Test Monitor BenQ BL2400PT
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Videosignalverarbeitung

Ein zusätzliches Datenblatt zum BL2400PT dokumentiert die darstellbaren Signalfrequenzen. Die wichtigsten (aber bei weitem nicht alle) PC-Auflösungen sind vorhanden, jedoch keine einzige Video-Auflösung außer den beiden HD-Formaten.

Unterstütze Refreshsraten

In der Frequenzliste steht keine einzige Auflösung mit 50 Hz, obwohl dies als Untergrenze im Datenblatt genannt wird. Bei unseren Versuchen stellte sich jedoch heraus, dass die beiden HD-Formate 1.920 x 1.080 und 1.280 x 720 auch mit 50 Hz problemlos funktionieren. Alle anderen Auflösungen akzeptieren dagegen nur 60 Hz. Auch 24p ist nicht möglich.

Zunächst haben wir untersucht, ob die genannten Frequenzen tatsächlich unterstützt werden. Frequenzen von 50 Hertz oder Vielfache von 24 sind für die judderfreie Darstellung von Videos und Filmen besonders geeignet. Zur Überprüfung, ob der Monitor auch intern mit diesen Frequenzen schaltet, haben wir einen Juddertest durchgeführt. Weiterführende Informationen finden Sie in unserem Special „Perfekter Bildgenuss: Auf die Bildfrequenz kommt es an“.

Benq Bl2400pt Monitor Judder
Der Juddertest ist auch bei 50 Hz bestanden.

Beide HD-Auflösungen werden mit 50 und 60 Hz ohne Ruckeln verarbeitet. Damit ist der BL2400PT gut geeignet für den Anschluss einer Vielzahl von HD-tauglichen Zuspielern.

Deinterlacing

Das Datenblatt des BL2400PT führt keine halbbildbasierten Signale auf. Wir haben es dennoch versucht, jedoch ohne Erfolg. Ein 1080i-Signal wird vom Monitor-Info als 1920×540@60Hz angezeigt, die Bildwiedergabe leidet unter heftigem Flimmern. Offenkundig verfügt der Monitor nicht über einen Deinterlacer und ist daher für die Wiedergabe von Halbbildmaterial nicht geeignet.

Skalierung

HD-Material skaliert der BL2400PT aufgrund des nativen Seitenverhältnisses stets korrekt, hier ist auch gar keine andere Einstellung möglich. Explizite videotaugliche Einstellungen wie 4:3 oder Letterbox sind nicht verfügbar, nur die seitengerechte Skalierung und eine Overscan-Option mit einem festen Vergrößerungswert.

Dass die Skalierung mit abweichenden PC-Formaten korrekt funktioniert, haben wir schon im Interpolationstest gezeigt. Ein Test der Videoskalierung erübrigt sich, da keine der üblichen Videoauflösungen (außer HD) zugespielt werden kann.

Farbmodelle und HDMI-Blacklevel

Ebenfalls sehr wichtig für die korrekte Darstellung des Materials ist die Abstimmung des Videolevels. Abstimmungsprobleme können hier zu starkem Clipping in helleren und dunkleren Farben oder zu flauem Bild mit reduziertem Tonwertumfang ohne volles Schwarz und Weiß führen.

Benq Bl2400pt Monitor Blacklevel
Test des korrekten Signalpegels mit einem HDMI-Adapter am DVI-Eingang.

Laut Handbuch erwartet der BL2400PT am DVI-Eingang ein RGB-Signal, am DisplayPort-Eingang stellt er sich automatisch auf RGB oder YUV ein. Hinweise auf eine Blacklevel-Anpassung gibt es nicht. Erwartungsgemäß findet beim Anschluss einer Videoquelle mit einem HDMI-Adapter keine Pegelanpassung statt, ein Signal mit RGB 16…235 wird mit reduziertem Tonwertumfang wiedergegeben. Beim Anschluss von BluRay-Playern oder Konsolen sollte darauf geachtet werden, dass diese ausgangsseitig auf vollen RGB-Umfang (0…255) eingestellt sind.

Fazit

Der BenQ BL2400PT ist ein attraktiver Monitor im Business-Umfeld. Mit seiner schlanken Form, dem schnörkellosen Design und der soliden Konstruktion gibt er in jedem Büro eine gute Figur ab. Sein großes 24 Zoll Panel mit Full HD-Auflösung und die beiden digitalen Eingänge kombiniert mit einem sehr konkurrenzfähigen Marktpreis machen ihn zu einem vielseitig einsetzbaren Allrounder.

Schon auf den ersten Blick überzeugen die ergonomischen Qualitäten: das Panel ist neigbar, drehbar und höhenverstellbar, selbst die Pivot-Funktion ist dabei. Technisch auf der Höhe der Zeit ist er nicht nur mit seinem DisplayPort, sondern auch mit der LED-Beleuchtung. Dazu gibt es noch ein VA-Panel mit einem Blickwinkel, der verglichen mit den vorherrschenden TN-Panels beeindruckend groß ist.

Auch sonst hat dieses Panel attraktive Eigenschaften: ein sehr niedriger Schwarzwert verleiht dem Bild einen enormen Kontrast, das sich zudem durch eine hervorragende Bildschärfe auch in interpolierten Auflösungen auszeichnet.

Aber der Bildschirm ist nicht nur der Vorteil, sondern auch die Achillesferse des BL2400PT. Denn so richtig kann dieses wirklich preisgünstige A-MVA-Panel mit seinen Namensvettern in den oberen Preisklassen nicht mithalten. Bei seitlicher Sicht verblassen die Farben sehr stark, das tiefe Schwarz schwindet, und der Kontrast leidet sichtlich. Unschön ist auch die schwache Entspiegelungswirkung der matten Paneloberfläche. Trotz der zeitgemäßen LED-Beleuchtung ist der Farbraum unnötig stark eingeschränkt, und auch der Stromverbrauch könnte niedriger sein.

Außerhalb der Zielgruppe findet man nicht viele Qualitäten. Gamer werden keine Freude daran haben, denn die Schaltzeiten des Panels sind unglaublich lang, erst der aktivierte Overdrive sorgt für einigermaßen videotaugliche Geschwindigkeiten. Ohne PC gelingt der Videobetrieb nur in den beiden HD-Auflösungen, andere Bildfrequenzen und Halbbildmaterial bleiben außen vor. Dieses Gerät ist für den PC-Anschluss gemacht, bei Konsolen und Mediaplayern sind Kompromisse nötig.

Die Qualitäten fokussieren sich also konsequent aufs Business, und das Konzept ist gelungen: ein attraktiver Monitor, der den zahllosen TN-Konkurrenten in vieler Hinsicht qualitativ eindeutig überlegen ist, zu einem sehr konkurrenzfähigen Preis – das wird viele Einkäufer problemlos überzeugen. Und wer ihn einmal auf seinem Schreibtisch stehen hat, der wird ihn so schnell nicht mehr hergeben.

Bewertung

Bildstabilität:
(digital)
(analog)
Blickwinkelabhängigkeit (v/h):
Kontrasthöhe:
Farbraum:
Subjektiver Bildeindruck:
Graustufenauflösung:
Helligkeitsverteilung:
Interpoliertes Bild:
Gehäuseverarbeitung/Mechanik:
Bedienung/OSD:
Geeignet für Gelegenheitsspieler:
Geeignet für Hardcorespieler:
Geeignet für DVD/Video:
Preis [incl. MWSt. in Euro]: Keine Angaben
3.8

(GUT)

Technische Spezifikationen: BenQ BL2400PT

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