Test Monitor Dell U2410
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Reaktionsverhalten

Für das H-IPS Panel des U2410 gibt Dell eine Reaktionszeit von 6 ms für einen Grau-zu-Grau-Wechsel an, das ist auch der Bereich in dem aktuelle H-IPS-Panels liegen. Trotzdem wird ein TN-Panel immer die erste Wahl für Hardcore-Spieler bleiben. Der Monitor ist als Allrounder gedacht und ist in diesem Test im Mittelfeld zu finden. Der subjektive Eindruck bei Testbildern und der Pixperan-Anwendung lässt leichte Schlierenbildung erkennen, Ansätze von Korona-Effekten sind leider zu erkennen. Der Overdrive wird im Spielemodus erhöht, reicht aber noch nicht aus, um vorne mitzumischen.

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Das Reaktionsverhalten wurde in verschiedenen Spielen und Videos beurteilt.

Input-Lag

Wie auch das Reaktionsverhalten ist der Input-Lag ein entscheidender Faktor für die Auswahl des Monitors eines Spielers. Vergeht zwischen Eingabe und optischer Rückmeldung zu viel Zeit, wird insbesondere der Fraktion der „Hardcore-Spieler“ die Steuerung zu indirekt.

Mit dem Tool SMTT, das eine genauere Erfassung des Input-Lags erlaubt, messen wir im Vergleich mit einem CRT, eine durchschnittliche Verzögerung von knapp 40 ms im Standardmodus, dies entspricht einer Latenz von etwa 2,5 Frames. Im Spielemodus wurden Spitzenwerte von 14 ms erreicht, was einer Latenz von unter einem Frame entspricht.

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In dem Standardmodus werden durchschnittlich 40 ms erreicht, im Spielemodus 14 ms.

DVD und Video

Neben einer Zuspielung von Video über den Computer, besteht die Möglichkeit über HDMI einen Blu-ray- oder HD-DVD-Player anzuschließen, die HDCP-Kopierschutzfunktion wird unterstützt. Erfreulicherweise finden wir auch einen Composite/Component-Video-Eingang für nichtdigitale Signale, ein S-Video-Eingang fehlt. Der Audioausgang des Monitors erzeugt leider nicht die erwünschte Qualität und die Soundanlage sollte direkt am Player oder an der Konsole angeschlossen werden.

Durch das 16:10-Seitenverhältnis werden Filme im 16:9-Format mit einem niedrigeren schwarzen Balken dargestellt als bei 4:3-Monitoren. Full-HD-Videos können aus nächster Nähe in voller Qualität genossen werden, bei einem großen Abstand ist ein größerer Monitor oder Fernseher sinnvoll. Die Blickwinkelstabilität reicht aus, um ein homogenes Bild auch abseits der direkten Bildmitte zu erzeugen. Die Bild-in-Bild Funktion kann für ein anderes Eingangssignal genutzt werden, fehlt eigentlich nur noch eine Fernbedienung.

Dell U2410 Monitor TV
Fernsehübertragung von den Olympischen Spielen im 4:3-Format über DVB-T.

Es wird empfohlen den Farbraum auf sRGB zu begrenzen, weil die Farben sonst zu bunt wirken, bei Videospielen ist dies noch vertretbar.

Dell U2410 Monitor Terminator
Dell U2410 Monitor Illuminati
Filme „Terminator“ und „Illuminati“ vom Blu-ray-Player im 16:9 Format auf dem 16:10 Monitor.

Der Monitor akzeptiert außer RGB auch YCbCr als Farbmodell und wird automatisch auf die Quelle eingestellt. RGB wird leider auf das Videolevel beschränkt (16-235), auch eine korrekte Einstellung des Players brachte keine Verbesserung, die hohen und niedrigen Tonwerte werden ignoriert.

Videosignalverarbeitung

Im Bereich der Computer-Displays ist eine ausschließliche Unterstützung von Signalen mit 60Hz noch weit verbreitet.

Um das tatsächliche Verhalten des Dell U2410 diesbezüglich zu testen, haben wir das Gerät an einen Videoprozessor angeschlossen. Der iScan VP50 bietet unter anderem variable Ausgabefrequenzen und ein Testmuster in Form eines durch das Bild laufenden Balkens an, mit dem ein einfacher Juddertest durchgeführt werden kann.

Judder Testbild
Juddertest am Dell U2410

Das Ergebnis ist mit dem DELL U2711 vergleichbar. Abweichend von einer Zuspielung mit 60 Hz, werden u.a. auch Signale mit 24 Hz, 48 Hz und 50 Hz unterstützt. Die Darstellung ist aber nur bei 60 Hz judderfrei. Der DELL U2410 wird daher jedes eingehende Signal intern auf 60 Hz umrechnen.

Eine judderfreie Wiedergabe von PAL-SD- und HD-Material, NTSC-SD- und HD-Material von Filmquelle und Blu-ray, ebenfalls von Filmquelle, ist also leider nicht möglich.

Deinterlacing

NTSC-Filme mit 3:2 Kadenz werden vom Interlacer einwandfrei dargestellt, bei PAL-Filmen mit 2:2 Kadenz gab es Moiré-Muster und die Testsequenz wurde nicht korrekt behandelt (wie „Video“ mit diskreten Halbbildern). Bei der Bewertung von weiteren Testsequenzen kommt es in der Praxis in wenigen Bereichen zu auffälligen Ergebnissen. Für einen Monitor ohne explizite Fernseh/Videoausrichtung ist die Deinterlacing-Funktion zufriedenstellend.

Skalierung

Der Monitor verfügt im OSD-Modus über eine Verstellbarkeit des Seitenverhältnis und kann zwischen Max, 16:9 und 4:3 umgeschaltet werden, stellt man vom Video-Modus in den Grafik-Modus ist weiterhin noch 1:1 verfügbar.

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Testvideo zur Beurteilung der korrekten Seitendarstellung.

Unsere Testreihe basiert auf einem anamorphen Video mit Kreisen, die bei korrekter Beachtung des Seitenverhältnisses absolut rund sein müssen (zugespielt wurde per HDMI). Mit entsprechenden Einstellungen am DVD-Player können wir alle möglichen Zuspielungen simulieren. In dem Test wurden HD Signale mit 1.080 und 720 Zeilen korrekt dargestellt, das Format von 16:9 kann entweder bildschirmfüllend oder 1:1 dargestellt werden. Auch 4:3 wird bei der entsprechenden Einstellung im OSD mit Rändern korrekt dargestellt.

Fazit

Neben dem gutem H-IPS-Panel punktet der Dell U2410 mit einer sehr guten Verarbeitung und vielen ergonomischen Features, vielfältige Anschlussmöglichkeiten mit USB-Hub und Kartenleser. Er besitzt damit eigentlich alles was es braucht um einen hervorragendes Ergebnis zu erzielen, zumal der Preis des Dell U2410 absolut in Ordnung geht.

Werkseinstellung und Bildmodi sind überwiegend sehr neutral, auch wenn die Gradation in der Werkseinstellung mit einem Gamma von etwa 1,8 nicht ideal ist. Unschöne Dithering-Effekte blieben in den Bildmodi sRGB und AdobeRGB aus. Gleichzeitig wurden diese beiden farbraumbegrenzenden Modi von Dell sehr sorgfältig und neutral implementiert.

Die hohe Farbraumabdeckung und gute Bildhomogenität sind weitere Pluspunkte des Gerätes. Die Minimalhelligkeit könnte dagegen ein gutes Stück niedriger liegen, auch wenn rund 120 cd/m² für die meisten Umgebungen schon zu dunkel sein dürfte.

Einen herben Schnitzer leistet sich der Dell U2410 dagegen beim wichtigen „Custom Color“-Modus, der in der aktuellen Umsetzung leider absolut unbrauchbar ist. Dabei bildet dieser Modus die Voraussetzung, um die leistungsfähige Elektronik im Rahmen der Kalibrierung wirklich auszunutzen. Gleichzeitig weicht der Standardmodus in Bezug auf die Gradation weit von einer sinnvollen Vorgabe ab. Und genau dieser Schnitzer kostet den Dell eine gute oder sogar sehr gute Wertung.

Hier sollte Dell schnellstens für Abhilfe sorgen. Der sehr ähnliche U2711 aus gleichem Haus zeigt, dass es geht. Beiden Geräten fehlt allerdings ein vernünftiger Gammaregler im OSD, der den Monitor weiter aufwerten würde.

Mit einem Straßenpreis von gut 460,00 Euro läge auch eine sehr gute Bewertung durchaus in Reichweite, wenn einige kleinere Kritikpunkte verbessert würden. Mit dieser erheblichen Einschränkung bleibt es bei einem „befriedigend“. Wer den Bildschirm nicht kalibrieren und vornehmlich in sRGB- oder AdobeRGB-Modus betreiben möchte, findet bereits jetzt ein gutes Produkt vor.

Bewertung

Bildstabilität:
(digital)
(analog)
Blickwinkelabhängigkeit:
Kontrasthöhe:
Farbraum:
Subjektiver Bildeindruck:
Graustufenauflösung:
Helligkeitsverteilung:
Interpoliertes Bild:
Gehäuseverarbeitung/Mechanik:
Bedienung/OSD:
Geeignet für Gelegenheitsspieler:
Geeignet für Hardcorespieler:
Geeignet für DVD/Video:
Preis [incl. MWSt. in Euro]: Keine Angaben
4.4

BEFRIEDIGEND

Technische Spezifikationen: Dell U2410

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