Test Monitor Dell ST2220T
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Bildqualität

Der ST2220T bringt gute Voraussetzungen für eine (immer relativ zur Preisklasse und im Vergleich mit anderen Consumer-Geräten) hohe Bildqualität mit: Das IPS-Panel mit echter 8-bit-Farbansteuerung verspricht neben guter Blickwinkelstabilität weitgehend lückenlose Farbverläufe, während das konventionelle CCFL-Backlight im Allgemeinen einen größeren Farbraum abdeckt und den Schirm etwas homogener ausleuchtet als die moderneren LEDs.

Darstellung von Farbabstufungen

Ein Vorteil von VA- und IPS-Panels liegt in der echten 24-Bit-Farbansteuerung, also mit 8 Bit pro Farbkanal. Die meisten TN-Panels hingegen werden nur mit 6 Bit pro Farbkanal angesteuert und müssen sich daher Techniken wie Dithering oder FRC bedienen, um dennoch Farbverläufe weitgehend lückenlos darstellen zu können.

Im Datenblatt wird der Unterschied zwischen 24-Bit- und 18-Bit-Farbansteuerung normalerweise durch die Zahl der darstellbaren Farben gekennzeichnet: Bei einem Panel mit echten 24 Bit gibt der Hersteller 16,7 Mio. Farben an, bei einen 18-Bit-Panel mit Dithering/FRC meist 16,2 Mio.

Somit sollte das 24-bittige IPS-Panel des ST2220T für die lückenlose Darstellung von Farbverläufen gut gerüstet sein. In der Praxis spielt jedoch auch die monitorinterne Elektronik eine wichtige Rolle. Ist die LUT (LookUpTable) zu gering dimensioniert, haben Transformationen, die der Monitor durchführt (z.B. Anpassungen der RGB-Regler) Tonwertverluste und somit Banding zur Folge.

Tests mit verschiedenen Farbverläufen zeigen, dass Dell auf diesem Gebiet beim ST2220T nicht geschlampt hat. Die Elektronik ist leistungsfähig genug, um Farbverläufe ohne erkennbares Banding auf den Schirm zu bringen. Ein leichtes, kaum sichtbares Grieseln in dunklen Tonwerten zeigt, dass hier zusätzlich noch eine FRC-Schaltung zum Einsatz kommt.

Bei der Darstellung der dunkelsten und hellsten Graustufen ist am Testgerät im Prinzip nichts auszusetzen. Auch die letzten Farbabstufungen kann das Gerät bei genauem Hinsehen noch differenzieren. Bei dunklen Farbtönen machen einem aber dabei zwei Faktoren einen Strich durch die Rechnung.

Zum Einen die bei IPS-Panels übliche, magentafarbene Aufhellung des Schirms bei dunklem Inhalt unter Winkeln; so erhalten bei normalem Betrachtungsabstand schon die Randbereiche einen leichten rosa Schimmer. Zum anderen wirkt die glänzende Paneloberfläche bei dunklem Bildschirm wie ein Spiegel, sodass man sich selbst und außerdem den gesamten Raum sieht, jedoch nicht den Bildschirminhalt.

Wie üblich ist die werksseitige Kontrasteinstellung (75) der optimale Wert. Bei geringeren Werten werden die Farbdifferenzierungen nicht besser, bei höheren Werten geraten die Farbkanäle ins Clipping.

Bildhomogenität

Die Homogenität eines Bildschirms untersuchen wir zunächst subjektiv anhand eines Fotos des eingeschalteten Monitors, auf dem ein komplett weißes Bild dargestellt wird. Die Belichtungszeit wird dabei so kurz gewählt, dass die Kamera verwertbare Helligkeitsinformationen aufzeichnet. Anschließend wird das entstehende Bild nachbearbeitet, sodass die Helligkeitsabweichungen eindeutig erkennbar werden. Eine absolute Aussage über die Homogenität lässt sich so natürlich nicht treffen, jedoch werden vor allem Lichthöfe und Randaufhellungen sichtbar, die durch das Raster der anschließenden genauen Messung fallen.

Dell St2220t Monitor Homogenitaet
Foto des weißen Bildschims mit verstärkten Kontrasten.

Hier kann man schon deutlich erkennen, dass die Leuchtdichte zum Rand hin abnimmt, insbesondere an den Seiten. Störende Lichthöfe, z.B. aufgrund von Randreflexionen, finden sich jedoch nicht.

Im Anschluss vermessen wir den Monitor (bei wiederum vollständig weißem Bild) an 15 Punkten und setzen alle Messwerte in Bezug zum zentralen Wert. Daraus erhalten wir die Helligkeitsabweichungen in Prozent sowie die Farbabweichungen in DeltaC/DeltaE in Bezug auf die Mitte des Bildschirms.

Dell St2220t Monitor Homogenitaet Deltac
Dell St2220t Monitor Homogenitaet Prozent
Links die Farbabweichungen des ST2220T in DeltaC, rechts die Helligkeitsabweichungen in Prozent.

Wie bereits vermutet, fallen die Randbereiche im Vergleich zur Mitte etwas dunkler aus. Vor allem die rechte obere Ecke leistet sich hier einen kleinen Ausreißer. Insgesamt geht die Bildhomogenität jedoch in Ordnung und dürfte für alle Zwecke (bis auf die professionelle Bildbearbeitung) vollauf genügen.

Bildmodi

Der Dell ST2220T besitzt acht vordefinierte Bildmodi (Standard, Multimedia, Spiel, Warm, Kühl, Film, Sport, Natur). Die Erfahrungen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass sich deren Nutzen jedoch meist in Grenzen hält, da nicht wie bei hochwertigen Monitoren eine Farbraumanpassung vorgenommen wird, sondern das Bild lediglich durch einen digitalen Filter nachbearbeitet wird.

In der Tat verändern zwar die Bildmodi teils Bildschärfe, Farbbalance oder die Helligkeit; eine verbesserte Darstellung konnte aber in keinem davon bei entsprechendem Bildmaterial festgestellt werden. Man sollte folglich die Bildmodi meiden und eventuell notwendige Anpassungen von Hand vornehmen.

Blickwinkel

Die Blickwinkelabhängigkeit wird von uns anhand eines kontrastreichen Testbildes untersucht, das auf dem Bildschirm angezeigt und aus verschiedenen Winkeln abfotografiert wird. So lassen sich Farbverfälschungen und Kontrastverlust bildlich festhalten.

Dell St2220t Monitor Blickwinkel
Identisches Bild aus unterschiedlichen Blickwinkeln abfotografiert.

Das IPS-Panel des ST2220T macht hier eine sehr gute Figur: Farbverfälschungen bleiben fast komplett aus, nur bei seitlicher Betrachtung erhält das Bild einen leichten Rotstich. Auch der Kontrastverlust bei größeren Einblickwinkeln hält sich in Grenzen. Der limitierende Faktor wird in der Praxis eher das unter Winkeln zunehmende Spiegeln der Paneloberfläche sein.

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