Test Monitor BenQ BL2400PT
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Overdrive

Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine bestimmte Steuerspannung zugeordnet, mit der die Zielhelligkeit exakt erreicht wird. Die Umschaltgeschwindigkeit bei einem Helligkeitswechsel kann erhöht werden, wenn man zunächst eine höhere Spannungsdifferenz anlegt als es dem Helligkeitsunterschied eigentlich entsprechen würde. Anschließend wird die Spannung korrigiert, um die Helligkeit auf den Zielwert zu bringen. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.

Das Overdrive-Verhalten kann beim BL2400PT mit der AMA-Option beeinflusst werden. Die Bilder zeigen den Helligkeitsverlauf bei einer Folge von je drei helleren und drei dunkleren Bildern.

Benq Bl2400pt Monitor Amaoff 8050
Benq Bl2400pt Monitor Amaon 8050
Overdrive-Verhalten beim Grauwechsel 80-50%, links: AMA off; rechts: AMA on.

Mit AMA off ist kein Overdrive-Verhalten erkennbar. Mit AMA on stellt sich ein ausgeprägter Overdrive-Effekt ein mit Überschwingern bei Wechseln zwischen den mittleren Helligkeitswerten. Spätestens nach zwei Frames hat sich das Panel auf die Zielhelligkeit eingependelt.

Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Monitors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Input Lag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir messen zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens (10 Prozent der Endhelligkeit). Zu diesem Wert addieren wir noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück).

Erläuterung der Darstellung: Die Verzögerungszeit des LCD ergibt sich als die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal (grün) und dem Aufleuchten des Pixels (10%-Schwelle, rote Kurve). Die stufenweise Aussteuerung macht auch Verzögerungen von mehr als 1 Frame sichtbar.

Benq Bl2400pt Monitor Latenz
Die Verzögerungszeit des BL2400PT ist recht lang.

Wir messen beim BL2400PT eine kurze Verzögerungszeit von nur 2,0 Millisekunden. Hinzu kommt allerdings noch die halbe mittlere Bildaufbauzeit, die selbst mit Overdrive noch 9,9 Millisekunden lang ist. Die mittlere Gesamtlatenz beträgt somit günstigstenfalls 11,9 Millisekunden.

Subjektive Beurteilung

Ohne aktivierte AMA-Option ist der BL2400PT für bewegte Bildinhalte kaum zu gebrauchen. Schon das Verschieben von Bildschirmfenstern mit normaler Geschwindigkeit führt zu enormer Schweifbildung. Zudem scheint die Verzögerungszeit auch farbabhängig zu sein, denn wenn man ein schwarzes Fenster mit weißer Schrift (z.B. ein Befehlszeilenfenster in Windows) verschiebt, schillert die weiße Schrift schon bei moderater Bewegung in allen Grüntonen, bei schnellerer Bewegung wird die Schrift völlig unlesbar.

Mit aktivierter AMA-Option bessern sich diese Effekte deutlich sichtbar, verschwinden aber nicht restlos. Negative Auswirkungen des Overdrive waren dagegen nicht zu beobachten, daher empfiehlt sich AMA on als dauerhafte Einstellung.

DVD und Video

Auch wenn der BL2400PT nicht als Multimediagerät beworben wird, so eignet er sich mit seiner nativen Auflösung von 1.920 x 1.080 Punkten (16:9) auch für die Darstellung von Videomaterial in Full HD, und das Kopierschutzverfahren HDCP wird unterstützt.

HD-Zuspieler wie Blu-Ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen mit HDMI-Ausgang können mit einem HDMI/DVI-Adapter angeschlossen werden, der Ton muss dann allerdings separat an die Audiobuchse geführt werden. Der HDMI-Eingang und der DisplayPort-Eingang stellen sich automatisch auf das richtige Farbmodell um, manuell kann dies nicht beeinflusst werden. Multimedia-Features wie Bild-in-Bild-Funktion oder ein integrierter DVB-Tuner fehlen, nur einfache Lautsprecher sind vorhanden.

Am PC sollte der Monitor stets in seiner nativen Auflösung betrieben werden. Aktuelle Videosoftware wie VLC, PowerDVD oder Windows Media Player wählen dann automatisch das richtige Bildformat und verhindern dadurch eine beschnittene oder verzerrte Videowiedergabe. Abweichende Bildformate werden mit schwarzen Streifen oben und unten bzw. links und rechts aufgefüllt.

Benq Bl2400pt Monitor Dvd
Szene aus „Brügge sehen und sterben“.

Der BL2400PT bietet einen Preset für Filme (Bildmodus Movie) an, der in unseren ersten Farbmessungen eine zu kühle Farbtemperatur zeigte. Natürlichere Farben ergeben sich in der Einstellung Standard, ergänzt durch die Gammaeinstellung 2,4.

Wir haben ein HD-Video am PC im unkalibrierten Zustand und mit der Helligkeit 70 betrachtet, das entspricht rund 200 cd/m². Der BL2400PT zeigt dabei ein sehr scharfes Bild mit kräftigen und natürlich wirkenden Farben, auch Hauttöne werden gut dargestellt. Der Schwarzwert ist sehr gut, der Bildkontrast ist beeindruckend. In dunklen wie in hellen Szenen ist die Detailzeichnung gut. Auch mit Overdrive werden dunklere Bildbereiche bei schnellen Szenen schon einmal matschig, hier ist das Panel etwas zu langsam. Ohne die Overdrive-Option sind flott bewegte Inhalte wie z.B. bei Fußballspielen ungenießbar.

Beim Filmspaß mit mehreren Zuschauern fällt der große nutzbare Blickwinkel gegenüber einem TN-Panel sehr positiv auf, nur die weiter außen Sitzenden müssen etwas blassere Farben hinnehmen.

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