Test Monitor Dell U2410
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UGRA-Test (UDACT)

Abschließend haben wir den DELL U2410 auf die Empfehlungen der UGRA kalibriert (5800K, Gamma 1,8 und Helligkeit, sofern mit Bordmitteln erreichbar: 140 cd/m²), um seine Tauglichkeit für die digitale Druckvorstufe/Softproof zu bestimmen. Die Zertifizierung kann aber natürlich auch mit anderen Parametern erreicht werden. Falls der Monitor keinen Gamma-Regler besitzt, wird durch die Kalibrierung der Tonwertumfang im Regelfall zu stark eingeschränkt, um den Test mit den vorgegebenen Parametern zu bestehen. Für hardwarekalibrierbare Bildschirme müssen wir derzeit leider auch eine Softwarekalibrierung durchführen, weil wir eine Standalone-Version noch nicht zur Verfügung haben. Den Schwarzwert begrenzen wir manuell auf 0,3 cd/m², um Schwächen des EyeOne Pro zu minimieren.

Dell U2410 Monitor Ugra1
Der ausführliche UGRA UDACT Report für die Softwarekalibrierung kann als PDF Datei heruntergeladen werden.

Erwartungsgemäß besteht der Dell U2410 den Test nicht, da der Tonwertumfang für das Erreichen der Vorgaben zu stark eingeschränkt wurde und Spannbreite der Abweichungen in den Graustufen etwas zu hoch ausfällt. Allerdings schrammt er nur knapp an der Zertifizierung vorbei. Das Bildschirmgamma liegt im Standardmodus relativ stabil bei knapp 1,8. Eingriffe in die LUT müssen also fast ausschließlich zum Erreichen der gewünschten Farbtemperatur vorgenommen werden.

Mit einem Weißpunkt, der näher am nativen Weißpunkt des Gerätes liegt, können wir die Tonwertverluste weiter minimieren. Zusammen mit einer etwas neutraleren Grauachse besteht der Dell U2410 damit UGRA-Test auch aus dem Standardmodus heraus. Das macht noch einmal deutlich, wie viel Potential durch den unbrauchbaren „Custom Color“-Modus und eine fehlende Gammaeinstellung am Gerät (die implementierte Lösung verdient diese Bezeichnung nicht) verschenkt wird.

Generische Korrektur für Colorimeter in iColor Display

Bei Einsatz eines Kolorimeters ist zu beachten, dass diese Geräte zwangsläufig nur auf ein Spektrum trainiert sind. Von Haus aus werden über die verwendeten Filter die Spektralwertkurven des CIE-Normbetrachters nie erreicht. Als Basis für die entsprechend notwendige Korrektur (implementiert im Colorimeter selbst) verwenden die Hersteller ein Display mit CCFL-Hintergrundbeleuchtung ohne erweiterten Farbraum. Das führt zu erheblichen Problemen bei der Messung von Bildschirmen, die ein anderes Spektrum emittieren. Dazu zählen Bildschirme mit WCG-CCFL-, White-LED und RGB-LED-Hintergrundbeleuchtung.

Im High-End Bereich werden entsprechende Korrekturen i.d.R. in der mitgelieferten Software des Herstellers durchgeführt und sind für das individuelle Spektrum des verwendeten Bildschirms berechnet. Quato stellt ab iColor Display 3.6 auch generische Korrekturen für WCG-CCFL S-PVA- und IPS-Panels zur Verfügung. Wir testen im Rahmen der Profivalidierung, ob die generische Korrektur in iColor Display für das Testgerät hinreichend genaue Ergebnisse liefert. Als Colorimeter kommt ein DTP94 von X-Rite zum Einsatz. Es handelt sich hier um eines der wenigen Colorimeter, die nur geringe Messabweichungen innerhalb der Baureihe aufweisen und deswegen, ganz ohne herstellerseitige Selektion, von einer Korrektur profitieren können.

Ein Spektralfotometer, wie das von uns verwendete EyeOne Pro, unterliegt diesen Beschränkungen nicht. Hier kann allerdings die Abtastgenauigkeit bei schmalbandigen Spektren begrenzend wirken.

EyeOne Pro DTP94 DTP94 (generic cor.)
6559 5825 6609
94.85 100.00 109.42 100.43 100.00 107.73 94.84 100.00 110.16
9,67 0,45

Die generische „Wide-Gamut S-IPS“-Korrektur in iColor Display kann damit beim Dell U2410 ziemlich gut greifen, sofern das DTP94 verwendet wird.

Korrekturmatrix für das X-Rite DTP94

Wir haben im Folgenden die Korrekturmatrix für das verwendete X-Rite DTP94 und den konkreten Bildschirm ermittelt. Als Referenz kam das EyeOne Pro zum Einsatz. Wir beziehen uns damit auf das tatsächliche Spektrum des Bildschirms. Daher sind die Ergebnisse ggf. genauer als mit der generischen Korrektur in iColor Display. Weil die X-Rite DTP94 untereinander nur vergleichsweise geringe Abweichungen aufweisen, ist die fehlende Mittelung über eine Vielzahl von Sonden verschmerzbar. Natürlich ist aber auch das EyeOne Pro keine absolut ideale Referenz. Derzeit unterstützt keine uns bekannte Software offiziell die Einbindung individueller Korrekturmatrizen.

Dell U2410 Monitor Korrekturmatrix
Korrekturmatrix für das X-Rite DTP94 mit dem EyeOne Pro als Referenz

Interpolation

Text

Im OSD kann die Skalierung des Bildschirminhalts frei gewählt werden, sobald ein Signal anliegt, welches nicht der nativen Auflösung entspricht, also kleiner ist als 1.920 x 1.200 Bildpunkte. Zur Auswahl steht eine nicht vergrößerte 1:1 Darstellung, die seitengerecht vergrößerte Darstellung und natürlich die auf Vollbild skalierte Darstellung, bei der das Seitenverhältnis nicht berücksichtigt wird.

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Beurteilung des Interpolationsverhaltens mit Text.

Spiele

Auch in den Spielen waren durch Verringerung der Auflösung keine Qualitätsverluste sichtbar. Das beste Ergebnis wurde natürlich in der nativen Auflösung erzielt, jedoch kann das ein oder andere Spiel die Grafikkarte überbeanspruchen und die Auflösung muss reduziert werden, um ein flüssiges Spiel zu erlauben. Außer die Detailverluste und erhöhte Treppenbildung bedingt durch die verringerte Auflösung, waren keine Auffälligkeiten zu erkennen.

Die Testbildreihe wurde in dem Spiel „Prototype“ durchgeführt.

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Die Interpolation von Spielen in der Originalauflösung und 1.680 x 1.050 Pixel.
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1.440 x 900 Pixel und 1.280 x 1024 Pixel.
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1.024 x 768 Pixel und 800 x 600 Pixel.

Bildschärfe

Die Bildschärfe kann in 10er-Schritten von 0 bis 100 eingestellt werden und ist eigentlich unter der Werkseinstellung von 50 als störend zu empfinden. Die Bildschirmhelligkeit wird gleichzeitig mit der Schärfe erhöht und muss bei einer Korrektur nachgeregelt werden. Wer nur mit Text arbeitet kann den Wert etwas erhöhen, für gemischte Anwendungen ist die Werkseinstellung eigentlich schon optimal.

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Die Bilder wurden mit einer Schärfeeinstellung von 30, 50 und 80 aufgenommen.

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