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Test Monitor Samsung BX2350
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Reaktionsverhalten – Teil 2

Die Spikes im Oszillogramm zeigen, dass die LED-Hintergrundbeleuchtung des BX2350 auch bei voll aufgedrehter Helligkeit noch getaktet wird. Die Taktfrequenz beträgt rund 178 Hz, sie ist somit kein ganzzahliges Vielfaches der Bildfrequenz und läuft asynchron.

Erläuterung der Darstellung: Die Schaltzeiten ermitteln wir in zwei Messreihen, die sich an beiden Normen orientieren. Die erste Messreihe beschreibt die Zeit für einen Wechsel von Schwarz zu Grau. Der Grauwert variiert dabei von 30 % (RGB 77) bis 100 % (RGB 255 = Weiß). Die Messung bei 100 % entspricht der älteren Norm. Diese Reihe beschreibt das Verhalten bei starken Kontrasten.

Die zweite Messreihe beschreibt die Zeit für einen Wechsel von Grau zu Grau. Wir schalten das Bild zwischen zwei Graustufen um, deren RGB-Werte um 30 Prozent auseinander liegen. Diese Reihe beschreibt das Verhalten bei geringen Kontrasten. Unsere Stichproben berücksichtigen nicht nur die günstigsten Werte aus dem gesamten Messfeld und liegen deshalb oft erheblich über den Herstellerangaben.

Das Handbuch zum BX2350 gibt keine Reaktionszeit an. Auf der Produktseite im Internet nennt Samsung dann 2 Millisekunden (Grau-zu-Grau). Bei unseren Messungen in der Einstellung Reaktionszeit „Normal“ wird dieser Wert jedoch deutlich verfehlt: die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) beträgt 6,3 Millisekunden.

Samsung Bx2350 Monitor Samsung Bx2350 Schaltzeiten Sg
Samsung Bx2350 Monitor Samsung Bx2350 Schaltzeiten Gg30
Schaltzeiten Reaktionszeit normal, links: schwarz-zu-grau; rechts: grau-zu-grau 30%

Die Reaktionszeiteinstellung hat bei unseren Messungen kaum Einfluss auf die tatsächlichen Schaltzeiten. Selbst in der schnellsten Einstellung werden nur die 100 %-Bildwechsel signifikant schneller, die über alles gemittelte Bildaufbauzeit (hin und zurück) sinkt dagegen nur wenig auf 6,0 Millisekunden.

Samsung Bx2350 Monitor Samsung Bx2350 Schaltzeiten Sg S2
Samsung Bx2350 Monitor Samsung Bx2350 Schaltzeiten Gg30 S2
Schaltzeiten Reaktionszeit schnellstens, links: schwarz-zu-grau; rechts: grau-zu-grau 30 %

Dennoch wurde hier ein schnelles TN-Panel eingebaut. Die Schaltzeiten sind kurz, vor allem wenn auf Schwarz umgeschaltet wird. Die Abfallzeit liegt durchweg bei rund 0,8 Millisekunden, die Anstiegszeit variiert zwischen 3 und 5 Millisekunden. Bei der Umschaltung zwischen hellen Grauwerten verlängert sich die Abfallzeit von 0,6 Millisekunden bei Dunkelgrau-zu-Schwarz (30 %) auf 6,4 Millisekunden bei Weiß-zu-Hellgrau (100 %) an.

Overdrive

Jeder Helligkeitsstufe eines Bildpunktes ist eine bestimmte Steuerspannung zugeordnet, mit der die Zielhelligkeit exakt erreicht wird. Die Umschaltgeschwindigkeit bei einem Helligkeitswechsel kann erhöht werden, wenn man zunächst eine höhere Spannungsdifferenz anlegt als es dem Helligkeitsunterschied eigentlich entsprechen würde. Anschließend wird die Spannung korrigiert, um die Helligkeit auf den Zielwert zu bringen. Dieses Verfahren wird als Overdrive bezeichnet.

Beim BX2350 wird das Overdrive-Verhalten stark von der Reaktionszeiteinstellung beeinflusst. Unsere Messungen zeigen, das sich die Charakteristik von neutral („Normal“) über moderat („Schneller“) bis hin zu aggressiv („Schnellstens“) verändern lässt. Die Bilder zeigen eine Folge von je zwei hellen und zwei dunklen Bildern.

Samsung Bx2350 Monitor Samsung Bx2350 Overdrive
Samsung Bx2350 Monitor Samsung Bx2350 Overdrive S1
Overdrive bei Reaktionszeiteinstellung; links: Normal; rechts: Schneller.

Bei der Werkseinstellung „Normal“ braucht das Panel beim Wechsel von Schwarz zu Weiß (wie die meisten Panels mit neutralem Overdrive) zwei Frames, um die Zielhelligkeit zu erreichen. Mit der Einstellung „Schneller“ treten erste leichte Überschwinger beim Abdunkeln auf. Bei „Schnellstens“ sind die Überschwinger dann so stark, dass schon zwei Frames für das Einpendeln nötig sind. Dies kann bei schnell bewegten Bildern zu sichtbaren Artefakten führen.

Samsung Bx2350 Monitor Samsung Bx2350 Overdrive S2
Overdrive bei Reaktionszeiteinstellung „Schnellstens“.

Da die Reaktionszeit von den Einstellungsoptionen nicht nachteilig beeinflusst wird, empfehlen wir den Modus „Schneller“.

Latenzzeit

Neben kurzen Schaltzeiten, die für den schnellen Bildaufbau notwendig sind, ist vor allem die Latenzzeit (Verzögerung) eines Monitors von Bedeutung für das Reaktionsempfinden. Dies gilt besonders für Spiele mit schnellen Bewegungen, wie sie bei Rennsimulationen oder Shootern vorkommen. Wenn zwischen der Eingabe und der Bildausgabe zu viel Zeit vergeht, wird die Steuerung zu indirekt und der Spielspaß wird beeinträchtigt. Dieser Effekt wird als Inputlag bezeichnet.

Eine Normvorgabe für die Bestimmung der Latenzzeit bei Monitoren gibt es nicht (siehe hierzu auch unser Special „Untersuchung des Input Lag Testverfahrens“). Wir ermitteln die Gesamtlatenz daher, indem wir zunächst die Verzögerungszeit bis zum eindeutigen Beginn des Aufleuchtens messen. Da der Bildpunkt dann erst noch seine Endhelligkeit erreichen muss, addieren wir zu diesem Wert noch die Hälfte der mittleren Bildaufbauzeit (hin und zurück) hinzu.

Erläuterung der Darstellung: Die Verzögerungszeit des LCD ergibt sich als die Zeitdifferenz zwischen dem Steuersignal (grün) und dem Aufleuchten des Pixels (10%-Schwelle, rote Kurve). Die stufenweise Aussteuerung macht auch Verzögerungen von mehr als 1 Frame sichtbar.

Samsung Bx2350 Monitor Samsung Bx2350 Latenz
Die Verzögerungszeit des BX2350 ist sehr gering.

Die Untersuchung zeigt zunächst, dass dieser LCD-Monitor eine Verzögerungszeit von 7,3 Millisekunden aufweist. Hinzu kommt noch die halbe mittlere Bildaufbauzeit von 3,1 Millisekunden. Die mittlere Gesamtlatenz des BX2350 beträgt somit 10,4 Millisekunden.

Subjektive Bewertung

Die Messungen konnten wir subjektiv in Spielen, Filmen und synthetischen Tests bestätigen. Die Unterschiede zwischen den Modi „Normal“ und „Schneller“ fallen nur gering aus. Die Schlierenbildung ist für ein TN-Panel jedoch nur durchschnittlich. In synthischen Tests sind beim Modus „Schnellsten“ jedoch zusätzlich noch starke Artefakte in Form von Coronaeffekten – ein Effekt, der bei starken Kontrastwechseln Konturen nachleuchten lässt – auffällig sichtbar.

Samsung Bx2350 Monitor Samsung Bx2350 Spiel 1
PS3-Spiel: „Ratchet and Clank – A Crack in Time“.

Den extrem geringen Inputlag ist dagegen selbst für Hardcore-Gamer und sehr empfindliche Benutzer kaum spürbar. Umfassend betrachtet stellt der Modus “Schneller” für alle Anwendungen die beste Einstellung dar. So bleiben Inputlag und Reaktionszeit auf geringem Niveau und Coronaeffekte sind nicht sichtbar.

Samsung Bx2350 Monitor Samsung Bx2350 Spiel 2
PC-Spiel: „Call of Duty: Modern Warfare“.

Die Bildqualität in Spielen kann rein subjektiv überzeugen. Mit dem FullHD-Panel und den 2 HDMI-Anschlüssen stellt der BX2350 für Konsolenspieler eine gute Alternative zum großen LCD/Plasma-Fernseher dar.

Samsung Bx2350 Monitor Samsung Bx2350 Spiel 3
PS3-Spiel: „Fifa 10“.

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