Test Monitor BenQ PV270

0
4798

Einleitung

Bereits mit dem SW2700PT hat BenQ für Furore gesorgt. Ein Hardware-kalibrierbarer Monitor mit 27 Zoll Display und einem derart großen Farbraum für ca. 670 EUR ist schon eine Kampfansage an die Platzhirsche im Segment der Bildbearbeitungsmonitore.

Der sehr ähnlich ausgestattete PV270 bietet ebenfalls ein 27 Zoll IPS-Panel mit WQHD-Auflösung (2560 x 1440 Pixel), Hardware-Kalibrierung und erweitertem Farbraum im 16:9-Format. Die Differenzierung zum SW2700PT ist auf den ersten Blick nicht so ganz eindeutig.

Während der SW2700PT vor allem auf Fotografen abzielt, ist der PV270 noch stärker auf die Bedürfnisse in der professionellen Video- und Bildbearbeitung bei Post-Production und Color-Monitoring abgestimmt. Neben der 99-prozentigen Adobe-RGB-Abdeckung beherrscht das Display deshalb darüber hinaus den DCI-P3-Farbraum zu 96 %. DCI-P3 ist ein gebräuchlicher Farbraum für die digitale Filmprojektion. Der seit der Einführung von HDTV häufig beim Mastering von Filmmaterial zum Einsatz kommende Rec.-709-Farbraum (entspricht sRGB) wird damit natürlich ebenfalls zu 100 % abgedeckt.

Benq Pv270 Monitor Einleitung
 

Der Monitor BenQ PV270 für Video-Postproduktion und Bildbearbeitung mit aufgesetzter Lichtschutzblende (Foto: BenQ)

Wie beim SW2700PT bietet der Image-Processing-Chip des PV270 einen 3D-Look-up-Table (LUT) mit 14-Bit-Farbtiefe, um eine äußerst präzise Farbwiedergabe zu ermöglichen. Dank der Hardware-Kalibrierung muss dazu auch nicht das Ausgangssignal der Grafikkarte beeinflusst werden.

Dafür hat BenQ sogar das Technicolor-Siegel „Color Certified“ erhalten. Damit ist der BenQ PV270 für den professionellen Einsatz bei der Nachbearbeitung von Bildmaterial bei Video- und Kinoproduktionen anerkannt.

Umfassende Ergonomiefunktionen und ein USB-3.0-Hub mit integriertem SD-Kartenleser sind für BenQ selbstverständlich. Darüber hinaus ist der Funktionsumfang vor allem auf Videographen und Cutter abgestimmt. Im PiP-Modus können mit der Funktion „GamutDuo“ Videos gleichzeitig nebeneinander in unterschiedlichen Farbspektren wiedergegeben und verglichen werden. Mit Aktualisierungsraten von 48 Hz und 72 Hz wird ein echtes 24p-Playback ohne Mikroruckler ermöglicht, und mit der Funktion „Color Display Clone“ kann die Farbwiedergabe dank des integrierten Farbtemperatursensors automatisch an die Lichtverhältnisse der Umgebung angepasst werden.

Der Preis des PV270 ist allerdings dementsprechend auch höher als beim SW2700PT und lag zum Zeitpunkt der Testerstellung bei knapp 1.000 EUR im Online-Handel.

Hands on Video zum Testgerät BenQ PV270

Lieferumfang

Zum Lieferumfang gehören neben der Schnellstartanleitung und dem obligatorischen Netzkabel noch folgende Videokabel: 1 x DVI-DL, 1 x DP auf MiniDP und das Kabel für den USB-Hub. Auch die Monitorblende ist bereits im Lieferumfang enthalten.

Benq Pv270 Monitor Lieferumfang
Lieferumfang

Die CD enthält wie üblich das Handbuch in mehreren Sprachen sowie Treiber und ein Standard-Farbprofil für den Monitor. Die zur Hardware-Kalibrierung erforderliche Software fehlt dagegen. Hinweise im Handbuch zu diesem Thema sind spärlich, aber immerhin zu finden. Schlussendlich muss man sich dann die Software erst mal selbst über die allgemeine BenQ-Webseite suchen und herunterladen.

Da es sich bei der Hardware-Kalibrierung um ein wesentliches Funktionsmerkmal handelt, hinterlässt der PV270 (wie auch der SW2700PT) hier leider keinen sehr kundenfreundlichen Eindruck.

Optik und Mechanik

Angenehm schnell und einfach geht dagegen die Montage vonstatten. Das Standbein wird auf der Display-Rückseite eingerastet und kann per Knopfdruck wieder gelöst werden. Der Standfuß wird aufgesetzt, im Uhrzeigersinn bis zum Einrasten gedreht und mit einer Flügelschraube fixiert.

Benq Pv270 Monitor Montage
Benq Pv270 Monitor Montage 2
 
Benq Pv270 Monitor Montage 3
Benq Pv270 Monitor Montage 4
Montage des Standbeins

Insgesamt macht die Verarbeitung genauso wie beim BenQ SW2700PT einen sehr soliden und robusten Eindruck. Äußerlich ist das Gerät zwar in ein Kunststoffgewand gehüllt, im Inneren haben die tragenden Teile aber einen massiven Metallkern. Die verwendete Aluminiumlegierung hält das Gewicht mit 8,8 kg dennoch in Grenzen. Auch die verwendete Kunststoff-Ummantelung macht einen robusten und pflegeleichten Eindruck.

Benq Pv270 Monitor Ansicht Vorne O
Benq Pv270 Monitor Ansicht Hinten O
Ansichten: vorne und hinten in der höchsten Stellung
Benq Pv270 Monitor Ansicht Vorne U
Benq Pv270 Monitor Ansicht Hinten U
Ansichten: vorne und hinten in der niedrigsten Stellung
Benq Pv270 Monitor Ansicht Drehung Links
Benq Pv270 Monitor Ansicht Drehung Rechts
Ansichten: Drehung nach links und rechts

Im Vergleich zum SW2700PT setzt BenQ beim PV270 auf eine etwas andere Konstruktion, die sogar noch etwas bessere Ergonomiefunktionen bietet. In der Höhe lässt sich der BenQ PV270 um 13,5 Zentimeter verstellen und seitlich um je 45° drehen.

Benq Pv270 Monitor Ansicht Seitlich 1
Benq Pv270 Monitor Ansicht Seitlich 2
Benq Pv270 Monitor Ansicht Seitlich 3
Ansichten: seitlich, Neigungswinkel und Pivot-Stellung

Auch die Neigung ist mit -5 bis +20° ordentlich. Selbstverständlich kann das Display auch im Hochformat genutzt werden. Im OSD ist hierfür auch eine Funktion vorhanden, die den Display-Inhalt dann automatisch dreht.

Clever gelöst ist auch das Kabelmanagement. Hierfür hat das Standbein eine kreisrunde Öffnung. Nach dem Durchführen der Kabel wird die Öffnung durch eine Federkraft-getriebene blaue Blende wieder verengt.

Benq Pv270 Monitor Kabelmanagement
Benq Pv270 Monitor Kabelmanagement 2
Kabelführung clever gelöst

Im serienmäßigen Lieferumfang ist auch bereits eine Monitorblende enthalten. Diese ist gerade in der Bildverarbeitung generell ausgesprochen nützlich und sinnvoll – nicht nur, wenn unter Normlichtbedingungen gearbeitet wird. Durch das Abschirmen des Umgebungslichts verstärkt sich die Kontrastwahrnehmung enorm, und eine präzise Bildbeurteilung – auch in den Randbereichen – wird erheblich erleichtert. Außerdem hält sie auch den Staub fern und dient generell als Schutz für die empfindliche Display-Oberfläche.

Benq Pv270 Monitor Monitorblende
Benq Pv270 Monitor Ansicht Vorne Hood
Monitorblende: Links Zusammenbau (Handbuch BenQ), rechts fertig montiert

Die Blende besteht beim BenQ PV270 aus sechs Einzelteilen, die erst zusammengesteckt werden müssen. Die Konstruktion ist ähnlich, aber nicht identisch wie beim BenQ SW2700PT. Anstelle der Klettstreifen am Display-Rahmen sind beim PV270 entsprechende Öffnungen für die kleinen Haltehacken der Blende vorhanden. Der Zusammenbau der Kunststoffteile klappt hier auch schneller und macht insgesamt einen etwas besseren Eindruck. Hinsichtlich der Langlebigkeit der Konstruktion bleiben dennoch Zweifel, vor allem falls das Display öfters transportiert „on location“ eingesetzt wird.

Im Mittelteil oben hat die Blende eine größere Schiebeöffnung, um das Kolorimeter für die Kalibrierung durchzulassen. Die Innenseiten der Monitorblende sind sinnvollerweise mit einem samtartigen, lichtschluckenden Material ausgekleidet. Das gilt leider nicht vollständig für den Mittelteil oben aufgrund des Schiebefensters und der Gesamtkonstruktion. Durch die Reflexionen entsteht hier durchaus eine störende Ablenkung vom Bild.

Benq Pv270 Monitor Ansicht Drehung Links Hood
Benq Pv270 Monitor Ansicht Drehung Rechts Hood
Ansichten: Monitor mit montierter Blende

Das Netzteil ist beim BenQ PV270 im Gehäuse untergebracht. In den Abbildungen der Display-Rückseite sind gut die relativ großen Lüftungsschlitze oben und an den Seiten zu sehen. Vor allem im oberen Bereich ist nach längerem Betrieb eine gewisse Erwärmung zu spüren. Die Kühlung erfolgt – soweit ersichtlich – ausschließlich passiv und ist dementsprechend lautlos.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen