Test Monitor BenQ BL2400PT
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Interpolation

Die Einstellung des passenden Bildformats ist beim BL2400PT einfach aber konsequent gelöst: in allen 16:9-Auflösungen wird stets ein Vollbild gezeigt. Bei anderen Seitenverhältnissen kann außer dem Vollformat auch die seitengerechte Darstellung gewählt werden (Option Aspect), dabei wird das Bild auf die volle Panelhöhe von 1.080 Pixel skaliert. Dies ist schade bei allen Auflösungen, die davon nur wenig abweichen: bei 1.680 x 1.050 oder 1.280 x 1.024 leidet die Bildqualität unter der zwangsläufigen Mini-Skalierung, denn einen pixelgetreuen 1:1 Modus gibt es nicht.

Bei vielen Monitoren ist neben der Formatanpassung auch die korrekte Einstellung des Bildschärfereglers im OSD entscheidend für die optimale Darstellung der interpolierten Bildformate. So auch beim BL2400PT. Standardmäßig steht dieser Regler auf der Stufe 3, und dies empfanden wir auch als die optimale Einstellung. Bei kleineren Werten werden sehr dünne Konturen fetter dargestellt, dadurch kann ein unscharfer Bildeindruck entstehen. Werte oberhalb von 3 erzeugen den gegenteiligen Effekt, die Wirkung ist aber etwas schwächer. Sehr positiv ist, dass der Schärferegler keine Artefakte wie z.B. Farbsäume erzeugt.

Interpolation Text

Benq Bl2400pt Monitor Int1920
Benq Bl2400pt Monitor Int1280 720
Links: 1.920 x 1.080; rechts: 1.280 x 720.

Die Fotos zeigen, dass die Schärfe bei nativer Auflösung erwartungsgemäß hervorragend ist. In der kleinen 16:9-Auflösung 1.280 x 720 sieht man deutliche Interpolationsartefakte, die bei dieser Skalierung aber unvermeidbar sind.

Bei den Auflösungen mit anderen Seitenverhältnissen haben wir die Option Aspect aktiviert – eine nicht seitengerechte Interpolation wäre nur angebracht, wenn nichts anderes möglich wäre. Bei beiden Auflösungen 1.680 x 1.080 und 1.280 x 1.024 sind die negativen Auswirkungen der Mini-Skalierung unübersehbar. Die exakt gleichen Textausschnitte zeigen, dass die seitengerechte Darstellung korrekt skaliert.

In allen interpolierten Auflösungen ist die Lesbarkeit von Texten – dem Skalierungsgrad entsprechend – sehr gut. Die unvermeidlichen Interpolationsartefakte fallen gering aus. Auch Texte mit fetten Buchstaben bleiben gut leserlich. Keinerlei Farbsäume oder Unschärfen trüben das Bild.

Benq Bl2400pt Monitor Int1680
Benq Bl2400pt Monitor Int1280 1024
Links: 1.680 x 1.050; rechts: 1.280 x 1.024.

Interpolation Spiele

Nach diesen Ergebnissen erwarteten wir auch bei Spielen gute Interpolationsergebnisse. Wir haben uns eine Szene aus „Dead Space“ von Electronic Arts in verschiedenen Auflösungen angeschaut.

Benq Bl2400pt Monitor Game Nativ
Dead Space (EA) in nativer Auflösung.

Die Untersuchung der vergrößerten Bildschirmfotos zeigt die zu erwartenden Vergröberungen bei den hochskalierten Auflösungen. Subjektiv betrachtet sind die Ergebnisse sehr gut. Nachteilig ist dennoch, dass kleinere Bildformate nicht in der 1:1-Darstellung wiedergegeben werden können.

Reaktionsverhalten

Das Reaktionsverhalten eines Monitors wird bestimmt durch die Schaltzeiten, das Overdrive-Verhalten und die Latenzzeit. Diese Einflussgrößen ermitteln wir mit Fotosensoren und einem Oszilloskop. Den BL2400PT haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am DVI-Anschluss vermessen. Der Monitor wurde zunächst auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt, dann wurde die Helligkeit auf 100 Prozent eingestellt und die AMA-Option abgeschaltet.

Schaltzeiten

Nach der älteren Norm ISO 13406-2 wird der Monitor von Schwarz zu Weiß umgeschaltet und wieder zurück. Die gemessenen Schaltzeiten zwischen 10 und 90 Prozent Helligkeit (rise + fall) werden addiert und als Bildaufbauzeit bezeichnet. Die aktuelle Norm ISO 9241-305 beschreibt die Bildaufbauzeit dagegen als mittlere Übergangszeit zwischen fünf verschiedenen Grauwerten hin und zurück. Vielfach wird die Bildaufbauzeit auch als Reaktionszeit oder Response Time bezeichnet.

Erläuterung der Darstellung: Die Schaltzeiten ermitteln wir in zwei Messreihen, die sich an beiden Normen orientieren. Die erste Messreihe beschreibt die Zeit für einen Wechsel von Schwarz zu Grau. Der Grauwert variiert dabei von 30 % (RGB 77) bis 100 % (RGB 255 = Weiß). Die Messung bei 100 % entspricht der älteren Norm. Diese Reihe beschreibt das Verhalten bei starken Kontrasten.

Die zweite Messreihe beschreibt die Zeit für einen Wechsel von Grau zu Grau. Wir schalten das Bild zwischen zwei Graustufen um, deren RGB-Werte um 30 Prozent auseinander liegen. Diese Reihe beschreibt das Verhalten bei geringen Kontrasten. Unsere Stichproben berücksichtigen nicht nur die günstigsten Werte aus dem gesamten Messfeld und liegen deshalb oft erheblich über den Herstellerangaben.

Benq Bl2400pt Monitor Schalt Sg Off
Benq Bl2400pt Monitor Schalt Gg30 Off
Schaltzeiten mit AMA off, links: schwarz-zu-grau; rechts: grau-zu-grau 30%.
Benq Bl2400pt Monitor Schalt Sg On
Benq Bl2400pt Monitor Schalt Gg30 On
Schaltzeiten mit AMA on, links: schwarz-zu-grau; rechts: grau-zu-grau 30%.

Das Datenblatt des BL2400PT beziffert die Reaktionszeit mit 25 Millisekunden für Schwarz zu Weiß und 8 Millisekunden für Grau zu Grau. Bei unseren Messungen ohne AMA erhielten wir die längsten Schaltzeiten, die wir bislang messen konnten: die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) beträgt 34,1 Millisekunden. Mit aktiviertem AMA stellten sich etwas zeitgemäßere Werte ein, der Mittelwert beträgt jetzt 19,8 Millisekunden.

Das VA-Panel des BL2400PT arbeitet somit deutlich langsamer als man es aktuell bei dieser Technik erwarten würde. Vor allem die Anstiegszeiten sind teilweise unglaublich lang. Die deutliche Verkürzung mit der AMA-Option wird durch eine starke Overdrive-Charakteristik erkauft.

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