Test Monitor Dell ST2220T
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Interpolation

Ein TFT-Monitor kann prinzipiell nur seine native Auflösung bildschirmfüllend und pixelgenau darstellen. Sobald eine abweichende Auflösung zugespielt wird, gibt es zwei sinnvolle Verfahrensweisen: Entweder kann der Monitor das Signal pixelgenau nur auf einem Teil seiner Pixel darstellen (1:1-Darstellung) oder eine Interpolation durchführen und so seine gesamte Fläche ausnutzen. Wünschenswert wäre, wenn man zwischen diesen beiden Möglichkeiten wählen könnte.

Wenn interpoliert wird, ist außerdem interessant, ob das Eingangssignal ungeachtet des originalen Seitenverhältnisses auf die gesamte Schirmfläche verteilt wird, oder ob es im korrekten Verhältnis (ggf. mit schwarzen Balken) dargestellt wird. Im Idealfall kann man auch zwischen diesen beiden Möglichkeiten wählen.

Die Möglichkeit der pixelgenauen 1:1-Darstellung bietet der ST2220T nicht; nicht native Auflösungen werden also zwangsläufig interpoliert. Über die OSD-Einstellung „Anzeigemodus“ lässt sich zwischen Vollbild- („Max.“) und 4:3-Darstellung („4:3“) wählen. Somit werden alle zugespielten Auflösungen, deren Seitenverhältnis von 16:9 oder 4:3 abweicht, verzerrt dargestellt.

Der verbaute Scaler macht keinen guten Eindruck; das Interpolationsergebnis kann nicht überzeugen. Schriften wirken sehr ungleichmäßig und büßen an Lesbarkeit ein:

Dell St2220t Monitor Interpolation1
Dell St2220t Monitor Interpolation2
Text in nativer Auflösung (links) und in 1.280 x 1.024 (rechts).

Man sollte, sofern man tatsächlich eine andere als die native Auflösung benötigt, in jedem Fall die Skalierung der Grafikkarte durchführen lassen. Da die meisten aktuellen GPUs relativ ordentlich interpolieren, stellt dies in der Praxis normalerweise kein Problem dar.

In der Tat kommt man beim ST2220T auch kaum um die GPU-Skalierung herum, wenn man nicht native Auflösungen verwendet: In den EDID-Informationen, die der ST2220T an den PC übermittelt, sind nur sehr wenige der gängigen Auflösungen enthalten.

Folgende Auflösungen kann der Dell ST2220T laut den Informationen seiner EDID (Extended Display Identification Data) „verdauen“:

Auflösung Refreshrate

Alle anderen Auflösungen (üblich z.B. 1.680 x 1.050 oder 1.280 x 960) gelten als nicht unterstützt und müssen zwangsläufig von der Grafikkarte interpoliert werden.

Bildschärfe

Der ST2220T besitzt im OSD einen Schärferegler, mit dem die Bildschärfe in elf Stufen von 0 bis 100 geregelt werden kann. Die Standardeinstellung liegt bei 50, höhere Werte bedeuten Schärfung, niedrigere bedeuten Unschärfe. Da ein digital übertragenes Bild ohnehin perfekt scharf ist, macht ein Schärfe- bzw. Unschärfefilter direkt im Gerät kaum einen Sinn. Im Gegenteil leidet in den höheren Schärfestufen sogar die Lesbarkeit von Texten.

Um die schlechte Interpolationsleistung des internen Scalers zu übertünchen, taugt die Schärfung leider auch nicht, da das interpolierte Bild zwar im Prinzip scharf, aber zu ungleichmäßig ist.

Um die Wirkungsweise des Schärfefilters zu verdeutlichen wurde ein kurzes Textstück in unterschiedlichen Schärfestufen per Makroobjektiv abfotografiert:

Dell St2220t Monitor Schaerfe1
„PRAD.de“ bei Schärfeeinstellung 0 (Unschärfe)…
Dell St2220t Monitor Schaerfe2
…bei Schärfeeinstellung 50 (Standard)…
Dell St2220t Monitor Schaerfe3
…und bei Schärfeeinstellung 100 (leichte Schärfung).

Videosignalverarbeitung

Bei der Auflösung ist der Dell ST2220T in Sachen Videowiedergabe auf dem Stand der Technik: Mit der Full-HD-Auflösung (1.920 x 1.080) ist er für die Wiedergabe von Blurays und anderen hochauflösenden Quellen bestens gerüstet.

Zugespielt werden solche Signale fast ausschließlich per HDMI und sind dabei per HDCP (High-bandwidth Digital Content Protection) verschlüsselt. Da das Gerät über einen HDMI-Eingang verfügt und, wie quasi alle aktuellen Monitore, die Entschlüsselung von HDCP-Signalen beherrscht, steht einer Wiedergabe von Blurays also rein technisch nichts im Wege.

Doch die Technik hält hier einige Stolpersteine für den Nutzer bereit, die die Freude am (HD-) Filmmaterial verderben könnten. Auf die wichtigsten Probleme, die im Videobetrieb auftauchen, soll der Dell ST2220T im Folgenden untersucht werden.

Formatunterstützung

Wichtig ist zunächst eine Darstellung im korrekten Seitenverhältnis. Den Dell ST2220T stellt dies aufgrund seiner nativen 16:9-Full-HD-Auflösung zumindest bei HD-Quellen vor kein Problem: Hier erfolgt die Zuspielung grundsätzlich im 16:9-Seitenverhältnis.

Die gebräuchlichen Videoformate (576p, 720p, 1080p) werden bei progressiver Zuspielung unterstützt und im korrekten Seitenverhältnis dargestellt. Aufgrund des schlechten internen Scalers sollte man jedoch nach Möglichkeit nur in der nativen 1080p-Auflösung zuspielen.

Dell St2220t Monitor Video
Die Videozuspielung in gängigen Formaten klappt auf Anhieb, wie in dieser Szene aus der Bluray „Inception“.

Bei den unterstützten Refreshraten ist interessant, ob ganzzahlige Vielfache der Video-Bildraten möglich sind, da andernfalls bei der Wiedergabe sogenannter Judder (Mikroruckler) entsteht. Bei PAL wären dies 25, 50, 75… Hz, bei Blurays 24, 48, 72… hz. Bei letztgenannten muss der Dell ST2220T passen. Oberhalb von 60 Hz und unterhalb von 50 Hz verweigert der Monitor komplett seinen Dienst; Vielfache von 24 Hz sind somit nicht möglich.

Bei Interlaced-Signalen zeigt der Monitor zwar ein Bild an, jedoch nur mit deutlichem Zeilenflimmern. Dies deutet darauf hin, dass nur ein einfaches Field-Scaling stattfindet. Man sollte dem Dell ST2220T also in jedem Fall progressive Signale zuspielen.

Immerhin wird das Panel zwischen 50 und 60 Hz auch tatsächlich in der eingestellten Refreshrate gefahren, wie mit dem Programm „Juddertest“ festgestellt wurde. Ein fixer interner Takt, welcher weiteren Judder verursachen würde, ist somit nicht vorhanden.

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