Test Monitor LG Flatron W2600HP
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Vergleich des Film-Modus zum sRGB-Standard

sRGB Profil sRGB-Standard Erreicht
6500 5750
140 311
0,00 0,34
Nativ 914
sRGB (~2,2) 2,15
Lg Flatron W2600hp Monitor Lg W2600hp Tabelle2 Film Fw1.2
 

Klar, wer den Filmmodus anwählt, erwartet keine farbgenaue Darstellung. Dass die Abweichungen zu sRGB sehr hoch sind, kann einem also relativ egal sein, solange das Bild hübsch anzusehen ist – ist es aber nicht.

Die Farben wirken viel zu unnatürlich, überdreht und übersättigt. Jeder zartgrüne Grashalm auf unserer virtuellen Desktop-Wiese erscheint giftig grün, helle und dunkle Farbabstufungen werden im Gegensatz zu User- und Text Modus verschluckt. Da die Farbdarstellung des LG W2600HP schon ab Werk sehr kräftig ist, braucht es eine solche „Verschlimmbesserung“ nicht – schon gar nicht beim Filmschauen.

Den „Platz“ für den Filmmodus hätte man durch eine Einstellung mit reduzierter Helligkeit und 6500K Farbtemperatur sinnvoller nutzen können.

Vergleich der Kalibrierung zum sRGB-Standard – Rev. 1

Kalibriert Ziel Erreicht
6500 6400
140 141
0,00 0,12
Nativ 1174
sRGB (~2,2) 2,20

Vergleich der Kalibrierung zum sRGB-Standard – Rev. 2

Kalibriert Ziel Erreicht
6500 6600
140 141
0,00 0,23
Nativ 612
sRGB (~2,2) 2,19
Lg Flatron W2600hp Monitor Lg W2600hp Tabelle2 Srgb Fw1.11
Lg Flatron W2600hp Monitor Lg W2600hp Tabelle2 Srgb Fw1.2
Links die Ergebnisse mit Rev. 1 und rechts die Ergebnisse mit Rev. 2.

Bei der Kalibration auf sRGB werden die Unterschiede der zwei getesteten 26-Zöller von LG am deutlichsten. Zwar erreichen beide nicht exakt die Vorgabe von 6500K, aber die deltaE-Abweichungen bei Rev. 2 fallen erheblich geringer aus als bei der Vorversion.

Angesichts des erweiterten Farbraums war nicht zu erwarten, dass die sRGB-Darstellung super ist. Eine durchschnittliche Abweichung von 4,0 deltaE ist aber noch akzeptabel. Da Rot- und Grünkanal stark abgesenkt werden müssen, um die gewünschte Farbtemperatur zu erreichen, tritt in Farbverläufen leichtes Banding auf.

Wir haben folgende Einstellungen verwendet: Helligkeit 0, Kontrast 70, Gamma 0, R=43, G=39, B=50

Vergleich der Kalibrierung zum AdobeRGB-Standard

Kalibriert Ziel Erreicht
6500 6500
140 140
0,00 0,22
Nativ 635
2,2 2,19
Lg Flatron W2600hp Monitor Lg W2600hp Tabelle2 Adobe Fw1.2
 

Das Gesamtergebnis macht einen guten Eindruck. Die Abweichungen bei den Farbwerten und bei Schwarz im AdobeRGB Farbraum könnten für ein perfektes Ergebnis noch einen Tick geringer sein.

Mit seiner ab Werk recht warmen Farbdarstellung punktet der LG W2600HP dafür bei der Darstellung von ECI 2.0. Die gelingt ihm nämlich ausgesprochen gut, auch wenn hier die stärker abweichenden Grauwerte als Achillesferse in Erscheinung treten.

Vergleich der Kalibrierung zum ECI 2.0-Standard – Rev. 1

Kalibriert Ziel Erreicht
5000 4900
120 120
0,00 0,18
Nativ 666
Lstar 2,33

Vergleich der Kalibrierung zum ECI 2.0-Standard – Rev. 2

Kalibriert Ziel Erreicht
5000 5000
120 119
0,00 0,15
Nativ 792
Lstar 2,29
Lg Flatron W2600hp Monitor Lg W2600hp Tabelle2 Eci Fw1.11
Lg Flatron W2600hp Monitor Lg W2600hp Tabelle2 Eci Fw1.2
Links sind die Ergebnisse mit Rev. 1 und rechts mit Rev. 2 zu erkennen.nn

Vergleicht man beide Testgeräte fallen wieder die typischen Unterschiede in der Farbdarstellung in Form höherer deltaE-Abweichungen bei Rev. 1 auf. Durch die bessere Grundeinstellung der aktuellen Firmware und das Deaktivieren der f-Engine im Normal Modus, wird die Farbpräzision erheblich verbessert.

UGRA Test

Abschließend haben wir den LG W2600HP auf die Vorgaben der UGRA kalibriert (5800K, Gamma 1,8), um seine Tauglichkeit für die digitale Druckvorstufe/Softproof zu bestimmen. Obwohl sich das Ergebnis mit Rev. 2 verbessert, besteht der LG W2600HP den Test nicht. Hauptgrund dafür ist der durch die Kalibrierung auf 92,4 Prozent reduzierte Grau-Tonwertumfang.

Lg Flatron W2600hp Monitor Lg W2600hp Udact Summary
Der ausführliche UGRA-Report kann als PDF Datei heruntergeladen werden.nn

Außerdem erzielt der 26-Zöller nur mit einer Helligkeit von 160 cd/m² die guten Werte bei der Profil- und Softproof-Qualität sowie den noch akzeptablen Grau Balance Wert. Sollte die geforderte Helligkeit der UGRA von 120 cd/m² bei der Softwarekalibrierung durch ein Absenken der Helligkeitswerte seitens der Grafikkarte tatsächlich erreicht werden, besteht der Monitor die Profil- und Softproof-Qualität sichbar schlechter und fällt bei der Grau Balance völlig durch. Der grüne Balken der Grau Balance endet bei 120 cd/m² ganz hinten rechts im roten Bereich. Wer farbverbindlich mit einer Helligkeit von 120 cd/m² arbeiten will, muss sich zwangsläufig nach einem anderen TFT-Monitor umsehen.

Als Fazit bleibt festzuhalten: Mit der aktuellen Revision glänzt LG’s 26-Zoller bei der subjektiven Bildqualität durch eine prächtige Farbdarstellung, einen satten Kontrast und hervorragenden Blickwinkeln. Wem farbverbindliches Arbeiten weniger wichtig ist, der kann sich umständliches Kalibrieren sparen, den Monitor einschalten und zufrieden sein.

Professionelle Grafiker sollten hingegen lieber 400,00 Euro mehr in die Hand nehmen und sich NEC’s LCD2690WUXi auf den Schreibtisch stellen, der sich durch seine präzise Bildsteuerung positiv abhebt.

Der LG W2600HP zeigt Schwächen bei der Ausleuchtung im Dunkeln und der Graustufenauflösung bzw. dem Tonwertumfang nach der Kalibrierung, die letztendlich auch dazu führen, dass der TFT-Monitor die UGRA-Zertifizierung nicht erhält. Außerdem ist die minimale Helligkeit von 168 cd/m² für Bildbearbeiter zu hoch.

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