja, dass es Probleme bei 1280×720 gibt. Das ist aber die Auflösung, in der die meisten Xbox Games laufen.

    Heisst das, xbox und dieser Monitor sind keine gute Kombi? Ich will eigentlich nur normale 16:9 und keine sonstige schräge Skalierung haben.

  3. Hallo,
    jetzt würde ich nur noch um einen kleinen Schubs bitten:
    Den Asus MX299Q oder den LG Flatron 29EB93-P.
    Beide habt Ihr ja getestet und eigentlich nehmen die sich ja nix. Ich bin Gamer. Warthunder, Battlefield, World of Tanks.
    Vielen Dank

  4. War auch eigentlich nicht als Kritik am Test gemeint sondern eher als Hinweis für evtl. Käufer. Ich danke Euch auf jeden Fall für den guten Test.

  5. Darauf gehen wir ja auch ein. Mehr als die Helligkeitsverteilung zu messen und ein Bild davon zu machen ist ja kaum möglich. Zumal gerade die Ausleuchtung einer gewissen Serienstreuung unterliegt. Wir können ja nur das eine Modell bewerten was von uns getestet wurde und nicht alle am Markt vorhandenen Geräte. Wenn die Ausleuchtung nicht passt, wieder einpacken und zurück senden.

  6. Habe den Monitor aufgrund des Test´s gekauft und bin doch sehr enttäuscht! Der Monitor hat extreme! Lichthöfe in den unteren Ecken, selbst mit stark runtergeregelter Helligkeit stören diese extrem bei dunklen Bildinhalten.

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