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BRANDHEISS

Test Monitor LG Flatron W2363D
10/12

DVD und Video

Der W2363D kann gleichzeitig mit drei digitalen Zuspielern verbunden werden. Die Bild-in-Bild-Funktion unterstreicht seine Multimediatauglichkeit. Weitere Features wie ein integrierter DVB-Tuner oder auch nur einfache Lautsprecher fehlen allerdings. Neuere Konsolen wie die Playstation 3 oder XboX 360 können direkt an den HDMI-Eingang angeschlossen werden. Kopiergeschützte Inhalte kann der W2363D durch HDCP-Unterstützung an den digitalen Eingängen problemlos wiedergeben.

Am PC sollte der Monitor stets in seiner nativen Auflösung betrieben werden. Aktuelle Videoplayer wie VLC, PowerDVD oder Windows Media Player wählen dann automatisch das richtige Bildformat und verhindern dadurch eine beschnittene oder verzerrte Videowiedergabe. Abweichende Bildformate werden mit schwarzen Streifen oben und unten bzw. links und rechts aufgefüllt.

Lg Flatron W2363d Monitor Dvd
Szene aus „Inglorious Basterds“.

Der W2363D bietet zwar einen Film-Modus an, doch war – wie bei vielen anderen Monitoren dieser Preisklasse – schon nach einem kurzen Test klar, dass diese „Optimierung“ keinesfalls für jedes Filmmaterial gut geeignet ist. Geeigneter ist die Einstellung „sRGB“, bei der allerdings die Zeichnung in den hellsten und dunkelsten Bildanteilen unnötigerweise beeinträchtigt wird, auch ist die Farbtemperatur etwas zu hoch. Falls eine Kalibrierung nicht möglich ist, raten wir dazu die Regler für Kontrast und Blau etwas zurück zu nehmen.

Wir haben die DVD am PC im kalibrierten Zustand, aber bei höherer Helligkeit betrachtet (H80 / K60). Auch wenn der W2363D keinen erweiterten Farbraum hat, zeigt das scharfe Bild doch natürlich wirkende und kräftige Farben, auch Hauttöne werden gut dargestellt. In dunklen Szenen ist die Detailzeichnung gut, in sehr hellen Bildbereichen geht jedoch einiges an Zeichnung und Farbe verloren. Schlieren oder Bewegungsunschärfe treten auch bei schnellen Kamerafahrten oder bewegten Objekten nicht auf.

Erst mit Full-HD-Filmmaterial kann die hohe Auflösung des W2363D voll ausgenutzt werden. Die Wiedergabe von HD-Videos ist einwandfrei, mit stimmigen Farben und sehr gutem Kontrast. Der Schwarzwert ist gut, dadurch gewinnen dunkle Szenen an Tiefe. Allerdings nimmt man die Lichthöfe an den Bildrändern wahr, wenn das Bild von schwarzen Balken gesäumt ist.

Leider schränkt LG die Einstellmöglichkeiten an den HDMI-Eingängen gegenüber dem DVI-Eingang ein: hier sind nur die wenig differenzierten Einstellungen „Farbton“ und „Sättigung“ möglich. Damit wird die Bildqualität abhängiger vom guten Zusammenspiel von externem Player und Monitor. Am meisten getrübt wird der Videogenuss jedoch durch die starke Blickwinkelabhängigkeit des Displays.

3D-Video

Der W2363D kann neben 60 Hz auch Bildfrequenzen von 75, 100, 110 und 120 Hz verarbeiten und ist daher für 3D-Anwendungen geeignet. Bei dieser Technik zeigt der Monitor nicht 60, sondern 100 bis 120 Bilder pro Sekunde, die abwechselnd für das linke und das rechte Auge gedacht sind. Für die korrekte Zuordnung der Bilder sorgt eine Shutterbrille, die softwaregesteuert je ein Auge im rechten Moment abdeckt, während das andere Auge freie Sicht auf die Bildquelle hat.

Jedes Auge sieht also nur die Hälfte der Bilder, in den Zwischenzeiten bleibt es dunkel. Weitere technische Maßnahmen schlucken noch zusätzliches Licht. Ein normal helles Monitorbild würde also im 3D-Betrieb durch die Brille betrachtet sehr viel dunkler erscheinen, weshalb LG den W2363D folgerichtig mit deutlich mehr Leuchtkraft als üblich versieht.

Wir haben eine nVidia 3D-Vision Shutterbrille angeschlossen und den aktuellen 3D-Treiber 197.45 für Windows 7 installiert. Der Monitor wird problemlos als 3D-fähiges Display erkannt, die Testsuite von 3D-Vision wird einwandfrei wiedergegeben. Nach der Installation wird der Monitor auch im normalen Desktop-Betrieb mit 120 Hz angesteuert, ein Wechsel zurück zu 60 Hz muss von Hand vorgenommen werden.

Betrachtet man einen gewöhnlichen weißen 2D-Hintergrund und setzt dann die 3D-Brille auf, nimmt das Weiß einen gelblichen Ton an. Gleichzeitig verstärken sich die winkelabhängigen Farbänderungen noch: in normaler Sitzposition bekommt das obere weiß(gelb)e Bilddrittel einen unübersehbaren Rosastich, wenn man durch die Brille auf den unteren Monitorrahmen blickt. Der Lichtverlust durch die Brille ist sehr groß, wird aber subjektiv nicht ganz so stark empfunden, weil das Auge sich schnell adaptiert. Dennoch kommt der richtige 3D-Spaß erst bei voll aufgedrehtem Helligkeitsregler auf, denn mit dem Helligkeitsverlust sinkt auch der Kontrast auf flaue Werte, wie man sie nur noch von alten Beamern kennt. Die 400 cd/m² des W2363D sind also ein echter Vorteil und keinesfalls übertrieben.

Nach den Testbildern haben wir uns zunächst das medizinische Testvideo von nVidia angesehen – dies soll anhand von einigen sehr deutlichen Effekten klären, ob der Betrachter 3D-Bilder überhaupt räumlich wahrnehmen kann.

Lg Flatron W2363d Monitor 3d Test
nVidia 3D-Testvideo: Ghosting auf dem rechten Auge.

Das Testvideo zeigt ausgeprägte Ghosting-Effekte. Im Foto, das im 120Hz-Betrieb durch das rechte Brillenglas aufgenommen wurde, zeigen die Großbuchstaben in der unteren Reihe deutliche Geisterkonturen: hier scheint das linke Bild durch. Bei den von nVidia empfohlenen 110 Hz werden die Geisterkonturen so stark, dass die Augen schmerzen. Der 100Hz-Modus flimmert etwas mehr, ist aber frei von Ghosting. Allerdings sollte dann im selben Raum kein Monitor mit 60 Hz laufen, weil die dadurch entstehenden Interferenzen äußerst störend und augenbelastend sind.

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