Test Monitor BenQ PD3200U

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Einleitung

BenQ ergänzt die Produktreihe „Monitor for Designers“ um zwei neue 32-Zoll-Modelle. Die Displays BenQ PD3200Q und PD3200U sind laut Hersteller optimal auf die Bedürfnisse professioneller Designer der Bereiche CAD/CAM, Animation, Video- und Bildbearbeitung ausgerichtet. Wie alle Modelle der PD-Reihe sind sie Technicolor-Color-zertifiziert. Basierend auf der IPS-Panel-Technologie bietet der hier getestete BenQ PD3200U eine 4K-UHD-Auflösung von 3840 x 2160 im 16:9 Format und eine Helligkeit von 350 cd/m².

Für eine optimale Farbpräzision setzt BenQ neben einer 10-Bit-Farbtiefe auf 100%ige Einhaltung des Rec.-709- sowie des Standard-RGB-Farbraums (sRGB). Darüber hinaus werden Entwickler und Kreative beim Visualisieren und Bearbeiten ihrer Entwürfe durch zahlreiche nützliche Zusatz-Features unterstützt. Zur Bearbeitung der Bildschirminhalte stehen drei verschiedene Display-Modi zur Verfügung, welche die Bilddetails je nach Anwendung unterschiedlich akzentuieren.

Besonders praktisch ist auch der integrierte KVM-Switch. Er ermöglicht das Anzeigen und Kontrollieren von zwei PC-Systemen auf einem Bildschirm mit nur einer Tastatur und Maus. Das Umschalten zwischen den beiden PC-Systemen erfolgt über den Hotkey-Puck. Dabei handelt es sich um eine kabelgebundene Fernbedienung, die ihren Platz im Standbein findet und auch generell das OSD steuern kann. Per DualView können Designs Seite an Seite sogar in unterschiedlichen Display-Modi präsentiert werden.

Zu den zahlreichen Anschlussmöglichkeiten gehören auch ein USB-3.0-Hub und sogar ein Speicherkartenlesegerät. Abgerundet wird das Paket mit umfangreichen Ergonomiefunktionen, zu denen auch die Flicker-free- und Low-Blue-Light-Technologien gehören, die ein augenschonendes Arbeiten ermöglichen.

Ein derart prall gefülltes Paket hat natürlich auch seinen Preis. Zum Zeitpunkt der Testerstellung war der BenQ PD3200U im Handel ab 849 EUR erhältlich.

Hands on Video zum BenQ PD3200U

Lieferumfang

Der Lieferumfang ist umfangreich und enthält auch Kabel für HDMI und DisplayPort. Eine Besonderheit ist der kleine Hotkey-Puck. Diese kabelgebundene Fernbedienung findet ihren Platz perfekt in der Mulde des Standbeins und kann alternativ zu den normalen Bedientasten OSD und KVM-Switch steuern. Treiber und Standard-Farbprofil werden unter Windows 10 bei der ersten Inbetriebnahme automatisch installiert, sind aber zusammen mit dem Handbuch auch auf der beiliegenden CD enthalten. Sie enthält ferner die von BenQ entwickelte Display-Pilot-Software für personalisierte Display-Einstellungen wie Auto-Pivot, Desktop-Partitionen und OSD-Steuerung.

Benq Pd3200u Monitor Lieferumfang
Umfangreicher Lieferumfang

Optik und Mechanik

Mit 12,5 kg Gesamtgewicht (inkl. Standbein) ist der BenQ PD3200Q sicher kein Leichtgewicht. Die Montage ist dennoch einfach und werkzeugfrei. Das Standbein wird auf der Display-Rückseite eingerastet und kann per Knopfdruck wieder gelöst werden. Der Standfuß wird aufgesetzt, gegen den Uhrzeigersinn eingerastet und mit einer Flügelschraube fixiert. Nicht zuletzt durch den praktischen Griff an der Oberseite des Standbeins lässt sich das Gerät trotz seiner Größe auch im aufgebauten Zustand gut transportieren.

Benq Pd3200u Monitor Ansicht Vorne O
Benq Pd3200u Monitor Ansicht Hinten O
Ansichten: Vorne und hinten in der höchsten Stellung
Benq Pd3200u Monitor Ansicht Vorne U
Benq Pd3200u Monitor Ansicht Hinten U
Ansichten: Vorne und hinten in der niedrigsten Stellung

Auch die Verarbeitung macht insgesamt einen sehr soliden und robusten Eindruck. Das dunkelgraue Kunststoffgehäuse ist matt und pflegeleicht. Das Design ist ansonsten eher schlicht und vor allem auf Funktionalität ausgelegt, macht dabei aber auch in jeder Arbeitsumgebung eine gute Figur.

Benq Pd3200u Monitor Ansicht Drehung Links
Benq Pd3200u Monitor Ansicht Drehung Rechts
Ansichten: Drehung nach links und rechts

Wie bereits andere Monitore von BenQ, überzeugt auch der PD3200U bei den Ergonomiefunktionen nicht nur hinsichtlich des Umfangs, sondern auch mit einer perfekten Balance zwischen Leichtgängigkeit und Stabilität.

In der Höhe lässt sich der BenQ PD3200Q um 15 Zentimeter verstellen und seitlich um je 45 Grad nach rechts und links drehen. Die Neigung ist mit -5 bis +20° ebenfalls ordentlich. Selbstverständlich kann das Display auch im Hochformat (Pivot) genutzt werden.

Benq Pd3200u Monitor Ansicht Seitlich 1
Benq Pd3200u Monitor Ansicht Seitlich 2
Benq Pd3200u Monitor Ansicht Seitlich 3
Ansichten: Seitlich und Pivot-Stellung

Zum Bündeln der Kabel dient die kreisrunde Öffnung im Standbein. Im Rahmen unten ist ferner ein Lichtsensor integriert. Auf Wunsch kann der PD3200U so automatisch die Helligkeit augenschonend an die Umgebungslichtbedingungen anpassen und Energie sparen.

Benq Pd3200u Monitor Standbein
Benq Pd3200u Monitor Lichtsensor
Standbein und Lichtsensor für automatische Helligkeitsanpassung und Energiesparen

Das Netzteil ist fest im Gehäuse untergebracht. In den Abbildungen der Display-Rückseite und der seitlichen Pivot-Stellung sind oben gut die Lüftungsschlitze zu sehen. Lediglich in diesem Bereich ist nach längerem Betrieb eine leichte Erwärmung zu spüren.

Technik

Betriebsgeräusch

Überraschenderweise arbeitet der BenQ PD3200U aber nicht geräuschlos. Kurz nach dem Einschalten scheint ein Modul – möglicherweise auch ein Lüfter – zugeschaltet zu werden, das ein gewisses Brummgeräusch verursacht. Soweit für uns ersichtlich, handelt es sich nicht um einen Defekt, sondern um ein normales Verhalten. Das Geräusch ist nicht hochfrequent, variiert aber mit dem Bildschirminhalt: je heller (z. B. Word-Dokument), desto lauter.

In einer Arbeitsumgebung mit permanenter Geräuschkulisse mag das nicht stören. Wer allerdings ansonsten in Silent-PC-Komponenten investiert hat und hochkonzentriert an die Arbeit geht, wird in diesem Aspekt mit dem PD3200U möglicherweise nicht glücklich.

Allerdings ist das je nach individuellem Empfinden sehr unterschiedlich, und das Betriebsgeräusch kann ferner einer gewissen Serienstreuung unterliegen, weshalb diese Beurteilung nicht für alle Geräte einer Serie gleichermaßen zutreffen muss.

Stromverbrauch

Hersteller Gemessen
Betrieb maximal 110 W 60,7 W
Betrieb typisch 44 W
140 cd/m² k.A. 36,2 W
Betrieb minimal k.A. 27,5 W
Energiesparmodus (Standby) < 0,5 W 0,3 W
Ausgeschaltet (Soft Off) < 0,5 W 0,2 W
Ausgeschaltet (Netzschalter) k.A. 0 W

*Messwerte ohne zusätzliche Verbraucher (Lautsprecher und USB)

BenQ nennt im Datenblatt einen Maximalverbrauch von 110 Watt. Nach unseren Messungen liegt der Maximalverbrauch mit 60,7 Watt sogar 45 Prozent darunter. Der Power-Button senkt den Verbrauch fast auf Null, es sind lediglich noch 0,2 Watt messbar. Im Standby-Modus messen wir 0,3 Watt, die Vorgaben der aktuellen EU-Richtlinie werden sehr gut eingehalten. Ein Netzschalter ist ebenfalls vorhanden und kappt den Verbrauch vollständig.

Bei 140 cd/m² am Arbeitsplatz zeigt das Messgerät 36,2 Watt an, die Effizienz bei dieser Helligkeit berechnet sich zu zufriedenstellenden 1,1 cd/W.

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... beschäftigt sich beruflich wie privat seit über 20 Jahren intensiv mit den Themen und Entwicklungen in der IT-Branche. Als freiberuflicher Autor, Testredakteur und Fotograf, kennt er die Anforderungen an ein gutes Display. Für PRAD ist er seit 2013 tätig.

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