Test Monitor LG Flatron W2600HP
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Die RGB-Kanäle lassen sich manuell nur im Modus „Normal“ festlegen. Der User-Modus, der aufgrund seines Namens eher darauf schließen ließe, stellt lediglich die Optionen Helligkeit, ACE (Adaptive Clarity Enhancer, „Klarheit“) und RCM (Real Color Management: Fleischton, Grünverbesserung, Farbverbesserung, Aus) bereit, mit denen sich das Verhalten der f-Engine festlegen lässt, also unter anderem der dynamischen Kontrastanpassung.

Als Fazit bleibt anzumerken: Aufbau und Navigation sind praktisch gestaltet, LG setzt hier auf altbewährtes. Schön wären noch zusätzliche Einstellungen wie 1:1-Interpolation, PIP-Einstellungen oder abschaltbares Overdrive sowie eine Möglichkeit, die Helligkeit direkt zu verändern, ohne erst ins Menü zu müssen. Alle wichtigen Funktionen sind aber an Bord. Der forteManager ist eher enttäuschend, da keine zusätzlichen Konfigurationsmöglichkeiten geboten werden.

Die Bedienung per Sensortasten funktioniert beim LG W2600HP ausgesprochen gut und kann die herkömmlichen Drucktasten mit Ausnahme der Haptik tatsächlich ersetzen: Das Ansprechverhalten der Sensoren ist schnell, präzise und ein Feedback in Form eines Tastentons (abschaltbar) ist auch vorhanden.

Bildqualität

Der W2600HP ist von LG mit einem S-IPS-Panel ausgestattet worden, das laut Hersteller ebenfalls im NEC LCD2690WUXi zum Einsatz kommt. Die Farbsteuerung erfolgt mit 8-Bit, bei einer Softwarekalibration entsteht also generell eher Banding, als bei einem Display mit 10, 12 oder 14-Bit-LUT, bei dem der Farbumfang beim Verändern der Farbkanäle erhalten bleibt.

Trotz oder gerade wegen der hohen werksseitig eingestellten Helligkeit von 334 cd/m² bzw. 308 cd/m² nach zweistündiger Warmlaufphase und der unglaublich knallig-bunt-kräftigen Farben sieht das Bild auf den ersten Blick brillant aus. Wer bislang an einem Display mit normalem Farbraum gearbeitet hat, muss sich an die neue Farbenpracht natürlich erst einmal gewöhnen.

Während bei Rev. 1 das Weiß einen deutlichen Rotstich aufweist, rote Flächen übersättigt wirken und das Bild insgesamt eine Spur zu unnatürlich aussieht, ist dies mit Rev. 2 fast gänzlich behoben. Der Kontrast liegt ab Werk bei 831:1 bzw. im User Modus mit Zuschaltung der f-Engine bei 970:1, beides sehr gute Werte für ein S-IPS-Panel. Nach der Kalibrierung auf sRGB und eine Helligkeit von 140 cd/m² ermitteln unsere Messgeräte einen Kontrastwert von 1.174:1.

Farbverläufe und Testbilder weisen bei unserem ersten Testgerät mit Rev. 1 generell ungewöhnlich starke Abstufungen auf (Banding). Oftmals „fasst“ Rev. 1 mehrere nahe beieinander liegende Farbtöne zu einem einzigen zusammen. Selbst im Normalbetrieb sind beim Betrachten von Fotos Abstufungen erkennbar, unabhängig vom eingestellten Bildmodus. Es sieht fast so aus, als wenn die dynamische Kontrastanpassung dauerhaft aktiv wäre.

Mit der aktuellen Rev. 2 sind die Banding- und diverse andere Bildsteuerungsprobleme der f-Engine hingegen behoben. Das starke Banding gehört bei Rev. 2 der Vergangenheit an: Erstaunlich, was ein bisschen Software bewirken kann!

Blickwinkel

Lg Flatron W2600hp Monitor Lg W2600hp Blickwinkel Unten
Das Bild zeigt den Blickwinkel von unten.
Lg Flatron W2600hp Monitor Lg W2600hp Blickwinkel Seite
Lg Flatron W2600hp Monitor Lg W2600hp Blickwinkel Vorne
Bild links zeigt den seitlichen Blickwinkel und Bild rechts die frontale Sicht auf das Display.
Lg Flatron W2600hp Monitor Lg W2600hp Blickwinkel Oben
Das Bild zeigt den Blickwinkel von oben.

Die Blickwinkel des LG W2600HP sind sehr gut. Bei zunehmendem Winkel nimmt lediglich die Leuchtstärke ab, der eigentliche Farbton bleibt erhalten. Nach oben hin wird Weiß einen Tick rötlicher, aber ansonsten ist die Farbstabilität hervorragend: Auch wenn wir unseren Kopf auf dem Schreibtischstuhl völlig verrenken, das Bild bleibt wie es sein soll.

Die niedrigste Helligkeit ohne Reduzierung der RGB-Kanäle liegt bei unserem Testgerät bei 168 cd/m², was für einige Anwender zu viel sein dürfte. Maximal erreicht der LG W2600HP stolze 334 cd/m². Der Spielraum zwischen maximaler und minimaler Helligkeit ist mit 166 cd/m² an sich ausreichend, nach unten hin sollte aber mehr oder besser: weniger drin sein.

Die gemessene Helligkeitsverteilung ist bei unserem ersten Testgerät der Rev. 1 etwas besser als beim zweiten (Rev. 2), was angesichts der Produktionsdaten auf Serienschwankungen zurückzuführen sein wird.

Lg Flatron W2600hp Monitor Lg W2600hp Ausleuchtung
Serienschwankungen: Bei Testgerät 1 (Rev. 1) liegt die maximale Abweichung bei 11 Prozent bzw. 17 cd/m² …
Lg Flatron W2600hp Monitor Lg W2600hp Ausleuchtung Fw1.2
… bei Gerät 2 (Rev. 2) sind es 13 Prozent bzw. 22 cd/m².

Subjektiv erkennt man bei einem Schwarzbild im abgedunkelten Raum leichte Wolken: So ist am oberen Rand auf der linken Seite ein heller Schein auszumachen. Unten rechts scheint die gesamte Ecke ein wenig heller zu leuchten. Die Geräte unterscheiden sich geringfügig, weisen hier aber beide eine Schwäche auf. Im Alltagseinsatz fallen die angesprochenen Abweichungen aber nicht weiter auf.

Lg Flatron W2600hp Monitor Lg W2600hp Schwarzbild1
Die gemessene Helligkeitsverteilung liegt noch im guten Bereich, subjektiv sind aber kleinere „Wölkchen“ an den Rändern erkennbar wie auf dem Bild zu sehen, das im Dunkeln aufgenommen wurde.

Schwarze Flächen erhalten bei seitlicher Betrachtung einen rötlich-grauen Schimmer. Damit leiden die Blickwinkel bei dunklen Bildinhalten, denn bereits aus normaler Sitzposition scheinen aufgrund der großen Bilddiagonale die äußeren Ränder der Bildfläche bei einem Schwarzbild leicht rötlich zu glimmen.

Lg Flatron W2600hp Monitor Lg W2600hp Schwarzbild2
Besonders bei seitlicher Betrachtung erhält Schwarz einen leichten rötlich-grauen Schimmer.

Eine sehr gute Bewertung des Kontrasts verpasst der LG W2600HP nur knapp. Die Entscheidung war nicht einfach, weil die Messwerte gut bis sehr gut sind, genau wie die Farbdarstellung, insbesondere im User Modus. Ausschlaggebend war letztendlich der subjektiv schlechtere Kontrast in dunklen Szenen, in denen der Schwarzwert nicht an die Werte moderner VA-Panels noch nicht ganz heranreichen kann.

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