Test Monitor LG Flatron W2253TQ
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deltaE Abweichung

Erläuterung der Abweichung deltaE: Die Abweichung der Farbwerte wird in deltaE 94 (dE) angegeben. Gemessen werden mehrere Grauabstufungen, die primären (RGB) und die sekundären (CMY) Grundfarben. Ein deltaE-Wert von eins entspricht dem kleinsten Farbunterschied, den das menschliche Auge üblicherweise wahrnehmen kann.

Erst ab einem deltaE von drei können die meisten Menschen Farbunterschiede ausmachen. Unsere Augen sind allerdings für Grüntöne besonders empfindlich, so dass hier bereits kleinere Unterschiede wahrgenommen werden. Die durchschnittliche Abweichung sollte kleiner sein als drei deltaE, das Maximum geringer als 10 dE, besser 6 dE. Bis zehn deltaE haben zwei Farben jedoch noch genügend Ähnlichkeit zueinander.

Vergleich der Werkseinstellung zum sRGB-Standard

Werkseinstellung sRGB-Standard Erreicht
6500 6400
140 271
0,00 0,33
Nativ 820
sRGB (~2,2) 2,01
Lg Flatron W2253tq Monitor Lg W2253tq Deltae Werkseinstellung
 

In der Werkseinstellung erreicht der Flatron W2253TQ eine Helligkeit von 271 cd/m². Für den dauerhaften Gebrauch bei normalen Lichtverhältnissen ist dies deutlich zu hell und kann zu Kopf- und Augenschmerzen führen. Die Farbtemperatur entspricht mit 6400 Kelvin fast genau dem sRGB-Standard, wodurch der Monitor weder zu warm, noch zu kühl ist. Der Schwarzwert liegt mit 0,33 cd/m² recht hoch, was auch an der hohen Helligkeit liegt. Damit erreicht der Flatron W2253TQ einen Kontrast von 820:1.

Bei den deltaE-Werten gibt es, bis auf den blauen Primärfarbkanal, keine auffälligen Abweichungen. Der Durchschnittswert liegt nur bei 3,0 deltaE – ein hervorragender Wert.

Vergleich der Kalibrierung auf sRGB zum sRGB-Standard

Kalibriert Ziel Erreicht
6500 6400
140 137
0,00 0,18
Nativ 760
sRGB (~2,2) 2,22
Lg Flatron W2253tq Monitor Lg W2253tq Deltae Srgb
 

Bei der Kalibrierung auf den sRGB-Farbraum treten keine Probleme auf. Die Ergebnisse des Flatron W2253TQ sind ausgezeichnet. Es sind fast keine Eingriffe in die Primärfarbkanäle notwendig, lediglich der Grünkanal sollte etwas verringert werden. Die Farbtemperatur liegt mit 6400 Kelvin zwar etwas zu niedrig, was aber nicht zu einer auffälligen Rot- oder Blaulastigkeit führt. Mit einem Schwarzwert von 0,18 cd/m² liegt der 22-Zöller auf einem guten Niveau. Der aus der geringen Helligkeit resultierende Kontrast ist mit 760:1 jedoch nur Mittelmaß.

Bei den deltaE-Abweichungen sind nur kleinere Ausschläger bei den Farbkanälen zu registrieren. Diese liegen aber weitgehend unter der Wahrnehmungsschwelle. Die Graustufendarstellung ist präzise und auf einem sehr niedrigen Niveau. Wie auf der Korrekturkurve oben zu erkennen ist, sind die Eingriffe der Grafikkarte sind gering.

Einstellungswerte: Gamma: 0, Helligkeit: 48 R=50, G=46, B=50

Lg Flatron W2253tq Monitor Lg W2253tq Srgb Kurve Thumbnail
Darstellung der RGB-Korrekturkurve der Grafikkarte nach der Kalibrierung. Je näher die drei Farblinien an der 45°-Achse liegen, umso weniger Farben müssen zur korrekten Kalibrierung von der Grafikkarte verworfen werden, und umso lückenloser bleiben Farbverläufe.

UGRA-Test

Im UGRA-Test hinterlässt der Flatron W2253TQ gar keinen schlechten Eindruck: Obwohl der 22-Zöller ohne erweiterten Farbraum auskommen muss, erreicht er eine Grautonabdeckung von 89,9 %. Die Zertifizierung erreicht er dennoch nicht, dafür ist eine Abdeckung von mindestens 95 % notwendig. Dies erreichen aber in der Regel nur Monitore mit 10- oder 12-Bit-Look-Up-Tabelle.

Lg Flatron W2253tq Monitor Lg W2253tq Ugra Thumbnail
Der komplette UGRA-Report kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Das Gesamtbild des LG ist zufriedenstellend. Bei der Darstellung des sRGB-Farbraums liefert der 22-Zöller sogar hervorragende Ergebnisse ab, was wohl auch daran liegt, dass ihm der erweiterte Farbraum fehlt. Für professionelle Grafiker ist der Monitor dennoch nicht zu empfehlen. Abgesehen von den üblichen Blickwinkelschwächen eines TN-Monitors ist der W2253TQ ohne Wide-Color-Gamut nicht in der Lage, die Grafikerstandards ECI2.0 und AdobeRGB in ausreichendem Maße darzustellen.

Das Kalibrieren des Monitors ist einfach und schnell erledigt, ohne ständiges Austarieren von geänderten Werten abwarten zu müssen. Im Normalgebrauch empfiehlt sich die Werkseinstellung mit einer auf ca. 60 Prozent abgesenkten Helligkeit und leicht reduziertem Grünwert.

Reaktionsverhalten

Mit seinem reaktionsfreudigen TN-Panel und dem werbewirksamen Reaktionszeitwert von zwei Millisekunden (grau-zu-grau) bietet sich der Flatron W2253TQ potenziell als Gamingmonitor an. Besonders praktisch hierbei ist das ein- und ausschaltbare Overdrive (siehe RTC-Funktion im OSD). Dieses sorgt durch eine gezielte Überspannung für eine schnellere Drehung der Flüssigkristalle in den Pixeln. Unter Umständen kann sich dadurch die Schlierenbildung sogar verstärken, wenn der Stromimpuls schlecht abgestimmt und die Kristalle zu weit gedreht werden.

Lg Flatron W2253tq Monitor Lg W2253tq Overdrive
Overdrive-Testbild mit drei Graustufen, Weiß, Rot und Blau.

Beim Flatron W2253TQ ist dies allerdings nicht der Fall. Die ohne Overdrive auftretende Schlierenbildung ist zwar in künstlichen Tests sichtbar, fällt jedoch sehr gering aus. Wird die RTC-Funktion nun aktiviert, verkürzen sich die ohnehin leichten Schlieren auf etwa die Hälfte, ohne das lästige Koronaeffekte (Übersteuerung des Overdrive) auftreten.

Lg Flatron W2253tq Monitor Lg W2253tq Ingame3 Thumbnail
Lg Flatron W2253tq Monitor Lg W2253tq Ingame2 Thumbnail
Ausschnitte aus dem Spiel „Crysis Warhead“ (1.920 x 1.080).

Die Lesbarkeit von gescrollten Texten ist hervorragend. Die leichte Bewegungsunschärfe macht sich nicht weiter negativ bemerkbar. Für den Desktopbetrieb ist der LG hinsichtlich seines Reaktionsverhaltens ohne Weiteres einsetzbar. Wie sieht es also in Spielen aus?

Lg Flatron W2253tq Monitor Lg W2253tq Ingame1 Thumbnail
Szene aus dem Shooter „Unreal Tournament 3“.

Im bunten Spielgeschehen kann man nichts mehr von der in künstlichen Tests minimalen Schlierenbildung wahrnehmen. Auch bei starken Hell-Dunkel-Kontrasten wie beispielsweise Kanten fällt nichts dergleichen auf. Oftmals auffallende Koronaeffekte treten durch das präzise arbeitende Overdrive nicht auf, sodass man sich voll auf das Spielgeschehen konzentrieren kann.

Lg Flatron W2253tq Monitor Lg W2253tq Ingame Ps3 1 Thumbnail
Lg Flatron W2253tq Monitor Lg W2253tq Ingame Ps3 2 Thumbnail
Wipeout HD – Zuspielung über die Playstation 3.

Egal ob es sich um schnelle, ruckartige Bewegungen in Ego-Shootern handelt, um Mapscrolling in Strategiespielen oder gleichmäßige und andauernde Fahrten auf Rennstrecken, der Flatron W2253TQ macht dabei eine gute Figur. An superschnelle High-End-Gamermonitore wie den BenQ X2200W oder den LG L227WT kommt der 22-Zöller allerdings nicht heran. Bewegte Bildinhalte werden dazu nicht scharf genug dargestellt, zudem ist der Flatron 2253TQ nicht mit zusätzlichen Technologien wie Simulated-Pulsed Driving ausgerüstet.

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