Test Monitor Asus PA279Q
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Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim PA279Q messen wir mit 18,0 Millisekunden eine lange Signalverzögerung, wahrscheinlich wird jederzeit ein Bild für die Aufbereitung zwischengepuffert. Zwar ist die halbe mittlere Bildwechselzeit mit 5,5 Millisekunden recht zügig, insgesamt ergibt sich trotzdem mit 23,5 Millisekunden kein Gamer-freundlicher Gesamtwert. Andere Anwender werden davon aber nichts bemerken.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des PA279Q arbeitet mit White LED. Für die Helligkeitsregelung wird im Wesentlichen ein kontinuierliches Verfahren eingesetzt.

Das Backlight leuchtet bei voll aufgedrehtem Helligkeitsregler kontinuierlich (rote Kurve). Wenn man den Regler nach unten stellt, sinkt die Kurve kontinuierlich ab. Gleichzeitig überlagert sich eine zunehmende Schwingung, die vor allem bei Einstellungen zwischen H20 und H50 recht groß werden kann. Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz (gelbe Kurve, H15) beträgt der Schaltanteil nur 25 Prozent des Gesamtsignals.

Käufer, die empfindlich auf Backlight-Flimmern reagieren, müssen sich trotzdem keine Sorgen machen: die Schaltfrequenz ist mit 12 kHz derart hoch, dass man ein wahrnehmbares Flimmern sicherlich ausschließen kann.

Asus Pa279q Monitor Back
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Im Praxistest waren bei Spielen und Videos keine ungewöhnlichen Nachzieheffekte oder Bewegungsunschärfen zu sehen. Das IPS-Panel zeigt sich in der Praxis reaktionsschnell und lässt nur eine geringe Schlierenbildung zu. Im „PixPerAn“-Lesbarkeitstest erreichten wir konstant den guten Wert 8.

Asus Pa279q Monitor Schliertest 1
Asus Pa279q Monitor Schliertest 2
Bewegungsunschärfe und Schlierenbildung bei sehr schnellen Bewegungen

Sound

Tonsignale verarbeitet der PA279Q direkt über den HDMI- und den DisplayPort-Eingang. Bei Nutzung des DVI-Eingangs muss auch das Audio-Kabel mit dem Monitor verbunden werden. Die Wiedergabe der Tonsignale ist über den auf der Rückseite angebrachten Kopfhörerausgang oder über die verdeckt eingebauten Lautsprecher möglich.

Die eingebauten Lautsprecher verfügen über eine Ausgangsleistung von 2×3 Watt. Der Klang ist nicht überragend, für praktische Zwecke jedoch vollkommen ausreichend. Die Lautstärke kann im Menü System-Einstellungen justiert oder direkt mit einer der beiden Kurzwahltasten verknüpft werden.

Asus Pa279q Monitor Audio
Audiosignale die per DisplayPort oder HDMI übertragen werden (rot markiert), können über den Kopfhöreranschluss im 3,5 mm Klinkenstecker-Format (grün markiert) in Stereo ausgegeben werden. Ein Stereo Audio-Eingang im 3,5 mm Klinkenstecker-Format (blau markiert) ist ebefalls vorhanden. Es gibt noch einen weiteren DisplayPort-Anschluss (gelb markiert), doch dabei handelt es sich um einen Ausgang (Daisy-Chain) über den mehrer Monitore zusmmengeschaltet werden können.

DVD und Video

Für HD-Zuspieler wie Blu-Ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen bietet der PA279Q auch einen HDMI-Eingang an.

Ein Videospezialist will der PA279Q mit seiner über FullHD hinausgehenden Auflösung und dem erweiterten Farbraum sicherlich nicht sein. Trotzdem ist er attraktiv auch für diese Zwecke, die wir im Folgenden untersuchen.

Eine Voreinstellung „Film“ bietet das OSD nicht, und wieweit uns der nicht gerade gut dokumentierte Theater-Modus entgegenkommen würde, haben wir dann gar nicht mehr untersucht. Eines fällt jedenfalls schon auf den ersten Blick auf: der erweiterte Farbraum im Standard-Modus liefert bei sRGB-Material überaus bunte und poppige Farben. Sehr gut passt dagegen der sRGB-Modus, den wir nach unseren Farbmessungen dann auch verwenden.

Asus Pa279q Monitor Dvd
Test der Videoeigenschaften

So eingestellt zeigte der PA279Q am BD-Player ein sehr schönes Bild mit natürlichen Farben, bei denen auch Hauttöne stimmig wiedergegeben wurden. Schwarzwert und Bildkontrast waren gut, können aber mit unbeschichteten (glossy) Panels oder AMVA-Konkurrenten nicht ganz mithalten.

Die Detailzeichnung in hellen wie dunklen Szenen war aber überzeugend. Nachzieheffekte bei schnellen Szenen haben wir nicht beobachtet, das hätte uns nach unserer Overdrive-Analyse aber auch sehr überrascht.

Die geringe Blickwinkelabhängigkeit der Farbwiedergabe des IPS-Panels ist gerade bei größeren Monitoren sehr vorteilhaft. Der Monitor sollte allerdings in Augenhöhe stehen, sonst könnten die Zuschauer in dunklen Szenen das typische Glühen (IPS-Glow bei diagonaler Draufsicht) bemerken.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Viele Optionen für die Anpassung des Bildformats bietet das OSD zunächst nicht: Vollbild oder 1:1, dazu noch Overscan. Damit ist die Auswahl zumindest für alle HD-Formate bereits erschöpft.

Erst wenn bestimmtes SD-Material zugespielt wird, kann auch noch eine seitengerechte 4:3-Option mit voller Ausnutzung der Bildschirmhöhe gewählt werden. Genauer gesagt ist uns das nur bei 640 x 480 (NTSC) gelungen, 720 x 576 (PAL) zeigte der Monitor lieber vergrößert, aber mit schwarzen Balken ringsum.

Mit progressivem Material kommt der PA279Q gut zurecht, solange es mit 60 Hz kommt. Der Test mit 50 Hz in verschiedenen Auflösungen lieferte dagegen stets einen deutlichen Judder. 24p vom BluRay-Player geht auch, aber ebenfalls mit dem Judder-Problem.

Halbbildmaterial kann der PA249Q dank eines eingebauten Deinterlacers ebenfalls anzeigen. Das Bild ist gut und ruhig, das Zeilenflimmern bleibt auch an schnell bewegten diagonalen Kanten erfreulich gering. Leider ist der Spaß auf 1080i beschränkt, SD-Formate sind nicht im EDID eingetragen und wurden auch nicht angezeigt.

Overscan

Der Overscan findet sich im OSD des PA279Q als Option bei der Bildskalierung und nur am HDMI-Eingang. Das Bild wird um einen festen Betrag von 34 Pixel horizontal und 20 Pixel vertikal beschnitten. Der verbleibende Bildausschnitt wird mit erträglichen Qualitätseinbußen auf Vollbild skaliert. Leider kann der PA279Q das dazu passende alte SD-Material (interlaced) aber nicht anzeigen.

Farbmodelle und Signallevel

Einstellmöglichkeiten für den korrekten RGB-Signalumfang und das verwendete Farbmodell am HDMI-Eingang gibt es nicht. Im Test passten die Werte am PC automatisch, den BluRay-Player mussten wir manuell auf vollen RGB-Umfang einstellen – das muss in der Praxis aber nicht bei jeder Gerätekombination so sein. Mangels Einstellmöglichkeit am Monitor empfiehlt es sich in jedem Fall, beim Player auf PC-kompatible RGB-Optionen zu achten.

8 KOMMENTARE

  1. „Satte 36 Watt bei 140 cd/m²“

    Verstehe ich nicht. Wo ist das denn viel? Der Dell U2713H verbraucht 43,3 Watt und bekam dafür sogar ein Plus.

  2. mein Gott Andi,

    ist das hier ein katholisches Mädchenpensionat?
    Manchmal muss muss man eben jemanden sanft in den Hintern treten, damit er kapiert, worauf er hätte selbst kommen müssen.

    Aber das ist jetzt wahrscheinlich auch schon wieder zu hart formuliert.

    Sanfttönige Grüße tom

  3. Unsere Tests werden sofort veröffentlicht wenn sie fertig sind, aber als Preview und wer die nicht bezahlen will wartet halt bis zur endgültigen Veröffentlichung. Und konstruktive Kritik ist erwünscht, nur der Ton macht die Musik. Vielleicht „kapierst“ Du das auch 😉

  4. Lieber Andi,

    eigentlich solltet Ihr ja für konstruktive Kritik Eurer geneigten Leserschaft ja dankbar sein.
    Ich z.B. wäre es!

    Und wenn ich Euer Gnaden zu nahe getreten bin, bitte ich als armer Leser untertänigst um Verzeihung.

    Und die Aussage: „Dieser Test ist aber vor Monaten entstanden“ wirft ein schlechtes Bild auf
    PRAD’s Veröffentlichungspraxis.

    Da schmoren die Test’s, aus bekannten Gründen, monatelang bis zur Veröffentlichung, so lange bis Rev. XY auf dem Markt ist, oder quasi schon das
    Nachfolgemodell am Horizont erscheint.

    Ist jetzt sicher ein wenig übertrieben, aber was Wahres dran…

    Gruß tom

  5. Na da ist wohl jemand mit dem falschen Fuß aufgestanden oder ein ausgesprochener Morgenmuffel. Wir machen ja seit geraumer Zeit die Coating Bilder, damit die Oberflächenstruktur erkennbar ist. Dieser Test ist aber vor Monaten entstanden und da gab es diese Coating-Bilder noch nicht. Nun wurden zwar in den vergangenen Wochen schon Tests mit Coating-Bildern veröffentlicht, entscheidend dafür wann ein Test veröffentlicht wird, ist wann der fertige Test durch den Redakteur abgeliefert wurde und nicht wann das Testgeräte unser Messlabor durchlaufen hat! So dürfte der ASUS-Monitor einer der letzten Geräte ohne Coating Bilder gewesen sein, da wir diese – als der ASUS bei uns im Testlabor war – noch nicht erstellt haben. Irgendwann muss man ja starten und alle Geräte die vorher getestet wurden, können dieses Bild eben nicht enthalten.

  6. Danke für den Test.

    Nur die Aussage: „Die Oberfläche des Panels ist matt und moderat entspiegelt“ sagt garnichts.

    Bei Test’s in letzter Zeit wurde doch ausführlichst auf die Oberflächenbeschaffenheit eingegangen!

    Wann kapiert PRAD endlich mal, daß das für viele Leser sehr wichtig ist. Das beweisen doch die unzähligen Beiträge im Forum!

    Danke

  7. Hallo,
    wie immer eon schöner ausführlicher Test, aber mit scheint, da ist eine falsche Graphik eingefügt – der Text sagt:
    „Im AdobeRGB-Modus landet der PA279Q dann einen Volltreffer. Auch hier verbessert sich die Qualität des Weißpunkts deutlich. Die Graubalance schneidet dann sogar um eben jenes Tüpfelchen besser ab, das bei sRGB an der sehr guten Bewertung noch fehlte. Helligkeits- und Kontrastverlust sind aber wiederum nicht unerheblich.“

    Die sich daran anschließende Graphik zeigt aber ziemlich heftige Abweichungen der Farben bis in den roten Bereich – wie ist das vereinbar?

    Sieht fast so aus, als wäre die Graphik für Benutzmodus 1 nochmals eingefügt worden?

    Vielleich könnte das korrigiert werden?

    Mit freundlichen Grüßen
    LF

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