Test Monitor Dell U2410
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Profilgenauigkeit

Im kalibrierten Zustand überprüfen wir zunächst die Profilgenauigkeit. Geringe Abweichungen lassen, sofern das Messgerät exakt arbeitet, darauf schließen, dass die Monitorcharakteristik korrekt erfasst wurde und stabil bleibt. Das CMM (ColorManagementModule) farbmanagementfähiger Software kann damit möglichst (die Grenze setzt spätestens der Monitorfarbraum) ideal in Monitor-RGB transformieren. Steigen die Abweichungen zu einem späteren Zeitpunkt spürbar an, ist es Zeit für eine neue Kalibrierung und anschließende Profilierung.

Von den während der Kalibrierung durchgeführten Änderungen an Bildschirmeinstellungen und Grafikkarten-LUT (bei einem hardwarekalibrierbaren Bildschirm wird die Monitor-LUT modifiziert), die zu einer neutralen Grauachse, gewünschter Gradation und Weißpunkt führen sollen, profitiert man auch in ungemanagten Umgebungen.

Wir beschränken uns nachfolgend auf das Monitorprofil, das im Rahmen der Kalibrierung auf die Empfehlungen für sRGB erstellt wurde. Nach Kalibrierung und Profilierung wurde aus der verwendeten Software heraus ein Profiltest durchgeführt, der den Ist-Zustand des Monitors mit den Transformationen vergleicht, die sich aus dem Monitorprofil ergeben.

Die Referenzwerte ergeben sich entsprechend aus dem Monitorprofil.

Profilgenauigkeit Ziel Erreicht
6540 6560
94.77 100.00 108.98 94.85 100.00 109.42
0,5 0,5
0,5 0,3
141,4 141,2
sRGB (~ Gamma 2.2) ~sRGB (~2,2 avg.)

* CCT-Bezug

Dell U2410 Monitor Profilgenauigkeit

Aus dem Standardmodus heraus ergeben sich keine besonderen Auffälligkeiten. Im „Custom Color“-Modus käme es an dieser Stelle zu erheblichen Abweichungen bei Farbwerten mit Grünanteil, weil erfasster und tatsächlicher Zustand nicht übereinstimmen. Damit könnte ein CMM dann auch keine vernünftigen Transformationen mehr durchführen.

Die Softwarekalibrierung und anschließende Profilierung basierte auf den Empfehlungen für den jeweiligen Arbeitsfarbraum.

„sRGB“ (Gamma: sRGB, Weißpunkt: D65)

„AdobeRGB“ (Gamma: 2.2, Weißpunkt: D65)

„ECI-RGB 2.0“ (Gamma: L*, Weißpunkt: D50)

Da im Standardmodus die RGB-Gain-Regler nicht zur Verfügung stehen, konnten wir lediglich die Helligkeit anpassen, um 140 cd/m² zu erreichen.

Die Anführungszeichen sollten deutlich machen, dass es im Rahmen der Kalibrierung keinesfalls zu einer zielgerichteten Farbraumemulation kommt, sondern lediglich die in Klammern aufgeführten Vorgaben und eine möglichst hohe Neutralität bzw. Linearität sichergestellt werden. Die „Farbechtheit“ wird erst im Zusammenspiel mit farbmanagementfähiger Software und der im Profil erfassten Monitorcharakteristik erreicht.

Insbesondere der Weißpunkt ist dabei keine fixe Größe, sondern sollte sich im Idealfall nach konstanten Umgebungs- bzw. Abmusterungsbedingungen richten. Die Gradation ist zwar fix mit dem jeweiligen Arbeitsfarbraum verknüpft, aber im Rahmen des Farbmanagement wird durch die Transformationen des CMM auch bei monitorseitig abweichender Gradation (sofern sie korrekt im Bildschirmprofil vermerkt ist) eine gemäß dem Quellfarbraum und seinen Parametern korrekte Darstellung sichergestellt. Sofern der Bildschirm über eine leistungsstarke Elektronik (LUT > 8-Bit) verfügt, macht es aber in jedem Fall Sinn, die für seinen bevorzugten Arbeitsfarbraum vorgesehene Gradation zu wählen, sofern dies mit Bordmitteln möglich ist.

Dell U2410 Monitor Korrekturkurve SRGB
Dell U2410 Monitor Korrekturkurve ARGB
Dell U2410 Monitor Korrekturkurve EciRGB
Darstellung der RGB-Korrekturkurven der Grafikkarte nach der „sRGB“, „AdobeRGB“ und „ECI 2.0“-Softwarekalibrierung mit iColor (von links nach rechts). Je näher die drei Farblinien an der 45 Grad-Achse liegen, umso weniger Farben müssen zur korrekten Kalibrierung von der Grafikkarte verworfen werden und umso lückenloser bleiben Farbverläufe.

Fehlende RGB-Gain-Regler und unpassende Gradation lassen die Korrekturen im Standardmodus ziemlich stark ausfallen. Im Ergebnis kommt es zu verstärktem Banding.

Um einen ersten Eindruck von den tatsächlichen Abweichungen in farbmanagementfähiger Software zu geben, haben wir in Adobe Photoshop entsprechende Testpattern erzeugt, mit dem jeweiligen Profil des Arbeitsfarbraumes (sRGB, AdobeRGB, ECI-RGB 2.0) versehen und ausgemessen. Als CMM kam Adobe (ACE) zum Einsatz. Aufgrund des relativ farbmetrischen Rendering-Intents bleiben durch das CMM verursachte Farbraumkompressionen aus.

Vergleich mit dem sRGB-Arbeitsfarbraum unter Berücksichtigung des Monitorprofils

Parameter Ziel Erreicht
D65 (6502) 6571
95.04 100.00 108.88 94.68 100.00 109.29
0,7
– (0,08) 0,7
140 141,7
Nativ 0,19
Nativ 745
sRGB (~ Gamma 2.2) ~sRGB (~2,2 avg.)

* CCT-Bezug

Dell U2410 Monitor Cmm SRGB Farbe
 
Dell U2410 Monitor Cmm SRGB Grau
 
Dell U2410 Monitor Cmm SRGB Gamma
 

Vergleich mit dem AdobeRGB-Arbeitsfarbraum unter Berücksichtigung des Monitorprofils

AdobeRGB Modus Ziel Erreicht
D65 (6502) 6526
95.04 100.00 108.88 94.87 100.00 108.94
0,3
– (0,08) 0,3
140 141,2
Nativ 0,19
Nativ 743
Gamma 2.2 ~2,2 (avg.)

* CCT-Bezug

Dell U2410 Monitor Cmm ARGB Farbe
 
Dell U2410 Monitor Cmm ARGB Grau
 
Dell U2410 Monitor Cmm ARGB Gamma
 

Vergleich mit dem ECI-RGB 2.0-Arbeitsfarbraum unter Berücksichtigung des Monitorprofils

Parameter Ziel Erreicht
D50 (5002) 5049
96.42 100.00 82.51 96.29 100.00 83.36
0,73
– (0,07) 0,04
140 138,6
Nativ 0,21
Nativ 660
L* L*

* CCT-Bezug

Dell U2410 Monitor Cmm EciRGB Farbe
 
Dell U2410 Monitor Cmm EciRGB Grau
 
Dell U2410 Monitor Cmm EciRGB Gamma
 

Abgesehen von den Tonwertverlusten durch die Kalibrierung, können die Ergebnisse überzeugen. Die Grauachse ist weiterhin sehr neutral und die jeweils gewünschte Gradation wird erreicht. Aufgrund der hohen Abdeckung von sRGB und AdobeRGB und des linearen Verhaltens, fallen die Abweichungen in den Farbwerten gering aus. Das CMM berücksichtigt natürlich das während der Profilierung erstellte Monitorprofil.

Die höheren Abweichungen von Primär- und Sekundärfarben in ECI-RGB sind der geringeren Farbraumabdeckung geschuldet. Dabei werden die Vorteile des Farbmanagement hier besonders deutlich: Auf die vermessenen Tertiärfarben schlagen sich die Unterabdeckungen nicht durch, weil sie innerhalb des Monitorfarbraumes liegen.

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