Test Monitor Dell U2410
3/8

0
25491

Bildqualität

Das H-IPS-Panel (Horizontal-In-Plane-Switching) muss auch beim U2410 leider auf den A-TW Polarisator verzichten. Abgesehen davon verspricht es, gepaart mit der umfangreichen Elektronik (12-Bit LUT und hohe interne Rechengenauigkeit), eine sehr gute Bildqualität. Sofern sich der Bildschirm ab Werk neutral verhält, sollten Tonwertverluste im Rahmen der Softwarekalibrierung meist nur gering ausfallen.

Wie bereits beim DELL U2711 kommt ein 8-Bit Panel zum Einsatz. Eine FRC-Dithering-Stufe im Panel „rettet“ die durch die hohe interne Rechengenaugkeit erhaltenen Tonwerte bis zur eigentlichen Anzeige.

In der Werkseinstellung ist kein nennenswertes Banding in Farb- und Grauverläufen auszumachen. Die FRC-Schaltung verhält sich unauffällig und ist nur durch ein leichtes Grieseln in dunklen Tonwerten auszumachen.

Die wichtigen, farbraumbegrenzenden sRGB- und AdobeRGB-Modi zeigen kaum verstärktes Banding. Der Benutzer bleibt auch von spatialen Dithering-Artefakten verschont. Diese traten vor dem Firmwareupdate der A00-Revision noch auf.

Die maximale Helligkeit beträgt bei 100 Prozent in der Werkseinstellung knapp 410 cd/m2, was nahezu der Herstellerangabe von 400 cd/m2 entspricht. Die Helligkeit lässt sich in 1 Prozent-Schritten bis auf gut 126 cd/m2 reduzieren.

Der Kontrastregler sollte nicht angetastet werden. Ab Werk ist hier schon der ideale Weißpegel eingestellt.

Dell U2410 Monitor IMG 1240
Der Monitor ist sehr homogen ausgeleuchtet, ganz leichte Lichthöfe sind an den Rändern zu erkennen.

Das maximale Kontrastverhältnis liegt laut Dell für den U2410 bei 1.000:1. Diesen Wert können wir mit maximal knapp 800:1 nicht ganz bestätigen. Ein schlechtes Ergebnis ist das allerdings nicht. Wichtiger bleibt die Frage, ob das Kontrastverhältnis über den gesamten Helligkeitsbereich stabil bleibt. In diesem Fall wird die Leuchtdichte ausschließlich über die Hintergrundbeleuchtung reduziert, was auf den Dell U2410 zutrifft.

Zwangsläufig wird bei Intensitätsreduzierungen der RGB-Kanäle (eine Ausnahme bilden Bildschirme mit RGB-LED Backlight) der Kontrast etwas leiden. Im Falle der Kalibration auf D50 als Weißpunkt, messen wir daher mit 660:1 einen niedrigeren Wert.

Dell U2410 Monitor Kontrastverlauf
Helligkeits- und Kontrastverlauf des Dell U2410.

Eine umfangreiche Gammaeinstellung ist im OSD leider nicht vorhanden. Angesichts der Elektronik des DELL U2410 wäre das ein sehr wünschenswertes Feature.

Helligkeitsverteilung

Wir untersuchen Helligkeitsverteilung und Bildhomogenität an einem weißen Testbild, das wir an 15 Punkten vermessen. Daraus resultieren die Helligkeitsabweichung in Prozent und das DeltaE (in diesem Fall identisch mit dem DeltaC) in Bezug auf den zentral gemessenen Wert. Für das DeltaE liegt die Wahrnehmungsschwelle bereits bei etwa 0,5. Ein DeltaE von 4 sollte nicht signifikant überschritten werden, sonst ist mit größeren Farbstichen zu rechnen.

Dell U2410 Monitor Helligkeitsverteilung
Dell U2410 Monitor Bildhomogenitaet
An 15 Messpunkten wurde die Helligkeitsverteilung (linkes Bild) und Bildhomogenität (rechtes Bild) überprüft.

Die gemessenen Helligkeitsabweichungen zeugen zwar nicht von einer Bestleistung, sind aber für ein Gerät ohne Kompensationsschaltung zur Verbesserung der Bildhomogenität durchaus noch im grünen Bereich. Einen Farbstich können wir für unser Testgerät weder messtechnisch noch per Auge feststellen. Hier liefert der DELL U2410 also insgesamt ein gutes Ergebnis.

Blickwinkel

IPS-Panels punkten vor allem in der Blickwinkelstabilität und sind den TN-Panels weitaus überlegen und leicht besser als PVA-Panels. Die Herstellerangabe liegt bei 178° horizontal und 178° vertikal. Auch in der Praxis kann der Monitor voll überzeugen, die größten Änderungen bei verändertem Blickwinkel fallen in dunklen Bereichen auf. Ein A-TW-Polarizer würde diesen Effekt noch vermindern, ist aber nicht verbaut. Eine violette Verfärbung im Schwarz, wie es bei Modellen ohne Polarizer vorkommt ist nur bei extremen Winkeln leicht zu erkennen.

Dell U2410 Monitor Blickwinkel
Die Bilder wurden aus verschiedenen Blickwinkeln aufgenommen und zeigen wie stabil die Bilddarstellung bleibt.

Ausmessung und Kalibration

Wir haben im Folgenden den Dell U2410 vor und nach Kalibration und Profilierung umfangreich vermessen und die Ergebnisse ausgewertet. Die Ergebnisse sind insbesondere für die elektronische Bildverarbeitung interessant. Für den Office-Betrieb und Spiele ist zumindest eine ausreichende Neutralität des Bildschirms wichtig. Die Messungen werden in einer eigenen Software ausgewertet, was eine exakte und detaillierte Aussage zum vorliegenden Testgerät ermöglicht.

Farbraumvergleich in Lab (D50)

Zunächst haben wir ermittelt, wie gut der Dell U2410 verschiedene Farbräume abdeckt. Als Referenz nutzen wir die Arbeitsfarbräume sRGB, AdobeRGB und ECI-RGB 2.0. Zusätzlich haben wir mit dem „ISOcoated_v2_eci.icc“-Profil verglichen. Es basiert auf den FOGRA39-Charakterisierungsdaten und repräsentiert die Standard-Druckbedingungen für den Offset-Druck auf bestimmten Papiertypen. Die exakten Bedingungen können als PDF-Dokument angesehen werden.

sRGB ist gewissermaßen der kleinste gemeinsame Nenner für das Zusammenspiel verschiedener Eingabe und Ausgabegeräte im Consumerbereich. Zum Funktionieren dieser „sRGB-Kette“ ohne Farbmanagement sollten allerdings alle beteiligten Komponenten die Spezifikationen möglichst exakt erfüllen, oder selbständig geeignete Transformationen durchführen. Für einen modernen Tintenstrahldrucker, der i.d.R. einen deutlich größeren Farbraum abdecken kann, bedeutet dies, dass treiberseitige Umrechnungen vorgenommen werden müssen. Ein Bildschirm mit erweitertem Farbraum muss einen brauchbaren sRGB-Modus besitzen.

3D-Farbraumvergleich

Erläuterung der 3D Ansichten: Das schwarze Netz stellt den jeweiligen Referenz-Farbraum dar, das weiße den Monitorfarbraum. Die tatsächliche Schnittmenge beider Farbräume macht der bunte Würfel kenntlich. Der Monitorfarbraum kann den Referenzfarbraum dann nicht mehr vollständig darstellen, wenn das schwarze Netz aus dem Würfel herausragt. Falls der Monitorfarbraum größer ist als der jeweilige Standardfarbraum, so ragt das weiße Netz aus dem Würfel heraus.

Die Farbraumansicht wurde anhand des während der Profilierung erstellten ICC-Matrix-Profils mit dem Programm ICC3D generiert. Es berechnet für die Aufbereitung eine Vielzahl von Stützstellen aus den vorhandenen Parametern. Durch die Kalibration auf den für den jeweiligen Arbeitsfarbraum empfohlenen Weißpunkt, der aber keine zwingende Vorgabe darstellt, wird der Farbraum gegenüber der Werkseinstellung etwas eingeschränkt bzw. verändert (umso stärker, je weiter die Intensität der Farbkanäle reduziert werden musste).

Die Abweichungen zu den im UGRA-Test ermittelten Abdeckungen kommen dadurch zustande, dass die dort vermessenen Tonwerte im Hinblick auf ein maximales DeltaE (originäre Definition von 1976) von 5 ausgewertet werden. Eine hier ermittelte Abdeckung von 100 Prozent führt daher nicht zwangsläufig zu einer vollständigen Abdeckung des angegebenen Referenzfarbraumes.

ISOcoated (FOGRA39) : 97,7 % Abdeckung

Dell U2410 Monitor Iso1
Dell U2410 Monitor Iso2
sRGB: 100 % Abdeckung
Dell U2410 Monitor SRGB1
Dell U2410 Monitor SRGB2
AdobeRGB: 97 % Abdeckung
Dell U2410 Monitor ARGB1
Dell U2410 Monitor ARGB2
ECI-RGB 2.0: 88 % Abdeckung
Dell U2410 Monitor Eci1
Dell U2410 Monitor Eci2
 

Die Farbraumabdeckung ist faktisch deckungsgleich mit dem kürzlich getesteten Dell U2711. Damit kann man davon ausgehen, dass beide Bildschirme ein fast identisches Spektrum emittieren. Das lässt auf gute Ergebnisse der generischen Korrektur für Bildschirme mit WCG-CCFL Hintergrundbeleuchtung in iColor Display hoffen. Mit dem DTP94 erreichten wir hier beim Dell U2711 sehr brauchbare Ergebnisse.

sRGB und AdobeRGB werden vollständig bzw. fast vollständig abgedeckt. Das gilt auch für den ISOcoated-Farbraum. In farbmanagementfähigen Anwendungen ist damit die Basis für eine sehr exakte Darstellung mit beiden Arbeitsfarbräumen als Quellfarbraum bzw. einem Softproof auf Basis von ISOcoated gegeben.

Mit 88 Prozent fällt die Abdeckung von ECI-RGB geringer aus, was aber keinesfalls überrascht. Hier ist also, je nach Bildinhalt, mit leichten Farbabrissen und etwas größeren Farbabweichungen zu rechnen. Dennoch kann man durchaus mit ECI-RGB als Arbeitsfarbraum arbeiten.

Diskussion: Neuen Beitrag verfassen

* Sie müssen das Kästchen aktivieren, ansonsten können Sie keinen Kommentar erstellen. Sollten Sie dennoch versuchen Ihren Kommentar zu posten, ohne akzeptiert zu haben, wird eine neue Seite geöffnet und Sie erhalten einen Hinweis. Alle eingetragenen Daten, inklusive des Kommentars, gehen dabei verloren!