Test Monitor BenQ PD3200U
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60 Hz, Overdrive „Aus“

Bei abgeschaltetem Overdrive ist die Abstimmung erwartungsgemäß neutral, und den schnellsten Grauwechsel messen wir mit 9,4 ms.

Das Schaltzeitendiagramm zeigt unter anderem, wie sich verschiedene Helligkeitssprünge addieren, wie schnell der Monitor in der Werkseinstellung im besten Fall reagiert und von welcher mittleren Reaktionszeit ausgegangen werden kann.

Benq Pd3200u Monitor 60Hz Schaltzeiten Aus
Benq Pd3200u Monitor 60Hz Gtg Aus
60 Hz (Overdrive „Aus“): Neutrale Abstimmung, ordentliche Schaltzeiten

60 Hz, Overdrive „Hoch“

In der Werkseinstellung „hoch“ ist der schnellste Grauwechsel mit 12,5 ms überraschend schlechter als bei abgeschaltetem Overdrive. Auch alle anderen Werte haben sich verschlechtert. Insofern hat die Verwendung der Werkseinstellung überhaupt keinen Sinn.

Benq Pd3200u Monitor 60Hz Schaltzeiten Hoch
Benq Pd3200u Monitor 60Hz Gtg Hoch
60 Hz (Overdrive „Hoch“): Alle Werte haben sich verschlechtert

60 Hz, Overdrive „Premium“

In der höchsten Stellung „Premium“ werden tatsächlich alle Schaltzeiten effektiv verkürzt, und zwar wesentlich. Den schnellsten Grauwechsel messen wir jetzt mit 6,4 ms, der Durchschnitt für unsere 15 Messpunkte liegt bei 9,9 ms. Auch der CtC-Wert hat sich von 13 auf nur 5 ms reduziert. Auch kritische Farbübergänge stellen für den BenQ hier keine Hürde dar, Farbkanten werden scharf abgebildet. Am hohen Input-Lag ändert das aber leider nichts.

Da sich die Überschwinger dennoch sehr in Grenzen halten, empfehlen wir, zum Spielen auf jeden Fall diesen Modus zu probieren und ihn ggfls. generell aktiviert zu lassen. Der Qualitätsverlust ist zu verschmerzen.

Benq Pd3200u Monitor 60Hz Schaltzeiten Premium
Benq Pd3200u Monitor 60Hz Gtg Premium
60 Hz (Overdrive „Premium“): Sehr gute Schaltzeiten, akzeptable Überschwinger

Netzdiagramme

In den folgenden Netzdiagrammen sehen Sie alle Messwerte zu den unterschiedlichen Helligkeitssprüngen unserer Messungen im Überblick. Im Idealfall würden sich die grünen und die roten Linien eng am Zentrum befinden. Jede Achse repräsentiert einen in dem Pegel und der Dynamik definierten Helligkeitssprung des Monitors, gemessen über Lichtsensor und Oszilloskop.

Benq Pd3200u Monitor 60Hz Netz Aus
Benq Pd3200u Monitor 60Hz Netz Hoch
60 Hz, Overdrive „Aus“ und „Hoch“
Benq Pd3200u Monitor 60Hz Netz Premium
60 Hz, Overdrive „Premium“

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Beim PD3200U ist die halbe mittlere Bildwechselzeit mit 5 ms im günstigsten Fall zwar sehr flott, wird aber durch den hohen Input-Lag von 21,8 ms wieder zunichte gemacht. Insgesamt macht das 26,8 ms.

Der BenQ PD3200U ist damit ganz klar kein Gaming-Monitor, auf dem man aber zumindest etwas langsamere Spiele durchaus genießen kann.

Backlight

Das Hintergrundlicht des Monitors wird nicht durch Pulsbreitenmodulation (PWM) reduziert, deshalb entstehen auch keine Unterbrechungen im Lichtstrom (Flackern). Somit ist der Monitor auch bei reduzierter Helligkeit für längere Sessions geeignet.

Benq Pd3200u Monitor Backlight
LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Das Platzangebot eines 32-Zoll-Displays ist schon verlockend. Ein Standard-24-Zoll-Gerät wirkt daneben wie ein Spielzeug.

Doch gerade im Office-Betrieb hat man sich an das neue Platzangebot schnell gewöhnt. Die 4K-Auflösung passt zur 32-Zoll-Größe ausgezeichnet und bietet gleichzeitig einen merklichen Schärfegewinn und deutlich mehr Platz auf dem Desktop und in der Taskleiste. Wir haben das Gerät in der von Windows 10 empfohlenen 150%-Skalierung verwendet. Wer gute Augen hat, kann sicher auch auf 125% gehen, um noch mehr Platz zu bekommen.

Aber bereits in der Standard-Einstellung kann man problemlos zwei Word-Dokumente mit 100%-Skalierung (innerhalb von Word) inklusive der seitlichen Navigationsleisten als komplette DINA4-Seiten darstellen und hat dabei oben und unten sogar noch Luft. Begeistern kann nicht nur das Arbeiten mit großen Excel-Tabellen. Auch vier gleichzeitig geöffnete Fenster mit je einem Viertel der Display-Fläche ergeben bei 32 Zoll wirklich Sinn.

Die Schwächen bei der Helligkeitsverteilung sind insbesondere bei einfarbigen, hellen Flächen auch mit freiem Auge sichtbar und zumindest in der Bildbearbeitung evtl. störend. Andererseits gibt es genug Einsatzszenarien, in denen das kaum eine Rolle spielt. Beispielsweise werden sich Event-Fotografen über die phänomenale Übersicht in Lightroom beim Aussortieren und Verschlagworten freuen.

Die Videowiedergabe ist ausgezeichnet. Dank der sehr guten Ausleuchtung sind auch in den schwarzen Balken bei Cinemascope-Filmen Randaufhellungen des Displays kaum zu sehen. Messtechnisch schneidet der etwas günstigere Philips 328P6VJEB mit seinem VA-Panel beim Kontrast mit 2646:1 zwar besser ab. Subjektiv ist die Wiedergabe auf dem BenQ aber sichtbar besser. Dazu kommt noch die ausgezeichnete Blickwinkelneutralität des IPS-Panels, die auch im Wohnzimmer mit einer Spielekonsole und eher ungewöhnlichen Sitzpositionen ein gleich gutes Bild liefert. Der vergleichsweise träge Input-Lag dürfte zumindest Gelegenheitsspielern kaum auffallen.

Sound

Für den Sound hat der PD3200U zwei Stereo-Lautsprecher mit je 5 Watt Ausgangsleistung an Bord. Das Gehäuse hat zwar etwas Platz für Resonanzraum, allzu viel sollte man dennoch nicht von den Lautsprechern erwarten. Immerhin taugen sie zu mehr als nur der Wiedergabe von Systemklängen und sind zumindest für eher informative YouTube-Videos und Skype-Telefonate etc. zu gebrauchen.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie Blu-ray-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Buchse angeschlossen werden, der Ton wird über die internen Lautsprecher ausgegeben oder an den Kopfhörerausgang weitergeleitet. Beim Anschluss eines PCs klappt die Tonausgabe auch via DisplayPort einwandfrei.

Der BenQ PD3200U bietet insgesamt eine schier unendliche Fülle an Zusatz-Features an, die natürlich nicht nur für die Videowiedergabe interessant sind. Beispielsweise sind umfangreiche PiP-/PbP-Funktionen vorhanden, um mehrere Quellen gleichzeitig darzustellen. Mit der Funktion „DualAnzeige“ kann ein und dieselbe Quelle mit unterschiedlichen Bildmodi gleichzeitig auf einem mittig geteilten Bildschirm angezeigt werden. Letzteres ist aus unserer Sicht aber eher eine Spielerei, da das Gerät keinen erweiterten Farbraum besitzt. Eine bestimmte Quelle in verschiedenen Farbräumen gleichzeitig sehen zu können, wäre da schon interessanter.

Für die Darstellung von Filmen empfiehlt sich natürlich vorrangig der Rec.-709-Bildmodus, also die HDTV-Norm, in der die meisten Filme gemastert sind. Der Farbraum ist allerdings mit sRGB identisch, so dass ein Wechsel nicht unbedingt erforderlich ist.

So oder so kann der BenQ bei der Videowiedergabe mit sattem Kontrast, kräftigen und natürlichen Farben und seiner 4K-Schärfe überzeugen. Dank der ausgezeichneten Blickwinkelneutralität taugt das riesige Display auch als TV-Ersatz bzw. für Foto- und Videovorführungen in größerer Runde. Auch weiter außen sitzende Zuschauer bekommen noch ein einwandfreies Bild zu sehen.

Bei Verwendung externer Quellen kommt dem PD3200U ferner seine gute Skalierungseinheit zugute, die auch Standard-BDs in 1080p mit beeindruckender Schärfe wiedergibt. Eine Overscan-Funktion ist bei digitaler Zuspielung zwar überflüssig, aber genauso vorhanden wie die Möglichkeit, am HDMI-Eingang den Signallevel anzupassen.

2 KOMMENTARE

  1. „Betriebsgeräusch
    Überraschenderweise arbeitet der BenQ PD3200U aber nicht geräuschlos. Kurz nach dem Einschalten scheint ein Modul – möglicherweise auch ein Lüfter – zugeschaltet zu werden, das ein gewisses Brummgeräusch verursacht. Soweit für uns ersichtlich, handelt es sich nicht um einen Defekt, sondern um ein normales Verhalten. Das Geräusch ist nicht hochfrequent, variiert aber mit dem Bildschirminhalt: je heller (z. B. Word-Dokument), desto lauter.“
    Ich habe schon einen Schreck bekommen, aber das Geräusch wird vom Lautsprecher verursacht und lässt sich leicht abstellen.
    Soundausgabe am Computer/Betriebssystem auf Monitor stellen, dort die Lautstärke auf „0“(mute), dann ist das Brummen weg und kommt auch nicht wieder, wenn man ein anderes Wiedergabegerät auswählt.

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