Test Monitor Dell ST2220T
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UGRA-Test

Abschließend haben wir den Dell ST2220T auf die Empfehlungen der UGRA kalibriert (5800K, Gamma 1,8 und Helligkeit, sofern mit Bordmitteln erreichbar: 140 cd/m²), um seine Tauglichkeit für die digitale Druckvorstufe/Softproof zu bestimmen. Die Zertifizierung kann aber natürlich auch mit anderen Parametern erreicht werden. Falls der Monitor keinen Gamma-Regler besitzt, wird durch die Kalibrierung der Tonwertumfang im Regelfall zu stark eingeschränkt, um den Test mit den vorgegebenen Parametern zu bestehen.

Dell St2220t Monitor Ugra
Der ausführliche UGRA UDACT Report für die Softwarekalibrierung kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Der ST2220T besteht den UGRA-Test nicht. Mangels eines eigenen Gamma-Reglers wird der Tonwertumfang zu stark eingeschränkt, außerdem liegen die Abweichungen in den Farbwerten teils deutlich über den vorgegebenen Grenzwerten.

Helligkeit und Kontrast

Folgendes Diagramm zeigt die erzielte Leuchtdichte in cd/m² (weiße Kurve) für die im OSD eingestellten Helligkeitswerte in Prozent. Die schwarze Kurve stellt den Kontrast dar, der bei der jeweiligen Helligkeit erzielt wurde.

Dell St2220t Monitor Kontrast
 

Die bei gleichmäßigem Kontrastverhältnis linear ansteigende Helligkeitskurve zeigt, dass die Helligkeit direkt und ausschließlich über das Backlight eingestellt wird, also genau so wie es sein sollte.

Der Leuchtdichtebereich reicht von knapp über 50 cd/m² bis etwa 250 cd/m². Damit sind die üblichen Situationen im Alltag abgedeckt: Bei minimaler Helligkeit ist der Schirm dunkel genug für stark abgedunkelte Räume, die maximale Helligkeit hingegen reicht auch für helle Räume aus.

Der Kontrast ist durchweg auf einem sehr guten Niveau von etwa 1.200:1 und übertrifft damit sogar die Herstellerangabe. Umso erfreulicher ist dies wenn man bedenkt, dass ein IPS-Panel verbaut ist; diese Panelsorte gilt im Allgemeinen nicht als Kontrastwunder.

Was dieses gute Kontrastverhältnis leider etwas relativiert, ist die spiegelnde Paneloberfläche: In dunklen Bereichen sieht man weniger vom Bild als vom gespiegelten Raum. Somit bleibt in hellen Räumen vom Kontrastverhältnis subjektiv nicht mehr viel übrig.

Dynamischer Kontrast

Wie leider bei den meisten Consumergeräten heutzutage üblich, schmückt Dell die Verpackung des ST2220T mit einer irrwitzig hohen dynamischen Kontrastangabe von 50.000:1. Diese Zahl hat in der Praxis wenig bis keinerlei Relevanz, da sie den statischen Kontrast nicht beeinflusst, sondern bestenfalls (bei sinnvoller Implementierung) den Bild-zu-Bild-Kontrast.

Die dynamische Kontrastschaltung des ST2220T ist überhaupt nur im Video-Modus aktivierbar. Aber auch dort hat sie keinen feststellbaren positiven Effekt, da die Schaltung viel zu langsam reagiert um überhaupt einen Effekt zu erzielen.

Man kann also nur dazu raten, sich von den dynamischen Kontrastangaben der Hersteller nicht in die Irre führen zu lassen und die Option zu deaktivieren.

Reaktionsverhalten

Den Dell ST2220T haben wir in nativer Auflösung bei 60 Hz am HDMI-Anschluss vermessen. Der Monitor wurde für die Messung auf die Werkseinstellung zurückgesetzt.

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Das Datenblatt nennt für den Dell ST2220T eine Reaktionszeit von 8 Millisekunden mit Overdrive und 14 Millisekunden ohne Overdrive (GtG). Ohne aktivierte Beschleunigung (OD aus) ermitteln wir den schnellsten Grauwechsel allerdings mit 25,5 Millisekunden. Die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) für unsere 15 Messpunkte fällt mit 29,5 Millisekunden wie immer noch etwas länger aus. Die Unterschiede zwischen hellen und dunklen Messpunkten sind gering.

Dell St2220t Monitor Reaktion Off
Dell St2220t Monitor Over Off
OD aus: lange Schaltzeiten ohne Overdrive.

Mit aktivierter Beschleunigungsoption (OD ein) benötigt der schnellste Grauwechsel nur noch 11,7 Millisekunden. Am meisten wirkt sich die Beschleunigung auf die Anstiegszeiten aus. Wieder sind die Unterschiede zwischen hellen und dunklen Messpunkten gering. Der Mittelwert für alle 15 Messpunkte sinkt auf 15,9 Millisekunden.

Dell St2220t Monitor Reaktion On
Dell St2220t Monitor Over On
OD ein: halbierte Schaltzeiten, mäßige Überschwinger.

Der Helligkeitsverlauf zeigt eine moderate Beschleunigung. Bei nahezu allen Messpunkten gibt es mäßige Überschwinger nach oben und nach unten. Der Helligkeitswechsel ist in den meisten Fällen erst nach zwei Frames abgeschlossen.

Latenzzeit

Die Latenz ermitteln wir als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Die für Gamer wichtige Signalverzögerung messen wir beim Dell ST2220T mit nur 0,7 Millisekunden, noch kürzer geht es kaum. Bis zur Soll-Helligkeit vergehen auch mit aktiviertem Overdrive im Durchschnitt auch nur weitere 8,0 Millisekunden, die mittlere Gesamtlatenz ist daher mit insgesamt 8,7 Millisekunden recht kurz.

Subjektive Beurteilung

Für ein IPS-Panel liefert der ST2220T brauchbare Ergebnisse. Ohne die Overdrive-Schaltung sind die Schaltzeiten zwar etwas träge und können bei raschen Bewegungen durchaus störend auffallen; mit dem Overdrive sind die Reaktionszeiten jedoch im akzeptablen Bereich und wohl auch für die meisten Spieler ausreichend kurz. Dabei halten sich die negativen Begleiterscheinungen (Geisterbilder und andere Artefakte) im Rahmen und fallen nur in speziellen Situationen überhaupt auf. Generell kann man also den Overdrive grundsätzlich aktiviert lassen und den Vorteil der schnellen Reaktionszeiten mitnehmen.

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